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Morgenmagazin vom Montag, 22. Mai 2017

22.05.2017 | 07:06 Uhr |

3D Touch dank OLED deutlich teurer +++ Technologiefirmen beraten US-Regierung +++ Apple Music nicht mehr gratis für Neukunden in der Schweiz, Spanien, Australien +++ Übersetzungs-App Duolingo kann ab sofort auch Japanisch +++ Neuer Home-Screen für den Facebook Messenger +++ Forschung: Hinweise auf Paralleluniversum gefunden

22. Mai: Die Wucht in Tuben

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Für den Büromenschen, der typischer Weise so von 9 bis 5 arbeitet und zwischen Wohnort und Arbeitsplatz eine gute Stunde pendelt, ist der Samstag der einzige Tag, an dem man Dinge erledigen kann, für die man auf Öffnungszeiten gemeindlicher Einrichtungen angewiesen ist. Dabei ist nicht das Einwohnermeldeamt oder dergleichen gemeint, dafür muss man sich immer einen halben oder ganzen Tag frei nehmen, besonders häufig wird man dort aber ohnehin nicht vorstellig. nein, homo oeconomicus officiensis trifft sich mit seinesgleichen jeden Samstag Vormittag auf dem Wertstoffhof, der unter der Woche meist schon um 18 Uhr oder noch viel früher geschlossen hat. Die Gemeindemitarbeiter brauchen ja auch ihren Feierabend.

Natürlich wünschen wir uns nicht in die Zeiten zurück, in denen die Müllabfuhr jede Woche kam oder an Orte, wo sie auch heute noch täglich vorbeischaut. Müll zu trennen, in Kompostierbares, in Brennbares und in Wiederverwertbares aller Art ist nicht nur vernünftig, es ist gewissermaßen zu einer kulturellen Eigenart hierzulande gewesen. Vielleicht kann man sich viel von der Leitkulturdebatte sparen, wenn man die Wertstoffhöfe des Landes als einen übergreifenden Wert definiert, den alle im Bundesgebiet lebenden teilen. Wer das Prinzip Wertstoffhof verinnerlicht hat, der ist angekommen. Nicht nur im Lande, also dem Ort, sondern auch im 21sten Jahrhundert, der Zeit.

Apple macht seit etlichen Jahren einen hervorragenden Job, den auch Greenpeace lobt, in Sachen Müllvermeidung (schlanke Packungen, keine gefährlichen Stoffe) und Recycling (Liam, Stop Mining). Ob die mangelnde Reparaturfähigkeit von Mac, iPad und iPhone nun eher zu höheren Müllbergen beitragen oder zu besserem Recycling, darüber mag man streiten.

Dem Vorbild Apples versuchen wir zu folgen und den Müll, wenn er schon nicht gänzlich vermeidbar ist, soweit zu reduzieren und einer möglichen Wiederverwendung zuzuführen. Das fällt nicht immer leicht, aber immer mehr Supermärkte bieten lose Ware an, die man in mitgebrachten Dosen und Schüsseln sich einpackt. Man muss aber nicht unbedingt weit fahren, schon der Metzger des Vertrauens - das kann sogar die Fleischtheke im Supermarkt sein - verpackt Wurst, Käse und Fleisch in Papier. Ist zwar immer noch Müll, bedeutet aber weniger Belastung als die verschweißten Kunststoffschüsseln, in denen auf das Gramm genau ein Pfund Fleisch zweifelhafter Qualität angeboten ist.

So kann es weiter gehen, Müllvermeidung ist etwa auch im Bad gut möglich. Rasierschaum in der Sprühdose? Bitte - noch nie etwas von Rasierseife und -pinsel gehört? Duschgel in der Plastikflasche - warum? Es gibt wunderbare Seifen, die man in Papier packt oder selbst in der Küche zusammen gerührt hat. Nur bei einem hört der Spaß auf, weil das Alternativangebot zu knapp ist: Bei der Zahnpasta.

Zur Tube sehen wir einfach noch keine Alternative, allenfalls auch hier die Selbstherstellung. Aber wurm eigentlich gibt es Zahnpasta nicht in Gläsern mit Schraubverschluss, die wir nach Gebrauch in die entsprechenden Container entsorgen, getrennt natürlich. Da hat der 22. Mai vor 125 Jahren seine Nachwirkungen. Denn an jenem Tag verkaufte der Zahnarzt Washington Sheffield in der Stadt New London im US-Bundesstaat Connecticut erstmals Zahnpasta in Tuben. Praktisch sind die Dinger ja schon, aber eben ein Fall für die Wertstoffsammlung, Abteilung Mischkunststoff. Die kleine Folie unter der Kappe soll aber zum Aluminium, ist ja klar. Wir haben auch kommenden Samstag wieder viel zu tun. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Teure Komponenten : Apple wird für das iPhone 8 aller Voraussicht nach mehr verlangen als für die bisherigen Modelle. Apple Insider zeigt an einem Beispiel, welche Bauteile die Produktion teurer machen. So verlange etwa der Zulieferer TPK Holdings für die 3D Touch nun zwischen 18 und 22 US-Dollar pro Gerät, bisher kostete die Komponente Apple beim gleichen Hersteller zwischen 7 und 9 US-Dollar. Der OLED-Bildschirm des für den Herbst erwarteten Gerätes erfordere es aber, die Sensoren für 3D Touch in eine Art Glassandwich zu packen, bei herkömmlichen TFT-Bildschirmen konnten sie noch einfach so auf das Glas angebrachte werden.

Konkurrenz: Apple muss sich warm anziehen, respektive auf der WWDC kontern, zieht Cnet das Fazit von Googles Entwicklerkonferenz I/O, die vergangene Woche stattfand. Google, das nicht auf die Hardware mit entwickeln müsse und daher mit der Software schneller voran käme, sei schon jetzt in vielen wichtigen Bereichen wie dem intelligenten Sprachassistenten, AR/VR und dem Smartphone besser als Apple. iPhone-Nutzer könnten das sogar direkt vergleichen, da Googles Assistent auch unter iOS zur Verfügung steht.

Wettbewerb: Apple hat in der Schweiz, in Australien und Spanien die dreimonatige kostenlose Testphase von Apple Music beendet. Neukunden können den Streamingservice jedoch zu einem günstigen Preis ausprobieren, für 99 Rappen, respektive 99 australische Cent und 99 Euro-Cent. Dabei handelt es sich offenbar um eine Reaktion auf Spotify, das in jenen Märkten ebenso für den Testzeitraum einen kleinen Betrag fordert. In allen anderen Ländern, in denen Apple seinen Musikstreamingservice anbietet, kann man nach wie vor die ersten drei Monate umsonst reinhören. Die neue Preisstruktur wollte Apple bisher nicht kommentieren.

Beratung: Apple wird im Juni mit anderen Technologiefirmen Vertreter nach Washington schicken, um mit dem Weißen Haus über die Modernisierung der digitalen Technik von Behörden zu diskutieren, ebenso über Big Data und über die Einwanderung qualifizierter Experten. Den American Technology Council leitet der Präsidentenschwiegersohn Jared Kutchner, Ziel des Projekts ist es laut Eigenangaben, dass die Bürger mit den Behörden in einer Art und Weise interagieren können, wie sie es von den "besten Unternehmen aus dem privaten Sektor" gewohnt seien - mit intuitiven digitalen Erfahrungen, die effektiv Probleme lösen würden.

Zeit wird's: In einem Interview mit CNBC beklagt sich die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager darüber, dass die Republik Irland zu lange brauche, die von der EU angeordnete Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar von Apple einzuziehen. Sie hoffe jedoch, dass die Finanzbehörden des Landes ihren Job bald erledigt hätten. Die EU wirft Irland und Apple vor, illegale Steuerabsprachen getroffen zu haben. Für ihre Entscheidung hat die EU-Kommission jede Menge Kritik einstecken müssen, das Urteil hätte zur Folge, dass Unternehmen nicht mehr so stark in der EU investieren wollten. Dafür gebe es laut Vestager aber keine Indizien.

Weitere Nachrichten:

Übersetzungs-App Duolingo kann ab sofort auch Japanisch

Mit der kostenlosen App Duolingo für iOS und Android lassen sich neue Sprachen einfach erlernen. Seit dem Start der Software im Jahr 2011 gehörte jedoch Japanisch zu den von Nutzern am meisten geforderten Sprachen. Nun haben die Entwickler die komplexe Sprache endlich eingebaut. Zuerst steht das bekannteste japanische Alphabet „hiragana“ auf dem Programm. Danach folgen Begrüßungen, Vorstellungen und weitere Vokabeln aus den Bereichen Einkaufen, Essen, Wegfindung oder Romantik.

Dennoch sollten Freunde der japanischen Sprache den Lernumfang nicht unterschätzen. Selbst zum Meistern der Grundlagen ist viel Zeit nötig. Duolingo bietet sich aber sehr gut als Einstieg in die Sprache an. In Zukunft sollen noch weitere Sprachen aus dem asiatischen Raum integriert werden. Der neue Japanisch-Kurs steht mit dem heutigen Update der App kostenlos zur Verfügung.

Neuer Home-Screen für den Facebook Messenger

Facebook liefert derzeit ein iOS- und ein Android-Update für seinen Messenger aus . Der Home-Screen des Nachrichten-Tools soll damit wieder übersichtlicher werden. Unter der Suchfunktion am oberen Bildschirmrand finden sich in der neuen Version drei Reiter mit „Nachrichten“, „Aktiv“ und „Gruppen“. Im Nachrichten-Bereich listet der Messenger alle Konversationen sowie aktuelle Messenger-Day-Beiträge von Freunden. Der Reiter „Aktiv“ zeigt alle Facebook-Freunde, die derzeit online sind. Gruppen-Chats werden im Kachel-Design unter „Gruppen“ aufgeführt.

Am unteren Bildschirmrand sind in Icon-Form die Bereiche Home, Anrufe, Kontakte und Games hinterlegt. Ein Fingertipp auf das Ring-Symbol in der Mitte öffnet wie gewohnt die Kamera. Bilder und Videos können hier in Snapchat-Manier mit Stickern und Filtern versehen werden. Facebook will im Icon-Menü mit den nächsten Update außerdem einen Entdecken-Button einführen. Was sich genau dahinter verbergen wird, ist noch nicht bekannt.

Forschung: Hinweise auf Paralleluniversum gefunden

Wissenschaftler suchen schon lange nach der Erklärung für einen dunklen Bereich in der kosmischen Hintergrundstrahlung, die als Überbleibsel des Urknalls noch immer existiert. Mehrere Forscher vertreten die Ansicht, dass es sich um ein Paralleluniversum handeln könnte, das als Folge der Kollision zweier Universen entstanden ist. 

Bislang wurde davon ausgegangen, dass es sich bei dem kalten Fleck um einen leeren Raum handelt. Neuere Ergebnisse legen jedoch nahe, dass die Anomalie auch durch den Zusammenstoß zweier Universen entstanden sein könnte. Derartige Theorien werden philosophisch schon seit der Antike thematisiert. Wissenschaftliche Hinweise darauf gab es bislang jedoch noch nie. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, was es wirklich mit dem kalten Fleck auf der Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung auf sich haben könnte.

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