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Morgenmagazin vom Mittwoch, 7. März 2018

07.03.2018 | 06:51 Uhr |

Apple stellt iTunes LP ein +++ Spike Jonze dreht Werbespot für HomePod +++ Betrüger auf iTunes-Karten scharf +++ Deutsche Telekom: Echte LTE-Flatrate ohne Volumenbegrenzung +++ Flippy: Dieser Roboter brät ab sofort Hamburger +++ Whatsapp Beta: Löschen von Nachrichten länger möglich +++ Zweite Sicherheitsfirma behauptet: Wir können iPhone X knacken

7. März: Gesundes Frühstück

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Und natürlich einen Guten Appetit, wenn Sie unser Morgenmagazin gerade zur Frühstückszeit genießen. Der 7. März ist der Tag der Gesunden Ernährung, den der Verband für Ernährung und Diätetik bereits vor 20 Jahren vorgeschlagen hat. Erstmals begangen wurde er im Jahr 2007 - und heute erscheint er nötiger denn je. Denn was so auf unsere Teller kommt, ist in der Regel wenig gesund. Am ungesündesten natürlich für die Schweine, Rinder, Hühner und Lämmer, die in vielerlei verarbeiteter Form unserem Genuss dienen. Aber es sind vor allem die Mengen, die wir allgemein verdrücken, die uns in gesundheitlicher Hinsicht Sorgen machen sollten. Man kann sich auch mit veganer Ernährung die Figur versauen, vor allem der Zucker ist ein Problem.

An sich sind ja Frühstücksflocken aus Mais eher einer gesunden Ernährung zuzuordnen, heute vor 121 Jahren soll der Arzt John Harvey Kellogg in seinem Sanatorium in Battle Creak im US-Bundesstaat Michigan erstmals die von ihm und seinem Bruder Will Keith Kellogg erfundenen und patentierten Cornflakes zum Frühstück serviert und damit eine neue Essenskultur erfunden haben. Was heutzutage aber nicht nur unter dem bekannten Markennamen aus der Tüte in die Schüssel kommt, ist vor allem wegen seines hohen Zuckergehaltes alles andere als gesund. Dann lieber ordentlich Butter auf das frische Brot, Ernährungswissenschaftler halten Fett mittlerweile für weit weniger problematisch als eben den Zucker. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat daher dem fett im vergangenen Herbst sein Essens-Special gewidmet. Anregungen fanden wir darin genügen, nur panierte und frittierte Butter erschien uns dann doch ein wenig als Overkill. Den Kollegen, der sich in einem heroischen Selbstversuch der Butterversuchung hingab, haben wir nicht beneidet.

In Maßen genießen ist das wesentliche. Sich für das Essen Zeit lassen und dabei hinsetzen. Langsam kauen, auf das Sättigungsgefühl achten. Light-Produkte meiden, denn in der Regel konsumiert man mehr davon und weniger Fett muss ja nicht weniger Zucker bedeuten. Zumal es der Bauchspeicheldrüse egal ist, ob sie wegen Aufnahem von Zucker, Stevia oder Sacharin Insulin produziert - Light-Getränke machen auch ohne Kalorien Hunger.

Derartige Ratschläge sind wie Schläge immer schnell ausgegeben, anders als diese aber schnell akzeptiert nur hat schwer umzusetzen. Versuchen wir es aber wenigstens heute, wir wünschen also nicht nur einen Guten Appetit sondern vor allem einen Gesunden. Und vor allem einen großen Hunger auf Neuigkeiten aus der Mac-Welt. Da sind Sie hier genau richtig. Peter Müller

Lesetipps für den 7. März

Ende Legende: Apple stellt das Format iTunes LP ein, geht aus einem geleakten Memo an die Musikindustrie hervor. Im Jahr 2009 eingeführt, sollte das Format den Verkauf von ganzen Alben über den iTunes Store fördern, denn von Anbeginn des Internetzeitalters waren einzelne Titel immer weit begehrter als ganze Werke - legal wie illegal. Die iTunes LP sollte dem Trend entgegen wirken und den Zusammenhang stärken, mit digitalen Booklets, Liner Notes und Zusatzinformationen wie Videos in einem Paket. Nun haben sich offenbar weder die Jäger und Sammler einzelner Stücke noch die Freunde von Konzeptalben so richtig für das Konzept erwärmen können. Mit Apple Music, Siri und dem Home Pod tritt das Album noch weiter in den Hintergrund. Mehr oder minder schlaue Wiedergabelisten oder nach einzelnen Songs, Interpreten oder Genres ausgerichtete Radiostreams sind die Musikformen der Streamingära. Alben sind ja auch gemeinerweise nach einer guten Stunde zu Ende, smarte Playlists theoretisch nie. Ab März wird Apple keine weiteren iTunes LPs mehr annehmen, im Laufe des Jahres werden die bestehenden Angebote aufgelöst. 

Eine Nummer kleiner: Tim Bajarin vom PC Magazine ist begeistert vom HomePod - nicht nur von dessen Klang, sondern auch von dessen Fähigkeiten als Steuerungszentrale für das smarte Heim. Apple müsse aber gerade deswegen nachlegen, denn trotz einer wirklich gut hörenden Siri, sollte es nicht nur in unmittelbarer Umgebung des Wohnzimmers möglich sein, mit Sprachkommandos Thermostate zu steuern, die Rolläden hochzuziehen und das Licht ein- oder aus zu schalten. Der HomePod müsse seinen Besitzern gewissermaßen durch das Haus folgen können - Apple benötigte auch noch einen HomePod Mini, so wie Google und Amazon mit Google Home Mini und Echo Dot vorangeschritten sind. Bajarin würde für eine solches Gerät auch bis zu 100 US-Dollar ausgeben und damit gut das Doppelte dessen, was die kleinen Speaker der Konkurrenz kosten. Dafür müsste aber die Klangqualität viermal so gut sein, was angesichts der blechern quäkenden Dots und Minis kein großes Problem sein sollte. Bisher gibt es aber keinerlei Hinweise darauf, dass Apple auch an einer kompakten Ausgabe des HomePod arbeite.

Masche: Die US-Steuerbehörden warnen vor einer Betrugsmasche, die offenbar immer mehr um sich greift. Scammer zwingen per Mail oder Telefonanruf ihre Opfer dazu, iTunes-Geschenkekarten zu kaufen, den 16-stelligen Code zu übermitteln und damit angeblich ausstehende Steuern zu bezahlen. Der International Revenue Service (IRS), in den USA gewissermaßen die Inkassobehörde für Steuern, weist darauf hin, weder auf eine bestimmte Art der Zahlung zu bestehen, noch Steuerschuldner am Telefon einzuschüchtern und mit sofortiger Verhaftung zu drohen, sollte den Anordnungen nicht Folge geleistet werden. Laut Finanzministerium seien seit 2013 bereits rund 10.000 Steuerzahler Opfer der Masche geworden, es sei ihnen ein Gesamtschaden von 54 Millionen US-Dollar entstanden.

Werbung: Appe hat gestern auf seinem Youtube-Kanal einen vierminütigen Werbespot für den HomePod gestellt, den der Regisseur Spike Jonze (Her, Being John Malkovich) gedreht hat. Star des Kurzfilms ist die Sängerin FKA Twigs, die nach einem stressigen Arbeitstag nach dem Nachhausekommen Siri dazu auffordert, über den HomePod etwas zu spielen, dass sie möge. Dieses ist der neue Song "Til it's over" von Anderson .Paak, zu dem FKA Twigs in einer surrealistischen Umgebung tanzt - in ihrer Phantasie. Der HomePod selbst und der Name des Produkts sind nur kurz am Ende im Bild. Für die Ausstrahlung im TV ist noch eine kürzere Fassung des Clips geplant.

Selten: Ein funktionierender Prototyp eines Apple Laptops aus dem Jahr 1991 ist erneut bei eBay zur Auktion angeboten. Der Startpreis: 99 Cent. Wer das seltene Gerät aber sein Eigen nennen will, sollte mehr dafür ausgeben. Bei einer ersten Versteigerung ging der Zuschlag an das Höchstgebot von über 10.000 US-Dollar, der Bieter zog diese nach Abschluss der Auktion aber wieder zurück. Der Prototyp war bei Apple im Mülle gelandet, als ein Ingenieur das Unternehmen verließ. Ein Kollege hatte sich das Gerät wieder daraus hervorgeholt und für 25 Jahre behalten, bis er es schließlich an den jetzigen Besitzer Hap Plain verkaufte.

Weitere Nachrichten:

Deutsche Telekom: Echte LTE-Flatrate ohne Volumenbegrenzung

Die Deutsche Telekom erweitert ihre Magenta Mobilfunktarife nach oben und unten. Der neue Top-Tarif Magenta Mobil XL bietet keinerlei monatliche Datenvolumengrenze bei vollem LTE-Tempo. Für Magenta Mobil XL zahlen Sie aber 79,95 Euro im Monat. Günstig ist dieser Luxus also nicht. Telefon- und SMS-Flatrate sowie die Hotspot-Flat sind in diesem Luxus-Tarif enthalten.

Die Telekom betont, dass es keine Deckelung des tatsächlich verursachten Datenvolumens gebe. Mit einer Ausnahme: Falls Sie mit Magenta Mobil XL im EU-Ausland surfen wollen, stehen Ihnen für EU-Roaming 23 GB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung. Der einmalige Bereitstellungspreis für Magenta Mobil XL beträgt 39,95 Euro. Die Vertragsbindung läuft über 24 Monate.

Der neue Einstiegstarif Magenta Mobil XS rundet das Magenta-Tarifangebot nach unten ab. Dafür zahlen Sie 19,95 Euro pro Monat. Es stehen bei diesem Tarif aber nur knappe 750 MB Freivolumen pro Monat zur Verfügung, zuzüglich Telefon- und SMS-Flatrate. Der einmalige Bereitstellungspreis liegt bei 39,95 Euro bei 24 Monaten Vertragsbindung. Dieser Tarif eignet sich also nur für Wenig-Surfer. Für diese Zielgruppe gibt es aber viele günstigere Alternativen, zum Beispiel von Aldi Talk.                                                    

Beide Telekom-Mobilfunk-Tarife sind wie gehabt gegen Aufpreis als Varianten mit Smartphones erhältlich.

Flippy: Dieser Roboter brät ab sofort Hamburger

Flippy, der Burger bratende Roboter, hat am 5. März 2018 seinen Dienst in einer Filiale der Kette Cali Burger in der kalifornischen Stadt Pasadena angetreten, wie Techcrunch schreibt. Der Roboter wird nun im realen und harten ganztägigen Alltagseinsatz erprobt. Dabei wird sich zeigen, ob die Konstruktion aus KI und sechs unterschiedlichen Achsen sowie einer Spachtel zum Aufnehmen der Burger dauerhaft zuverlässig funktioniert. Ein Mensch muss ihm allerdings die rohen Burger auf den Grill vorlegen. Der Roboter überwacht dann den Bratvorgang, wendet die Burger und legt sie schließlich auf die bereitliegenden Brötchen.

Das US-Unternehmen Miso Robotics hat den Roboter entwickelt. Investoren haben dem Startup nach anfänglich vier Millionen Dollar nun weitere zehn Millionen US-Dollar für die Expansion zur Verfügung gestellt, wie Techcrunch schreibt. Miso Robotics will seinen automatisierten Burgerbrater Flippy nun an 50 Filialen der Fastfood-Kette CaliBurger ausliefern.
 
Dave Zito, CEO von Miso Robotics, will das frische Geld nutzen um die eigene AI/KI-Plattform und die Möglichkeiten seines Roboters weiterzuentwickeln. Zito zufolge würden die Menschen die Idee eines intelligenten Küchenassistenten, der als dritte Hand fungiert, lieben. Die Filialen, die Flippy bereits einsetzen, würden von steigenden Umsätzen und gestiegener Kundennachfrage nach frisch zubereitetem Essen bei gleichzeitig günstigen Preisen berichten.
 
Was Zito jedoch verschweigt: Was halten die bei den Burgerbratern beschäftigten Mitarbeiter von dem Roboterkollegen? Bei diesen Menschen handelt es sich um in der Regel wenig qualifizierte Angestellte aus dem Niedriglohnsektor, die nur schwer eine andere Arbeit finden. Werden sie durch den Roboter ersetzt – der weder Sozialleistungen, noch Urlaub fordert und auch nicht krank wird – dann stellt sich die Frage, womit die entlassenen Ex-Burgerbrater denn künftig ihren Lebensunterhalt verdienen sollen?
 
Flippy brät die Burger und legt sie dann selbstständig auf die bereit liegenden Burgerbrötchen. Mit Hilfe von Wärmebildkameras erkennt der Roboter, welche Burger bereits durch sind. Ein menschlicher Kollege stellt die Burger dann fertig. Und natürlich nimmt derzeit auch noch ein Mensch die Bestellungen entgegen, auf die hin Flippy die Burger brät. Doch der Bestellvorgang wird bei einigen Burgerbratern wie McDonalds ohnehin schon automatisiert. Übernimmt dann auch noch das Burgerbraten ein Roboter, so ist nur noch für die Fertigstellung (Salatblatt und Tomate auf das Fleisch legen) und die Ausgabe ein Mensch erforderlich. Und selbst diese Arbeitsschritte dürfte man ohne Probleme bald automatisieren können. Dann wäre der Weg frei für die Menschen-freien Burgerbraterei.

Whatsapp Beta: Löschen von Nachrichten länger möglich

Wer versehentlich eine Nachricht oder ein Bild über WhatsApp an einen Kontakt gesendet hat, kann diesen Patzer seit Ende 2017 auch nachträglich widerrufen. Im Idealfall wird der Inhalt dann gar nicht erst zugestellt. Für die nachträgliche Löschung bleibt Anwendern aber nur ein Zeitfenster von sieben Minuten nach dem Absenden. Diese Einschränkung wurde in der aktuellen Testversion von Whatsapp verändert: In der Beta-Version 2.18.69 ist das Löschen von Nachrichten für einen Zeitraum von 4096 Sekunden möglich. Ein Missgeschick in Form eines falschen Empfängers oder einer Nachricht in einer falschen Gruppe kann also bis zu 68 Minuten nach dem Abschicken wieder gelöscht werden.

Die erweiterte Löschfunktion ist bislang nur in der Beta von Whatsapp für Android enthalten. In die iOS-Fassung muss das Feature noch integriert werden. Wann es auch in der finalen Version des Messengers zur Verfügung steht, bleibt offen. Die Betreiber probieren immer wieder neue Funktionen aus, die es meist auch in die finale Fassung schaffen. Wer sich die Beta auf seinem Android-Gerät installieren möchte, muss allerdings noch mit Abstürzen rechnen. Speziell beim Verschicken von GIF-Grafiken können laut Google noch Fehler auftreten. In der nächsten Beta-Version soll dies nicht mehr passieren.

Zweite Sicherheitsfirma behauptet: Wir können iPhone X knacken

Vor Kurzem hat das Sicherheitsfirma Cellebrite behauptet , beliebige iPhones entsperren und auslesen zu können. Jetzt bietet schon die zweite Firma, das US-Startup Grayshift , Behörden diese Dienstleistung an. Dabei ist das Unternehmen sogar deutlich günstiger: Für 15 000 US-Dollar erhält man ein Tool namens GreyKey, das auf 300 iPhone-Entsperrungen begrenzt ist. Dabei handelt es sich um eine Online-Anwendung, die Offline-Version kostet 30 000 US-Dollar und kommt ohne Nutzungslimit. Unterstützt werden laut " Forbes " vorliegenden Angeboten iOS 10 und iOS 11, Kompatibilität mit iOS 9 sei geplant. Auch iPad Pro und iPhone X werden unterstützt, in Kürze auch iPhone 5 und iPhone 5C. Laut einer Quelle von "Forbes" soll bei einer Vorführung ein iPhone X erfolgreich entsperrt worden sein, das Angebot wirkt auf uns sehr glaubwürdig. Die Mitarbeiter und Gründer des Unternehmens sind keine Unbekannten, so handelt es sich laut Recherchen wohl um einen ehemaligen Apple-Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen wie Endgame und Optiv, die für die NSA und andere Behörden tätig waren.

Vermutlich nutzt das Tool wie die Anwendung von Cellebrite nicht bekannte Schwachstellen von iOS. Möglicherweise ist es dem Unternehmen sogar gelungen die Secure Enclave zu überlisten, da auch Passwörter überlistet und das Kopieren aller iPhone-Daten möglich ist. Brute-Force-Attacke auf ein gesperrtes iPhone sind sonst allenfalls mit Ausprobieren möglich, was äußerst zeitaufwendig ist. Sowohl von Apple als auch der Firma Greyshift waren bisher keine Kommentare zu erhalten. Findet und behebt Apple allerdings die zugrundeliegenden Systemfehler, ist die Software nutzlos. Allerdings verspricht Grayshift laufende Anpassungen an neue Systemversionen von iOS – man verspricht also, Apple immer einen Schritt voraus sein.

Unsere Meinung : Es bestätigt sich wieder, dass Sicherheitslücken von iOS mittlerweile zu wertvoll sind, um sie einfach Apple zu verraten. Langfristig ist diese Entwicklung bedenklich. So arbeiten die Sicherheitsfirmen doch nicht nur für Behörden, sondern ausdrücklich auch für private Unternehmen. Was Sicherheit betrifft, könnte sich hier eine echte Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickeln.

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