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Morgenmagazin vom Mittwoch, 20. September 2017

20.09.2017 | 06:49 Uhr |

High Sierra hat Fehler in SKEL +++ Safari 11 für Sierra und El Capitan +++ FaceID stößt auf Skepsis +++ Cyberlink Photo Director 9 unterstützt jetzt 360-Grad-Fotos +++ Gmail wandelt Kontaktdaten automatisch in Links um +++ Porsches Tesla-Killer kostet rund 90.000 Euro +++ Leak: Ice-Lake-CPU mit acht Kernen für 2018 geplant

20. September: Alles ist tragbar

Wir wünschen allseits Guten Morgen! "Traue nie einem Computer, den du nicht selbst hochheben kannst" war das Motto des ersten Mac im Jahr 1984 und ist an sich bis heute unverändert Motto bei Apple. Sicher, es gab den eMac mit seinem 17-Zoll-Röhrenbildschirm, doch der hatte wie sein kleinerer Bruder iMac und das Vorbild aus den Achtzigern einen Griff. Auch all die anderen Desktops der Apple-Geschichte konnte man an mehr oder weniger raffinierten Vorrichtungen stemmen oder gleich einer Pizzaschachtel herumtragen. Selbst den größten und vermutlich schwersten Mac aller Zeiten konnte noch ein SysAdmin alleine durch die Gegend wuchten, aber der Xserve war für einmaligen Transport in das Rechenzentrum und den dortigen Einbau in einen Serverschrank gebaut, wo er eine Höheneinheit in Beschlag nahm.

Zwischen tragbaren Rechnern und tragbaren Rechnern gibt es also einen Unterschied. Nur weil man einen iMac oder selbst einen Xserve schleppen kann, wenn man es nicht gerade an der Bandscheibe hat, macht das nicht besonders gerne. Für den Einsatz als Mobilrechner fehlt – neben dem Monitor bei Xserve, Quadra oder Power Mac G4 Quicksilver – vor allem noch die Energieversorgung.

Und die hatte es sich bei dem am 20. September 1989 vorgestellten ersten echten mobilen Mac, dem Macintosh Portable, in sich. Vor allem, wenn man das Gewicht betrachtet. Etwa neun Kilogramm wog der erste Schlepptop oder Mac Luggable aus Cupertino, dafür lieferte der Akku in der ersten Fassung des Macintosh Portable immerhin für eine Betriebszeit von bis zu zwölf Stunden Energie. Das änderte sich aber, als Apple in einer zweiten Fassung dem Display mit seiner Aktivmatrix noch eine Hintergrundbeleuchtung verpasste, dann waren es je nach Anwendung nur noch drei bis sechs Stunden.

Heute geht Apple interessanter Weise bei seinem nun wirklich, wirklich mobilen Computer der nächsten Generation, dem iPhone X, den umgekehrten Weg. Das OLED-Display kann auf eine Hintergrundbeleuchtung verzichten, die Pixel leuchten von selbst. Zwei Stunden mehr Laufzeit im Vergleich zum iPhone 7 will Apple damit herausholen, wir werden sehen, ob das so stimmt.

Der Macintosh Portable hatte aber ein anderes Problem noch genial gelöst, das die Bindung an den Schreibtisch aufzuheben half. Eine Tastatur war ja leicht zu integrieren, aber was ist mit der Maus, vor allem dann, wenn der schwere Brocken von Klapprechner tatsächlich auf dem Schoß zu liegen kommt? Die Antwort war ein zwischen den Tasten angebrachter Trackball, mit dem man nun den Cursor auf dem Bildschirm steuern konnte.

Ein günstiges Vergnügen war der Macintosh Portable gewiss nicht, in Deutschland lag der Einstiegspreis bei 17.000 Mark. Rechnen wir auf Euro um und die Inflation von 28 Jahren ein, kommen wir auf über 15.000 Euro. Davon bekommt man heute elf iPhone X mit 256 GB Speicher. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Fehlerhaft: macOS High Sierra soll nächsten Montag in den Mac App Store kommen, das neue Mac-Betriebssystem ist aber bei weitem noch nicht ausgereift. Nutzer eines Fusion Drives müssen vorerst auf das neue Dateisystem APFS verzichten, weit unangenehmer sind jedoch die vom Sicherheitsunternehmen Synack entdeckten Fehler in Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Die Neuerung sollte dazu dienen, besseren Schutz vor Rootkits und Malware zu bieten, lässt sich aber leicht umgehen. SKEL dient dazu, anfällige Kernel-Erweiterungen am Start zu hindern, solange sie keine Erlaubnis des Anwenders haben, die man in den Systemeinstellungen erteilt. Über eine nicht offen gelegte Lücke sei es jedoch möglich, den Schutz zu umgehen. Der Fehler sei an Apple gemeldet, es sei aber unwahrscheinlich, dass er schon in macOS 10.13.0 gefixt ist. Neue Sicherheitsfunktionen würden trotz hehrer Absichten das Leben für Anwender und Entwickler unnötig schwer machen und nicht sicher genug, da Hacker nicht nach den Regeln spielen müssten, erklärt Synack-Chef Patrick Wardle.

Neuer Browser: Ein paar Tage vor Veröffentlichung von macOS High Sierra kommt der Browser Safari 11 auch schon für El Capitan und Sierra heraus. Wesentliche Neuerungen sollen die Privatsphäre der Anwender schützen und vor allzu nerviger Werbung bewahren. So starten Videos nicht mehr automatisch auf den meisten Websites, der Lesemodus, Content-Blocker und Zoom lassen sich nun pro Website anpassen, das automatische Ausfüllen von Formularen funktioniert nun zuverlässiger. Mehr über Safari 11 lesen Sie im Laufe des Tages auf www.macwelt.de.

Skepsis: Nach einer Umfrage der Marktforscher von Juniper Research in den USA begegnen Anwender der neuen Gesichtserkennung des iPhone X mit Vorbehalten. Nur 40 Prozent der Befragten seien dazu bereit, diese als Authentifikationsmethode beim kontaktlosen Bezahlen zu verwenden. Einer Stimmenerkennung trauen 62 Prozent der Umfrageteilnehmern, dem Fingerabdrucksensor sogar 74 Prozent. Nur ist letzter in Form der TouchID sei vier Jahren in Apple-Geräten etablliert und die Methode somit gelernt, während die Kunden mit FaceID noch keine Erfahrungen sammeln konnten, die womöglich Vertrauen aufbauen.


Zweischneidig: Mit der Ionic will Fitbit mehr als nur einen Fitnesstracker an das Handgelenk bringen, sondern eine echte Smartwatch. Das ist aber misslungen, meint unser Macworld-Kollege Michael Simon. Als Fitnessarmband sei die Ionic zwar hervorragend, eine vollwertige Smartwatch aber noch lange nicht. Als Sportgerät genüge sie aber auch professionellen Ansprüchen.

Update: Das Problem an anderen Tablets neben dem iPad ist, dass kein iOS darauf läuft. Davon abgesehen gibt es im Formfaktor von 10 Zoll nur das iPad 9,7 von Apple oder Amazons Fire HD, von dem nun eine neue Version für den unschlagbaren (da subventionierten) Preis von 150 US-Dollar vorliegt. Die Verbesserungen sind aber nicht unwesentlich, der Bildschirm beherrscht mit seinen 1900 mal 1200 Pixeln auch 1080p, Alexa lässt sich nun auch ohne Tastendruck aktivieren. Der Quadcore-Prozessor arbeitet mit einer Taktrate von 1,8 GHz und greift auf 2 GB RAM zurück, den Speicher hat Amazon ebenfalls verdoppelt, auf 32 GB im Basismodell.

Auf dem Mac gibt es eine Vielzahl an Foto-Verwaltern, neben Apples vorinstalliertem Tool Fotos und Lightroom haben es die Konkurrenten allerdings nicht leicht. Cyberlink hat seine für Mac und PC verfügbare Fotosoftware Photo Director in den letzten Jahren mit immer mehr Design-Werkzeugen aufgewertet. Das mit Apple Fotos und Lightroom konkurrierende Tool bietet neben den üblichen Bearbeitungs- und Verwaltungsfunktionen für RAW- und JPEG-Fotos eine Reihe an Werkzeugen für Porträt-Retusche, Bild-Effekte, Ebenen-Unterstützung und Video-Tools.

Die neue Version Photo Director 9 unterstützt erstmals 360-Grad-Aufnahmen von Kameras wie Vuze und Samsung Gear, die das Tool korrigieren und bearbeiten kann. Mit einem „Kleiner Planet-Effekt“ kann man etwa den Standort des Fotografen bzw. der Kamera ausblenden und Landschaftsaufnahmen aus den Fotos erstellen. Auch Videos unterstützt die Software. Neu ist die Option, aus einem Video ein GIF zu erstellen ebenso kann man aus einem kurzen Video ein so genanntes Cinemagraph generieren. Dabei handelt es sich um animierte Bilddateien, in denen sich nur ein Element des Bildes bewegt. Bei einem Sportler kann man etwa die Bewegung auf den Athleten begrenzen.

Weitere Neuheiten sind ein Überlagerungs-Modus, mit dem man mehrere Fotos ineinander überblenden kann. Für das Entfernen von Nebel und Dunst in einer Aufnahme gibt es jetzt ebenfalls einen Filter, auch als Dehaze bekannt. Neu ist ebenso eine Filter für das Korrigieren spezieller Objektivfehler. Dabei handelt es sich um einen so genannten Defringe-Filter, der violette Farbsäume an Kanten entfernt. Ergänzt hat der Hersteller außerdem eine weitere Funktion für das Entfernen von Objekten, mit einem Auswahlpinsel können jetzt Objekte einfacher entfernt oder versetzt werden.

Für 100 Euro ist die Software ab sofort verfügbar, ein Upgrade von einer der letzten Vorversionen kostet 70 Euro. Mindestsystemanforderung ist OS X 10.9 bzw. Windows 8, nur unter Windows gibt es auch eine funktionsreduzierte Deluxe-Version. Eine Liste der unterstützten RAW-Formate ist auf der Webseite verfügbar . Zeitgleich hat der Hersteller auch neue Versionen seiner Windows-Lösungen Power Director, Color Director und Audio Director vorgestellt.

Google will den Nutzern seiner E-Mail-Dienste eine weitere Zeitersparnis bieten. Nach der Einführung von Smart Replies im Mai wird in dieser Woche eine weitere nützliche Funktion per Update für die Apps Gmail und Inbox by Gmail für Android und iOS sowie die Web-Version von Gmail ausgeliefert .

Das neue Feature verwandelt Kontaktdaten automatisch in Hyperlinks. So erkennt die E-Mail-App künftig automatisch Adressen und verknüpft diese mit Google Maps. Ein Klick auf den Link öffnet automatisch die Navigationssoftware. Blau unterstrichene Telefonnummern aus E-Mails führen zu Hangouts oder der voreingestellten Telefon-App auf dem Smartphone. E-Mail-Adressen erkennt Gmail ebenfalls automatisch und leitet Nutzer nach dem Klick ins E-Mail-Programm weiter. Laut dem G-Suite-Team verlieren Gmail-Nutzer wertvolle Zeit, wenn sie empfangene Kontaktdaten erst mühsam markieren, ausschneiden und in eine andere App kopieren müssen. Das Gmail- und Inbox-Update soll diese Arbeitsschritte nun überflüssig machen. Innerhalb der nächsten drei Tage soll das neue Feature für alle Nutzer zur Verfügung stehen.  

Porsches Tesla-Killer kostet rund 90.000 Euro

Porsches erster rein elektrisch betriebener Seriensportwagen soll knapp über 90.000 Euro kosten. Er trägt derzeit noch die Bezeichnung Mission E. Der direkte Tesla-Konkurrent soll ab Ende 2019 erhältlich sein. Porsche stellte den Mission E bereits auf der IAA 2015 vor. Den E-Sportwagen stellte Porsche damals in Frankfurt so vor: Vier Türen, vier Einzelsitze, über 440 kW (600 PS) Systemleistung, mehr als 500 Kilometer (theoretische) Reichweite. Allradantrieb und Allradlenkung, in unter 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h und eine Ladezeit von rund 15 Minuten für 80 Prozent der elektrischen Energie.

Die ab Ende 2019 erhältliche Version dieses Fahrzeug soll dem Konzept-Wagen sehr ähnlich sein, wie Porsche verspricht. Porsche siedelt den Elektro-Sportwagen größenmäßig unterhalb des Panamera an. Der Mission E soll dann die Lücke zwischen Panamera und 911 schließen, wie das US-Magazin Car berichtet.

Der Mission E läuft definitiv nur mit Strom, eine Hybridversion des Mission E soll es gar nicht erst geben. Porsche will den neuen E-Sportwagen in verschiedenen Leistungsstufen anbieten. Deren günstigste und leistungsmäßig schwächste soll preislich in etwa auf Höhe des kleinsten Panamera liegen - das wären dann knapp über 90.000 Euro Listengrundpreis.

Porsche will nicht ausschließen, dass der Mission E später auch in unterschiedlichen Formen angeboten wird. Also beispielsweise auch als SUV.

Zum Vergleich : Die Preise für den Tesla Model S beginnen bei 67.970 Euro. Dafür bekommt man aber das Model S nur mit Hinterradantrieb. Mit Allrad kostet das Einstiegsmodell 75D bereits 82.070 Euro.

Leak: Ice-Lake-CPU mit acht Kernen für 2018 geplant

Der Laptop-Hersteller Eurocom hat in einem Forum die Pläne für Intels Achtkern-Prozessoren der Serie Ice Lake-S ausgeplaudert. Demnach soll die Intel-CPU mit 16 Threads im zweiten Halbjahr 2018 für Privatanwender erhältlich sein. Voraussichtlich erscheint Ice Lake als neunte Core-i-Generation mit der Bezeichnung Core i-9000.

Ebenfalls ungewollt an die Öffentlichkeit gelangt ist die Roadmap mit Chipsätzen für die Coffee-Lake-S-CPUs: Der Z370-Chipsatz wird demnach im ersten Quartal 2018 um Q370 mit Fernwartung, H370, Q360 und B360 (für Business-Kunden) sowie die preiswerte Version H310 erweitert. Für die Ice-Lake-S-Achtkerner ist hingegen der Chipsatz Z390 gedacht. Nach der aktuellen Kaby-Lake-Generation (Core i-7000) zweigt Intel kommende CPUs auf in Kaby Lake Refresh für Notebooks (Core i5-8000U/Core i7-8000U) sowie in Coffee Lake S für den Desktop (Core i5-8000 und Core i7-8000). Dazu kommen die Prozessoren der Serie Cannon Lake, die für dünne Notebooks oder Tablets ohne Lüfter geeignet sind. Schon am 5. Oktober erscheinen die beiden Sechskern-Prozessoren Core i7-8700 und Core i7-8700K aus der Coffee-Lake-Serie.

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