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Morgenmagazin vom Montag, 23. April 2018

23.04.2018 | 07:04 Uhr |

Austauschprogramm für Batterien des Macbook Pro 13'' ohne Touchbar +++ Dark Mode in macOS 10.14? +++ Greenpeace gefällt Daisy nicht +++ 23. April +++ Amazon Locker nun auch in Rewe-Filialen +++ ADAC-Pannenhilfe-App im unfreiwilligen Praxis-Test +++ C64 wieder aufgebaut und ausprobiert

23. April: Hopfen und Malz

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Wir hoffen ja sehr, dass in Ihrer Aktivitäten-App seit gestern eine neue Auszeichnung prangt, die Sie für ein mindestens 30 Minuten lang andauerndes Training am gestrigen Earth Day erhalten haben. Fein - dann geht es ja gestärkt in die neue Woche, in der das Wetter nicht mehr ganz so sommerlich werden dürfte, aber zumindest recht anständig. Voriges Jahr und das Jahr davor hat es Ende April noch mal geschneit, das wollen wir im Jahr 2018 nicht hoffen.

Sehen wir in den Kalender, erkennen wir einen inoffiziellen bayerischen Feiertag, 502 Jahre ist es nun her, dass die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. in Ingolstadt (München war damals ein eher unbedeutendes Provinznest)  eine neue Landesordnung erließen, in der auch das steht, was viele heute für das älteste Lebensmittelgesetz halten: Das Reinheitsgebot. Darin hieß es, Bier dürfe nur aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden, sonst nichts. Immerhin schützt das Gesetz in seiner modernen Zeiten angepassten Version immer noch vor Gepansche, hat aber seine Fehler. Denn nähme man es wortgenau, gäbe es heute nicht nur kein Weizenbier. Und da von der vor 500 Jahren nicht bekannten Hefe keine Rede ist, eigentlich gar kein Bier.

Das Reinheitsgebot von 1516 ist nicht einmal das älteste seiner Art, schon zuvor war es unter Strafe verboten, Bier mit allerlei giftigem Zeugs zu strecken und zu würzen. Tollkirsche oder Bilsenkraut waren zu jener zeit sehr beliebt, man sagte den Substanzen aphrodisierende Wirkung nach - eine Überdosis bedeutete dann aber eher den Flirt mit dem Tod. Aber wenn die Brauer auf derartige Experimente verzichteten, war das relativ dünne Bier meist gesünder als das nicht immer saubere Wasser aus dem Stadt- oder Dorfbrunnen.

Die Verordnung von 1516 war mutmaßlich einfach nur ein protektionistisches Gesetz der bayerischen Herzöge zur Abwehr der immer populärer werdenden Weizenbiere (auch als Weißbier bekannt), die eben nicht vom Hause Wittelsbach gebraut wurden. Schutz- oder Strafzölle haben nichts genutzt, wenn Brauer im eigenen Herrschaftsgebiet ihre Konkurrenzprodukte erzeugten

So steht explizit "Gerste" in der Urfassung des Reinheitsgebotes. Gegen die Marktkräfte hatten die Wittelsbacher aber nur wenige Chancen, das obergärige Weißbier schmeckte immer mehr Biertrinkern, weswegen die Regelung des Reinheitsgebotes alsbald in "Hopfen, Wasser, Malz" geändert wurde: Nun waren prinzipiell alle Getreidesorten erlaubt, konkret neben der Gerste auch der Weizen und der Roggen. Von der Hefe aber nach wie vor keine Spur, die ihrer Entdeckung noch ein paar Jahrhunderte harren musste, bis dahin aber brav beim Brauen und Keltern half.

Neben Hefe sind heute noch viele andere Hilfsmittel erlaubt, die meisten werden wieder herausgefiltert, etwa Kieselgur oder Aktivkohle. Nach wie vor dürfen keine Gewürze in das Bier, was so mancher innovative Brauer bedauert. Anis, Vanille und Chili im Bier? Nun ja, sicher gewöhnungsbedürftig, aber warum eigentlich nicht?  Bis dahin behelfen sich Craft-Beer-Brauereien vor allem mit der Hefe und dem Hopfen, der nicht nur schon bei der Gärung eingesetzt wird, sondern auch später hinzukommen kann - das Bier ist dann „kaltgehopft“. Was aber nach wie vor gegen das Reinheitsgebot verstößt: Während des Brauvorgangs etwa andere Früchte hinzuzufügen und mit zu vergären, wie etwa Gurken. Das Erzeugnis, ein mit Hilfe von Milchsäurebakterien fermentiertes Sauerbier namens Gurken Gose darf wegen EU-Rechts war in Deutschland verkauft werden, aber nicht als Bier, sondern eben als importiertes alkoholisches Getränk.

So kommt die Gurken Gose recht teuer, so wie auch andere experimentelle Porters, Pale Ales oder andere Köstlichkeiten. Anderseits: Pils, Helles, Dunkles, Weißbier - die Auswahl ist immer noch sehr groß. Und da es um den Genuss geht und nicht um den Rausch, kann es auch mal fünf Euro für einen Drittelliter sein. Prost! Peter Müller

Lesetipp für den Montag

Geschlossen: Apple wird im Mai seinen letzten von drei Stores schließen, der ausschließlich Apple Watches verkaufte. Eröffnete hatte Apple die speziellen Läden im Jahr 2015 mit der Markteinführung der Apple Watch in Paris, London und Tokio, seit letztem Jahr ist nur noch der in der japanischen Hauptstadt in Betrieb - nur noch für einige Wochen. Erst letzte Woche hatte Apple einen voll ausgestatteten Store im Stadtteil Shinjuku eröffnet, der Uhrenladen in Isetan ist somit völlig überflüssig geworden.

Austausch: Apple hat für die Macbook Pro 13 Zoll ohne Touchbar ein Batterieaustauschprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen sich die Besitzer der Geräte den Akku kostenlos erneuern lassen können. Apple habe festgestellt, dass sich bei einer "begrenzten Anzahl" der Macbook Pro der Akku aufblähen könnte. Betroffen sind bestimmte Chargen, die von Oktober 2016 bis Oktober 2017 in den Handel kamen. Auf Apples Website kann man seine Seriennummer eingehen und feststellen, ob das Gerät betroffen ist , anschließend sendet man das Gerät ein oder bringt es zum nächsten Apple Store oder zertifizierten Reparaturbetrieb. Wer seinen Akku bereits hat austauschen lassen, der bekommt von Apple die Kosten dafür ersetzt. Wie der Hersteller betont, handele es sich um kein sicherheitsrelevantes Problem.

Dunkelheit: macOS 10.14 wird einen systemweiten Dark Mode erhalten, geht aus im März dem WebKit hinzugefügten neuen Code hervor. WebKit ist die Grundlage von Safari und Änderungen darin haben schon öfter Schlüsse auf künftige Systemfunktionen zugelassen. Bisher mussten Entwickler von Apps einen Dark Mode in macOS explizit zulassen, WebKit wird nun in der Lage sein, beliebige Websites und deren Elemente für eine dunkle Darstellung zu rendern. Damit dürfte es hoch wahrscheinlich sein, dass eine API das im gesamten System und für jede beliebige App erledigt. Ob iOS 12 ein ähnliches Feature anbieten wird, lässt sich nicht aus dem WebKit erschließen, wohl aber, dass auch das iPhone 5s noch iOS 12 wird ausführen können.

Kritik: Zum gestrigen Earth Day hatte Apple nicht nur in seinen Apple Stores das Apfel-Logo mit einem grünen Blatt verziert, sondern in der Woche zuvor einen neuen Roboter namens Daisy vorgestellt, der alte iPhones noch besser und schneller zerlegen kann, um wichtige Rohstoffe zurück zu gewinnen. Daisy kann laut Apple aus 100.000 alten iPhones etwa 1 kg Gold und 7,5 kg Silber gewinnen und braucht nur 18 Sekunden für jedes Gerät. In das Lob will Greenpeace aber nicht einstimmen und kritisiert Apple dafür, dass Recycling überhaupt so schnell nötig sei. Anstatt immer bessere Roboter für das Ende des Lebenszyklus zu bauen, sollte Apple in seinem Produktdesign mehr auf Reparierbarkeit und der Austauschbarkeit von Komponenten setzen, fordert der Greenpeace-IT-Analyst Gary Cook. Die Leute würden ihre iPhones gerne länger nutzen, das zeige auch die starke Nachfrage nach Austauschbatterien für das iPhone 6 anfangs dieses Jahres, als Wartezeiten von drei bis vier Wochen normal waren. Greenpeace unterschlägt dabei aber, dass iPhones ohnehin lange Laufzeiten haben, das iPhone 5 aus dem Jahr 2012 ist immer noch bei vielen in Betrieb, das iPhone 5s von 2013 kann sogar das aktuelle iOS noch ausführen und wird vermutlich selbst mit iOS 12 ab Herbst auskommen.

Weitere Nachrichten:

Amazon Locker nun auch in Rewe-Filialen

Wie die Lebensmittelzeitung in dieser Woche berichtet, hat Amazon eine weitere Einzelhandelskette in sein Partnerprogramm für die Amazon-Locker-Abholstationen aufgenommen. Nach Edeka, Aldi und dm soll das US-Unternehmen in Deutschland nun auch mit der Supermarktkette Rewe zusammenarbeiten. Dem Bericht zufolge wurden in einigen Rewe-Filialen in Deutschland bereits entsprechende Abholstationen aufgestellt. Zur Rewe-Gruppe gehören unter anderem auch Penny, nahkauf, toom Baumarkt und Kaufpark. Mit der neuen Kooperation könnte Amazon so mehr als 6.000 potenzielle Ladenstandorte in Deutschland nutzen. Konkrete Angaben zu den neuen Amazon-Locker-Stationen hat Amazon bislang noch nicht gemacht.

Hierzulande arbeitet Amazon bereits mit mehreren Einzelhändlern zusammen. Vor allem in Großstädten wie etwa München oder Berlin sind die Amazon Locker unter anderem bei Edeka, Aldi, dm oder Karstadt zu finden. Auch O2 und Shell zählen zu den Kooperationspartnern. An den Amazon Lockern können Amazon-Kunden ihre Bestellungen – in einigen Fällen unabhängig von den Ladenöffnungszeiten – abholen. Neben Ballungsgebieten will Amazon künftig auch ländliche Gebiete mit den Abholstationen abdecken.

ADAC-Pannenhilfe-App im unfreiwilligen Praxis-Test

Wir haben die ADAC-Pannenhilfe-App bei einer Auto-Panne getestet. Die Vorteile der App gegenüber dem klassischen Anruf an der Pannen-Hotline: Der ADAC hat Ihre genauen Standortdaten und Sie sehen immer den aktuellen Status Ihrer Pannenmeldung. Die App hat aber auch Schwächen.

So funktioniert die App ADAC Pannenhilfe im Pannenfall

Sobald ihr Fahrzeug auf einem möglichst sicheren Standort fest steht und Sie das Fahrzeug gegebenenfalls vorschriftsmäßig gesichert haben (Warndreieck etc.), rufen Sie die ADAC-Pannenhilfe-App auf. Sofern Sie bereits alle Daten zu Ihrer Person und vor allem auch zu Ihrem Fahrzeug in der App hinterlegt haben, geht die Pannenmeldung sehr schnell über die Bühne. Sie wählen zunächst die für Sie erkennbare Ursache für das Problem aus – "springt nicht an", "Reifen", "Schlüssel", "Unfall" oder "Sonstiger Schaden". Nun erscheint eine Karte, die Ihren aktuellen Standort auf Basis der GPS-Daten anzeigt. Prüfen Sie kurz, ob Ihr Standort von der App richtig angezeigt wird und tippen Sie dann auf "Bestätigen".

Von nun an müssen Sie Ihr Smartphone griffbereit haben. Denn nach zirka fünf Minuten sollte das ADAC-Pannenhilfe-Call-Center bei Ihnen anrufen. Die Dame oder der Herr an der Leitung checkt noch einmal die Daten und Ihre Fehlerbeschreibung und vergewissert sich wegen des genauen Fahrzeugstandorts.

Dann heißt es warten, bis der ADAC-Pannenhelfer kommt. Das ist aber nicht App-spezifisch, sondern wäre bei einer Pannenmeldung via Telefonanruf auch nicht anders. Anders als bei einer telefonischen Pannenmeldung sehen Sie in der ADAC-Pannenhilfe-App aber die komplette Chronologie der Schadensmeldung. Der oberste Eintrag dokumentiert Ihre Pannenmeldung. Der Eintrag darunter wird unmittelbar nach Ende des Telefonats mit dem Call Center angelegt. Er belegt, dass Ihre Pannenmeldung auch wirklich bearbeitet wird. Der dritte Eintrag bestätigt dann, dass ein "Gelber Engel" zu Ihnen unterwegs ist. Bis der dann aber eintrifft, kann durchaus etwas Zeit vergehen.

Wichtig: Sie können in der App jederzeit die Pannenmeldung stornieren. Falls Sie die Schadensursache ja selbst finden und beheben können.

Tipp: Sie können auch für mehrere Fahrzeuge die Daten in der App hinterlegen. Dann sollten Sie im Pannenfall das Fahrzeug auswählen, mit dem Sie liegen geblieben sind. Denn anhand der übermittelten Fahrzeugdaten wie Hersteller, Typ, Farbe und Kennzeichen findet Sie der "Gelbe Engel" leichter. Zudem hängt davon auch die Entscheidung ab, welcher Abschleppwagen gegebenenfalls geschickt wird. Denn für ein liegen gebliebenes Camping-Mobil benötigt der ADAC-Vertragspartner (Pick-Up-Service) einen anderen Abschleppwagen als für einen normalen PKW.

Ganz wichtig: Achten Sie unbedingt auf einen ausreichend geladenen Smartphone-Akku und aktivieren Sie den Stromsparmodus. Falls Sie für Pannenfälle ein einfaches Handy alias Feature-Phone besitzen, dann geben Sie besser dessen Telefonnummer beim ADAC an, falls Ihr Smartphone-Akku bereits leer wird. Denn der ADAC sollte Sie durchgehend telefonisch erreichen können. So ruft zum Beispiel der ADAC-Pannenhelfer kurz vorher an, bevor er bei Ihnen ist. Falls ein Abschleppwagen erforderlich sein sollte, dann ruft dessen Fahrer ebenfalls vor seiner Ankunft bei Ihnen an.

Schwächen in der App: Die App zeigt aber nicht die voraussichtliche Ankunftszeit des ADAC-Pannenhelfers an und informiert sie auch nicht, wenn es bei dessen Anfahrt zu Verzögerungen kommen sollte. Die Einträge in der ADAC-Pannenhilfe-App enden zudem mit dem Eintreffen des "Gelben Engels" bei Ihnen. Alle was danach kommt, also beispielsweise die Alarmierung eines Abschleppwagens, wird nicht mehr in der App dokumentiert. Sie können in der App also auch nicht sehen, ob gegebenenfalls der erforderliche Pick-Up-Service informiert wurde, der Sie zu Ihrem Wohnort beziehungsweise zu Ihrer Wunsch-Werkstatt zurückbringt. Oder nur ein standardmäßiger Abschleppservice, der Sie zur nächstgelegenen Vertragswerkstatt schleppt, was nicht immer hilfreich ist.

Wichtig: Prüfen Sie vor der Benutzung der App, ob überhaupt eine Datenverbindung besteht. Falls Sie sich dessen unsicher sind, dann rufen Sie besser klassisch an.
Vorteile der App gegenüber der Meldung per Anruf
* Chronologie der Pannenmeldung in der App. Sie sehen immer den aktuellen Stand der Pannenmeldung bis zum Eintreffen des Pannenhelfers
* ADAC bekommt automatisch den genauen Standort Ihres Fahrzeugs übermittelt

Bereits seit 2011 können ADAC-Mitglieder Hilfe im Pannen über eine Android-App anfordern. iPhone-Besitzern steht die ADAC-Pannenhilfe-App sogar noch länger zur Verfügung. Die App ersetzt also den Anruf bei der Pannen-Hotline des ADAC beziehungsweise die Benutzung der orangefarbenen Notrufsäulen entlang der Autobahnen (bei denen Sie als ADAC-Mitglied ausdrücklich Hilfe durch den ADAC verlangen müssen).

C64 wieder aufgebaut und ausprobiert

Commodore Business Machines brachte einst den Commodore 64 auf den Markt: Einen 8-Bit-Heimcomputer, der sich bald zu einer Kultikone mauserte. Dank seines günstigen Preises und der erstaunlichen Grafik-Power diente der C64 Millionen von Nutzern in erster Linie als Spiele-PC. Andere hingegen machten vom vollen Potenzial des wegen seiner Form liebevoll "Brotkasten" genannten Geräts Gebrauch und nutzten ihn als programmierbaren Allzweck-Computer.

Die Kollegen unserer Schwesterpublikation PC World wagten sich vor einiger Zeit an ein Experiment: Tschüss, Windows-PC! Eine Woche lang arbeiteten sie mit einem Original Commodore 64 aus dem Jahr 1982 um herauszufinden, ob man mit einer Maschine mit unbedeutender Menge RAM und CPU-Leistung tatsächlich heute noch anfallende Arbeiten verrichten kann. Hinweis: Alle Abbildungen dieses Artikels stammen von der PC World.

Tag 1: Der Aufbau

Von den insgesamt zehn Commodore 64 in unserem "Vorrat" funktionierten nur noch drei. Ein Blick ins Gehäuse des C64 offenbart, dass die häufigste Ursache für den frühen Computer-Tod Überhitzung durch mangelnde Durchlüftung ist. Der Commodore besitzt keinen Lüfter und seine heißlaufenden Chips sitzen lediglich unter einem Stück Pappkarton. Die restlichen internen Komponenten sind wie Sardinen in einer Büchse unter einem kaum durchlüfteten Plastikgehäuse verstaut. Ja, Sie haben richtig gehört: Pappkarton. Um die Herstellungskosten zu senken, verzichtete Commodore damals auf die üblichen, beschichteten Metall-RF-Schilde, die normalerweise die Schaltkreise eines Computers vor Interferenzen durch TV-Empfang schützen. Stattdessen kam ein Stück Press-Karton zum Einsatz, der mit einer dünnen Schicht Metall-Folie überzogen wurde. Das funktionierte zwar erstaunlich gut, allerdings ist Pappkarton nicht gerade für seine Wärmeleit-Fähigkeiten bekannt...

Darüber hinaus ist das generelle Schaltkreis-System des C64 weitaus weniger robust, als es sein sollte. Verbindet man also die einzelnen Pins mit den falschen Konnektoren, frittiert man das Innenleben schneller, als einem lieb ist. Auch das bekannte unförmig-schwere Netzteil des Commodore 64 wird extrem heiß und tendiert nicht selten dazu, sein eigenes Plastik-Gehäuse einzuschmelzen und dann den Geist aufzugeben.

Unser endlich funktionstüchtiger Commodore kommt natürlich nicht ohne entsprechende Peripherie aus. Als Monitor wählen wir daher einen gut erhaltenen Commodore 1702, der nicht nur über einen Composite-Video-Eingang verfügt, sondern auch einen speziellen S-Video-artigen Chroma/Luma Eingang auf der Rückseite besitzt. Der garantiert ein hochqualitatives Videodisplay.

Als Speicherlösung greifen wir auf das Standard Commodore 1541 Floppy-Disk-Laufwerk zurück. Es arbeitet mit ein- oder beidseitig nutzbaren 5,25-Zoll-Disketten, die jeweils 170 Kilobytes pro Seite speichern können. Das Laufwerk wird über einen seriellen Anschluss mit dem Commodore 64 verbunden - diese Verbindung ist zwar oft sehr langsam, aber immerhin benutzerfreundlich.

In den 1980ern konnten Diskettenlaufwerke eine wirklich teure Angelegenheit sein. Viele C64-Nutzer griffen daher lieber auf günstigere Kassetten-Laufwerke (beim C64 als Datasette bezeichnet) zurück - also solche Laufwerke, die Computerdaten auf einer normalen Audio-Kassette speichern und von dort auch wieder abrufen konnten. Zwar hatten wir auch von diesen Laufwerken ein passendes parat, das beliebte Modell Commodore 1530 C2N Datasette, doch kaum nützliche Programme auf entsprechenden Kassetten-Tapes. Bei den Game-Controllern entscheiden wir uns für zwei Commodore VIC-1311 Joysticks. Dazu später mehr.

Ein Computer ist nur so gut, wie seine Software - da macht auch der Commodore 64 keine Ausnahme. Immerhin: Mehr als 10.000 Programme wurden einst für den C64 veröffentlicht. Das Problem besteht also nicht in der Software-Auswahl, sondern in deren Nutzung. Die meisten Programm-Disks sind mittlerweile furchtbar alt und viele von Ihnen werden wissen: Floppys halten leider nicht ewig. Die magnetischen Daten verblassen mit der Zeit und werden unlesbar. Manchmal funktioniert auch die Diskette selbst, doch die Grafikdaten geraten durcheinander, wie es bei uns beim Spiel "Gauntlet" der Fall war.

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