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Morgenmagazin vom Mittwoch, 21. März 2018

21.03.2018 | 07:14 Uhr |

Was Micro-LED bringt +++ Apple: Vorsprung durch Technik +++ IBM Watson mit Core ML anzapfen +++ Telekom: Bei Apple per Telefonrechnung bezahlen +++ DirectX Raytracing soll Grafik revolutionieren +++ Umsatzbringer Alkohol +++ Diskettenlaufwerke spielen Mission Impossible Theme

21. März: Whenever I want Sax …

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Welttag des Jazz ist ja erst Ende April, genauer gesagt, am 29sten. Das ist heuer ein Sonntag und hoffentlich auch ein sonnigerer Tag als dieser 21. März. Obwohl: Sicher sein kann man sich ja nie, in den letzten beiden Jahren hatte es Ende April nochmals geschneit.

Wir wollen aber nicht noch die fünfeinhalb Wochen warten und feiern lieber schon mal heute eines der wichtigsten Instrumente des Jazz: Das Saxophon. Auf dieses hat heute vor 172 Jahren sein Erfinder Adolphe Sax in Frankreich das Patent erhalten. Ziel seiner Erfindung war es, klassischen Orchestern einen Holzblasklang auch in tieferen Lagen zu verleihen, an Stellen, an denen Klarinette, Oboe und Fagott nicht mehr hinkommen. Gleichwohl beherrscht die Erfindung des Sax in seiner Variante als Sopransaxophon auch Klarinettentöne, Sopransax und Klarinette sind äußerlich kaum zu unterscheiden, sofern das Metall des Sax dunkel gefärbt ist.

Moment Mal: Holzblasinstrument? Aus Metall? Was wie ein Paradoxon klingt, ist keines, denn die in der Regel aus Messing geformten Saxophone funktionieren wie Klarinetten und andere Holzbläser: Der Luftstrom bringt ein Rohrblatt zum Schwingen, das Metallrohr selbst dient als Resonanzkörper, je größer dieser ist, umso tiefer klingt das Instrument. Baritonsaxophone kann man an sich nur im Stehen spielen, für solche für noch tiefere Lagen braucht man ein Gestell - eine derartigen Tonumfang und auch einen solchen in der Dynamik kennt die Gattung der Holzblasinstrumente nicht.

So verwundert es wenig, dass Saxophone schnell bei Marschkapellen beliebt wurden: Leicht und dennoch laut. Marching Bands aus New Orleans lernten das handliche Instrument auch schnell zu schätzen, gerade in den Frühzeiten des Jazz war es neben der Trompete (Blechblasinstrument) das wichtigste Mittel für Solisten. Bis dann die elektrische Verstärkung in die Gitarre kam …

Für letztere braucht man aber immer noch einen Verstärker und Boxen, es gibt zwar schon längst recht handliche Geräte, die man sich an den Gürtel schnallen kann. Deren Klang ist aber gegenüber dem Optimum ein fürchterliches Quäken, für unterwegs und ohne Verstärkung ist für den Jazzer und den Rock'n'Roller das Saxophon immer noch recht konkurrenzlos. Nur eine Sache ist bei Holz- jund auch Blechbläsern ein Problem: Auf diskret temperierten, also gestimmten, Instrumenten wie Klavier oder Gitarre kann man zwar falsche Töne spielen, auf Blasinstrumenten aber selbst richtige Töne völlig falsch intonieren. Saxophonen muss man sich also mit Vorsicht nähern - die Töne der Meister darf man dann aber mit Genuss und Respekt genießen. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Abgeschaut: Apple soll bei seiner Entwicklung von iOS 12 und weiteren Versionen sich ein Vorbild an Google nehmen, meint Michael Simon. Wie das? Sind doch Android-Systeme für ein größeres Sicherheitsrisiko bekannt, vor allem weil man in vielen von Handyherstellern verwendeten Versionen nicht so leicht an ein aktuelles und gepatchtes System kommt. Das meint unser Kollege der Macworld aber nicht, sondern sieht die Entkoppelung von System und Apps, die getrennt voneinander Updates bekommen, als Vorbild auch für Apple. Denn zuletzt hatte der iPhone-Hersteller im Jahrestakt nicht nur das Betriebssystem mit neuen Funktionen oder Ansichten versehen, sondern zeitgleich auch zentrale Apps wie Mail, iMessages oder Kalender renoviert und aufgebohrt. Google würde sich hingegen bei neuen Fassungen, aktuell Android P, vor allem darum kümmern, dass Kernbestandteile des Systems besser oder erweitert würden. Google würde die Oberfläche auch in subtiler, aber steter Weise verbessern, während Apple Softwareoptimierungen eher aufgrund von Änderungen an der Hardware vornimmt, etwa 3D Touch oder die neuen Gesten für das Homebutto lose iPhone X. Mit iOS 12 müsse Apple schließlich mehr liefern als versprochen, so wartet man etwa immer noch auf  das längst angekündigte Airplay 2 und Apple Pay Cash kam auch erst mit einem Punkt-Update. Lieber sollte Apple Funktionen zurückhalten und diese erst in Public Betas einfließen lassen, wenn sie reif genug sind.

Erklärt: Apple arbeitet in einer geheimen Niederlassung an Micro-LED-Displays, berichtete Bloomberg anfangs dieser Woche. So weit, so gut. Aber welche Vorteile bringt die Technik gegenüber LCD und vor allem LED. Macworld fasst zusammen: Micro-LEDs lassen sich zum Beispiel noch dichter packen als OLEDs, theoretisch wäre damit ein 4K-Dispay auf einer Apple Watch möglich. Auch in der dritten Dimenstion ergeben sich Vorteile: Micro-LED-Bildschirme werden noch dünner, zudem verbrauchen die selbst leuchtenden Pixel noch weniger Strom als das bei den ohnehin schon effizienten OLEDs der Fall ist, die "Helligkeit pro Watt" nimmt weiter zu, die Kontrastrate strebt gegen Unendlich - der OLED-Screen des iPhone X bietet immerhin schon eine Million zu eins.. Im Gegensatz zu OLEDs ist so etwas wie eine Einbrennen des Bildes auf dem Schirm nicht zu befürchten, zumindest ist die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich geringer. Die OLED-Technologie bringt deutliche Vorteile beim Umschalten von Farben, während die Pixel von LCD-Bildschirmen Millisekunden benötigen, um die Farbe zu wecheln, was bei schnellen Bewegungen zu Schmier- und Wischeffekten führt, sind OLEDs schon nach Mikrosekunden umgeschaltet. Doch es geht noch eine Größenordnung besser, Micro-LEDs benötigen für den Switch nur Nanosekunden. Vorteile ergeben sich hier besonders für VR-Anwendungen. Doch sollte man sich nicht zu früh freuen, Micro-LEDs sind noch recht teuer zu produzieren, in einem kommerziellen Produkt sind sie bisher nicht aufgetaucht. Womöglich wird Apple in einem oder zwei Jahren aber so weit sein, die Technik in die Apple Watch zu integrieren. Drei Jahre später, also 2022 oder 2023, könnte Micro-LED für das iPhone bereit sein.

Vorsprung: Mit Micro-LED wird Apple vermutlich wieder ein Pionier sein, OLED-Bildschirme hatten bereits andere Hersteller vor dem iPhone X auf den Smartphonebildschirm gebracht. Wo Apple aber derzeit eine technologischen Vorsprung hat, ist die 3D-Gesichtserkennung. Gewiss konnten schon andere Telefon ihren Besitzer anhand des Gesichts erkennen, nutzen dafür aber nur zwei Dimensionen, während die FaceID als einzige Technologie auf dem Markt die Tiefe des Raumes nutzt. Der technologische Vorsprung bedeutet einen Wettbewerbsvorteil und laut eines Reuters-Berichts wird Apple auch noch einige Zeit unangefochten bleiben. Denn Konkurrenten wie Samsung, Huawei und Xiaomi haben vor allem Probleme, an die benötigten Komponenten der 3D-Technologie zu kommen. Das wird laut der Zulieferer Viavi Solutions Inc, Finisar Corp und Ams AG auch bis 2019 so bleiben, erst dann löse sich der Flaschenhals in der Lieferkette an dieser Stelle auf. Apple hätte dann bereits einen Vorsprung von zwei Jahren gegenüber der Konkurrenz. Nicht nur in Sachen Sicherheit ist 3D-Gesichtserkennung wichtig, auch AR-Anwendungen profitieren von der Technik und erlauben ganz neue Erlebnisse beim Shopping und Gaming. Die Marktforscher von Gartner glauben, dass im Jahr 2021 40 Prozent der Smartphones mit 3D-Kameras ausgestattet sein werden.

Schlaue Apps : Apple und IBM weiten ihre Zusammenarbeit aus. Wie die beiden Unternehmen erklären, können ab sofort Entwickler auf Modelle von IBM Watson zurückgreifen und sie mittels CoreML in ihre Apps für iPhone und iPad einbauen. CoreML (ML steht für Machine Learning) hatte Apple auf der Entwicklerkonferenz 2017 vorgestellt. Die API soll dabei helfen, selbstlernende Algorithmen in Anwendungen einzubauen, indem es auf Modell unterschiedlicher Anbieter zurück greift. IBM bietet mit einer Cloud-Konsole zudem ein Tool an, das den Datenauschtausch zwischen App und Watson erleichtert und damit den Lernprozess der Algorithmen beschleunigt.

Zu früh verraten: Apple hat offenbar die offiziellen und ausführlichen releasenotes für macOS 10.13.4 versehentlich geleakt - etwa auf französisch, wie MacGeneration berichtet. Mittlerweile sind Release-Notes auch auf polnisch und deutsch erschienen. In den Betas hat sich Apple bisher immer kurz gehalten, in der Version in voller Länge beschreibt der Mac-Hersteller alle Neuerungen mit mehr als nur einer lapidaren Empfehlung. So werde es den iMessage-Business-Chat in macOS 10.13.4 auch auf High-Sierra-Macs geben, wenn auch zunächst nur in den USA und Kanada. Das Update füge auch Unterstützung für externe Grafikkarten hinzu, behebt einige Grafikfehler auf dem iMac Pro und bringt einige bequeme und noch mehr sicherheitsrelevante Neuerungen für Safari. So springt man etwa mit der Tastenkombination Tab-9 zum Tab auf der äußert rechten Seite, Formulare werden nur dann automatisch mit Nutzernahmen und Passwort befüllt, wenn sie zuvor in einem Webformularfeld in Safari ausgewählt wurden.

Weitere Nachrichten:

Telekom: Bei Apple per Telefonrechnung bezahlen

O2 und Vodafone bieten diese Option schon länger, jetzt können auch Telekom-Kunden im App Store und bei iTunes per Telefonrechnung bezahlen. Interessant ist dies vor allem für Anwender, die keine Kreditkarte oder keinen Paypal-Account besitzen. Sind doch Gutscheinkarten auf Dauer recht lästig und in Deutschland Kreditkarten noch immer wenig beliebt. Die übrigens in der Schweiz von Swisscom und in Österreich von A1, T3 und T-Mobile bereitgestellte Bezahlvariante wählt man über seinen Benutzeraccount aus. Auf dem Mac wählt man die Variante beispielsweise in der Mac-Appstore-App über „Store > Meinen Account“ , bei iTunes über „Account > Meinen Account anzeigen“ aus. Man geht dazu auf „Zahlungsdaten“ und klickt bei Auswahl der „Zahlungsmethodem auf das Handy-Symbol neben Kreditkarten- und Paypal-Symbolen. Eine Bestätigung erfolgt per SMS-Code. Neben Einkäufen in den Stores ist dann per Handy-Rechnung auch das Buchen von iCloud-Speicherplatz und Abonnieren von Apple Music möglich. Nutzer der Familienfreigabe können den Account außerdem der kompletten Familie zur Verfügung stellen. Als Vorteil der Guthabenkarten bleibt allerdings, dass es diese regelmäßig mit Rabatt gibt, worüber wir Sie hier auf dem Laufenden halten. 

Vor genau zwei Jahren wurde übrigens Telekoms Tochtergesellschaft und beliebte iTunes-Bezahlmethode Click&Buy eingestellt.

DirectX Raytracing soll Grafik revolutionieren

Auf der diesjährigen Game Developers Conference hat Microsoft eine neue Funktion von DirectX 12 namens DirectX Raytracing (DXR) vorgestellt. Die neue Schnittstelle soll es Programmen erlauben, für das Rendern von Spielszenen auf Raytracing zurückzugreifen. Langfristig sollen dadurch fotorealistische Szenerien wie in Hollywood-Filmen möglich werden. Raytracing könnte so das seit Jahrzehnten eingesetzte Verfahren der Rasterung ablösen. Derzeit wird vor dem Rendern einer Szene überprüft, welche Objekte sich außerhalb des Sichtfelds befinden. Diese Inhalte werden entsprechend ausgelassen, um Rechenleistung zu sparen. Der Nachteil dieser Technik: Objekte außerhalb des Sichtfelds können keine Schatten auf Gegenstände innerhalb des Sichtfelds werfen.

Raytracing hingegen ahmt die Natur nach: Lichtstrahlen werden von Lichtquellen erzeugt und prallen realistisch von Gegenständen ab. Die so erzeugten Szenerien wirken entsprechend echter, teilweise sogar fotorealistisch. Im Gegenzug steigt jedoch die nötige Rechenleistung. Die Filmbranche lässt ihre Rechnerfarmen daher für Tage oder Wochen laufen. Bei PC-Spielen müssen die Inhalte jedoch in Echtzeit berechnet werden. DirectX Raytracing soll diesen Vorgang beschleunigen. Bis jedoch komplexe Szenen auf diese Weise berechnet werden können, dürften noch einige Jahre vergehen. Doch der Anfang ist gemacht.

Umsatzbringer Alkohol

Alkohol steigert nicht nur die Umsätze bei der Getränkeindustrie und der Gastronomie. Auch Online Shops mit völlig anderen Produkten profitieren vom Hochprozentigen.

Fast die Hälfte der erwachsenen US-Amerikaner hat schon einmal unter Alkoholeinfluss online eingekauft, dies ergab eine Umfrage unter 2.000 Teilnehmer. Dabei gaben die betrunkenen Käufer 2007 im Schnitt rund 450 Dollar aus, das ist laut Erkenntnissen des Vergleichsportals Finder.com weit mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. Ausgehend von 68 Millionen Käufern in den USA, die Kaufentscheidungen mit Alkohol im Blut treffen, ergibt das nach Rechnung des Portals die gewaltige Summe von 30 Milliarden Dollar.

Besonders beliebt bei betrunkenen Käufern sind Nahrungsmittel, Schuhe und Kleidung sowie Glücksspiele und Konzertkarten.

Dabei scheint insbesondere die Generation X anfällig zu sein, also die Käufer, die etwa Mitte der 60er- bis Anfang der 80er-Jahre geboren wurden: Sie gaben im Schnitt etwa 740 Dollar aus, während die Generation der Millennials nur etwas mehr als 200 Dollar investierte. Dabei geben die Millienials mit wöchentlich fast 60 Dollar wesentlich mehr für Alkohol aus als die Generation X mit 37 Dollar. Das macht den Unterschied bei den alkoholbeeinflussten Einkäufen noch eklatanter.

Unterschiede gibt es auch bei den Geschlechtern und beim Beziehungsstatus: Männern kommen im betrunkenen Zustand auf einen Warenwert von 565 Dollar, bei Frauen hingegen nur auf 283 Dollar. Verheiratete geben doppelt so viel aus, wie Geschiedene. Allerdings sind die Singels mit 56 Prozent bei den Kunden, die angaben, unter Alkoholeinfluss zu kaufen, gegenüber den verheirateten Kunden mit 44 Prozent in der Mehrzahl.

Über das spezielle Kaufverhalten deutscher Alkoholkonsumenten hat Finder.com keine Erkenntnisse. Der Vergleich mit Großbritannien zeigt aber keine eklatanten Unterschiede. Immerhin gibt es in der Europäischen Union im Gegensatz zu den USA eine vierzehntägige Widerrufsfrist bei Online-Geschäften . Wer also nach einer durchzechten Nacht mit Schrecken feststellt, was er alles bestellt hat, kann in der Regel den Kauf rückgängig machen.

Diskettenlaufwerke spielen Mission Impossible Theme

Paweł Zadrożniak hat vor einiger Zeit bereits mit Floppotron ein Computer-Hardware-Orchester gebastelt, welches er regelmäßig neue Musikstücke spielen lässt. Das Orchester besteht aus 64 Disketten-Laufwerken, zwei Scannern und acht Festplatten. Deren Motoren und Schreibköpfen entlockt Zadrożniak mittels geschickter Programmierung und dem richtigen Timing schmiessige Melodien.

Im aktuellen Stück spielt das Orchester das Theme von Mission: Impossible. Aber sehen und hören Sie selbst in diesem Youtube-Video.

In der Youtube-Playlist von Floppotron finden sich viele weitere Stücke des Hardware-Orchesters. Hörenswert sind beispielsweise die Interpretationen der Songs Still Alive aus dem Knobelspiel-Klassiker Portal und Sweet Dreams von Eurythmitics.

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