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Morgenmagazin vom Mittwoch, 22. Februar 2017

22.02.2017 | 06:50 Uhr |

iPhone 8 angeblich mit 8 GB RAM +++ Apple will Rechenzentrum in Nevada ausbauen +++ iCloud.net jetzt bei Apple +++ NASA will Pluto wieder zu Planeten machen +++ 4G-Modem mit bis zu 1,2 Gigabit pro Sekunde vorgestellt +++ Snapchat-Videobrille ab sofort online erh├Ąltlich +++ ARD dramatisiert Smart-Home-Sicherheitsl├╝cken

22. Februar: Die Geburt von Legenden

Das Macwelt-Morgenmagazin w├╝nscht einen Guten Morgen! Allm├Ąhlich geht die Saison, die in Aachen, K├Âln und D├╝sseldorf Karneval, in Mainz Fassenacht und im S├╝den Fasching hei├čt, in ihre entscheidende Phase. Anders als vor einem Jahr drohen wohl auch keine Ausf├Ąlle der Z├╝ge, das Sturmtief zieht dieser durch und ab Sonntag wird das Wetter wieder ruhiger. Gute Nachrichten f├╝r Motivwagen und Tanzgruppen also. Selbst weit au├čerhalb des Rheinlandes gibt es mittlerweile Umz├╝ge zu bewundern, so kam die Tradition etwa mit in die neue Hauptstadt emigrierten Bonner Beamten nach Berlin. Selbst M├╝nchen hat einen von Exil-Rheinl├Ąndern initiierten Faschingsumzug zu bieten - der war schon am letzten Sonntag und nicht zu verwechseln mit den Karawanen derer, die noch bis in den Vormittag auf der Sicherheitskonferenz tagten. Das eigentliche Highlight steht den M├╝nchenern aber noch bevor, jeden Faschingsdienstag tanzen auf dem Viktualienmarkt bunt kost├╝mierte Standlfrauen, die sonst Wurst, K├Ąse, Fleisch, Blumen und allerlei andere Frischware feilbieten.

Doch in diesem Jahr sehen sich die tanzenden Marktweiber einer seltenen Konkurrenz ausgesetzt: Die Sch├Ąffler, die sonst nur alle sieben Jahre auftreten, absolvieren am kommenden narrischen Wochenende ihren Reigentanz au├čerhalb der Reihe - sonst w├Ąren sie erst wieder 2019 dran. Wie es die Legende will, sind im Jahr 1517 die Fassmacher w├Ąhrend einer abklingenden Pestepidemie wieder als erste auf die Stra├če gegangen und haben um den ver├Ąngstigten Menschen wieder ein St├╝ck Lebensfreude zur├╝ck zu geben. Dieses Jubil├Ąum muss freilich gefeiert werden, 500 Jahre danach!

Der Haken an der Sache: So kann die Legende nicht stimmen. Denn im Jahr 1517 gab es in M├╝nchen und Oberbayern keine Pest, die Stadtchroniken kennen ganz andere Pestjahre. Entweder sind die Sch├Ąffler erstmals 1635 aufgetreten oder sogar schon 1349. Oder eben doch 1517, aber dann aus ganz anderen Gr├╝nden. Vermutlich war aber alles ganz anders. Wir wissen nur, dass die Tradition des Sch├Ąfflertanzes tiefe Spuren in der M├╝nchener Geschichte hinterlassen hat. Denn so ganz stimmt es ja nicht, dass die Fassmacher nur alle sieben Jahre tanzen. Streng genommen treten sie t├Ąglich um 11 Uhr im Rahmen des Glockenspiels es Neuen Rathauses auf, das aber nicht seit 1517, sondern erst seit der Wende vom 19ten zum 20sten Jahrhundert.

Ebenso eine sch├Âne Legende, die in M├╝nchen spielt und zwar an einem 22. Februar ist die von der Erfindung der Nationalspeise der bayerischen Hauptstadt. Heute vor 160 Jahren soll die Wei├čwurst der ├ťberlieferung zufolge im Gasthaus ÔÇ×Zum ewigen LichtÔÇť das selbige der Welt erblickt haben. Es war Faschingssonntag und dem ÔÇ×Ewigen LichtÔÇť waren die Saitlinge (Schafsd├Ąrme) f├╝r die Kalbsbratw├╝rste ausgegangen. Der unn├╝tze Lehrling des Metzgerwirts Joseph Moser soll dann aber f├Ąlschlicherweise Schweined├Ąrme besorgt haben, die der Moser Sepp als zu z├Ąh f├╝r seine W├╝rste befand. Es blieb im nichts anderes ├╝brig, als die recht gro├č geratenen wei├čen W├╝rste aus Kalbsbr├Ąt, Schweiner├╝ckenspeck und einer petersilielastigen Gew├╝rzmischung zu br├╝hen und nicht zu braten.

Das ÔÇ×Ewige LichtÔÇť leuchtet l├Ąngst nicht mehr am Marienplatz, es stand nicht weit von dem Fleck entfernt, an dem Apple vor etwas mehr als acht Jahren seinen ersten Store in Deutschland er├Âffnete. Auch die Geschichte der Geburt der Wei├čwurst ist vermutlich frei erfunden. Denn wei├če W├╝rste dieser Art hatte es schon Jahrhunderte vorher in Frankreich gegeben, auch in Bayern waren sie anfangs des 19. Jahrhunderts wohl schon bekannt. Aber sie brauchten vermutlich die nur in M├╝nchen m├Âgliche Kombination mit Brezn, Wei├čbier und s├╝├čem Senf, um zum Klassiker zu werden. Guten Appetit! Peter M├╝ller

Lesetipps f├╝r den Mittwoch

Ausweitung: Apples Services wie iCloud, App Store oder Apple Music wachsen weiter unverdrossen, damit steigt der Bedarf an Rechenzentren. Wie Fortune berichtet, hat Apple ├╝ber einen f├╝r die Errichtung von Anlagen zust├Ąndigen Vertragspartner bei den Beh├Ârden in Reno, Nevada, in dieser Woche den Bau eines weiteren Rechenzentrums beantragt, diesen Antrag aber tags darauf wieder zur├╝ck gezogen. Dieser werde ├╝berarbeitet und zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt erneut gestellt. Unter dem Arbeitstitel "Project Isabel" sollen auf rund 3,5 Hektar acht Cluster und ein Verwaltungsgeb├Ąude entstehen.

Noch'n Ger├╝cht: Das iPhone 8 oder wie auch immer Apple sein iPhone des Jahrgangs 2017 nennen wird, soll ganz besonders werden. Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten ├╝berschlagen sich die Ger├╝chte um OLED-Screen, rahmenloses Design und Glasr├╝cken. TrendForce f├╝gt nun eine neue Prognose hinzu: Das neue Flaggschiff soll 3 GB RAM bieten und in nur in zwei Speichervarianten erh├Ąltlich sein: 64 GB und 256 GB. Der 5,8-Zoll-Bildschirm werde aus produktionstechnischen Gr├╝nden nicht gebogen sein. Auf den Homebutton k├Ânnte Apple k├╝nftig verzichten, aber das pfiffen ja auch schon andere Spatzen von den D├Ąchern.

Mehr Licht: Der True-Tone-Blitz aktueller iPhones erm├Âglicht gute Bilder auch bei Dunkelheit, von Generation zu Generstion steigert Apple ohnehin die Empfindlichkeit der Kamera - eine aktuelle Werbekampagne zeigt bei Zwielicht mit dem iPhone 7 aufgenommene Fotos von erstaunlich hoher Qualit├Ąt. Ein bisschen mehr Licht darf es aber immer sein, so verbauen manche Hersteller von Schutzh├╝llen LEDs darin. Bisher kannte man das meist als L├Âsung f├╝r Selfies, das LuMee Duo bringt nun aber auch Licht f├╝r die r├╝ckw├Ąrtige Kamera. Dieses hat eine Farbtemperatur von 3600 Kelvin, auf der Vorderseite strahlt es mit maximal 2000 Lux, auf der R├╝ckseite gar mit 2600 Lux - nur eines der beiden dimmbaren Lichter kann jedoch eingeschaltet sein. Das Case bringt f├╝r die Extrabeleuchtung eine eigene Lithium-Ionen-Batterie mit, was es schwer und sperrig macht. Das iPhone l├Ąsst sich beispielsweise wieder nur mehr schwer aus dem Geh├Ąuse heraus fummeln. Erh├Ąltlich ist es in den Farben schwarz, gold und rosegold zu einem Preis von 70 US-Dollar.

Wartungsupdate: F├╝r sein Musikproduktionstool Logic Pro X hat Apple in der Nacht das Update auf Version 10.3.1 ver├Âffentlicht. Dabei behebt der Hersteller einige kleine, aber l├Ąstige Fehler. So haben sich laut Release Notes einige Regionen seltsam verhalten, wenn man sie bewegte, zudem konnte einige Takes in den Regionen verloren gehen. An Funktionalit├Ąt f├╝gt die Software hinzu, dass man nun auch Projekte, die mit einer anderen Sample-Rate als 44,1 KHz aufgenommen wurden, an Garageband exportieren kann. Globale ├änderungen werden auch an inaktiven Spuren vorgenommen. Mit Logic Pro X 10.3, das vor einem guten Monat erschienen war, hatte Apple das Programm mit Unterst├╝tzung f├╝r die Touch Bar ausger├╝stet.

├ťbernahme: Apple ist es nun endlich gelungen, die Domain iCloud.net zu ├╝bernehmen. Das dahinter stehende kaum bekannte soziale Netzwerk schlie├čt seine Dienste zum Ende des Monats, wie es auf der Website hei├čt. Apple wird wohl nicht nur seine ├ťberzeugungskraft eingesetzt haben, sondern auch eine handvoll Dollars, doch will Cupertino die ├ťbernahme nicht einmal best├Ątigen, geschweige denn einen Betrag nennen. Im Jahr 2011 erwarb Apple von einem schwedischen Unternehmen die Domain icloud.com rechtzeitig vor dem Start des Mobile-Me-Nachfolgers. Damals zahlte Apple etwas mehr als f├╝nf Millionen US-Dollar an den Softwarehersteller Xcerion, wie sp├Ąter bekannt wurde. Was so alles in Schweden eben passiert...

Weitere Nachrichten:

NASA will Pluto wieder zu Planeten machen

Nach der aktuellen Definition ist Pluto kein Planet. Das k├Ânnte sich jedoch bald ├Ąndern. Alan Stern von der NASA-Pluto-Mission New Horizons will zuammen mit einem Wissenschaftler-Team die Definition von Planeten ├Ąndern.

Stern hat der International Astronomical Union (IAU) eine neue Definition vorgelegt, der zufolge alle runden Objekte im Weltraum als Planeten gelten, die kleiner sind als Sterne. Diese neue Definition w├╝rde auch den Erdenmond neu einstufen, der danach ebenfalls als Planet gilt. Weitere Voraussetzungen sind unter anderem eine eigene Anziehungskraft.

Die Definition von Planeten wurde in den vergangenen Jahren oft ge├Ąndert. Ob die IAU die neue Definition anerkennt, bleibt abzuwarten. Ein gewisses Eigeninteresse muss Stern ebenfalls unterstellt werden. Die von ihm geleitete New-Horizons-Mission brachte atemberaubende Bilder und neue Informationen von Pluto mit. Stern liegt viel daran, dass der Eiszwerg wieder als Planet anerkannt wird.

4G-Modem mit bis zu 1,2 Gigabit pro Sekunde vorgestellt

Mit der Einf├╝hrung des LTE-Nachfolgers 5G ist nicht vor 2020 zu rechnen. Dennoch k├Ânnten Smartphones und andere Mobilger├Ąte auch mit dem weit verbreiteten 4G-Mobilfunknetz in neue Geschwindigkeitsregionen vorsto├čen. Hersteller Qualcomm hat mit dem Snapdragon X20 ein LTE-Modem vorgestellt, dass Datenraten von bis zu 1,2 Gigabit pro Sekunde erm├Âglichen soll.┬á

Damit w├Ąre das neue Modell noch einmal 20 Prozent schneller als das bislang schnellste Modem von Qualcomm. Selbst eine flotte Internetverbindung in den heimischen vier W├Ąnden w├╝rde das X20 deutlich ├╝bertreffen.┬á

M├Âglich wird das hohe Tempo durch eine aggressivere Carrier Aggregation (CA), also die gleichzeitige Nutzung mehrerer Frequenzbl├Âcke pro Nutzer. So entstehen 12 einzelne Datenstr├Âme mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Der Upload ist auf 150 Megabit pro Sekunde beschr├Ąnkt. Erste Produkte mit dem X20 von Qualcomm werden aber wohl nicht vor Mitte 2018 erh├Ąltlich sein.

Snapchat-Videobrille ab sofort online erh├Ąltlich

Spectacles, die Videobrille der Snapchat-Entwickler Snap, ist eigentlich bereits seit November erh├Ąltlich. F├╝r Fans war das Gadget bislang jedoch sehr schwer zu kriegen. Die Spectacles wurden an Automaten in begrenzter St├╝ckzahl an wechselnden Orten in den USA verkauft. Wer eine ergattern konnte, erzielte bisweilen beim Weiterverkauf mehrere hundert US-Dollar Gewinn.

Die Lieferengp├Ąsse sollen nun der Vergangenheit angeh├Âren. Die Snapchat-Spectacles sind ab sofort ├╝ber den Online-Shop des Herstellers erh├Ąltlich. Zum Preis von 129,99 US-Dollar k├Ânnen K├Ąufer aus den Gestell-Farben Orange, Schwarz und T├╝rkis w├Ąhlen. Die Lieferzeit betr├Ągt zwei bis vier Wochen. Snap liefert derzeit ausschlie├člich in die USA. Ob und wann die Spectacles auch in Deutschland erh├Ąltlich sein werden, ist noch unklar.

Die Snapchat-Spectacles erinnern an eine Sonnenbrille. Mit der integrierten Kamera k├Ânnen Nutzer bis zu zehn Sekunden lange Clips aus der Ego-Perspektive aufzeichnen. Diese werden nach einmaliger Kopplung mit dem Smartphone automatisch in den Snapchat-Kanal geladen.

ARD dramatisiert Smart-Home-Sicherheitsl├╝cken

ÔÇ×Smart Homes sind alles andere als sicher.ÔÇť ÔÇô so lautete das Fazit des Wirtschaftsmagazins "plusminus" der ARD. In einer rund achtmin├╝tigen Reportage zeigte plusminus (via iFun ) wie einfach es offenbar sei, T├╝rschl├Âsser oder ├ťberwachungskameras im Smart Home zu hacken und stufte die Sicherheit des Smart Homes als unzureichend ein.

Von den klischeehaft genutzten Hacker-Szenarien mal abgesehen, erweckt der Beitrag den Eindruck, dass ohne Probleme ÔÇ×├╝ber zehntausendÔÇť Smart Homes im Internet frei gefunden und gehackt werden k├Ânnen. Im Nu habe der engagierte Hacker in M├╝nchen das von "plusminus" in Dortmund eingerichtete Smart-Home-T├╝rschloss finden und ansteuern k├Ânnen. Ein paar Mausklicks sp├Ąter hei├čt es dann: ÔÇ×├ťber das Internet ist die T├╝r sofort entriegelt.ÔÇť

Was "plusminus" als kinderleicht darstellt, ist in der Realit├Ąt dann aber doch etwas komplizierter: Aus dem Beitrag kann man schlie├čen, dass f├╝r die Demonstration des Hackerangriffs weder Standard-Ger├Ątekennwort noch der Zugang vom Smart-Home-Besitzer bewusst ge├Ąndert wurde. Kein Wunder also, dass das T├╝rschloss anscheinend so schnell ge├Âffnet werden konnte.

Doch auch wenn heutzutage viele Router-Hersteller zuf├Ąllig generierte Passw├Ârter verteilen oder Nutzer im Zuge der Installation derartiger Ger├Ąte ein eigens ausgew├Ąhltes Passwort einrichten m├╝ssen, kritisiert der Beitrag zurecht die teils fehlende Kommunikation zwischen Hersteller und Nutzer.

Viele seien sich nicht der Gefahr bewusst, der sie ausgesetzt sind, hei├čt es im Beitrag. Und das kann durch aus der Wahrheit entsprechen, denn manche Hersteller informieren nicht ausreichend ├╝ber m├Âgliche Sicherheitsl├╝cken und erkl├Ąren nicht, wie leicht diese geschlossen werden k├Ânnen. ┬á

An diesem Punkt k├Ânnte die Politik mit neuen Gesetzen f├╝r mehr Sicherheit sorgen. Strengere Haftungsregeln, die Hersteller zu einer h├Âheren Produktsicherheit zwingen k├Ânnten, werden jedoch von der Bundesregierung als nicht notwendig angesehen. Laut plusminus habe diese mitgeteilt, dass sie keinen Bedarf f├╝r die von der EU-Kommission geplanten Schadensersatzregelung sehe.

Smart Homes jedoch als ÔÇ×alles andere als sicherÔÇť zu bezeichnen, spiegelt nicht wirklich den bestehenden Sicherheitsgrad wieder. Nicht nur der Hersteller, sondern auch der Nutzer befindet man sich in der Pflicht f├╝r die notwendige Sicherheit zu sorgen. Das ├ändern von Standard-Passw├Ârtern oder das regelm├Ą├čige Installieren von Software-Updates steigern die Sicherheit erheblich und kann ganz leicht von jedem Nutzer durchgef├╝hrt werden.

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