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Morgenmagazin vom Montag, 13. August 2018

13.08.2018 | 09:10 Uhr |

Forscher: Blaues Licht von Bildschirmen kann blind machen +++ Apple widerspricht Steuerbescheiden +++ Intel: "Lineal"-SSD mit 32 TB Speicherkapazität +++ Samsung: Spotify künftig auf allen Geräten vorinstalliert +++ Twitter löscht Videos und Beiträge von Alex Jones

Wir wünschen allseits einen Guten Morgen! Wir geben zu, dass wir manche unserer Texte nicht "einfach so mit links" schreiben, sondern manchmal gewaltige Mühe dahinter steckt, die man dem locker-flockigen, nützlichen und informativen Text nicht mehr ansieht. Am heutigen Linkshändertag machen wir aber mal eine Ausnahme...

Die Redensart "etwas mit links" zu erledigen, stammt vermutlich aus jenen Zeiten, als im europäischen Kulturkreis nur die rechte Hand als die "richtige" angesehen war. Dass sich etwas anscheinend einfaches "mit links" erledigen lässt, enttarnt aber auch gleich einen Denkfehler aus jener Zeit. Denn wer als Linkshänder geprägt war, tat sich eben verdammt schwer damit, sich "auf rechts" umerziehen zu lassen.

Linkshändigkeit ist heute glücklicherweise nur noch für die ein Problem, die mit triefenden Tintenschreibern von links nach rechts schreiben müssen, Ex-Präsident Barack Obama musste das jedes Mal beim Unterzeichnen eines Gesetzes erleben - wie es auch seinen Vorgängern Bill Clinton und George Bush Senior erging. Aber nur weil heute ein Präsident wieder mit rechts unterkrakelt, wird das nicht automatisch richtig.

Anders als Füller ist jedes Werkzeug mit Chiralität auch für Linkshänder verfügbar, Dosenöffner, Scheren und dergleichen. Auch asymmetrische Musikinstrumente gibt es in speziellen Ausführungen, nur sind die meist etwas teurer. Paul McCartney arbeitete noch mit einem symmetrischen Höfner-Bass, ein solcher steht auch in unserem Studio. Aber Kurt Cobain wollte in Seattle Stratocaster spielen und soll seine Gitarren wegen der hohen Preise für Linkshänderversionen zunächst selbst umgebaut haben soll, nicht unbedingt fachgerecht. Damit war dann nur ein Sound möglich, der in den frühen Neunzigern als Grunge Schockwellen durch die Musikszene schickte.

Auch ein anderer prominenter Linkshänder wirkte vor allem in Seattle, Bill Gates. Mit links schließlich hat auch Anfang des 20sten Jahrhunderts Albert Einstein seine Formeln entwickelt und niedergeschrieben. Die Mär, Linkshänder seien besonders intelligent, ist so aber nicht haltbar. Im Fußball und Handball sind sie für Spezialaufgaben auf den Außenpostionen besonders begehrt, im Tennis gar gefürchtet. John McEnroe ist ein solches Beispiel, er hat in Wimbledon nicht nur wegen seiner Schimpftiraden Björn Borg genervt, sondern auch mit links geschlagenen Bällen. Rafael Nadal, derzeit einer der besten Tennisspieler, hat als Rechtshänder gar von Anfang an auf links umgeschult. Mit der beidhändig geschlagenen Rückhand kommt er damit effektiv auf zwei Vorhände. Und Angelique Kerber - eigentlich auch eine Rechtshänderin, hat das Racket auch von Anfang an mit links gegriffen.

Sprich: Am Weltlinkshändertag kann man sich davon verabschieden, dass "links" ein Synonym für "falsch" ist. Nur machen politische Systeme, die sich selbst als links bezeichnen dadurch nicht alles recht. Die Mauer, die am 13. August vor 57 Jahren in Berlin errichtet wurde, ist ein Beweis dafür. Glücklicherweise ist der Wall seit letztem Jahr länger Geschichte, als er je stand. Als "The Berlin Wall" ist nun nur noch der in England spielende Innenverteidiger Robert Huth bekannt. Der kommt übrigens aus Ost-Berlin und "durfte" die Mauer noch fünf Jahre lang "bewundern". Linkshänder ist er aber nicht. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Einspruch: Laut eines Berichts des San Francisco Chronicle erhebt Apple in seinem Heimatbezirk des Santa Clara County die meisten Widersprüche gegen seine Steuerbescheide. Derzeit seien 489 Fälle anhängig, die bis in das Jahr 2004 zurück datieren und Werte von 8,5 Milliarden US-Dollar für Apples Liegenschaften disputieren. So setzt Apple etwa für Grundstücke rund um den Apple Park einen Wert von 200 Millionen US-Dollar an, während die Steuerbehörden eine Milliarde US-Dollar für einen angemessenen Wert halten und entsprechend den Steuerbescheid ausgestellt haben. Apple ist aber auch der größte Steuerzahler im County, führt das Blatt weiter aus, im Steuerjahr 2017/18 zahlte Apple 56 Millionen US-Dollar.

Nachgelegt: Der Politiker und Aktivist Ralph Nader hat erneut Apple dafür kritisiert, wie der Konzern sein Geld ausgibt. Anstatt hunderte Millionen in Aktienrückkäufe zu investieren, hätte Apple auch mehr Mitarbeiter einstellen oder die Löhne von Fabrikarbeitern erhöhen können. Obwohl Apple bereits viel für das Recycling seiner Produkte getan habe, erwartet Nader auch in diesem Bereich mehr Anstrengungen. Zudem lässt er sich dazu verleiten, das iPhone als "überteuert" zu bezeichnen, das "wening produktiv" sei. Gleichzeitig räumt er ein, keinerlei Apple-Geräte zu nutzen.

Studie: Den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen ist gewiss nicht gesund, doch Forscher der Universität von Toledohaben herausgefunden, dass der Blauanteil des von Smartphones, Laptops und Tablets emittierten Lichts gar zu Blindheit führen kann. Denn dieses Licht schädige die Netzhaut auf molekularer Ebene, indem es darin enthaltene Substanzen zu Zellgiften mutieren lasse. Diese könnten zu einer  Makuladegeneration und schließlich Blindheit führen. Licht anderer Wellenlängen sei hingegen nicht schädlich.

Weitere Nachrichten:

Intel: "Lineal"-SSD mit 32 TB Speicherkapazität

Intel stellt mit der Intel SSD DC P4500 eine SSD vor, die die Größe eines handelsüblichen 30-Zentimeter-Lineal besitzt. Auf engstem Raum passen allerdings bis zu 32 Terabyte an Daten. Das entspricht, wie Intel vorrechnet, der dreifachen Menge an gedruckten Daten, die sich in der US-Kongressbibliothek finden.

Laut Angaben von Intel handelt es sich um Intels Laufwerk mit der bisher größten Speicherdichte. Dabei kommt Intels 3D-NAND-Technologie zum Einsatz, bei der die Speicherzellen übereinander in sehr dünnen Lagen positioniert sind, anstatt wie sonst nur nebeneinander. Im Falle vom P4500 befinden sich die Speicherzellen in insgesamt 64 Schichten.

Der Lineal-Formfaktor hat Vorteile, wie Intel betont. Im Vergleich zu einer herkömmlichen SSD benötigen die Lineal-SSDs nur die Hälfte des Luftstroms, um kühl zu bleiben.

Und im Vergleich zum Festplattenspeicher verbrauche der 3D-NAND-Speicher nur ein Zehntel der Leistung und nur ein Zwanzigstel des Platzes.

In Rechenzentren können bis zu 32 dieser Lineal-SSDs positioniert werden, wodurch ein nur einzelner Server-Slot mit 1 Petabyte Speicherplatz belegt wird. Sowohl IBM als auch Microsoft und Tencent wollen diese neuen Lineal-SSDs in ihren Cloud- und Rechenzentren einsetzen.

"Ältere Laufwerke erzeugen viel Wärme. In den meisten Rechenzentren von heute sind die größten Einzelkosten die Klimatisierung, um sie kühl zu halten", so Intel. Entsprechend groß sei der Vorteil der Lineal-SSDs.

Samsung: Spotify künftig auf allen Geräten vorinstalliert

Der südkoreanische Hersteller Samsung kooperiert künftig mit dem Musik-Streaming-Anbieter Spotify. Auf allen neuen Samsung-Geräten soll die App von Spotify ab sofort vorinstalliert sein. Den Anfang machen das Galaxy Note 9 sowie der smarte Lautsprecher Galaxy Home , auf beiden Geräten können sich Nutzer direkt nach der Inbetriebnahme mit ihrem Spotify-Konto anmelden oder einen neuen Zugang registrieren. Auch auf den smarten Fernsehgeräte von Samsung steht über die App "SmartThings" der Zugang zu Spotify bereit. Dies ermöglicht eine praktische Neuerung: Wer mit seinem Samsung-Smartphone das Haus betritt, kann seinen Spotify-Stream direkt auf einem anderen Gerät wie einem TV oder Lautsprecher weiterlaufen lassen.

Die auf einer Vorstellung des Note 9 in New York angekündigte Zusammenarbeit mit Spotify ließ den Kurs des Streaming-Anbieters nach oben schnellen. Im Zeitraum weniger Stunden kletterte der Aktienkurs um bis zu 6,5 Prozent nach oben. Eine Spotify-Aktie kostet mittlerweile knapp 163 Euro. Samsung ist der weltweit größte Smartphone-Hersteller. Darüber hinaus bietet das Unternehmen aber auch viele andere Geräte an, die sich für eine Kooperation mit Spotify eignen würden, darunter TV-Geräte, smarte Lautsprecher oder Tablets. Genaue Hintergründe zur Kooperation liegen nicht vor.

Twitter löscht Videos und Beiträge von Alex Jones

In der vergangenen Woche verbannten Facebook, Apple und Youtube den Verschwörungstheoretiker Alex Jones und sein alternatives Nachrichtenportal "InfoWars" von ihren Plattformen . Nachdem sich der Micro-Blogging-Dienst Twitter anfangs geweigert hatte, zieht CEO Jack Dorsey nun doch nach . In dieser Woche löscht nun auch Twitter einige Tweets und Videos von Alex Jones und "InfoWars". Die Lösch-Aktion folgt als mutmaßliche Reaktion auf einen CNN-Bericht , dem zufolge zahlreiche von Jones‘ Beiträgen gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter verstoßen. Dorsey hatte sich in den vergangenen Tagen geweigert, Jones Beiträge und Videos zu löschen, da sie dem Twitter-CEO zufolge nicht gegen die Richtlinien der Plattform verstoßen hätten. Eine genauere Untersuchung der Tweets und Videos seitens Twitter scheint nun zu einem anderen Ergebnis gekommen zu sein.

Alex Jones‘ Portal "InfoWars" zählt in den USA zu den reichweitenstärksten Alternativmedien. Das Portal und sein Betreiber waren immer wieder mit überaus gewagten Thesen und Verschwörungstheorien aufgefallen. "InfoWars" behauptet unter anderem, dass der Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule mit Schauspielern inszeniert worden sei oder die Anschläge vom 11. September eigentlich von der US-Regierung selbst durchgeführt wurden.

Apple hatte in der vergangenen Woche schließlich den Podcast von Alex Jones aus dem iTunes Store und der Podcast-App entfernt. Wenig später zogen Facebook, Youtube und Spotify nach, die ebenfalls alle Inhalte von Alex Jones und "InfoWars" löschten. Bei Twitter durfte der Chemtrails-Verfechter bislang jedoch munter weiter posten.

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