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Morgenmagazin vom Mittwoch, 18. Juli 2018

18.07.2018 | 07:01 Uhr |

Nächste Betas von iOS 12 und macOS Mojave +++ Angebliche Bilder der Front-Panels neuer iPhones aufgetaucht +++ Warum Macwelt-Leser am iPhone SE hängen +++ Samsung hat die Entwicklung von LPDDR5-RAM abgeschlossen +++ Amazon-Belegschaft streikt zum Prime Day +++ Bitdefender stellt neue Antivirenangebote vor +++

18. Juli: 50 Jahre

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Heute vor 50 Jahren gründeten in der Gegend, die wir heute Silicon Valley nennen, zwei ehemalige Mitarbeiter von Fairchild Semiconductors ein neues Unternehmen. Das Startup benannten sie ganz unbescheiden erst mal nach sich, auf Moore-Noyce Electronics folgte dann aber recht schnell ein Name, der heute zu den größten gehört, den die Technik-Welt zu bieten hat: Intel. Man stelle sich mal vor, Apple hätte als Jobs-Woz Computer oder Steve-Steve Electronics begonnen …

Wofür Intel heute weltbekannt ist, entwickelte sich aber erst allmählich. Angefangen hatte das Unternehmen mit Speicherchips, bis Mitte der 80er-Jahre war DRAM das Hauptgeschäft. Mit dem Siegeszug des PC von IBM war aber plötzlich der Markt für Mikroprozessoren eröffnet, den Intel zusammen mit IBM und Microsoft in ein ein Pseudo-Kartell aufgehen ließ. Man sprach bald nicht mehr von den "IBM-kompatiblen", sondern von der "Wintel-Allianz", der sich nur noch das tapfere Apple entgegen stemmte, mit überschaubarem Erfolg.

Apple hatte für den Mac Prozessoren von außerhalb verwendet, zunächst solche von Motorola (68k), später solche, die das PowerPC-Konsortium aus IBM, Motorola und Apple verantwortete. Intel war der Konkurrent, der Gegner, der Feind. Das Spottobjekt. Denn in Sachen Taktrate machte Ende der 90er niemand den PowerPCs etwas vor, Apple veralberte die Maschinen der Konkurrenz als solche mit Snail Inside. Das sollte sich wenige Jahre später aber massiv geändert haben, plötzlich rannten die Intel-Chips denen von IBM davon, dessen Technologie stagnierte.

Und was tat Steve Jobs? Richtig, er spannte eines seiner berühmten Wahrnehmungsverzerrungsfelder (reality distortion field) auf. Das mit den Megahertz sei ja ein Mythos, erklärte er am 18. Juli 2001 zur Eröffnung der Macworld Expo in New York. Die Pipeline in Intels Chips sei ja so sehr viel länger, dass auch bei höherer Taktraten die Abarbeitung von Prozessen länger dauere als in den PPCs mit ihrer kurzen Pipeline.

Und überhaupt, vergleichen könne man Mac-OS X (an jenem Tag neu in Version 10.1 Puma präsentiert) ja überhaupt nicht mit dem drögen Windows - ein Mac ist ein Mac und einfach schneller und besser als die Maschinen mit Intel Inside.

Mag zwar alles auch damals korrekt gewesen sein, doch die neuen Power Macs mit ihren langsam vor sich hin wurschtelnden CPUs waren vor allem eines: Laut. Denn für schnellere Prozesse als bisher mussten die PPCs von IBM und Freescale (wie Motorolas Chip-Sparte mittlerweile hieß)  mehr Energie aufnehmen und in Form von Wärme wieder abgeben. Praktisch unmittelbar nach dem Einschalten gingen die Lüfter an und heulten bis zum Ende der Rechenzeit. Leuten außerhalb des Reality Distortion Fields war klar, dass das auf Dauer nicht so weiter gehen könnte. Aber da war doch das neue Betriebssystem Mac-OS X, das auf Linux basierte und dessen Vorgänger NeXTStep ja eben für die offiziell verhasste x86-Architektur von Moore-Noyce Electronics, also Intel, programmiert war. Ein Jahr später hieß es dann über die wabernden Gerüchte um einen möglichen Umstieg: Die Intel-Plattform sei eine Alternative und man liebe Alternativen. Von der Schnecke zum Rennpferd, so schnell kann es gehen. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Nächste Runde: Apple hat gestern Abend die vierte Beta-Version von iOS 12 für Entwickler bereit gestellt, die nächste Fassung für den öffentlichen Beta-Test lässt noch einen oder zwei Tage auf sich warten. Eine dritte Public Beta gibt es indes für macOS 10.14 Mojave .

Neue Generation: Das gestern auf Twitter aufgetauchte Foto von den Front-Panels der drei neuen iPhones des Jahres 2018 trägt zwar keine Echtheitszertifikat und ist mithin kein Beweis, dass Apple in der Tat iPhones in Größen von 5,8, 6,1 und 6,5 Zoll bringen wird, doch passt in das Bild das sich in den letzten Wochen und Monaten immer mehr verfestigte. Alle drei Modelle kommen demnach ohne Home-Button im Design des iPhone X, das mittelgroße Modell, das einen OLED-Bildschirm haben soll, bekommt einen etwas breiteren Rahmen, wenn das Bild echt sein sollte. Mit der Vorstellung der neuen Modelle rechnen wir am 12. September.

Schnell vorbei: Apple hat bereits eine Woche nach dem Update auf iOS 11.4.1 das Code-Signing für den unmittelbaren Vorgänger iOS 11.4 eingestellt. Normalerweise vergeht nach einem Update immer ein Monat bis zu dieser Maßnahme, die verhindern soll, dass Anwender veraltete und potentiell fehlerhafte Software auf ihre Geräte installieren. iOS 11.4.1 hatte einige bekannte Bugs behoben und vor allem den USB Restricted Mode eingeführt, der es Code-Knackern erschwert, mit Brute-Fore-Methoden die PIN eines iPhone oder iPad herauszufinden.

Nettogewinn: Künstliche Intelligenz wird in  den nächsten 20 Jahren in Großbritannien 7 Millionen Jobs vernichten, kommt eine Studie der Unternehmensberatung PwC zum Ergebnis. Auf der anderen Seite schaffe die Technik aber auch 7,2 Millionen neue Beschäftigungsverhältnisse, so dass netto ein Plus bleibe. Das sei wie bei der Einführung anderer neuer Großtechnologien wie der Dampfmaschine. Arbeitsplätze würden auf der einen Seite überflüssig, andererseits schaffe der Zuwachs an Produktivität neue. Denn Preise würden sinken, dadurch Reallöhne und damit Ausgaben steigen und damit die Nachfrage erhöhen, die Wachstum fördere, erklärt PwC-Chefökonom John Hawksworth in der Veröffentlichung. Die gleichen Effekte sehe man auch bei Digitalisierung, Robotik und künstlicher Intelligenz, doch würden Jobs während dieses Wandels nicht unerheblich von den einen zu den anderen Sektoren verschoben. So würden etwa Gesundheitswesen, wissenschaftliche und technische Dienste über die Maßen profitieren, während in Produktion, Transport und öffentliche Verwaltung am meisten Jobs verlieren würden.

Schwere Folge n: Die Erdatmosphäre erwärmt sich, die Meerespiegel steigen - das sind Fakten evidenzbasierter Wissenschaft. Der Klimawandel ist menschgemacht und nur die Menschheit könnte ihn auch stoppen. Die Folgen sind schon jetzt erkennbar und verheerend: Dürren und Missernten führen zu Flucht der Landbevölkerung, die heutigen Küstenregionen werden irgendwann unbewohnbar sein. Eine weitere Folge des Klimawandels war bisher noch nicht auf dem Schirm, hat aber noch ganz andere Konsequenzen, denn auch das Internet nimmt Schaden, wenn das Meer sich in das Land frisst. Wie eine in Montreal auf einer Konferenz vorgestellte Studie der University of Wisconsin-Madison und der  University of Oregon zeigt, sind kritische Glasfaserinfrastrukturen des Netzes in höchster Gefahr, die in dicht besiedelten Küstenregionen verlegt sind. Denn etwa anders als die Unterseekabel, die Kontinente verbinden, sind diese Kabel nicht wasserdicht. Bereits innerhalb der nächsten 15 Jahre könnten wesentliche Schäden eintreten, die für das nächste Jahrhundert zu erwartenden schweren Folgen würden eher früher als später eintreten, erklären die Forscher.

Weitere Nachrichten:

Warum Macwelt-Leser am iPhone SE hängen

Sein letztes Update hat das iPhone SE im März 2017 erfahren: Damals hat Apple die Speicher-Optionen verdoppelt, schließlich waren 16 GB schon damals nicht mehr zeitgemäß. Ansonsten ist es nach wie vor das iPhone 6S, aber in einem kleineren Gehäuse. Mehr als zwei Jahre her ist es nun seit der Vorstellung des Einsteiger-iPhones am 31. März 2016, Grund genug sich Sorgen um das kleinste Modell zu machen´

Wir haben letzte Woche unsere Leser in einer recht einfachen Umfrage gefragt, wie sie denn zum angeblichen Ende des iPhone SE stehen. Trotz Wochenende, schönen Wetters und des WM-Finals haben an der Umfrage bis Dienstag Mitternacht knapp 300 Leser teilgenommen. 273 Teilnehmer haben eine von unseren Optionen gewählt, 34 haben eigene Kommentare geschrieben. Die wenigsten der 273 Teilnehmer – nur 3 Prozent – sind der Meinung, dass das Gerät nicht mehr zeitgemäß sei. Das stimmt nun allerdings auch: Apple unterstützt mit iOS 12 gar noch das iPhone 5S, das Gerät ist drei Jahre älter als das SE-Modell. Knapp zehn Prozent haben mit "Mir doch egal..." abgestimmt, der Rest der Antworten wird zwischen "Schade, aber ich finde schon einen Apple-Ersatz" und "Ich wechsle zu Android" verteilt. Für die erste Option haben knapp 41 Prozent abgestimmt, für die letztere dagegen – 47 Prozent. Das heißt, die Hälfte aller Teilnehmer sind so erbost, dass sie gar zum Wechsel auf eine komplett neue Plattform bereit sind.

Und was reizt denn die Nutzer an dem iPhone SE? Wenig überraschend – die Größe. Die freien Kommentare drehen sich meistens um die Bildschirmgröße und Handlichkeit: " Bitte nicht! Das hat noch was von einem Handy und nicht was von ner halben Kinoleinwand!", "Ich liebe das kleine Ding", "Warum werden die Leute, welche lieber ein hosentaschenfreundliches iPhone möchten so "bestraft?", "Die Größe des SE ist unschlagbar". "Sehr schade. Für kleinere Hände optimal, passt auch locker in die Hosentaschen".

Kurz um, das iPhone SE ist zumindest in Deutschland recht beliebt. Nicht nur unsere kleine Umfrage, sondern auch andere Quellen bestätigen dies. So hält sich das Modell auf dem Platz 3 der beliebtesten iPhones der Plattform " Geizhals " gleich nach iPhone 8 und iPhone X. Der Preis auf dem freien Mark hält sich ebenfalls recht stabil und bewegt sich in den letzten drei Monaten knapp um 230 bis 240 Euro . Das lässt darauf schließen, dass auch die Nachfrage nach dem kleinsten iPhone ebenfalls recht stabil ist, obwohl das nicht mehr das neueste Smartphone im Apple-Portfolio ist. Eine leise Hoffnung bleibt jedoch: Letzte Woche hat Apple bei der Eurasischen Zollbehörde gleich elf Smartphone-Modelle registriert . Womöglich ein Hinweis auf ein zusätzliches Modell neben den üblichen Top-iPhone und Top-iPhone Plus, die Apple jedes Jahr im September vorstellt?

Samsung hat die Entwicklung von LPDDR5-RAM abgeschlossen

DDR5-Arbeitsspeicher soll DDR4-RAM beerben, als Sonderform GDDR5 kommt der flotte RAM bereits in Grafikkarten zum Einsatz. Nun hat Samsung seinen ersten LPDDR5-Speicher vorgestellt, obwohl die offizielle Spezifikation durch die JEDEC noch gar nicht abgeschlossen ist. Die stromsparende Version von DDR5 zielt speziell auf Mobilgeräte ab. Die Datenrate von LPDDR5 liegt bei 6.400 Mbit pro Sekunde, die nötige Spannung kommt auf sparsame 1,1 Volt. Noch mehr Strom lässt sich in einem besonderen Modus sparen, dann laufen die RAM-Bausteine nur noch mit 1,05 Volt, im Gegenzug sinkt jedoch die Datenrate auf 5.500 Mbit pro Sekunde.

Ein weiterer Modus namens Deep Sleep Mode (DSM) soll zeitweise weitere 30 Prozent Energie einsparen. Dazu kommt mit Link EEC eine Möglichkeit zur Fehlerkorrektur. Die ersten Riegel mit LPDDR5 werden mit 8 GB großen Chips bestückt. Diese fallen damit zwar nur halb so groß aus wie auf normalen DDR5-Speicherriegeln, aber im angepeilten Mobilbereich steht die Kapazität nicht so sehr im Fokus der Hersteller. Samsung will die Massenfertigung im kommenden Jahr starten. Vorher werden wohl keine Geräte mit LPDDR5 auf den Markt kommen. Bis zum Marktstart dürfte die offizielle Spezifikation auch fertig sein.

Amazon-Belegschaft streikt zum Prime Day

Zum Amazon Prime Day in dieser Woche legen wieder tausende Amazon-Mitarbeiter in ganz Europa die Arbeit nieder , um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Unter dem Motto „Wir sind nicht zum Schnäppchenpreis zu haben“ ruft die Gewerkschaft Verdi heute in Bad Hersfeld zum Streik auf. Die Arbeitsniederlegung begann mit der Nachtschicht und soll bis zum Ende der Spätschicht dauern. Neben Bad Hersfeld werden deutschlandweit noch weitere Standorte bestreikt.

Seit 2013 fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Anerkennung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt diesen Schritt seit fünf Jahren kategorisch ab. Mit den aktuellen Streiks fordert Verdi außerdem einen Gesundheitstarifvertrag. Amazon soll seine Mitarbeiter entlasten, die durch kilometerlange Laufwege, monotone Arbeit, lange Schichten und schwere körperliche und psychische Belastungen teilweise mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.

In Spanien und Polen haben die Mitarbeiter an mehreren Amazon-Standorten bereits seit gestern die Arbeit niedergelegt. Laut Amazon soll der Prime Day davon jedoch nicht beeinträchtigt werden. Sämtliche Pakete sollen pünktlich ankommen, betont das Unternehmen.

Bitdefender stellt neue Antivirenangebote vor

Neue Versionen der Antivierensoftware Bitdefender hat der gleichnamige Hersteller jetzt vorgestellt. Die Windows-Version von Bitdefender 2019 wurde umfassend überarbeitet, so erhält die PC-Version die neue Funktion Network Threat Prevention, die Schutz gegen Brute-Force- und Botnet-Angriffe bietet. Auch Ransom-Ware soll die neue Version an ihrem Verhalten erkennen und unschädlich machen. Verdächtiges Verhalten von Apps erkennt die so genannte Advanced Threat Defense, verbessert wurde auch der Schutz beim Surfen und vor Webbetrug.

Die neue Mac-Version blieb fast unverändert. Etwas verwirrend: Auf der deutschen Webseite wird die App auch weiterhin als Bitdefender 2018 bezeichnet. Bitdefender hat aber sowohl Autopilot als auch den Web-Schutz Traffic Light verbessert. Der Autopilot überwacht Anwendungen auf verdächtiges Verhalten, bei Traffic Light handelt es sich um Browser-Erweiterungen, die Links und Suchmaschinen-Treffer prüfen.

Größte Änderung: Bei der Installation wird automatisch auch ein VPN-Dienst installiert. 200 MB an Traffic sind pro Monat kostenlos, unbegrenztes Datenvolumen kostet eine Jahresgebühr. 25 Euro zahlt man im ersten Jahr, offenbar 40 Euro in den folgenden Jahren. Das eigenständige VPN-Tool basiert auf dem Dienst von Hotspotshield.


Bitdefender für den Mac ist ab Mac-OS 10.9 lauffähig, eine Jahreslizenz für drei Geräte kostet 60 Euro pro Jahr.

Unseren aktuellen Vergleichstest von Virenscannern für den Mac finden Sie hier

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