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Morgenmagazin vom Mittwoch, 8. August 2018

08.08.2018 | 07:07 Uhr |

EU prüft Gesetz für einheitliche Ladegeräte +++ Apple Music mit neuem Freunde-Mix +++ Apple antwortet US-Senat auf Fragen zum Datenschutz +++ Samsung stellt günstige 4-Terabyte-SSD vor +++ Fast niemand kauft über Alexa ein +++ Mobiles Bezahlen bei Volksbanken ab 13. August möglich

8. August: Feiertag

Wir wünschen allseits  einen Guten Morgen! Einwohner anderer Bundesländer schauen oft neidisch auf Bayern ob der vielen Feiertage, die nur dort - oder in wenigen anderen Gegenden - begangen werden. Fronleichnam etwa. Oder Mariä Himmelfahrt. Aber neidisch blickt sogar der Bayer heute auf die Stadt Augsburg, die wie seit 1650 in jedem Jahr das Friedensfest begeht.

Vor Ausbruch des dreißigjährigen Krieges hatten sich die Augsburger sich für die Gleichberechtigung der Konfessionen entschieden, nach 1618 war das Verdikt hinfällig und die katholische Mehrheit unterdrückte die protestantische Minderheit. Bis im Jahr 1632 die Schweden die Stadt am Lech einnahmen. Erst der Westfälische Frieden von 1648 stellte den Religionsfrieden in Augsburg wieder her. Keine schlechte Idee, daran in jedem Jahr zu erinnern.

Die Katholiken sind in der ehemaligen Reichsstadt Augsburg weiterhin in der Mehrheit, weswegen auch der kommende Mittwoch, der 15. August, ein gesetzlicher Feiertag ist. Denn nicht ganz Bayern hat nächste Woche einen Feiertag in der Mitte, sondern nur die Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung. In vielen Gegenden Frankens ist der nächste Mittwoch ein ganz normaler Arbeitstag. Bei uns in München nicht, weswegen wir uns eine Auszeit gönnen werden und das Morgenmagazin an jenem Mittwoch ausfallen wird. Aber stellen Sie sich mal vor, wir wären alle Augsburger. Dann gäbe es auch heute nichts zu lesen…

Und das wäre schade. Denn am diesem 8.8. müssen wir natürlich auch noch daran erinnern, dass die Ziffer 8 im chinesischen eine Glückszahl ist. Nicht von ungefähr wurden auch heute vor zehn Jahren, am 8.8.08 um 8.08 Uhr abends die Olympischen Spiele von Peking eröffnet.

Weniger glücklich waren aber die Studenten, die am 8.8.88 in Birma, das heute Myanmar heißt, einen Aufstand gegen die Militärdiktatur anstießen. Die alte Elite erhielt sich or 30 Jahren die Macht nur mit Waffengewalt, doch der Schrei nach Freiheit ist nicht zu überhören, wenn er einmal ausgestoßen wurde. Myanmar ist heute beinahe eine Demokratie in deren Verfassung die alten Machthaber etliche Sperrklauseln einbauen ließen.

Weit friedlicher war der 8. August hingegen im Jahre 1969 in London, als ein weltberühmtes Foto entstand, das vier Männer zeigt, die im Gänsemarsch ein Straße auf einem Zebrastreifen überqueren. Der Name der Straße: Abbey Road. Der Grund für das Foto: Ein neues Musikalbum gleichen Namens der vier Herren, die da schreiten. Die Namen der Herren: John, Ringo, Paul und George. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch:

Initiative: Ladegeräte lassen sich nicht vereinheitlichen Die freiwillige Verpflichtung von 14 Firmen aus dem Jahr 2009 - Apple und Samsung waren auch dabei - ein einheitliches Format für Stromadapter von Handys zu schaffen, hat nicht gegriffen, im Jahr 2012 lief sie aus und anstatt auf Micro-USB umzusteigen, führte Apple in jenem Jahr seinen proprietären Standard Lightning ein. Die EU-Kommission will nun laut eines Reuters-Berichts überprüfen, ob ein Gesetz notwendig werden könnten, das Hersteller zu einem einheitlichen Standard zwingt. Das Verfahren dürfte sich aber über derart lange Zeit hinziehen, dass die heute neuen Methoden bis dahin schon wieder veraltet sein werden. Für Lightning etwa gibt es heute nach wie vor viele gute Gründe, mit dem Aufkommen induktiven Ladens könnte sich das Kabel aber in einigen Jahren  als überflüssig erweisen.

Mehr Musik: Apple Music baut seine Empfehlungen aus und fügt den drei automatisch generierten Wiedergabelisten Chill-Mix, Favoriten und Neue Musik eine vierte hinzu: Freunde-Mix. Diese erscheint jeweils montags neu und führt 25 Titel auf, die zu den Lieblingssongs der Leute gehören, mit denen man sich über Apple Music vernetzt hat. Der Mix erscheint jedoch nur, wenn man eine gewisse Mindestanzahl an Freunden in Apple Music gefunden hat.

Antwort: Apples  Direktor für Beziehungen mit Bundesbehörden Timothy Powderly hat eine Anfrage des Senats zum Schutz der Privatsphäre der Kunden beantwortet. In dem Schreiben betont Powderly, Apples Kunden seien nicht das Produkt, sondern der Schutz derer Daten essentiell. Wann immer man Daten erhebe, geschehe das in transparenter Weise, Daten würden von den Kunden auch getrennt und anonymisiert.  Schon auf den Geräten würden die Daten soweit verarbeitet, dass sich die aufgesammelte Datenmenge reduziere. Powderly erklärt auch in dem Schreiben, wie Apples Ortungsdienste funktionieren, die Daten-Policy Apples und dass Siri die Mikrophone der Apple-Geräte nicht verbotener Weise benutzt, um Kunden zu belauschen.

Aus anderer Sicht: Über Steve Jobs wurde vermutlich schon alles gesagt und geschrieben, nur noch nicht von jedem. Eine spezielle Sicht der Dinge bietet nun die am 4. September erscheinende Autobiographie der unehelichen Tochter Lisa Brennan-Jobs, die lange um die Anerkennung ihres leiblichen Vaters zu kämpfen hatte. Dieser hatte erst nach einem Vaterschaftstest Unterhalt bezahlt, Lisa und ihre Mutter Chrissie lebten lange in großer Armut, während Steve Jobs zum Milliardär wurde. Das Magazin Vanity Fair hat am Wochenende einen ersten Auszug aus dem Buch veröffentlicht, in dem die heute 40-jährige Lisa Brennan-Jobs an einer Abrechnung mit dem Vater versucht, wie die Süddeutsche Zeitung  anhand erster Kritiken befindet. Das Buch mit dem Titel „Beifang - Eine Kindheit wie ein Roman“ über das ambivalente Tochter-Vater-Verhältnis dürfte aber recht interessante Einblicke auf den privaten Steve Jobs bieten, der seiner Tochter immerhin das Studium finanzierte, sie auch eine Zeit bei sich und seiner Frau Laurene Powell-Jobs wohnen ließ und vor allem einen Computer nach ihr benannte: Die Apple Lisa. Doch selbst dieses hat Jobs lange geleugnet.

Samsung stellt günstige 4-Terabyte-SSD vor

Samsung produziert nun SSDs mit 4 Terabyte Speicherkapazität, wie das Unternehmen mitteilt , die so günstig gebaut werden, dass sie auch für "normale" Endanwender erschwingbar sind. Zielgruppe sind also nicht Unternehmen. Die 4-Terabyte-SSD basiert auf den 1-Terabit Flash-Chip, den Samsung vor knapp einem Jahr präsentiert hatte. Insgesamt stecken in der SSD 32 Stück davon. In der SSD steckt außerdem zum ersten Mal "industrieweit" eine 4-bit V-NAND Speichertechnologie.

Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der SATA-basierten 4-TB-SSD gibt Samsung mit 540 Megabyte pro Sekunde und 520 Megabyte pro Sekunde an. Damit sind die SSDs schnell genug, um 4K-Videos aufzuzeichnen und abzuspielen. Neben einer 4-TB-SSD wird es noch in diesem Jahr auch Modelle mit 1 Terabyte und 2 Terabyte geben.

Zum konkreten Preis äußert sich Samsung nicht. Er dürfte aber deutlich unter den mehr als 1.000 Euro liegen, die Samsung für die 4-TB-SSD Samsung 850 Evo verlangt. Interne herkömmliche Festplatten mit 4 Terabyte sind dagegen bereits für um die 100 Euro verfügbar.

Fast niemand kauft über Alexa ein

Entgegen den Hoffnungen von Amazon, Google und Co. werden smarte Lautsprecher wie Amazon Echo und Google Home nur von sehr wenigen Nutzern zum Online-Shopping verwendet. Das will das IT-Magazin The Information in dieser Woche aus brancheninternen Quellen erfahren haben. Dem Bericht zufolge haben in diesem Jahr lediglich zwei Prozent aller Amazon-Alexa-Nutzer über die digitale Assistentin eine Online-Bestellung getätigt.

Ein Großteil der Alexa- und Google-Home-Besitzer nutzt die stationären Assistenten für alltägliche Aufgaben wie etwa Musik hören, den Wetterbericht abfragen oder Timer setzen. Hersteller wie Amazon und Google hatten sich bei der Markteinführung ihrer Geräte auch erhofft, dass Alexa- und Google-Home-Nutzer per Sprachbefehl shoppen würden, dieser Plan scheint jedoch nicht aufzugehen. Der Drang, Impulskäufe per Conversational Commerce zu tätigen scheint bei den Endkunden geringer zu sein, als von den Konzernen vermutet. Laut The Information hätten bislang mehr als eine Million Kunden Online-Einkäufe per Sprachbefehl ausprobiert, doch gerade mal ein Zehntel von ihnen, habe nach dem ersten Versuch eine weitere Bestellung getätigt.

Mobiles Bezahlen bei Volksbanken ab 13. August möglich

Wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bekannt gibt , starten ausgewählte Volksbanken und Raiffeisenbanken am 13. August 2018 das mobile Bezahlen per Smartphone. Unterstützt werden girocard, Visa und Mastercard. Insgesamt 85 Prozent aller Genossenschaftsbanken in Deutschland werden ihren Kunden ab Mitte August die Zahlung per Smartphone ermöglichen. Die übrigen Institute sollen dann im nächsten Jahr nachziehen. Ob die Hausbank die neue Zahlungsmethode unterstützt, erfahren Kunden direkt in ihrem Kreditinstitut. Alle teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken wollen ihre Kunden kurz vor dem Start zudem noch einmal detailliert über das Bezahlen per Smartphone informieren.

Das Bezahlen per Smartphone funktioniert bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken über die VR-Banking-App. Hier kann eine digitale Bankkarte bestellt und geladen werden. Diese installiert dann eine zweite App namens „Digitale Karten“ auf dem Handy. Diese oder die VR-Banking-App muss für den Bezahlvorgang an der Kasse geöffnet werden. Das Prinzip funktioniert hier auch ohne bestehende Internetverbindung. Voraussetzung ist ein NFC-fähiges Smarthone, dessen Chip dann zum Bezahlen an den entsprechenden Terminal im Einzelhandel gehalten werden kann. Die Eingabe der PIN ist nur bei Beträgen über 25 Euro erforderlich. 

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten außerdem eine „ExpressZahlung“ an. Mit dieser wird die digitale Bankkarte als Standardkarte zum Bezahlen voreingestellt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Methode, müssen hierfür nicht extra die VR-Banking-App oder die App Digitale Karten geöffnet werden. An der Kasse genügt es, lediglich das Smarthone-Display freizuschalten.

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