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Morgenmagazin vom Montag, 15. Januar 2018

15.01.2018 | 07:09 Uhr |

Gartenberg: Apple soll zur CES +++ Apples Übernahmestrategie: Doch kein dicker Brocken? +++ Markt für Smart Speaker boomt +++ Apple kauft OLED-Markt leer - Mikro-LED als neue Alternative? +++ Skype erhält Ende-zu-Ende-Verschlüsselung +++ Bitdefender Home Scanner testet Heimnetz auf Schwachstellen +++ E-Autos & E-Bikes: So steigern Sie die Reichweite im Winter

15. Januar: Das flache Wunder

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Sie erinnern sich gewiss noch an die Zeit von vor etwa zehn Jahren? Apple hatte sich gerade aufgemacht, mit dem iPhone die Welt der Informations- und Telekommunikationsindustrie umzukrempeln, in den USA ließ ein bis dato unbekannter Senator aus Illinois Hoffnung wachsen in Berlin regierte Angela Merkel mit Hilfe der SPD. In der PC-Industrie hieß der ganz heiße Trend „Netbook“. Damit waren kleine und recht günstige Notebooks genannt, die man bequem überall mit hin nehmen konnte und die fast so viel konnten wie ein richtiger Computer. Im Jahr 2018 mischt Apple die Branche immer noch auf, in den USA verbreitet nun ein Präsident alles andere als Hoffnung und in Berlin regiert immer noch Angela Merkel – mit Hilfe der SPD. Von Produkten der Kategorie Netbook spricht aber niemand mehr. Es sei denn, im historischen Zusammenhang.

Wann genau das erste Netbook auf den Markt kam, ist nicht so eindeutig zu klären. Schon im Jahr 2000 hatte Psion ein kleines Notebook so genannt, so richtig Fahrt nahm die Kategorie aber im Jahr 2007 auf. Den Garaus bereitete Apple der Sparte aber am 15. Januar 2008 mit dem ersten Macbook Air.

Es gab einen Markt für ein ultramobiles Notebook, mit dem man die ein oder andere Mail schreiben oder die ein oder andere Website besuchen konnte. Nur zeigte bereits das iPhone im Jahr 2007 und ab 2010 das iPad, dass man für solch eingeschränkte Nutzungszenarien keine Tastatur und kein Trackpad benötigte - sondern den Client erstens noch schlanker bekäme und zweitens wesentlich leistungsfähiger. An Kameras hatte bei Netbooks niemand gedacht und auch nicht daran, dass man die Geräte gerne auch außerhalb des eigenen WLAN nutzen möchte.

Was ein richtiger Computer aber können sollte, konnte damals nicht einmal Apple auf Smartphone oder Tablet darstellen, die Netbook-Hersteller aber auf ihren Geräten auch nicht. Dass der Bedarf für ein noch leichteres und kleineres Notebook als es das Powerbook 12 Zoll gewesen war, aber besteht, war Apple sehr wohl klar. Nur wehrte sich Steve Jobs schon lange im Vorfeld der Macworld Expo 2008 gegen die Erwartung, dass ein solches Apple-Gerät nur um die 500 US-Dollar kosten würde. Cupertino kann nicht billig und will das auch nicht.

Was ein scheinbar gesunder und fitter Steve Jobs da aber auf der vorletzten MacWorld Expo in San Francisco zeigte, war ein echter Mac. Nur eben deutlich dünner und leichter, so dünn und leicht, dass man ihn am liebsten in einem Luftpostumschlag packen wollte, wie der erste Werbespot für das Macbook Air suggerierte.

Das „Air“ stand aber keineswegs für „Air Mail“, sondern für drahtlose Konnektivität des Gerätes. Will man so klein und flach bauen, muss man eben auf ein paar Dinge verzichten. Auf ein optisches Laufwerk etwa. Ersatzlos gestrichen, der erste Mac, bei dem das der Fall war. Auf eine Festplatte, das Macbook Air kam ausschließlich mit SSD-Speicher. Auf Schnittstellen mit Ausnahme eines USB-Ports, einer Audio-Buchse, einem Micro-DVI-Ausgang und dem Magsafe-Anschluss für das Netzteil. Aber kein Firewire, kein Ethernet, keine weiteren USB-Buchsen. Dafür eben drahtlose Verbindungen: WLAN und Bluetooth. Wer benötigt schon mehr als eine Peripherie, etwa für das Time-Machine-Backup? Oder wer will Akku, SSD oder Arbeitsspeicher schon austauschen oder erweitern? Also kann man alles schön fest miteinander verlöten und verkleben. Kein Gerät für Bastler, gewiss nicht.

Die zweieinhalb Jahre später vorgestellte erste Revision des Macbook Air brachte immerhin noch eine zweite USB-Buchse und eine zweite Grüße: Dem ohnehin schon kompakten 13.3-Zoll-Gerät stellte Apple noch eine 11,5-Zoll-Version daneben, der Einstiegspreis blieb aber weit über den 500 Dollar der Netbooks. Dafür hatte das Macbook Air von Anfang an ein vollwertiges Betriebssystem an Bord, eben die aktuelle Version von Mac-OS X, seinerzeit war das Version 10.5 Leopard.

Mittlerweile ist das Macbook Air aber auf dem Abstellgleis gelandet, das 11-Zoll-Modell offiziell aus dem Angebot genommen und die 13-Zoll-Fassung auch schon eine Weile nicht mehr angefasst. Das Ultranotebook-Konzept hat Apple mit dem Macbook ab 2015 noch auf die Spitze getrieben. Die haben neben der Kopfhörerbuchse und den Funkschnittstellen in der Tat nur noch einen einzigen Port, der aber sehr vielseitig ist. Steve Jobs mag vor zehn Jahren vor einer solchen radikalen Reduktion schon geträumt haben, nur war USB-C ich nicht marktreif. Während der Markt für Netbooks schon wieder in sich zusammenfiel. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Eines für alles: Apple hat mittlerweile eine weite Produktpalette, von der Apple Watch bis zum iMac Pro. Jedes der einzelnen iOS- und macOS-Produkte ist für bestimmte Zwecke optimiert, bei der Nutzug gibt es aber Überlappungen. Dan Moren fragt sich nun, ob es so etwas wie ein Mehrzweckprodukt geben könnte, das die Bedürfnisse von mobiler wie stationärer Nutzung gleichzeitig abdecken könnte, ein Gerät also für alles. Dieses wäre nich ohne Vorbild, die Nintendo Switch ist etwa eine Konsole sowohl für daheim für den großen Bildschirm als auch für unterwegs. Mit dem Powerbook Duo hat Apple selbst ein Vorbild in seiner eigenen Geschichte: Den Laptop konnte man zuhause in ein Dock stecken und hatte damit einen Desktop. Die Antwort auf seine rhetorische Frage gibt sich Moren aber selbst: Über ein Gerät wird Apple diesen Anspruch nicht befriedigen, dieses wäre nichts Halbes und nichts Ganzes. Stattdessen führt Apple seine Systemwelten aber immer enger zusammen und verstärkt die Verknüpfung über die iCloud - es wird dann letztlich egal sein, auf welchen Gerät man Daten bearbeitet, mobil wird das ein anderes sein als zu Hause oder im Büro.

Win-Win-Situation: Ebenso von der Vergangenheit träumt der Technikexperte Michael Gartenberg auf iMore. Die diesjährige CES hat ihm nämlich überhaupt nicht gefallen, trotz des Hypes um Amazon's Alexa und damit gesteuerte smarte Gerätschaften. Man habe auf der Messe in Las Vegas mehr Quantität als Qualität gesehen, das sei früher anders gewesen. Apple habe auch gar nicht anwesend sein müssen, um mit seinen eigenen Vorstellungen zum Jahresbeginn die Technik zu prägen. Die CES habe dagegen Microsoft nutzen können, sich und seine Produkte in den Vordergrund zu stellen, Bill Gates hatte seinerzeit etwa die Xbox in Las Vegas präsentiert. Microsoft könne man heute aber nicht mehr zutrauen, die CES mit einer Keynote zu prägen, von Apple könne man das aber sehr wohl noch erwarten. Nur müsste es sich da um mehr als eine Präsentation eines neuen Produktes handeln, sondern so wie früher um eine Art Regierungserklärung der Technologieindustrie. Eben so, wie die Keynotes von Bill Gates und Steve Jobs eben früher betrachtet wurden. Aber das war damals und ob Apple Interesse daran hat, die CES wieder zu beleben, sei dahin gestellt.

Gemachter Markt: Apple ist vermutlich weniger beunruhigt, dass Amazons Echo-Systeme und die Konkurrenz Google Home die diesjährige CES rockten, sondern eher davon angetan, dass der Markt für smarte Lautsprecher bereitet ist. Man muss nicht unbedingt der erste in einem neuen Segment sein, es ist entscheidend, das beste Produkt zu liefern. Diese Ansprüche stellt Apple mit dem HomePod, offen ist, ob die Rechnung so aufgeht. Doch ist das Interesse an Smartspeakern vor allem in den USA groß, wie nun auch eine Studie zeigt. Bereits jeder sechste Amerikaner nutzt derzeit eine Art von intelligentem Lautsprecher, legen die Ergebnisse von NPR and Edison Research dar. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr mehr als eine Verdoppelung. Die Installation eines Smartspeakers hat Folgen: Die Nutzer würden auch die Spracherkennung ihrer Smartphones öfter nutzen. In den Haushalten ersetzen die Speaker gerne das UKW-Radio, nehmen aber auch Nutzungszeit vom Smartphone weg. Für Apple ist vor allem interessant, dass 84 Prozent der Amerikaner noch keinen Smartspeaker aufgestellt haben und der Markt insgesamt stark wächst. Auch könnte Siri durch den HomePod attraktiver werden und besser – denn je mehr Siri genutzt wird, desto schneller lernt die KI, was all die Leute eigentlich von ihr wollen.

Übernahmen: Dass Apple Netflix übernehmen wolle, ist vermutlich nicht mehr als ein Gerücht und eine Phantasie von Analysten. Der Streamingservice, der sich gut zu Apples Ambitionen passen würde, hat derzeit einen Börsenwert von über 90 Milliarden US-Dollar, selbst für Apple ginge das ans Eingemachte. Doch hat das Unternehmen nun die Chance, das hauptsächlich außerhalb der USA gehortete Kapital für einen Steuersatz von 15,5 Prozent zurück nach Kalifornien zu holen und wesentlich mehr Geld für Firmenübernahmen als bisher auszugeben. Apple übernahm in den letzten Jahren vor allem kleinere Firmen, die 3 Milliarden US-Dollar kostende Akquise von Beats war da schon eine Ausnahme, die nächst größere war die von Shazam für 400 Millionen US-Dollar. Natalie Walters erklärt für The Motley Fool, dass ihrer Meinung nach Apple eher bei seiner Strategie bleibe, viele kleine Übernahmen zu tätigen, als dutzende Milliarden auf einmal auszugeben. Apple wolle lieber weiterhin eigene Produkte entwickeln, als etablierte Produkte und Services zu übernehmen.

Weitere Nachrichten:

Apple kauft OLED-Markt leer - Mikro-LED als neue Alternative?

Schon im nächsten Jahr wird Apple wohl knapp 200 Millionen iPhones mit OLED-Display verkaufen, neben dem iPhone X bzw. dessen Nachfolger kommt ja wohl Ende des Jahres ein größeres OLED-Modell dazu. Wie jetzt die taiwanesische Digitimes berichtet, sind Apples Bestellungen der teuren OLED-Displays so groß, dass Konkurrenten wie Huawei, Oppo und Xiaomi für die zweite Hälfte 2018 Lieferprobleme erwarten. Einziger Hersteller der besonders hochwertigen AMOLED-Displays (Aktivmatrix-OLED) für Smartphones ist aktuell Samsung, LG Display produziert ebenfalls Organische Leuchtdioden, allerdings der Bauart POLED (Plastik-OLED).

Laut dem Bericht sollen die genannten Smartphone-Hersteller deshalb in Taiwan die Herstellung von so genannten Mikro-Led-Displays beauftragt haben, so genannte anorganische LEDs. Größter Hersteller ist in Taiwan Epistar, der den Bedarf auf bis zu 100 000 Mikro-LED-Displays pro Monat schätzt. Für ein TV-Gerät würden 10 000 Mini-Chips benötigt, was bei nur 4 Prozent Marktdurchdringung den Bedarf von 100 Milliarden Einzel-LED im Jahr bedeute.

Während der CES hatte Samsung einen ersten 146-Zoll-Fernseher mit dieser Technologie gezeigt, eigentlich ist die Technologie vor allem für Smartphones interessant. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der LED-Technologie, bei der einzelne Mikro-LEDs die jeweiligen Pixel bilden. Laut Bericht wären bisher 9000 dieser Mikro-LEDs pro Bildschirm nötig, durch technische Fortschritte könne man dies aber auf 4000 Stück reduzieren, was auch den Preis senke. Farbfilter und Hintergrundbeleuchtung fallen dadurch weg. Gegenüber OLED soll die neue Technologie Vorteile in den Bereichen Helligkeit und Lebensdauer bieten. Auch Apple scheint sich für die Technologie zu interessieren und hatte schon vor drei Jahren den Spezialisten LuxVue aufgekauft.

Skype erhält Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Nach Apple, Whatsapp, Google und Facebook zieht nun auch Microsoft nach und führt im Skype-Messenger eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein. Als Anbieter für die Verschlüsselung arbeitet Microsoft mit den Anbietern der Signal-App zusammen, deren Signal-Protokoll als besonders sicher gilt.

Einschränkungen gibt es ebenfalls. So können nur Unterhaltungen zwischen zwei Personen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen. Gruppenchats erhalten das Feature dagegen nicht. Zudem ist die Funktion nur auf dem jeweils verwendeten Gerät aktiv, bei einem Wechsel muss die Funktion erneut aktiviert werden. Dazu wird eine Einladung an den gewünschten Kontakt gesendet, diese Einladung muss innerhalb von sieben Tagen angenommen werden, ansonsten verfällt diese. Die laufende Verschlüsselung eines Chats wird mit einem Schlosssymbol gekennzeichnet.

Audiogespräche sowie Textnachrichten sind möglich. Auch das Senden von Dateien, wie Bilder, Sprach- oder Video-Dateien sind enthalten. Die Inhalte tauchen jedoch nicht in der Chat-Übersicht oder den Benachrichtigungen auf.

Vorerst können aber nur Teilnehmer des Insider-Programms von Skype die neue Verschlüsselung nutzen. Dazu muss die neueste Skype-Version 8.13.76.8 für iOS, Android, Linux, Mac oder Windows genutzt werden. Wann es eine Einführung des Features für alle Skype-Nutzer geben wird, hat Microsoft noch nicht bekanntgegeben.

Bitdefender Home Scanner testet Heimnetz auf Schwachstellen

Das Programm geht dabei recht gründlich zur Sache. So versucht es beispielsweise, sich mithilfe von Standardpasswörtern in Ihren Router einzuloggen. Dieser Test ist wichtig, da auch Angreifer so vorgehen. Sollte Ihr Router tatsächlich nur mittels Standardpasswort geschützt sein, würde der Bitdefender Home Scanner das nur protokollieren und später in der Zusammenfassung der Testergebnisse für das Gerät melden.

Wichtig: Der Bitdefender Home Scanner kann auch vorübergehend Schaden in Ihrem Heimnetz anrichten. Konkret kann Ihr Router den PC mit dem Bitdefender Home Scanner zeitweise sperren. Dieser Rechner hat dann weder Zugang zum Internet noch zum Heimnetz. Die Sperre tritt jeweils in Kraft, wenn Ihr Router den „Angriffsversuch“ von Bitdefender Home Scanner erkennt und anschließend die Ursprungs-IP-Adresse blockt. Wenn das bei Ihnen passieren sollte, müssen Sie sich über ein anderes Gerät (Smartphone, Tablet, Zweitrechner) im Router anmelden und die Sperre wieder aufheben. Die meisten Heimrouter verfügen allerdings nicht über so eine automatische Angriffserkennung.

So geht’s: Nach der Installation müssen Sie sich über die Software bei Bitdefender registrieren. Erst danach ist ein Scan des Netzwerks möglich. Sie müssen außerdem noch zwei Mal bestätigen, dass es sich tatsächlich um Ihr Netzwerk und um Ihren Router oder Access Point handelt, bevor der Scan startet. Der Grund: In den meisten Ländern ist es gesetzlich verboten, fremde Netzwerke auf Schwachstellen hin zu untersuchen – es sei denn, man handelt im Auftrag des Netzwerkinhabers. Je nach Anzahl der Netzwerkgeräte dauert der Scanvorgang einige Zeit.

Das leistet der Bitdefender Home Scanner: Das Programm scannt sämtliche am Netzwerk angeschlossene Geräte wie PCs, NAS, mobile Geräte und smarte Geräte wie etwa Smart-TVs oder Webcams. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geräte Windows, Linux, Mac, Android, iOS oder ein anderes System verwenden. Zu den untersuchenden Maßnahmen von Bitdefender Home Scanner zählt ein Portscan, der Hinweise auf sogenannte Backdoors liefern kann. In diesem Fall hat ein Schadcode (Backdoor) bereits ein Gerät befallen und hält einen Port für Befehle aus dem Internet offen. Darüber hinaus sucht das Tool nach Log-in-Möglichkeiten in Geräten und testet diese auf Standardpasswörter und einfache Log-in- Daten, bei denen das Passwort etwa „12345678“ lautet.

Abschließend liefert Ihnen das Tool zu jedem Gerät einen Bericht und zeigt darin sowohl die gefundenen Basisinfos als auch mögliche Schwachstellen an. Teilweise meldet Bitdefender Home Scanner auch veraltete Firmware von Geräten. Im Test konnte das Tool in unserem Heimnetz jedoch keine nennenswerten Ergebnisse liefern. Es zeigte lediglich Gerätenamen sowie IP- und Mac-Adresse an. Warum der Scan so mager ausfiel, blieb unklar.

E-Autos & E-Bikes: So steigern Sie die Reichweite im Winter

Zunächst einmal zum Grund, weswegen Batterien im Winter weniger Energie liefern: „Bei Kälte erhöht sich der elektrische Widerstand einer Batterie, so dass sie weniger Energie liefern kann als bei normalen Temperaturen. Darum stellten früher manche Autofahrer bei Eiseskälte eine ältere Batterie über Nacht in den warmen Keller, um dieses Problem zu umgehen und morgens zuverlässig starten zu können“, erklärt Andreas Richter aus dem Dekra Competence Center Elektromobilität.

Mit sinkender Temperatur steigt also der elektrische Innenwiderstand und verringert die gewohnte Reichweite der Elektro-Fahrzeuge. Mit temperierter Batterie lässt sich aber sowohl beim Elektroauto als auch beim Pedelec eine höhere Reichweite erzielen.

An der Steckdose vorheizen

Der größte Stromfresser eines Elektroautos nach dem Antrieb ist die Heizung, wie die Dekra warnt. Wer die Reichweite im Winter optimieren will, sollte das Fahrzeug in der warmen Garage parken oder vor dem Start an der Ladesäule mit Strom aus der Steckdose vorheizen. Manche Elektroautos bieten auch die Option, nur die genutzten Teilbereiche des Innenraums zu heizen. Auch das spart Energie und kommt der Reichweite zugute.

Bei Stopps sollte darauf geachtet werden, dass die Türen beim Halten nicht unnötig lange offenstehen, damit der Innenraum beim Weiterfahren nicht wieder komplett aufgeheizt werden muss. Um die Reichweite zu verbessern, kann das Fahrzeug auch in einer warmen Tiefgarage geparkt und unter Umständen ein Zwischenstopp zum Nachladen genutzt werden.

Kleine Verbraucher – wie Licht, Audioanlage oder sogar eine Sitzheizung – wirken sich dagegen nicht wesentlich auf die Reichweite aus, haben Untersuchungen von Dekra ergeben. Im Übrigen warnt der Sachverständige vor falscher Sparsamkeit. „Selbst ein knapper Energievorrat darf kein Grund sein, an der Sicherheit zu sparen", betont Richter. „Wer bei schlechter Sicht, Dämmerung oder Dunkelheit das Licht zu spät einschaltet oder bei beschlagenen Scheiben auf die Lüftung verzichtet, bringt sich und andere unnötig in Gefahr.“

Mehr Reichweite fürs Pedelec

Auch Pedelec-Fahrer müssen sich im Winter auf eine geringere Reichweite ihres Zweirades einstellen. Um ein Optimum an Kilometern aus dem E-Bike herauszukitzeln, sollte man mit dem Akku erst kurz vor dem Start in die Kälte gehen. Untersuchungen der Dekra haben gezeigt, dass eine Thermoschutzhülle die Wärme länger im Akku halten und damit die Reichweite steigern kann. Wird die Energie auf einer Tour knapp, bleibt meist nur, sich vorübergehend mit der energiesparenden Eco-Fahrstufe zu begnügen, um die Reichweite zu erhöhen.

So hält der Akku im Elektro-Auto länger durch (Zusammenfassung):

* Elektroauto im Winter in der Garage parken
* Alternativ für optimale Reichweite: Fahrzeug mit Energie aus der Steckdose vorheizen
* Wenn möglich, nur den genutzten Bereich des Fahrzeuges heizen
* Unterwegs die Möglichkeiten zum Nachladen nutzen
* Gleichmäßige Fahrweise kommt der Reichweite zugute
* Bei Stopps Türen nicht unnötig lange offen stehen lassen
* Aber: Niemals an der Sicherheit sparen!


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