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Morgenmagazin vom Montag, 13. Februar 2017

13.02.2017 | 07:02 Uhr |

Cook schwärmt wieder über AR - und wettert gegen Fake-News +++ Prince bei Apple Music +++ Bezos: Alexa keine Einkaufsassistentin +++ 45-Millionen-Euro-Klage: Uber soll seine Ehe ruiniert haben +++ Telekom erhöht Datenvolumen für Prepaid-Tarife +++ Valve arbeitet an drei Spielen für VR

13. Februar: Raised on Radio

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wir hoffen, Sie wurden heute früh sanft, aber nicht zu sanft geweckt. Vielleicht auch ein bisschen stürmisch, aber nicht zu stürmisch. Derzeit fällt es noch schwer, von selbst aufzuwachen, denn so richtig hell wird es erst zu Uhrzeiten, zu denen die meisten von uns schon unterwegs sein müssen. Oder zu denen das Macwelt-Morgenmagazin erscheint. Der klassische Wecker mit den beiden Glocken die von einem in irrem Tempo hin und her schwingenden Hammer zum Brüllen gebracht werden, haben bei den meisten ausgedient. iPhone und Apple Watch bieten eine Reihe sanfterer, aber dennoch bestimmter Wecktöne und Vibrationen an. Viele lassen sich aber vom Radiowecker aus dem Schlummer holen. Wenn dessen Uhr genau geht, dann wird er womöglich genau dann laut, wenn die Pieptöne zu Beginn der Morgennachrichten ertönen. In anderen Fällen landen wir mitten in der Werbung, die uns nicht selten vor Schreck in die Höhe schießen oder das Radion in Ecke pfeffern lässt.

Aber manchmal passt es und ein Song, den man recht gut leiden kann, begleitet einen in den Tag. Oder eine interessante Info über Geschehnisse aus der letzten Nacht vorgetragen von einem kompetenten und wachen Moderator. Die der diversen Morningshows wirken nur so aufgedreht, weil wir es einfach noch nicht sind. Außerdem: Warum sollten die Damen und Herren von der Frühschicht einschläferndes Programm machen, wenn es ans Aufstehen geht? So manche Munterkeit geht im Wachzustand vielleicht nur als platter Scherz durch ist in der Früh aber durchaus angebracht.

Seien Sie also nicht zu streng mit ihrem Morgenmoderator im Speziellen und mit ihrem Radiosender im Allgemeinen. Gerade heute nicht. Der 13. Februar ist Welttag des Radios, an die Gründung des ersten UN Radios erinnernd. Die vereinten Nationen setzten damit ein wichtiges Zeichen, nur gut ein Jahr nach dem Ende der Schreckensherrschaft in Deutschland, deren Aufstieg nicht zuletzt dem damals neuen Medium Radio zu verdanken war. Das Medium ist von allen für alle und nicht nur ein Kanal der Herrschenden, die ihr Volk zu bloßen Befehlsempfängern degradieren. Auch heute wissen gewisse Leute neue Medien für sich zu nutzen, schneller, als das Etablierten möglich ist. Nicht immer kommt dabei etwas sinnvolles raus.

Radio ist aber viel mehr als das manchmal zu muntere Geplapper aufgeweckter Moderatoren. Gerade bei aktuellen Ereignissen gibt es kaum ein zuverlässiges Medium, das schneller ist. In der sehr unklaren Lage am Abend des 22. Juli 2016 in München war es vor allem den Radiosendern gelungen, bei der Berichterstattung zwischen Gründlichkeit und Schnelligkeit auszubalancieren, während andere Berichte noch von Panik dominiert waren oder zu wenig bewertbare Fakten hatten. Radio bringt uns abseits der Hauptsendezeiten - auch hier herrscht das Diktat der Reichweite - oft Musik, die wir anderweitig nicht entdeckt hätten. Oder Gespräche mit hochinteressanten Menschen, die wir sonst nie verfolgen würden.

Große Kunst findet man indes nur noch selten, wenngleich das ein oder andere Hörspiel uns einerseits aufhorchen und andererseits die Glotze aus dem Fenster werfen lässt. Was da aber heute vor 70 Jahren erstmals über den Funk kam, ist ein Stück zu Unrecht vergessener Weltliteratur. Der NWDR strahlte am 13. Februar in einer Weltpremiere das Drama "Draußen vor der Tür" des an Leib und Seele geschädigten Kriegsheimkehrers Wolfgang Borchert aus. Auch wenn uns die Morgensendung im Radio heute wieder ob ihrer erfrischenden Zweckmäßigkeit gefallen hat - eine solche Sendung wäre heute wichtiger denn je. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Bessere Musik: Was das Musikprogramm betrifft, hat iTunes das Radio längst abgelöst. Ist die eigene Bibliothek groß genug und lässt man die Titel in zufälliger Reihenfolge abspielen, ist das überraschender als das Radioprogramm. Dennoch hat der Pionier für digitale Musik Apple in den letzten Jahren in Sachen Musik ein wenig geschlampt, dass der iPod von iPhone und iPad verdrängt wurde ist dabei nur ein Nebenaspekt. Dan Moren hat drei konkrete Forderungen, wie Apple die Musik auf dem Mac wieder großartig machen könnte. Vor allem müsste endlich eine Aufteilung von iTunes in mehrere Programme erfolgen, Airplay benötigte ein technologisches Update, damit es mit Multiroomsystemen wie von Sonos mithalten könne und vernünftige Lautsprecher, wie sie Apple einst mit Harman Cardon für den Cube und den iMac G4 entwickelt hatte, wären auch mal wieder eine Sache.

Mit Prince: In der Nacht zum Montag wurden in Los Angeles die Grammys verliehen, aus diesem Anlass kehrt die Musik von Prince wieder in Streamingservives neben Tidal zurück. Die Werke des im April vergangenen Jahres überraschend verstorbenen Künstlers sind nun bei Apple Music zu hören, auch Spotify - das in den vergangenen Wochen mit purpurnen Plakaten die Maßnahme angedeutet hatte - und Napster bieten Princes Alben an.

Schwärmerei: Tim Cook äußert sich erneut positiv über Augmented Realitiy (AR). Die Technologie habe das Potential, das Leben vieler Leute zu verbessern, meinte er im Interview mit dem Independent. So wie sich auch das iPhone nicht an bestimmte Zielgruppen oder Märkte richte, sondern für jedermann da sei, könne sich auch AR als "riesig" erweisen. Hinweise auf konkrete Produkte gab Cook keine, seit einigen Wochen drehen sich jedoch Spekulationen um ein gemeinsames AR-Projekt mit Carl Zeiss.

Gegenmaßnahme: In einem anderen Interview mit der britischen Zeitung The Daily Telegraph zeigte sich Tim Cook besorgt über die zunehmende Verbreitung von Fake News. Diese bewusst gestreuten Falschmeldungen würden die Gedanken der Menschen vergiften, Technikunternehmen seien dazu aufgefordert, in "einer massiven Kampagne" Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nutzer von Online-Medien und sozialen Netzen hätten immer mehr Schwierigkeiten, auf Fakten basierte Nachrichten von als Wahrheiten gestreute Verleumdungen zu unterscheiden. Selbst das von Trumps Sprecherin erfundene Bowling-Green-Massaker hätte ein gutes Viertel der Leute geglaubt und als Argument für das Einreiseverbot für Iraker akzeptiert.

Missverständnis: Amazons Lautsprecher Echo mit der intelligenten Assistentin Alexa ist laut Aussagen von Amazon-Chef Jeff Bezos im Interview mit Billboard nicht in erster Linie ein Einkaufsterminal für das große Internetkaufhaus, sondern eine Maschine die in der Lage sein soll, Smart Homes zu steuern. Für das Einkaufserlebnis biete Alexa zu wenig, über den Echo lassen sich allenfalls Verbrauchsmaterialien nachbestellen oder andere Produkte, bei denen man keine große Auswahl benötigt. Der Echo mit Alexa sei also auch nicht viel mehr als ein Dash-Button, was das betrifft. Sonst käme Shopping nicht ohne Bildschirm aus. Stattdessen würden die Nutzer von Alexa immer mehr versuchen, wie sie den Lautsprecher als zentralen Ansprechpartner für die Steuerung von allerlei Geräten im Haushalt einsetzen könnten.

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Ein Geschäftsmann von der französischen Côte d'Azur verklagt die Fahrer-Vermittlung Uber in dieser Woche auf Schadenersatz in Höhe von 45 Millionen Euro. Der Grund: Ein Bug in der Uber-App soll seine Ehe ruiniert haben.

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Der Leistungsumfang der Prepaid-Tarife der Deutschen Telekom wurde in dieser Woche aufgestockt . Zwei der insgesamt vier Magenta-Mobil-Start-Tarife warten nun ohne Aufpreis mit mehr ungedrosseltem Datenvolumen auf.

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