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Morgenmagazin vom Montag, 16. Juli 2018

16.07.2018 | 07:05 Uhr |

Adobe will Photoshop auf das iPad bringen +++ Wie Apple die Tastatur des Macbook Pro 2018 leiser gemacht hat +++ Schwierige Geschäfte in Indien +++ Smarter Abfalleimer trennt selbständig den Müll +++ Nie wieder verlieren: Kopfhörer im Ohrring +++ Sechsbeiniger Roboter trägt Pflanzen in den Schatten

16. Juli: Erntezeit

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Auf in die neue Woche, endlich können wir uns um wichtigere Themen kümmern, nachdem der Ball nicht mehr rollt. Der Sommer geht ja nun seinem Höhepunkt entgegen, aber bevor sich alle in die Ferien verabschiedet haben, warten wir doch noch auf die ein oder andere Unterbrechung des Sommerlochs. Heute steigt etwa wieder bei Amazon der Kaufrauschtag oder Prime Day, an dem es auch für viele Technikprodukte Rabatte gibt. Auf Preisnachlässe bei solchen von Apple wird man aber wie üblich verzichten müssen. Immerhin kann sich seit Donnerstag letzter Woche jeder Käufer eines Macs über einen kostenlosen Beats-Kopfhörer freuen, sofern man über den Apple Education Store einkaufen kann. Back to School nennt Apple die Aktion wie in jedem Jahr. Und wie in einem jeden Jahr kommt uns das im Süden ein wenig seltsam vor: Die Ferien haben doch noch gar nicht begonnen.

Das Macbook Pro, das Apple ebenso am Donnerstag vorgestellt hatte, ist ja durchaus ein attraktives Angebot, wenn sich die gegebenen Versprechungen als einlösbar erweisen. Die Coffee-Lake-Chips von Intel sollen ja nun einen deutlichen Performance-Zuwachs bringen, die Tastatur klappert angeblich nicht so laut und nicht nur deshalb kann das Macbook Pro endlich auf „Hey Siri!“ hören. Wer’s braucht, kann sich auch 32 GB RAM einbauen lassen, für einen heftigen Aufpreis von 480 Euro jedoch.

Gewissermaßen hat Apple den ersten Punkt auf der To-Do-Liste des Herbstes 2018 abgehakt, und das schon im Hochsommer. Es fehlen noch Updates für Macbook und Macbook Air, für die iMacs und endlich mal wieder für den Mac Mini. Neue iPhones, iPads und die Apple Watch Series 4 sollten ja im September kommen, wenn die Ernte fast überall eingefahren ist.

Denn mit dem gestrigen Zwölfbotentag hat die Saison offiziell begonnen, traditionelle wurden an diesem Tag die Schnitter ausgesandt. Dank der immensen Trockenheit in diesem Jahr konnten die Landwirte aber nicht so lange warten und haben schon längst das erste Heu eingefahren und sind auch schon dem Weizen an die Ähren gegangen. Die Tage werden wieder kürzer, die Nächte länger, das Obst an den Bäumen und Sträuchern wird reif, anschließend ist die Weinlese fällig. Und irgendwann fallen auch frische Apples von den Bäumen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Ausbau: Bisher hatte Adobe Photoshop für Mac und PC optimiert und für Tablets – insbesondere das iPad - nur eine funktional reduzierte und eher für Endverbraucher als für Profis gedachte Version bereit gestellt. In die Lücke, die Adobe ließ, konnten nun Hersteller wie Serif mit Affinity Photo stoßen. Doch damit soll bald Schluss sein, wie Bloomberg berichtet. Bereits auf seiner eigenen Entwicklerkonferenz Adobe Max im Oktober will Adobe eine voll ausgebaute Photoshop-Version für das iPad vorstellen, die im Jahr 2019 herauskommen soll. Adobe will im Rahmen seiner neuen Strategie die Creative Cloud für mehr Geräteklassen kompatibel machen und anerkennt, dass das iPad mit seinem A10-Prozessor und 2048 x 1536-Pixle-Display ein sehr leistungsfähiger Computer ist.

Zwischenschritt: Das Macbook Pro von 2018 hat vielversprechende Spezifikationen, der T2-Chip, der unter anderem die Touchbar steuert, ermöglicht nun auch "Hey Siri!" auf dem Laptop. Doch genau diese Innovation lässt unseren Macworld-Kollegen Michael Simon wieder von einer Apple-eigener CPU in Macbooks (Pro) träumen, denn die volle Leistungsfähigkeit der Coffee-Lake-Chips würde das Macbook Pro kaum ausreizen können. Nach Berichten unter anderem von Bloomberg arbeitet Apple bereits an einem Macbook-Nachfolger, der eben genau das bieten wird: Einen auf ARm-Design aufgebauten eigenen Chip von Apple.

Ladenhüter: In Indien, das Apple als großen Wachstumsmarkt für das iPhone auserkoren hat und deshalb im Land produziert, laufen laut The Verge die Geschäfte schlecht. Habe man im Jahr 2017 noch 3,2 Millionen iPhones verkauft, sei in der ersten Jahreshälfte 2018 der Verkauf auf unter eine Million Geräte gefallen. Drei Top-Manager müssten daher im Rahmen einer Umstrukturieren gehen. Apple hat in Indien nur einen Marktanteil von ungefähr 2 Prozent, mit ein Grund könnten die hoehen Telefontarife sein, die Smartphones noch um 15 bis 20 Prozent verteuern und die Kunden daher eher zu günstigeren Geräten greifen ließen.

Lösung: Apple will die Schmetterlingstastatur des Macbook Pro leiser gemacht haben - wie die Teardown-Spezialisten von iFixit nun herausgefunden haben, ist das eher eine Nebenwirkung einer grundsätzlicheren Maßnahme. Denn unter jede Taste montiert Apple nun einen Silicon-Überzug, der einer einerseits die Kraft des Tastenansclags dämpft und andererseits verhindert, dass Staub unter die Tasten geraten kann. Aufgrund der fehlerhaften Tastaturen insbesondere des Modells von 2016 muss sich Apple einiger Sammelklagen erwehren, hat aber auch ein Austauschprogramm angekündigt, in dessen Rahmen defekte Keyboards unter gewissen Umständen ausgetauscht werden. iFIxit ist mit seinem Teardown noch nicht durch, doch steht zu befürchten, dass auch das 2018er-Modell aufgrund vieler miteinander verklebter Komponenten nur eine schlechte Wertung in Sachen Reparierbarkeit bekommen wird.

Weitere Nachrichten:

Smarter Abfalleimer trennt selbständig den Müll

Der Gaming- und Büromöbel-Hersteller Autonomous hat mit Oscar einen smarten Abfalleimer vorgestellt . Das Möbelstück soll seinen Besitzern helfen, Müll effektiver zu trennen. Dafür haben die Hersteller Oscar mit einer Kamera ausgestattet, über die der Mülleimer eingeworfene Gegenstände per Bilderkennung registriert. Oscar entscheidet dann selbst, ob der Gegenstand als Recycling-Abfall oder Restmüll einzuordnen ist. Ist die Erkennung abgeschlossen, wird der weggeworfene Gegenstand in eine der beiden dafür vorgesehenen Behälter weitergeleitet.

Kann Oscar einen Gegenstand nicht zuordnen, signalisiert er dies mit einer rot blinkenden LED. Der Besitzer muss dem Abfalleimer dann beibringen, wie der Gegenstand einzustufen ist. Diese Information wird von Oscars KI in der Cloud gespeichert und mit allen anderen Oscar-Geräten geteilt. So soll der Mülleimer Gegenstände mit der Zeit immer besser zuordnen können. Um zu funktionieren, benötigt Oscar jedoch zwingend einen WLAN-Zugang, offline arbeitet der Küchenhelfer nicht. Autonomous will am 17. Juli eine Kickstarter-Kampagne starten, um Oscar zu finanzieren. Der Listenpreis soll anschließend bei etwa 1.000 US-Dollar liegen.

Nie wieder verlieren: Kopfhörer im Ohrring

Apples kabellose AirPods sind praktisch, aber unter Umständen  leider auch schnell verlegt oder verloren. Das Unternehmen Scandi Electronics sucht via Kickstarter nach Unterstützern für einen Kopfhörer, der in einen Ohrring integriert ist und somit immer getragen werden kann. Die via Bluetooth mit dem Smartphone in Verbindung stehenden Kopfhörer namens Swings sehen auf den ersten Blick aus wie ein Perlenohrring. Zum Musikhören werden diese einfach ins Ohr gesteckt, danach zieht man sie heraus und lässt sie am Ohrläppchen baumeln.

Da Swings über Beschleunigungssensoren verfügt, startet die Musikwiedergabe automatisch, wenn sie ins Ohr gesteckt werden. Der Hersteller will zwei unterschiedliche Modelle anbieten: einen klassischen Ohrring in Weiß und eine Version für Sportler in Schwarz. Für ein Paar der weißen Ohrringe werden mindestens 179 US-Dollar fällig, für 349 US-Dollar wird zusätzlich eine Version mit Swarovski-Kristallen angeboten. Die Sport-Version ist mit 129 US-Dollar etwas günstiger. Für 20 US-Dollar zusätzlich stehen auswechselbare Gehäuse in Rot, Geld, Pink und Violett zur Verfügung. Die Batterielaufzeit gibt der Hersteller mit fünf Stunden an. Dank eingebauter Mikrofone lässt sich mit Swings sogar telefonieren. Für das geplante Spendenziel von 200.000 US-Dollar bleiben dem Hersteller noch 42 Tage. Bislang wurden gerade einmal 4500 US-Dollar beigesteuert.

Sechsbeiniger Roboter trägt Pflanzen in den Schatten

Pflanzen können sich zwar zum Wachstum in die Sonne drehen, ihren Standort verändern können sie jedoch nicht. Die Evolution hat sie zur stationären Lebewesen gemacht. Hier soll ein Roboter des chinesischen Ingenieurs Sun Tianqi helfen: Sein sechsbeiniger Spielzeugroboter trägt eine Zierpflanze auf seinem Kopf und überwacht deren Vitalfunktionen. Der an eine Krabbe erinnernde Roboter kann die Pflanze automatisch in sonnendurchflutete Bereiche der Wohnung bringen, bei zu langer Bestrahlung sucht er den Schatten auf. Und ist die Pflanze zu trocken, macht der Roboter den Besitzer mit einem Tanz darauf aufmerksam.

Tianqi vertritt die Ansicht, dass Pflanzen zu den Lebewesen mit den wenigsten Freiheiten gehören: Man kann sie abschneiden, verbrennen oder aus der Erde reißen, ohne dass sie dagegen etwas tun könnten. Sein Roboter soll Pflanzen die Vorteile von Mobilität verschaffen. Der Roboter kann die Pflanze vor Verbrennungen schützen, ihr aber trotzdem ausreichend Licht verschaffen. Ob es der Roboter jemals zur Marktreife schaffen wird, bleibt fraglich. Die Idee könnte jedoch auch andere Entwickler inspirieren. Vielleicht gehören wandelnde Pflanzen ja schon bald zum alltäglichen Bild in Parks und heimischen Gärten.

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