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Morgenmagazin vom Mittwoch, 5. Dezember 2018

05.12.2018 | 06:59 Uhr |

Foxconn will nach Vietnam ausweichen +++ Apple legt aggressive Trade-In-Rabatte für iPhones auf +++ SAP: Bereits über 100 000 Apple-Geräte im Gebrauch +++ Siri und der Homepod: Fachartikel erklärt Spracherkennung +++ Windows Lite: Neue Windows-10-Variante wird entwickelt +++ Seehofer befürwortet "Hack Back" als Gegenmaßnahme

5. Dezember: Tief im Glas

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die Zeit rast nur so dahin, schon gehen die fünften Türchen unserer Adventskalender auf. In unserem Gewinnspiel rund um Musik, die irgendwie mit Apple zu tun hat geht es heute darum, wie schnell so eine Woche vergehen kann – One Week: Schauen Sie doch mal rein .

Bis zum Fest sind es ja nur noch zwei Arbeitswochen und der Rest von dieser, in der wir ja auch schon mitten drin stecken. Und irgendwie ist das auch in Sachen Festivitäten der Fall: Wir stecken schon mittendrin. Mancher mag ja schon seufzen, dass es nur noch sieben Weihnachtsfeiern wären, dann ist endlich Heiliger Abend. Immerhin steht heute mit dem Nikolaus das eine Vorweihnachtsfest an, dass viele in ihren Kalender stehen haben. Wie jetzt, Nikolaus ist doch erst am 6. Dezember?

Das mag richtig sein, doch kommt der Nikolaus gerne am Abend, um vor die Tür gestellte Stiefel mit Nüssen, Südfrüchten und Mandelkernen zu füllen, von der Rute kommt man aus pädagogischen Gründen ja wieder ab. Auf den Nikolausabend freuen wir uns also heute, passen aber wie bei jedem Adventsumtrunk auf, dass wir nicht zu tief ins Glas schauen. Schließlich ist morgen auch noch ein Arbeitstag.

Heftige Nikolausfeiern muss es heute vor 85 Jahren in den USA gegeben haben, an jenem Tag fiel das Prohibition genannten Alkoholverbot, gewissermaßen Amerikas erster vergeblicher "War on Drugs". Denn die Menschen zogen sich in illegale Kneipen zurück, deren Orte und Öffnungszeiten nur von Mund zu Mund weitergegeben wurden, "Speakeasy" nannte man derartige Spelunken auch. Nicht nur zerstörte das Verbot das bis dato legale Geschäftsmodell vieler Brauereien und Winzer, im Gegenteil führte das Verdrängen des Ethanols in die Illegalität zu zwei unerwünschten Nebeneffekten. Das organisierte Verbrechen begann aufzublühen, Filme wie "Unce Upon a Time in America" oder "The Untouchables" erzählen bildgewaltig davon.

Ein anderer Effekt: Wer seinen Rausch nur illegal und gegen hohe Preise bekam, der wollte auch etwas davon haben. In den Speakeasies wurde daher weniger Leichtbier und mehr Weinbrand ausgeschenkt. Einen ähnlichen Effekt bemerken heute Konsumenten von Marihuana - ist mittlerweile unter Umständen ja legal. Denn was in der Illegalität angebaut wird, muss so richtig knallen.

Ob das Hanf wirklich einmal komplett frei gegeben wird und es dann auch leichte Sorten für den entspannten Feierabend oder gegen nur leichte Schmerzen gibt? Wer weiß, wir halten uns lieber an legale Substanzen, in Maßen (und nicht in Massen...) genossen, beschert uns Bier einen lockeren Nikolausabend und keinen Kater am nächsten Morgen. Sondern Apple, Nuss und Mandelkern. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Ungewöhnlich : Die Anzeichen, dass sich die iPhones des Jahrgangs 2018 unter den Erwartungen Apples verkaufen, mehren sich. Mark Gurmann berichtet für Bloomberg, dass Apple intern Marketing-Ressouren von anderen Projekten abgezogen habe, um sich darauf zu konzentrieren, dem iPhone-Absatz mehr Schub zu verleihen. Apple hat zudem einige recht aggressive Trade-In-Angebote aufgelegt, um aktuelle Modelle an die Kunden zu bringen. So habe Apple am Sonntag Abend über seine Website das iPhone XR für 449 US-Dollar angeboten, also 300 US-Dollar unter dem ursprünglichen Preis. Dieser galt für die Kunden, die ein gerade einmal zwei Jahre altes iPhone 7 Plus dafür in Zahlung gaben.  Mit derartigen Maßnahmen könnte es Apple zwar gelingen, wieder mehr Geräte zu verkaufen, das Ziel, die Einnahmen pro iPhone signifikant zu steigern, gerät dadurch aber in Gefahr. Apple wollte den Bloomberg-Bericht nicht kommentieren.

Ausgewichen : Apples Zulieferer Foxconn plant nach Berichten der dortigen Staatsmedien die Errichtung einer Fabrik in Vietnam, um dort iPhones und andere Elektronik im Auftrag zu fertigen. Foxconn will mit dieser Maßnahme die negativen Folgen des Handelsstreits zwischen China und den USA abmildern, Waren aus Vietnam sind keinen Strafzöllen unterworfen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters denken auch andere Manufakturen darüber nach, Kapazitäten nach Vietnam oder Thailand zu verlegen, werde der Konflikt nicht bald beigelegt.

Eingeschränkt: Wikipedia hat in letzter Zeit verstärkt mit Vandalismus zu kämpfen. Der Austausch des Aufmacherbildes zum Eintrag von Donald Trump durch ein Penis-Bild war dabei nur der spektakulärste Vorfall, der seine Kreise zog: Auch Siri zeigte kurz das ausgetauschte Bild an. Wie The Verge berichtet, kamen die Manipulationen von innerhalb der Community, einerseits von lange nicht mehr gebrauchten Accounts und andererseits von einigen Admin-Konten, die mehr Rechte haben, als normale Beitragsersteller. Wikipedia hat nun weit kritisierte Maßnahmen ergriffen und das "Unblock"-Feature deaktiviert: Einmal gesperrte Administratoren können sich selbst befreien, ohne eine höhere Instanz anrufen zu müssen. Bisher war man bei Wikipedia der Ansicht, dass der Unfug, den "böse" Administratoren anrichten, nur durch "gute" Admins korrigiert werden könne. Der Entzug des Self-Unblocks sei gewissermaßen die "nukleare Option", die das freie Lexikon hierarchischer mache. Im Schlimmsten Fall könnte aber ein "böser" Admin nun mit Hilfe von Bots alle anderen Admins aussperren, die nicht mehr selbst zurück in das System kämen. Wikipedia könnten daher einzelne komplett übernehmen, fürchten Gegner der Maßnahme.

Relikt: Na, ganz toll, seitdem der humorbegabte Kollege an ihrem Rechner war, funktionieren die Tasten 7,8,9, U,I,O,J,K , L und M nicht mehr. Was hat der wieder angestellt, respektive umgestellt? Vielleicht ja gar nicht, um Sie zu ärgern sondern weil es Maus-Keyboard nutzen wollte. Dies ist ein altes Relikt aus den Zeiten des Zifferblocks und der längst von den Tastaturen und aus dem System verschwundenen Taste "Num Lock", an die sich die älteren von uns noch vage erinnern. Hatte man die Taste betätigt, konnte man den Nummernblock rechts außen auch zur Steuerung des Cursors nutzen, eben die Funktion der Maus die Tastatur steuern lassen. In den Bedienungshilfen von macOS ist diese Funktion noch enthalten nur dienen mangels Ziffernblock nun andere Tasten auf der rechten Seite, eben die oben genannten. Die Einstellung finden Sie in der Systemeinstellung "Bedienungshilfen" unter dem Reiter "Maus & Trackpad" , dort haben Sie unter Optionen auf die Möglichkeit, mittels einer Checkbox das Ein- und Ausschalten der Funktion mit fünffacher Betätigung der Wahl-Taste (Option oder Alt) zu aktivieren.

Realität: Kein Lese- sondern ein Videotipp. Die Süddeutsche Zeitung erklärt Deep Fakes und warum an sich jeder mit beliebigen Personen, von denen es ausreichend Videomaterial gibt , Marionette spielen kann. Die Techniken verlassen sich auf KI-Algorithmen und sind frei verfügbar. Grund zur Panik besteht nach Ansicht der Kollegen keine, doch geht es auch hier um das Erlernen einer weiteren Medienkompetenz: Was ist wahr, was ist gefälscht und woran erkennt man das. Dieser Text jedenfalls ist kein Fake und auch der Link zur Süddeutschen echt.

Weitere Nachrichten:

SAP: Bereits über 100 000 Apple-Geräte im Gebrauch

Bei 91 120 Mitarbeitern hat die IT-Verwaltung von SAP viel zu tun, der Softwarehersteller gehört außerdem zu Apples Vorzeige-Kunden. So arbeiten Apple und SAP ab  2016 gemeinsam an mehreren Projekten .  Wie die auf Geräteverwaltung spezialisierte Firma Jamf vor einiger Zeit ankündigt hatte, werden von SAP über hunderttausend Apple-Geräte mit ihrer Software Jamf Pro verwaltet. In einem Video werden nun einige Details erläutert , etwa wie das so genannte Enrollment beim einzelnen SAP-Mitarbeiter abläuft. Interessant ist aber auch, um welche Geräte es sich dabei handelt. Offensichtlich haben vor allem die iPhones die SAP-Mitarbeiter überzeugt: Neben 18 000 Mac gibt es in der Firma 65 000 iPhones und 17 000 iPads, außerdem auch noch 170 Apple-TV (vor allem in Konferenzräumen). Interessant sind dabei weitere Details: 93 Prozent der Smartphones bei SAP sind laut dem VP of IT Services Martin Lang iPhones, der Rest basiert auf Android. Dabei können die Angestellen anscheinend frei zwischen Android und iOS wählen.

Laut Lang gab es zwei Gründe für die Wahl von Jamf: SAP verwalte seine Macs bereits schon seit 2010 mit Jamf, das System wäre deshalb bereits vertraut. Außerdem vereinfache Jamf Pro den so genannten „Step Three“, die individuelle Konfiguration der Geräte.
Fast die dreifache Menge Apple-Geräte wird übrigens von IBM eingesetzt , dort sind bereits 134 000 Macs, 90 000 iPhones und 40 000 iPads in Nutzung.

Siri und der Homepod: Fachartikel erklärt Spracherkennung

Eine große Stärke des Homepod ist die gute Spracherkennung: Selbst bei lauter Musik und Hintergrundgeräuschen werden Befehle von Benutzern gut erkannt. In einem ausführlichen Artikel für Apple Machine Learning Journal , erklären die Apple-Techniker die Hintergründe.

Will der Nutzer per Küche oder Couch aus den Homepod steuern, gibt es bei der Sprachsteuerung viele Störfaktoren: Andere Schallquellen wie ein laufender Fernseher und Haushaltsgeräte, große Entfernung des Sprechers oder andere Sprecher. Die Apple-Teams für Audio Software Engineering und Siri Speech haben deshalb ein aufwendiges System aus mehreren Deep-Learning-Modellen und Lernalgorithmen integriert. Zur Verfügung steht dem Homepod dazu ein System aus sechs Mikrofonen, die permanent aktiv sind und auf dem integrierten A8-Chip (der auch im iPhone 6 verwendet wurde) läuft permanent ein Sprachverarbeitungssystem.

Laut Entwicklern würden sich andere Systeme vor allem auf Techniken zur Klangverbesserung bzw. Dereveberation und Rauschunterdrückung konzentrieren und analysieren dazu den Befehl über den Abgleich von Sprachproben. Das sorge aber für Verzögerungen und wäre für die Aufgabe des Homepod nicht ideal, da die akustischen Bedingungen unvorhersehbar und Anfang und Ende eines Sprachbefehls nicht immer klar sind.

Siri-Befehle trotz lauter Musik

Laute Musik ist ein Problem für die Erkennung eines Siri-Befehls, sind doch die Lautsprecher sehr nah an den Mikrofonen angeordnet und laufende Musik kann weit lauter als das Sprachsignal sein. Siri nutzt deshalb einen so genannten Multichannel Echo Cancellation (MCEC) Algorithmus, der mit Filtern die Wiedergabesignale des Gerätes entfernt. Das ist aber nur begrenzt möglich, weshalb ein Residual Echo Suppressor (RES) weitere Restecho-Signale entfernt. Letzterer basiert auf  einer so genannten Sprachaktivitätsmaske. Dabei handelt es sich um ein Deep Neural Network, das durch reale Echoaufnahmen trainiert wird.

In einem interessanten Beispiel (Figure 7) kann man hören, wie der Siri-Befehl nach der Anwendung beider Technologien gut hörbar wird.

Es gibt aber noch zahlreich weitere Probleme zu lösen: Entfernt sich ein Sprecher von den Mikrofonen, können auch die Raumeigenschaften den Klang verändern, was auch als  Reverberation bezeichnet wird. Siri überwacht deshalb kontinuierlich die Raumeigenschaften des Homepod-Standortes um dies auszugleichen. Ein weiteres Problem sind andere Geräuschquellen wie Haushaltsgeräte oder Außengeräusche. Hier kommt ein so genannter maskenbasierter MCWF zur Verwendung, der auf einem Deep Neural Network basiert. Damit dieser möglichst schnell reagiert, basiert dieser auf Sprach- und Geräuschstatistiken, also Daten aus Sprachaufnahmen und Störquellen. Für das Trennen von mehreren Audioquellen in einzelne Audioströme nutzt Sir dagegen eine Bild Source Separation, die auf der Kenntnis der Sprecher-Stimme und einem Deep Learning-System basiert. Eine weitere „Competing Talker Separation“ kommt ebenfalls zum Einsatz. Für die Auswahl des Streams ist aber der Befehl „Hey Siri“ ausschlaggebend. Wir dieser erkannt, erhält jeder Stream eine Wertung und der Stream mit der höchsten Wertung wird an Siri übergeben.

Die verschiedenen Technologien sind je nach Einsatzbedingung unterschiedlich erfolgreich: So ist etwa die Funktion für die Unterscheidung der einzelnen Streams besonders wichtig, wenn mehrere Sprecher im Raum sind. Wie erfolgreich das System bei unterschiedlichen Situtationen arbeitet, zeigen einige interessante Beispieldateien. Auch die Energieeffizienz soll hervorragend sein, die CPU des Homepod würde gerade mal zu knapp 15 Prozent ausgelastet.

Für Profis: Es gibt auch eine Formel, die das ganze Prinzip beschreibt.

Windows Lite: Neue Windows-10-Variante wird entwickelt

Bereits im Januar 2018 berichteten wir darüber, dass Microsoft an Windows Core OS arbeitet, einem wirklich modularem Windows-10-Betriebssystem, welches für die Geräteklasse, auf der es eingesetzt werden soll, angepasst werden kann. Die Website Petri berichtet nun, dass es neue Hinweise auf Windows Core OS gibt. Demnach soll die neue Variante von Windows 10 den simplen Namen "Lite" tragen. Microsoft selbst bezeichnet es also (noch nicht) als "Windows Lite", sondern einfach nur "Lite".

Laut den Informationen in kürzlich veröffentlichten Vorabversionen, soll Lite Microsofts Antwort auf die immer erfolgreicheren Chromebooks mit ChromeOS sein. Es soll also auf günstigen, mobilen Rechnern zum Einsatz kommen, dort aber alle Funktionen anbieten, die man von einem modernen Betriebssystem erwartet und dies bei einer möglichst hohen Akkulaufzeit. Zudem handelt es sich um "Always Conected"-Geräte, also Geräte, die ständig mit dem Internet verbunden sind, selbst wenn sie nicht benutzt werden. Auch in diesem Status muss das Gerät möglich wenig Energie verbrauchen.

Ähnlich wie bei Windows 10 S, werden bei Lite auch nur UWP-Anwendungen lauffähig sein, also keine klassischen Win32-Anwendungen. Nur die mitgelieferten und aus dem Microsoft Store erhältlichen UWP-Anwendungen sind lauffähig.

Nach dem Scheitern von Windows RT und Windows 10 S stellt sich natürlich die Frage, wie Microsoft mit einem neuen Versuch endlich erfolgreich sein will. Fakt ist: Die Nachfrage an Geräten, die oben genannte Anforderungen erfüllen, ist enorm. Laut dem Bericht von Petri habe Microsoft erkannt, dass eine abgespeckte Version von Windows 10 nicht den Begriff "Windows" im Namen enthalten dürfe, weil dies zu Erwartungen bei Verbrauchern führe, die nicht erfüllt werden können. Wer "Windows" hört, will sich nicht mit Einschränkungen abfinden. Mit einer Windows-10-Variante, die nur den Namen "Lite" trägt, könnte ein neuer, frische Versuch gestartet werden.

Wie der Zufall es will, wird Qualcomm in Kürze neue Snapdragon-Prozessoren vorstellen, auf denen Windows besser läuft als noch auf dem Snapdragon 835. Bisher schafften es nur wenige Geräte mit einem Snapdragon-835-Prozessor und einer Windows-10-Version für ARM auf den Markt. Der neue Snapdragon und die "Lite"-Variante von Windows 10 könnten hier für einen neuen Aufschwung sorgen. Außerdem will Microsoft in seiner Surface-Reihe gleich zwei Geräte anbieten, auf den Lite läuft und über die bereits seit geraumer Zeit spekuliert wird: Surface Andromeda und Surface Centaurus. Spannend bleibt da noch die Frage, ob auch andere Hersteller auf den Zug aufspringen werden. Der Erfolg von Lite wird schließlich von der Verfügbarkeit und Attraktivität der Geräte abhängen.

 

Seehofer befürwortet "Hack Back" als Gegenmaßnahme

Auf dem 12. Digitalgipfel hat Bundesinnenminister Horst Seehofer die Nutzung aktiver Maßnahmen zur Cyberabwehr verteidigt. Seehofer hält einen „Hack Back“ im Ernstfall und als letztes Mittel einer fünfstufigen Eskalation für gerechtfertigt. Als Ernstfall stuft der Politiker beispielsweise einen Angriff auf kritische Infrastrukturen ein.

Das Vorstandsmitglied, Thomas Kremer von der Deutschen Telekom, äußerte sich in der Diskussionsrunde über KI und Cybersicherheit eher kritisch zum Horten von Schwachstellen. Er fordert einen Verzicht und findet: Schwachstellen sollten schnellstmöglich offengelegt werden, sobald sie entdeckt werden.

Seehofer will jedoch nicht auf die Option der aktiven Abwehr verzichten, zumindest als letzte Option solle sie in Betracht gezogen werden. Weiterhin lobte der Innenminister die Arbeit des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, fordert aber, dass der Bund in der aktiven Cyberabwehr, gerade in Hinblick auf das Thema KI, sich noch verbessern muss. Dabei soll die neugegründete "Agentur für Innovation in der Cybersicherheit" herhalten.

Erst Ende August 2018 hatten Bundesinnenminister Horst Seehofer und die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, sich „entschieden dafür“ ausgesprochen, dass auf Basis einer rechtlichen Grundlage auch im zivilen Bereich "Gegenangriffe" gegen Hacker erlaubt sein sollten.

Kritik kam damals umgehend vom CCC: Die Ausrichtung der Agentur unter Verteidigungs- und Innenministerium lasse „große Zweifel aufkommen, ob es hier wirklich um Cybersicherheit und nicht vielmehr um die Ausweitung der Cyberbewaffnung geht. Der Wunsch der deutschen Geheimdienste, mit NSA und GCHQ 'auf Augenhöhe' mitzucybern, darf nicht Maßstab einer Strategie für Sicherheit im digitalen Raum sein“, warnte der Chaos Computer Club. Und „ob ein „Zurückhacken“ und offensive digitale Angriffe, zumal durch das deutsche Militär, überhaupt mit geltendem deutschen Recht und dem Völkerrecht vereinbar ist, steht ohnehin in Zweifel.
 

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