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Morgenmagazin vom Mittwoch, 23. Januar 2019

23.01.2019 | 07:04 Uhr |

Updates: macOS 10.14.3 und iOS 12.1.3 sind da +++ Macbook Pro hat "Bühnenlicht"-Problem +++ Qualcomm: Apple hatte keine echte Alternative bei 4G-Chips +++ Roma: Netflix-Perle jetzt per Stream verfügbar +++ Weltrekord: DDR4-Speicher auf 5.608 MHz übertaktet +++ Motorola bringt angeblich Kulthandy Razr zurück +++ Mac Index: Webseite listet günstigste Apple-Preise +++ Sicherheitslücke bringt Safari für iOS zum Absturz

23. Januar: Büro-Lemminge

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Das Jahr 1984 hatte spektakulär begonnen, mit Apples legendären Werbespot '1984' und der Weltpremiere des Mac zwei Tage danach. Wie versprochen, wurde 1984 nicht zu einem Orwell'schen Jahr 1984, das lag aber nicht an Apple alleine. Das Problem für Apple an 1984 war, dass 1985 folgte. Und das wurde auch nicht wie '1984', aber auch nicht wie 1984.

Der Mac hatte das junge Unternehmen nicht direkt ausgelaugt, doch als das langjährige Projekt endlich zu einem Produkt ausreifte, hatte Apple keine weiteren Pfeile im Köcher. Zumindest keine spektakulären Ankündigungen zu machen, für die man gerne Millionen für die Produktion und die Platzierung eines Werbespots ausgibt. Es gab aber noch ein zweites Problem: Der Mac war zwar mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen worden, verkaufte sich aber nur mäßig – im ersten Jahr waren es gerade mal 25.000 Stück. in den Büros kamen weiterhin Terminals zu Einsatz, die Anschluss an die Mainframes von IBM fanden, falls es überhaupt Computer in den Firmen gab.

Dabei sollte der Rechner mit seiner Oberfläche doch gerade das Leben im Büro revolutionieren. Mit dem einfachen Konzept eines virtuellen Schreibtischs, auf dem man Dokumente in Ordnern ablegen und diese im Schrank verstauen konnte. Einem Papierkorb, in dem das landet, was missglückt ist oder was man nicht mehr braucht.

Apples Produkt des Jahres 1985 war daher mehr ein Konzept: Macintosh Office. Der Mac ist nicht allein, ebenso wenig wie in der Regel der Büromensch. Über das Protokoll Apple Talk lassen sich nun Macs miteinander vernetzen, um allerlei Daten auszutauschen oder es ließ sich Peripherie anschließen. Eine solche stellte Apple mit dem Konzept Macintosh Office am 23. Januar 1985 mit dem LaserWriter auch gleich vor. Damals undenkbar: Der Drucker brachte in endlicher Zeit genau das, was man auf dem Bildschirm sah, auch gleich auf Papier. Der Spaß kostete allerdings 7.000 US-Dollar, was heute gut 15.000 Euro entspräche.

Was den Spaß auch noch verdorb: Das Datennetzwerk, für das es auch noch Server mit den unvorstellbaren Kapazitäten von 20 und 40 MB geben sollte, verspätete sich um Jahre. Weitere Peripherie neben dem LaserWriter blieb aus - der Mac marginalisierte sich in Nischen, in denen er lange der einzige Rechner weit und breit war, etwa in der Wissenschaft, im Design und später Layout.

Der Werbespot, der das Macintosh Office bewerben sollte, war dann auch eher einer zum Vergessen. Zwar hieß wie im Vorjahr der Regisseur Scott, doch Ridley war mit der Produktion des Flops "Legende" beschäftigt, stattdessen führte sein Bruder Tony Scott Regie für den Streifen "Lemmings". Wieder war eine Horde gleichgeschalteter Untertanen zugange, nur diesmal als Anzugträger, die neben ihrem Schlips auch eine Augenbinde trugen und daher nicht sahen, dass sie im Gänsemarsch einem Abgrund entgegen stiefelten. Bis einer der Herren einen Hammer, nein, eben nicht, bis einer Herren seine Augenbinde abnahm und die Schönheit des Macintosh Office bewundern und preisen konnte - kurz vor dem Abgrund.

Anfang 1985 stand Apple in der Tat einen Schritt vor dem Abgrund und kam im selben Jahr noch einen Schritt weiter. Dass der Abgang von Steve Jobs im Spätsommer des Jahres nicht das Ende des Unternehmens einleitete, lag daran, dass Apple noch lange Jahre bestens mit dem Apple II verdienen konnte, bis der Mac wirklich begann, die Ateliers, Studios und letztlich auch Büros zu erobern. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Eigentor: Die Macbooks der aktuellen Generation (mit Touchbar und auch ohne) kommen allmählich in die Jahre, die ältesten Geräte sind seit über zwei Jahren im Dienst. Nun zeigen sich auch verstärkt Fehler, die bei intensiver Benutzung auftreten - und damit ist nicht die Tastatur gemeint, die schon bald nach Inbetriebnahme den ersten Ärger verursachte. Nun bringen immer mehr Macbook-Anwender ihre Rechner in die Werkstatt, weil sie über einen Bühnenlichteffekt klagen: Am unteren Ende des Bildschirms zickt die Hintergrundbeleuchtung, was so aussieht, als würden Strahler von unten das Geschehen beleuchten. Die Reparaturspezialisten von iFIxit haben sich das näher angesehen und geben eine eindeutige Schuldzuweisung: Apple hat die falschen Kabel verbaut. Anstatt stabile Drähte zu verwenden, die das Display mit dem Rest des Rechners verbinden, sind nun dünnen Bänder verbaut, die bei häufigen Auf- und Zuklappen schneller verschleißen. Das Problem reicht laut iFixit aber noch tiefer: Der Materialwert möge zwar nur 6 US-Dollar betragen, da die Bänder aber fest mit dem Display verbunden seien, müsse man das komplett austauschen. Kostenpunkt: 600 US-Dollar.

Mischen possible : macOS fehlt zwar eine Systemfunktion zum Mischen und Routen von Audiosignalen, doch braucht das nur ein relativ kleiner Kreis von Anwendern, DJs, Profis in Tonstudios oder Podcaster in etwa. In die Bresche springt der Hersteller Rogue Amoeba mit der Software Loopback, von der nun die zweite Version erschienen ist. Glenn Fleishman hat das Programm für Macworld getestet und zeigt sich begeistert von den Neuerungen wie dem besseren Drag-and-drop-Ansatz oder Lautstärkekontrollen zur Balanceregelung. Die Einfachheit der Bedienung erlaube nun noch besseren Zugang zu den mächtigen Features des Programms.

Updates: Gestern Abend hat Apple seine Betriebssysteme aktualisiert. Das Update auf macOS Mojave 10.14.3 bringt laut Release Notes Verbesserungen der Sicherheit, der Stabilität und Performance, aber kaum neue Funktionen. Apple nennt nur ein Detail, das Anwender in Unternehmen betrifft: Bei einer Filesharingverbindung über einen validen Kerberos TGT müssen Anwender nicht mir ihre Referenzen bei der Authentifizierung eingeben. Die in macOS 10.14.3 enthaltenen Verbesserungen der Sicherheit sind auch als separate Security Update für die letzten beiden Versionen High Sierra und Sierra erhältlich. Auch das mobile Betriebssystem hat Apple mit dem dritten Wartungsupdate seit dessen Veröffentlichung im vergangenen Herbst ausgestattet. iOS 12.1.3 ist vor allem für Käufer des Smart Battery Cases unerlässlich. Daneben behebt das Update  einige kleine Fehler, etwa solche mit externen Audiogeräten und dem iPad Pro oder Verbindungsprobleme von Carplay-Systemen mit den iPhones von 2018. Fixes für den Homepod sind ebenso inkludiert.

Wettbewerb : Apple ruft zum Fotowettbewerb "Shot on iPhone" auf. Noch bis zum 8. Februar können iPhone-Fotografen ihre Werke einreichen, die von einer prominenten Jury begutachtet werden, welche die zehn besten Einsendungen kürt. Zu gewinnen gibt es wie immer nichts, außer die Ehre, sein Bild weltweit auf Plakaten gedruckt und im Netz ausgestellt zu wissen. Eine Veröffentlichung auf Instagram oder Twitter mit entsprechendem Hashtag #ShotoniPhone und dem Hinweis auf das verwendete Modell genügt zur Teilnahme, Alternativ kann man sein Bild auch an Apple mailen.

Eingeständnis: Qualcomm wehrt sich vor Gericht gegen den Vorwurf, den Wettbewerb behindert und ein Monopol errichtet zu haben. Dem Hersteller von Mobilfunkchips gelang ein wichtiger Befreiungsschlag, indem es Apple zum Eingeständnis brachte, keine Alternativen für 4G-Chips gehabt zu haben, als die Technik marktreif war. Matthias Sauer, Apples Direktor für die Mobilfunksystemarchitektur, sagte aus, Apple habe beim Umstieg von 3G auf 4G auch Lieferanten wie Intel, Ericsson oder Broadcomm für das Modelljahr 2012 in Betracht gezogen, keine der Firmen habe aber Apples Anforderungen genügen können. Das habe sich erst im Jahr 2016 geändert, als auch andere 4G-Chips für Apple-Geräte liefern konnten, vor allem Intel kam für das iPhone 7 zum Zug. Intel für das iPad von 2014 nicht zu berücksichtigen, sei aber eine Business-Entscheidung gewesen, die technischen Voraussetzung wären gegeben gewesen, beziehungsweise die Anforderungen Apples überzogen. Qualcomm kommt die Aussage zupass, argumentiert der Hersteller doch damit, dass sein technischer Vorsprung die Kunden von ihm abhängig gemacht habe und keine illegalen Geschäftspraktiken.

Weitere Nachrichten:

Roma: Netflix-Perle jetzt per Stream verfügbar

Auf Netflix ist ab sofort der Netflix Original Film Roma per Stream verfügbar. Der neue Film des zweimaligen Oscar-Gewinners Alfonso Cuarón (Gravity) wurde im Vorfeld schon von Kritikern gefeiert und einige bezeichnen Roma auch bereits als den besten Film des Jahres 2018. Das steigert das Image der Netflix-Original-Produktionen.

Roma hat auch gute Chancen bei der nächsten Preisverleihung mit einem Oscar bedacht zu werden. Dazu muss ein Film allerdings zunächst im Kino gelaufen sein. Netflix hatte daher Roma im Vorfeld in einer begrenzten Zahl von Kinos weltweit gezeigt, um den Ansprüchen für eine Oscar-Nominierung zu genügen. Nach der kurzen Kino-exklusiven Zeit ist Roma damit ab sofort auch direkt über den Streaming-Dienst verfügbar.

Auf IMDB wird der 2 Stunden und 15 Minuten lange Film aktuell mit 8,7 von 10 Punkten bewertet. Eine außergewöhnlich hohe Bewertung für das ansonsten eher kritische IMDB-Klientel. 35,8 Prozent aller Wertungen liegen sogar bei 10 von 10 Punkten.

In Schwarz-Weiß-Bildern wird die Geschichte einer mexikanischen Familie in den 1970er Jahren erzählt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das im Jahr 1971 stattgefundene sogenannte "Fronleichnam-Massaker", bei dem eine paramilitärische Gruppe eine bis heute unbekannte Anzahl von Menschen während Studentenprotesten tötete.

Neugierig geworden? Sie können Roma hier auf Netflix anschauen.

Weltrekord: DDR4-Speicher auf 5.608 MHz übertaktet

Der Speicherhersteller HyperX (Gaming-Division von Kingston) meldet am Dienstag einen neuen Weltrekord beim Übertakten eines DDR4-Speicherbausteins. Dem Overlocker "TOPPC", der für MSI arbeitet, sei es gelungen, den Speicherbaustein auf 5.608 Megahertz zu übertakten. Der dazu gehörige Beweis-Screenshot findet sich hier bei Hwbot.org.

Zum Einsatz kam ein erst im zweiten Quartal 2019 erhältlicher Prototyp des 8-Gigabyte-Speichermoduls HyperX Predator DDR4, welches wahlweise mit 4.266 Megahertz oder 4.600 Megahertz erhältlich sein wird. Die Übertaktung fand auf dem MSI-Mainbaord MPG Z390I Gaming Edge AC statt.

Aktuelle Speichermodule der Predator-Reihe sind 4.133MHz-Speicher mit CL12-CL19 (Latenz). Die kommenden Modelle sind für höhere Taktraten geeignet. Eine Übertaktung auf 5.608 Megahertz ist allerdings sehr extrem und schwer nachzuahmen.

Das dabei eingesetzte und angepasste System dürfte auch sehr instabil sein. Den Screenshots ist zu entnehmen, dass der Übertakter "TOPPC" als Prozessor Intels Core i9-9900K verwendet hat.

Die 14-Nanometer-CPU der Coffee-Lake-Reihe kostet um die 530 Euro und besitzt acht Kerne, die standardmäßig mit 3,6 Gigahertz getaktet sind. Beim Weltrekord wurde der Takt der CPU allerdings laut Screenshot auf 816,02 Megahertz reduziert und es waren nur 2 Kerne aktiv.

Für die Übertaktung des noch nicht im Handel erhältlichen Speicherbausteins von 4.266 Megahertz auf 5.608 Megahertz musste "TOPPC" flüssigen Stickstoff einsetzen. Was ein weiteres Hindernis sein dürfte, wenn man versuchen möchte, daheim den Weltrekord zu brechen...

Motorola bringt angeblich Kulthandy Razr zurück

Lenovo will das legendäre Motorola-Smartphone Razr wiederbeleben. Darauf deutet zumindest eine Patentanmeldung hin, die das Unternehmen im vergangenen Dezember bei der World Intellectual Property Organisation eingereicht hat. Die der Anmeldung beiliegenden Skizzen lassen das ikonische Design des Klapp-Handys erkennen – mit einem besonderen Design-Kniff. In aufgeklapptem Zustand verstecken sich in der Innenseite nicht etwa ein Mini-Display und eine physische Tastatur, sondern ein großer faltbarer Bildschirm.

Zugeklappt dürfte das neue Razr in jede Hosentasche passen. An der Außenseite ist zudem ein weiterer, kleinerer Bildschirm untergebracht. Dieser könnte den Mutmaßungen zufolge beispielsweise für die Anzeige neuer Nachrichten oder Anrufe genutzt werden. Ob es sich bei der Patentanmeldung nur um eine Idee handelt oder ob Lenovo tatsächlich bereits an einem finalen Produkt arbeitet, bleibt fraglich. In der vergangenen Woche hatte das Wall Street Journal berichtet , Lenovo wolle bereits im Februar ein eigenes Smartphone mit faltbarem Display für rund 1.500 US-Dollar enthüllen. Möglicherweise könnte es sich dabei um das Motorola Razr handeln.

Mac Index: Webseite listet günstigste Apple-Preise

Apple-Produkte sind qualitativ meist hochwertig und entsprechend teuer. Beim Kauf eines iPads oder Macs im Ausland lässt sich teilweise viel Geld sparen. Die  Webseite Mac Index  hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Preise für Apple-Produkte weltweit in Vergleich zu setzen. Die vom in Malaysia lebenden Software-Entwickler Wafiq Rodzuan erstellte Seite bezieht dabei die aktuellen Preise aus aller Welt ein. Der Nutzer sucht sich zuerst ein konkretes Produkt aus – beispielsweise ein iPhone oder iPad. Danach zeigt Mac Index alle gefundenen Artikel in der eigenen Landeswährung an. Dabei werden die günstigsten Ergebnisse am weitesten oben angezeigt.

So wird schnell sichtbar, dass ein iPhone XS mit 256 GB Speicher mit 1039 Euro in Japan derzeit am günstigsten ist. Danach folgen Großbritannien (1063 Euro), Australien (1069 Euro) und Finnland (1087 Euro). Deutschland folgt mit 1108 Euro erst auf Platz 18. Dennoch wird schnell deutlich, dass sich die Preise innerhalb von Westeuropa kaum unterscheiden. Eine Reise in diese Länder zum Kauf eines Apple-Geräts lohnt also fast nie. Bei weiteren Reisen kann sich ein Kauf jedoch auszahlen. Dann müssen aber noch die jeweilige Steuer und auch die Zollgebühren einberechnet werden, sonst kann es am Flughafen eine böse Überraschung geben. Für einen Überblick über die weltweit geforderten Preise für Apple-Produkte kann die Webseite aber in jedem Fall dienen.

iPhone XR für 777€ bei Saturn – Billiger als bei Apple?  

Sicherheitslücke bringt Safari für iOS zum Absturz

Der Sicherheitsforscher und Hacker @userlandkernel hat im Browser Safari für iPhone und iPad eine Schwachstelle entdeckt. Mit dieser lässt sich der Browser aus der Ferne blockieren. Nach dem Aufruf eines Links stürzt Safari immer wieder ab. Als Beweis veröffentlichte der Hacker zahlreiche Absturzberichte . Selbst ein Neustart des iOS-Geräts helfe hier nicht weiter. Möglich wird der Angriff durch einen Bug, der eine Denial-of-Service-Attacke ermöglicht. Apple wurde bereits über die Schwachstelle im mobilen Safari informiert. Bevor ein Update veröffentlicht wurde, will der Hacker keinen konkreten Exploit veröffentlichen. In der aktuellen iOS-Version 12.1.2 findet sich der Fehler noch.

Der Sicherheitsexperte hat auch einen zweiten Fehler im FTP-Handling von Safari entdeckt, der schon lange bestehen soll. Da der Browser hierbei einen lokalen Pfad statt einen entfernten nutzt, verrät der Browser auf diese Weise den aktuellen APFS-Snapshot. Erst vor wenigen Tagen entdeckte @userlandkernel einen Fehler  in den Shortcuts von iOS. Damit lassen sich Systemdaten auslesen, die eigentlich durch die Sandbox von iOS geschützt werden sollten. Angreifer können sich damit Informationen zur Nutzung des Geräts verschaffen. Auf das Herunterladen von Shortcuts aus unbekannten Quellen sollte daher verzichtet werden, bis Apple ein entsprechendes Update für iOS veröffentlicht.

iOS 12: So wird das iPhone noch sicherer

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