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Morgenmagazin vom Mittwoch, 20. Juni 2018

20.06.2018 | 06:51 Uhr |

Wirtschaftsberater dementiert Zoll-Ausnahmen für Apple +++ Zweite Betas für iOS 12 und Mojave +++ HomePod und Co. kaum zur Smart-Home-Stuerung eingesetzt +++ Neue Version der Screencast-App Camtasia erschienen +++ Google Home und Chromecast verraten Nutzerstandort +++ Youtube Premium: Nie wieder Werbung +++ US-Senat will Lieferstopp für ZTE beibehalten +++

20. Juni: Der Kaffee ist fertig

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Gehören Sie auch zu denjenigen Leuten, die morgens nicht ohne eine Tasse Kaffee wach werden? Gefühlt zählt sich ein jeder zu dieser Gruppe, wobei wir nicht verschweigen wollen und können, dass es da draußen auch jede Menge Tee-, Kakao-, Wasser- oder In-der-Früh-gar-nichts-Trinker gibt. Für's erste nehmen wir aber an, dass wir einfach "alle" unser Tässchen am Morgen brauchen.

Nur bei der Zubereitung scheiden sich die Geister und beinahe hat man das Gefühl, in eine Art von Religionskrieg zu stoßen, erwähnt man Vorzüge und Nachteile der ein oder anderen Zubereitung. Nichts geht über einen frischen Espresso aus einer Siebträgermaschine, von einem erfahren Barista zubereitet, auch wenn man das selbst ist. Oder doch? Der Mokka (und eben nicht: Espresso!) aus der Bialetti-Kanne ist auch nicht schlecht, wenn man diese rechtzeitig vom Feuer nimmt, denn im oberen Gefäßteil sollte eben nichts mehr kochen, das wird ja nur bitter.

Kapselmaschine? Ja, sicher sehr bequem, aber wohin mit dem Müll? Die Plastikbehälter sind an sich nur noch zum Verbrennen gut und was mit denen aus Aluminium geschieht, wollen wir eigentlich gar nicht wissen. Pads aus Papier oder Leinen? Vielleicht ein bisschen besser, aber nicht lecker.

Bleiben Stempeldruckkannen, die den so genannten Frech-Pressed-Coffee zubereiten. Gerade bei denen kann man sehr viel falsch machen, das Pulver zu fein (ergibt viel zu viel Koffein im Getränk, wir wollen ja nur wach werden und kein Herzrasen bekommen), das Wasser zu heiß, die Ziehzeit zu lang oder zu kurz. Der Kaffee aus dem falschen Land oder von der falschen Rösterei.

Es spricht also doch wieder einiges für den Filterkaffee, Sie wissen ja: Draußen nur Kännchen. Jetzt, im Ernst? Nein, nicht die Plörre aus der Maschine im Büro, die seit Stunden auf der Warmhalteplatte vor sich hinsimmert, sondern einen am besten von Hand gefilterten Kaffee. Filteraufsatz aus Porzellan, Filtertüte aus ungebleichtem Papier, Pulver etwas feiner gemahlen als bei französischer Pressung und das Wasser 85 Grad heiß, nach und nach aufgegossen und in die Kanne tropfen gelassen - perfekt, solange die Qualität der Bohne und der Röstung entsprechend war. Das Filterpapier sollte man vorher nass machen, das schwemmt noch ein paar Bitterstoffe aus. Und niemals Milch oder Zucker in den Kaffee! Obwohl: Hier begeben wir uns schon wieder auf dünnes Eis, denn gerade hier sind die Geschmäcker doch zu verschieden und zu vehement verteidigt.

Warum wir aber gerade heute dem Filterkaffee das Wort reden? Am 20. Juni 1908 gewährte das Patentamt in Berlin der Erfinderin des Kaffefilters, einer gewissen Melitta (sic!) Bentz das Patent auf den ersten Kaffeefilter. Dieser bestand im Wesentlichen aus einer Blechdose mit Löchern und einem runden Löschpapier, das verhinderte, dass Kaffeesatz in der Tasse landete. Mokka-Liebhaber und Espresso-Fans rümpfen darüber zwar die Nase, aber Kaffeefreunde sind wir doch alle. Fast alle, okay. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Zweite Runde: Über einen Starttermin für die Public-Beta-Phase von iOS 12 und macOS 10.14 Mojave gibt es weiterhin keine neuen Erkenntnisse, doch hat Apple immerhin die zweite Entwickler-Beta für iOS 12 veröffentlicht. Diese hat einige bekannte Fehler, so sind etwa Facetime-Verbindungen zu Geräten, die noch unter der ersten beta laufen, nicht möglich. Das Wetter-Widget funktioniert nicht und es gibt Probleme bei der Synchronisation von Sprachmemos über die iCloud. Auch für macOS 10.14 Mojave stellt Apple eine zweite Vorabversion bereit. Nur bei Apple registrierte Entwickler können die Betas herunterladen und installieren, eine Mitgliedschaft in Apples Developer Connection (ADC) kostet 99 US-Dollar im Jahr.

Vorbereitung ist alles: Wenn dann nun aber Mojave in Public Beta vorliegt, will man dann natürlich das kommende Betriebssystem ausprobieren und schon mal gleich den Dark Mode ansehen. iMore erklärt, was man zur Vorbereitung zu tun hat. Das ist recht schnell zusammengefasst: Erst einmal die Festplatte aufräumen, dann checken, ob der Mac für Mojave geeignet ist, schließlich ein Backup anfertigen und gegebenenfalls die Festplatte partitionieren, sofern man nicht einen Zweitrechner für die Installation des Testsystems vorgesehen hat.

Keine Ausnahme: Von einer Ausnahme für Apple im beginnenden Handelskrieg mit China will der Wirtschaftsberater der US-Regierung Peter Navarro laut Bloomberg nichts wissen. China könne auch außer Zöllen etwas unternehmen, um US-Unternehmen zu schaden, das würde weitere Konsequenzen nach sich ziehen, droht Navarro. Wie Bloomberg spekuliert, könnte Trump jedoch seine Entscheidung bezüglich möglicher Ausnahmen für Apple seinem Team einfach noch nicht kommuniziert haben. Apple wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Dass der iPhone-Hersteller aber vom aufziehenden Handelskrieg besonders betroffen sein wird, legt CNBC mit Zahlen dar . Denn Apple lässt nicht nur iPhones für alle Welt im Perlflussdelta fertigen, sondern hat sich in China auch einen bedeutenden Absatzmarkt geschaffen. Etwa 20 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftete Apple im letzten Jahr dort, was über 40 Milliarden US-Dollar entspricht.

Erbfall: Auf ein unangenehmes Problem weißt Glenn Fleishman in seiner jüngsten Kolumne Mac 911 hin. Was tun, wenn man einen Mac geerbt hat oder von einer Person übernommen hat, die man nicht mehr  nach einem Passwort für Find My Mac, Filevault oder einem Firmware-Passwort fragen kann und genau dieses nun gebraucht wird? Die Antwort ist einerseits simpel und andererseits kompliziert. Simpel: Apple kann derart gesperrte Macs, iPhones und iPads entsperren. Kompliziert: Das natürlich nur, wenn der Kunde den rechtmäßigen Besitz, das Geschenk, den Erbfall oder dergleichen nachweisen kann und im Besitz des originalen Kaufbelegs ist. Apple stellt dabei recht hohe Ansprüche, doch berichten immer wieder legitime Besitzer, dass der Apple Store ihnen helfen konnte. Wichtig also: Immer den Kaufbeleg aufbewahren und so schwer das auch fällt, diesen im Fall einer Übertragung einer jeden Art auch einfordern. Beim Kauf von Gebrauchtgeräten von Dritten sollte man in jedem Fall vor Abschluss des Vertrages auch darauf achten, den Mac in einem Admin-Account zu starten und notfalls über das Firmware Passwort Utility überprüfen, ob nicht noch böse Überraschungen warten. Dazu empfiehlt es sich, auch FileVault zu aktivieren und wieder zu deaktivieren, damit man sich nicht von seinen Daten aussperrt. Apples rigide Maßnahmen wie die Sperre über Find My iPhone haben merklich dazu beigetragen, Diebstähle zu verhindern. Ob das auch auf dem Mac so wichtig ist,sei dahin gestellt, über Mac-Diebstähle gebe es keine validen Statistiken.

Einsatzmöglichkeiten: Wozu benötigt man einen smarten Lautsprecher wie den HomePod oder Amazon's Echo? Für das Steuern der anderen smarten Geräte im Haushalt schon einmal nicht, legen die Ergebnisse einer Umfrage von IHS Markit nahe. Demnach hätten nur sechs Prozent der Studienteilnehmer angegeben, ihren Smartspeker zur Smart-Home-Steuerung einzusetzen. Die meisten verlangen dagegen von ihren Assistenten nur nach dem Wetterbericht, aktuellen Nachrichten und allgemeinen Antworten auf ihre Fragen, vor allem sollen die Geräte aber Musik abspielen.

Weitere Nachrichten:

Neue Version der Screencast-App Camtasia erschienen

Auf die professionelle Erstellung von Bildschirmvideos ist die Software Camtasia spezialisiert, die vor allem bei Firmen und Profis beliebt ist. Stärke der funktionsreichen Software für Windows und Mac ist eine gute integrierte Bearbeitungsfunktion mit Funktionen wie Übergängen, Timeline und Effekten, die eine Weiterverarbeitung in einer Videoschnitt-Lösung ersetzen kann. Import von Power-Point-Präsentationen ist möglich, seit der letzten Version kann man auch Quizfragen einbinden. Eine iOS-Version gibt es ebenfalls.

Die neue Version Camtasia 2018 ist für Windows und Mac am macOS 10.11 verfügbar und bietet zahlreiche Neuerungen: Neu für Mac-Anwender ist die verbesserte Bibliothek, über die man Medien- und Videoelemente verwalten kann. Kategorien werden unterstützt, was Komfort und Übersicht verbessern soll. Neu sind ebenso Schemas, die für ein einheitliches Layout von Videos sorgen sollen. Man kann dazu benutzerdefinierte Farb- und Schrifteinstellungen speichern und bei neuen Projekten abrufen.

Unterstützung von 60fps-Videos hat Techsmith ebenfalls ergänzt, Camtasia kann erstmals Videos mit einer Bildrate von 60 Bilder pro Sekunde bearbeiten und erstellen.

Beschleunigt hat der Hersteller das Rendern von Videos, laut eigenen Angabe soll dies die Produktionszeit um bis zu 50 Prozent reduzieren. Auch die Performance der Vorschaufunktion soll davon profitieren. Per Drag-and-Drop kann man Elemente in ein Video einfügen, die neue Version bietet dazu eine große Auswahl an lizenzfreiem Videomaterial wie Intros, Outros, Bauchbinden, animierte Hintergründe, Symbole und Audio.

Wahlweise kann man eine kostenlose Auswahl dieser Assets nutzen oder gegen eine Abogebühr von 194,42 Euro pro Jahr auf ein Archiv mit 500 000 Inhalten zugreifen (nur ab Camtasia 2018).

Eine Vollversion von Camtasia kostet 243,27 Euro, ein Upgrade von einer früheren Version 97,21 Euro. Für weniger anspruchsvolle Interessenten hat Techsmith die günstigere Lösung Snagit im Angebot. Unseren ausführlichen Test der Vorversion lesen Sie hier.

Google Home und Chromecast verraten Nutzerstandort

Google-Geräte kennen meist den Standort ihres Benutzers. So ist es von den meisten Nutzern auch erwünscht. Wer Zweifel hegt, kann diese Option auch abschalten. Dass der Standort auch von Dritten abgefragt werden kann, möchte niemand. Durch einen Bug ist das allerdings bei Nutzern von Google Home und Chromecast möglich, und zwar auf wenige Meter genau.

Google reagierte auf die Sicherheitslücke allerdings erst, als sie von der renommierten Security-Seite KrebsOnSecurity darauf aufmerksam gemacht wurden. Zuvor wurden etwaige Bedenken als erwünschtes Verhalten abgetan, Bug-Reports wurden geschlossen.

Der Angriff ermöglicht es, den genauen Standort eines Home- oder Chromecast-Nutzers über eine Webseite zu ermitteln. Hierfür wird der Standort aber nicht nur ungenau über die vom Gerät genutzte IP-Adresse ermittelt, sondern von umgebenden WLAN-Netzwerken. So kann der Standort des Benutzers ziemlich genau ermittelt werden, wie im folgenden Video zu sehen ist.

Für die Ermittlung müssen sich die Geräte im selben Netzwerk wie das Gerät befinden, über das die Angriffsseite besucht wird. Wenn die Google-Geräte also in einem anderen Netzwerk verwendet werden, kann auch die Abfrage nicht stattfinden. Google hat bereits ein Update angekündigt das die Sicherheitslücke schließen soll. Mitte Juli soll das Update verteilt werden.


Youtube Premium: Nie wieder Werbung

Der Dienst Youtube Premium ist in Deutschland gestartet. Der Dienst enthält wie beispielsweise Netflix exklusive Serien und Filme, die unter dem Banner Youtube Originals vermarktet werden. Der Dienst kostet 11,99 Euro als Einzel-Abo sowie 17,99 Euro im Familien-Tarif. Kunden, die den Preis berappen, schauen Youtube-Videos künftig ohne Werbung und können Inhalte auch offline ansehen. Dass verschiedene Youtuber Produkte in die Kamera halten und Werbung über ihren Content liefern, kann Youtube natürlich nicht verhindern.

Dank der Download-Funktion können Nutzer sich bequem von daheim Inhalte wie Serien, Filme oder ganze Playlists herunterladen und unterwegs konsumieren. So lässt sich Datenvolumen sparen. Die gespeicherten Offline-Inhalte bleiben 30 Tage lang erhalten.

Und mit Youtube Originals erhalten Sie exklusive Inhalte. Das Angebot reicht hier von Filmen mit preisgekrönten Schauspielern bis hin zu Komödien mit Top-Youtubern. Auch Dokumentationen, Reality-TV und Kinderfilme sind im Angebot enthalten. Deutsche Inhalte sollen demnächst folgen, dies hat Google für kommenden Herbst bereits angekündigt. Youtube Premium ersetzt quasi das Angebot Youtube Red, das in Deutschland nie verfügbar war.

Wer sich für den Dienst entscheidet, erhält Youtube Music Premium, der parallel mit Youtube Premium in Deutschland gestartet ist, gleich mit dazu. Hierbei handelt es sich um einen Musik-Streamingdienst wie Spotify und Apple Music, der demnächst auch Google Play Music mit allen seinen Zusatzfunktionen beerben soll. Für Youtube Music Premium allein zahlen Kunden 9,99 Euro monatlich.

US-Senat will Lieferstopp für ZTE beibehalten

 Zukunft des chinesischen Elektronik-Unternehmens ZTE ist nach wie vor ungewiss. Nachdem US-Präsident Donald Trump erst sagte, dass er ZTE vor dem Untergang retten wolle, dann aber wieder zurückruderte und schließlich doch zustimmte, den Lieferstopp für US-Komponenten an ZTE zu beenden, lehnte jetzt der US-Senat den erzielten Kompromiss ab. Die US-Abgeordneten stimmen laut The Verge ganz im Gegenteil dafür, den Lieferstopp wieder aufzunehmen und US-Unternehmen weiterhin zu verbieten, wichtige Zulieferteile an ZTE zu liefern. Präsident Trump könnte den Senatsbeschluss aber mit seinem Veto aufheben. Ob es dazu kommt, ist derzeit noch offen. 

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