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Morgenmagazin vom Montag, 22. Oktober 2018

22.10.2018 | 07:05 Uhr |

iPhone XR auf Vorrat - dennoch kein Ladenhüter +++ Kleinigkeiten für die Keynote nächste Woche +++ Apple is doomed! Wirklich? +++ Tesla verkauft ab sofort günstigere Variante des Model 3 +++ Xiaomi Mi Mix 3 mit Dual-Frontkamera und 10 GB RAM +++ iFixit bescheinigt Surface Laptop 2 schlechte Reparierbarkeit

22. Oktober: Zur richtigen Uhrzeit

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Was wir einerseits erhofft hatten, andererseits befürchtet: Die Nachtschicht für die Berichterstattung um neue Apple-Produkte fällt in dieser Woche aus. Auch nächste Wochen müssen wir uns nicht den ganzen Abend und die halbe Nacht um die Ohren schlagen, um eine rund zweistündige Keynote einzuordnen. Moment, gab es da nicht letzte Woche eine Einladung mit vielen bunten Äpfeln?

Ja, die gab es. Und natürlich werden wir über neue iPad Pro, neue Macbooks und sonstige Innovationen berichten. Nur nicht nachts. Sondern zu einer recht angenehmen Uhrzeit. Ab 15 Uhr unserer Zeit. Denn davor kann man nicht oft genug warnen: Wenn am 30. Oktober in New York die Uhren 10 Uhr zeigen, ist es in Deutschland erst 15 Uhr. Und nicht 16 Uhr. New York ist aber nicht plötzlich um 15 Längengrade nach Osten gerückt, sondern es endet die Daylight Saving Time, also die Sommerzeit, erst eine Woche später als in der EU: Am 4. November. Und da wir unsere Uhren in der Nacht zum Sonntag, den 28sten eine Stunde zurück drehen und damit ein wenig länger schlafen oder einfach nur eine frühere Uhrzeit nach dem Erwachen erleben dürften, verringert sich der Uhrzeitabstand zur Ostküste der USA um eine Stunde auf nur mehr fünf.

Nicht, dass wir eine Nachtschicht gescheut und Angst vor dem Betriebsrat gehabt hätten, der womöglich die Genehmigung für die Überstunden verweigern würde, aber von 15 bis 17 Uhr Tim Cook und Konsorten dabei zuzusehen, was sie alles aus dem Hut ziehen und über zwei, drei Stunden im Anschluss daran das Gesehene einzuordnen, ist dann doch angenehmer, als den Arbeitstag erst gegen Mitternacht zu beenden. Apple könnte uns öfter mit derartigen Veranstaltungen verwöhnen, zuletzt war das ja im Frühjahr zum iPad 6 der Fall, Chicago liegt immerhin zwei Stunden näher an uns als Cupertino.

Vor fünf Jahren, am 22. Oktober 2013, hatten wir uns eine solche Nacht um die Ohren zu schlagen: Keynote in Cupertino, das neun Stunden hinter unserer Zeit her hinkte. Auch damals ging es um iPads, wie es nächste Woche vermutlich der Fall sein wird. Auf dem Programm stand die erste Neuerfindung des iPad, das fünfte seiner Art hieß nun iPad Air - ein Jahr später sollte die Nummer 2 folgen und die Nomenklatur danach kompliziert werden. Das iPad Mini 2 bekam ein Retina-Display und schloss damit in dieser Hinsicht zum großen Bruder auf.

Für den Mac gab es auch neue Nachrichten, wenn auch nicht Form von Hardware. Aber an jenem Dienstag im Oktober gab Apple das Update auf das nächste Mac-Betriebssystem frei, das schon vier Monate zuvor auf der WWDC zu bewundern war. Die Nachricht des Tages lautete aber: Mavericks und alle seine Nachfolger würden kostenlos werden. Und somit mit dem Derivat iOS gleich ziehen. Die neue Gratiskultur Apples betraf auch die iWork- und iLife-Programme, für die man seither nichts mehr zahlen muss. Bei solchen Nachrichten macht man doch gerne Überstunden. Es würde uns auch nicht stören, wenn wir nächsten Dienstag gegen acht noch lange nicht fertig sind, weil die Ankündigungen Qualität und Quantität hatten. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Auf Vorrat: Wer am Freitag noch kein iPhone XR bestellt hat, der muss nicht befürchten, bis zum Dezember auf die Lieferung warten zu müssen, es sind noch ausreichend Modelle in allen Farben vorrätig. Lediglich bei den 64-GB-Modellen gibt Apple in der Regel eine Lieferzeit von ein bis zwei Wochen an, die beiden anderen Größen könne man am 26. Oktober vor Ort im Apple Store abholen. Was ist da los, werden die bunten Einsteiger-iPhones zu Ladenhütern wie weiland die iPhone 5c? Nein, beruhigt Michael Simon von Macworld die Skeptiker. Die relativ gute Verfügbarkeit komme nicht von Desinteresse, sondern von einer etwas anderen Verkaufsstrategie. Vorbestellungen seien beim iPhone XR nicht der entscheidende Faktor, das günstigste Modell der 2018er-Jahrgangs werde mehr Laufpublikum anziehen. Denn das sei das Entscheidende beim XR: Es bietet Look und Technik des teureren iPhone XS (Max) zum attraktiven Preis. Wer sich also für ein fast randloses Smartphone ohne Homebutton und mit starker Leistung interessiere, werde bei seinem Besuch im Apple Store zwangsläufig über das gut 250 Euro billigere iPhone XR stolpern. Dieses hat zwar nur eine rückwärtige Kamera und einen LCD-Bildschirm, der Prozessor ist aber der gleiche wie bei den teuren Modellen. Ein weiterer Punkt: Die Farben betrachtet man sich besser in natura, die Website des Apple Store bietet nur eine erste Orientierung. Wie aber Koralle, Blau, Gelb oder Rot wirklich wirken, sollte man sich selbst ansehen, solange man noch unschlüssig ist.

Was sonst noch fehlt: Klar, neue iPads und Macbooks am kommenden Dienstag sind gesetzt, da ist ja noch etwas in der Mache. Es fehlen aber noch ein paar Kleinigkeiten, die nächste Woche in den Apple Store kommen sollten, mit einer Ankündigung auf der Bühne oder auch ohne, gewissermaßen als Nebenprodukt. Macworld zählt vier solcher Kleinigkeiten auf: Natürlich wird auch ein neuer Apple Pencil kommen – und es ist unwahrscheinlich, dass Apple die zweite Generation des Eingabestifts nicht weiter erwähnt. Serh wahrscheinlich wird sogar ein Vertreter von Adobe zeigen, wie Photoshop auf dem iPad Pro läuft, mit und ohne Apple Pencil. Verschweigen könnte Apple hingegen die Ladematte AirPower, die längst überfällig ist, die aber mit technischen Schwierigkeiten bei der Entwicklung aufwartete. Denkbar, dass Apple diese Probleme nicht erwähnt, sondern das Gerät mehr oder minder kommentarlos nun in den Handel bringt - oder auch nicht. Seit diesem Frühjahr gibt es auch die für den iMac Pro konzipierte Peripherie auch für alle: Maus, Trackpad und Tastatur in Space Gray. Leider die Tastatur nicht in Standardgröße, sondern nur mit Zifferblock. Warum sich das ändern sollte, erklärt Leif Johnson ausführlich . Und dann wären da noch die AirPods, die derzeit an vielen Verkaufsstellen nicht mehr vorrätig sind. Untrügliches Zeichen für das Erscheinen einer neuen Generation, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein paar Sätze auf der Keynote wert. Was wir noch hinzufügen möchten. Wenn Apple schon davon spricht, es wäre noch einiges in der Entwicklung, dann wäre ein erster Vorabblick auf den neuen Mac Pro doch eine feine Sache. Bilder seines Vorgängers hatte Apple im Jahr 2013 erstmals ein gutes halbes Jahr vor Verkaufsstart gezeigt.

Zehn Jahre: Lang schon keine Geschichte aus dem großen Erzählband "Apple is doomed" gelesen - derartige Stories haben kaum noch Konjunktur. 9to5Mac-Autor Bradley Chambers versucht sich an einer Variante und geht der Frage nach, ob Apples Premium-Preise im Jahr 2018 noch gerechtfertigt seien. Anlass für die Überlegung gab ihm ein Besuch in einer Mall in Atlanta, wo neben Apple auch Amazon und Microsoft mit ihren Läden zu finden sind. Wir nehmen Chambers' Fazit hier vorweg: Ja, auch im Jahr 2018 sind die hohen Preise, die Apple für seine Produkte verlangt, noch gerechtfertigt. Doch das könnte sich bald ändern, nicht morgen und übermorgen, aber im Lauf der nächsten zehn Jahre. Denn was unter den tollen neuen Produkten fehle, sei die Vision, was denn nach dem iPhone komme. Amazon etwa habe es in der Hand, mit einem völlig neuem Fire Phone, von dessen Entwicklung Chambers aber nicht mehr als träumen kann, de Zukunft im Zusammenspiel mit Alexa zu erfinden und zu gestalten. Wir können zwar auch nicht sagen, wo denn die Technik in zehn Jahren steht und welche Unternehmen die Märkte bestimmen. Dass Apple aber die Zukunft verpennt, hatten wir in der Vergangenheit schon so oft gelesen, dass es weit stärkere Argumente und Eindrücke braucht als solche, die man bei einer Shoppingtour in einem Einkaufszentrum in Atlanta gewinnt.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin : Tim Cook reist gerne, viel und weit - manchmal fühlt man sich an Papst Johannes Paul II erinnert, nur dass von Tim Cook keine Bilder überliefert sind, wie er am Flughafen nach geglückter Landung in die Knie geht. Dieser Tage dürfen sich aber die Gläubigen, pardon, die Kunden und Partner Apples in Deutschland über einen Besuch des obersten Hirten freuen. Wie Cook auf seinem Twitter-Account zeigt, besuchte er Berlin und ließ sich vom Projekt mauAR eine AR-Anwendung für das iPhone zeigen, welche die Mauer in Berlin zwar nicht wieder errichtet (das hat auch niemend vor), sondern an ihrem ehemaligen Standort auf dem Display des iPhones als erweiterte Realität zeigt, wie es dort von 1961 bis 1989 aussah. Weitere Reiseziele Cooks sind nicht überliefert und auch nicht die Länge seines Trips.

Nur ein Hilfsgerät: Die Apple Watch kann bald nach einem Softwareupdate EKGs erstellen - zunächst nur in den USA, da zunächst die Freigabe als Medizingerät durch die zuständigen Behörden erfolgen muss. In Zukunft könnte die Uhr auch noch Blutdruck und Blutzuckerspiegel messen, Hypertoniker und Diabetiker wird es freuen. Doch sollte man die Apple Watch im Speziellen und Wearables im Allgemeinen nicht als einzige Quelle für Gesundheitsdaten heranziehen, warnen Mediziner. Konkret äußert sich der Kardiologe Dr Krisda Vilaiwatanakorn gegenüber der Bangkok Post in dieser Richtung. Wearables würden nur vorläufige Daten ausgeben können, die einen dazu bringen sollten, den Gesundheitszustand näher untersuchen zu lassen.

Weitere Nachrichten:

Tesla verkauft ab sofort günstigere Variante des Model 3

Tesla verkauft in den USA und in Kanada ab sofort eine preiswertere Mid-Range-Variante des Model 3, wie The Verge berichtet. Die von Elon Musk via Twitter jetzt vorgestellte preiswertere Mid-Range-Version kommt mit Heckantrieb. Die theoretische Reichweite dieses Model 3 beträgt 260 US-Meilen, was rund 418 Kilometern entspricht. Der Preis für dieses neue Model 3 mit Heckantrieb und 418-km-Reichweite beginnt bei 45.000 US-Dollar. Das sind umgerechnet rund 39.295 Euro. Damit ist die neue Variante deutlich günstiger als die bisher verkaufte Allrad-Version des Model 3, die allerdings eine größere Reichweite (Long Range-Version mit 310 Meilen/499 Kilometer theoretische Reichweite) für 53.000 Dollar bietet.

Das Akku-Pack der neuen Version ist zwar identisch mit dem des Long-Range-Model-3. Allerdings besitzen die Akkus des Mid-Range-Model-3 weniger Batteriezellen. Die Höchstgeschwindigkeit des neu vorgestellten Mid-Range-Model-3 gibt Tesla mit 145 Meilen mph (rund 233 km/h) an. Und den Sprint von 0-60 mph (knapp 96 km/h) schafft dieses Model 3 in 4,5 Sekunden. Die maximale Reichweite von 260 Meilen gilt aber nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 125 mph und einen maximalen Sprint von 0-60 mph in 5,6 Sekunden. Wer auch die „advanced Autopilot features“ nutzen möchte, muss für dieses Paket 5000 Dollar Aufpreis zahlen.

Die bisher schon verkaufte hochpreisigere Allradversion des Model 3 mit zwei Elektromotoren ist nur als Long-Range-Variante erhältlich. Die jetzt neu vorgestellte Heckantriebsvariante wiederum gibt es nur als Mid Range. Außerdem gibt es noch wie gehabt die Performance-Version (Doppelmotor mit Allradantrieb und schnellerer Beschleunigung sowie höherer Höchstgeschwindigkeit) des Model 3 für 64.000 Dollar.

Mit dem 35.000-Dollar-Einstiegsmodell des Model 3 ist nach wie vor erst 2019 zu rechnen, frühestens ab Februar 2019. Elon Musk spricht via Twitter von „in sechs Monaten“. Dieses Modell ist in den USA zwar vorbestellbar, wird aber nicht ausgeliefert, weil Tesla sich auf die Margen-stärkeren Varianten konzentriert.

 

Xiaomi Mi Mix 3 mit Dual-Frontkamera und 10 GB RAM

Am 25. Oktober 2017 enthüllt Xiaomi sein neues Smartphone Mi Mix 3 in China. Noch vor dem Launch veröffentlicht der Elektronik-Hersteller in dieser Woche  neue Details zum Flaggschiff . Das Mi Mix 3 wird demnach über eine ausfahrbare Dual-Frontkamera verfügen, die mit stattlichen 24 Megapixeln auflöst. Mit dem Slider-Mechanismus umgeht Xiaomi den aktuellen Notch-Trend und verschafft seinem Mi Mix 3 eine nahezu randlose Display-Front. Ob der Slider nur zum Fotografieren oder auch zum Telefonieren ausgefahren werden muss, ist unklar. An der Rückseite ist ebenfalls eine Dual-Kamera verbaut. Über deren Auflösung sind allerdings noch keine Details bekannt.

 

Während der Fingerabrucksensor bei der bisherigen Mi-Mix-Modellen auf der Rückseite verbaut wurde, soll er bei der neuesten Ausführung direkt unter dem Display-Glas eingesetzt werden. Gerüchteweise ist auch von einer Freischaltung per Gesichtserkennung wie bei Apples Face-ID die Rede. Beim Betriebssystem soll Xiaomi auf Android 9 in Verbindung mit der Bedienoberfläche MIUI 10 setzen. Das Mi Mix 3 soll außerdem 5G unterstützen und zumindest in einer Ausstattungsversion 10 Gigabye Arbeitsspeicher mitbringen. Nach der Veröffentlichung Ende Oktober in China soll das Mi Mix 3 noch in diesem Jahr weltweit erhältlich sein. Ein Termin für Deutschland steht jedoch noch nicht fest.

iFixit bescheinigt Surface Laptop 2 schlechte Reparierbarkeit

Wie schon der Vorgänger lässt sich auch der Surface Laptop 2 von Microsoft im Falle eines Defekts nur schwierig reparieren. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten der Reparaturwebseite iFixit.com in ihrem aktuellen Test. Als Ergebnis erreicht der Surface Laptop 2 nur 0 von möglichen 10 Punkten bei der Reparierbarkeit. Ursache dafür ist, dass Komponenten wie CPU, RAM und SSD nicht austauschbar sind. Die Flash-Bausteine wurden von Microsoft direkt auf der Platine angelötet. Auch ein Akkutausch ist nur schwer möglich, da dieser mit der Gehäuseschale vergeklebt ist. 

Generell sei die Öffnung des Geräts ein Abenteuer. Ohne Schäden lasse sich der Surface Laptop 2 kaum öffnen und im Anschluss wieder zusammenbauen. Dies liege unter anderen am Textilüberzug aus Alcantara, der auf das Gehäuse geklebt wurde. Auch die Anordnung der Teile wurde von iFixit kritisiert. So sei der SD-Kartenleser nur auswechselbar, nachdem das komplette Display entfernt wurde. Wer sich ein solches Gerät anschafft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es im Falle eines Defekts außerhalb der Garantiezeit recht schwer sein dürfte, Komponenten auszutauschen. Für viele andere Geräte finden sich auf iFixit ausführliche Beschreibungen und Videos zum Öffnen von Smartphones, Tablets oder Notebooks. 

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