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Morgenmagazin vom Montag, 26. Juni 2017

26.06.2017 | 07:09 Uhr |

watchOS 4: Wo bleibt die Geundheit? +++ Tipps für den Steam Summer Sale ++ YouTube: 1,5 Milliarden monatlich eingeloggte Nutzer +++ WikiLeaks: Neue CIA-Spionagetools enthüllt +++ LG arbeitet an Riesen-Display zum Aufrollen

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die Vereinten Nationen begannen heute vor 72 Jahren mit dem zweiten Versuch, die Menschheit von der "Geißel des Krieges" zu befreien, wie es in der Präambel der Charta steht, die am 26. Juni 1945 unterzeichnet wurde. Das hat nicht so geklappt, wie man sich das vorstellt - bei der Unterzeichnung sechs Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa war dieser im Pazifik längst noch nicht beendet. Und wie viele Kriege und Bürgerkriege in der sogenannten Nachkriegszeit geführt wurden und heute immer noch und schon wieder toben, will man eigentlich gar nicht wissen.  Zwei haben wir Europäer auch noch vor der Haustür beziehungsweise mittendrin. In einem Klima des wiedererstarkenden Nationalismus, in dem scheinbar einfache Antworten auf komplexe Fragen wieder populär werden, ist das mehr als nur besorgniserregend.

Gelang es der UN bisher nicht, die Geißel des Krieges auszulöschen, hat sie in den 72 Jahren ihres Bestehens doch viele Schritte in diese Richtung zurückgelegt, vor allem durch ihre Unterorganisationen wie dem Kinderhilfswerk UNICEF, der Landwirtschaftsorganisation FAO  oder der Weltgesundheitsorganisation. Und auch dem Weltwährungsfond IWF darf man das Bemühen nicht absprechen.

Nicht zuletzt gehen auf UN und Unterorganisationen weltweite Gedenktage zurück, heute etwa ist der Weltdrogentag, um den sich das United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) kümmert. Wie der Name nahelegt, feiert die UNODC keineswegs heilsame Wirkungen mancher Kräuter und künstlicher Substanzen, sondern verdammt eher das Verbrechen, das um den illegalen Handel entstanden ist. Aber auch hier gilt: Einfache Antworten führen nicht weiter und ein banales „Legalize it!“ würde zwar vieles ändern, aber bei weitem nicht alles zum Guten.

Das Bundesland Bayern, bekannt für seine restriktive Drogenpolitik und immensen Bierkonsum, blickt heute nach Ingolstadt. Und war auf die Universität, die am 26. Juni 1472 als erste überhaupt in Bayern eröffnete. Der berühmteste Absolvent der Universität ist jedoch fiktiv: Victor Frankenstein hat in Mary Shelleys Roman in Ingolstadt seinen künstlichen Menschen erschaffen. Der Roman erschien allerdings erst zwei Jahrzehnte, nachdem die Universität zunächst nach Landshut und schon kurz darauf nach München verlegt wurde, wo sie noch heute als Ludwigs-Maximilians-Universität besteht. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Gesundheit: Die Apple Watch soll dereinst zur Behandlung und Prävention aller Arten von Krankheiten ein nützliches Tools werden, so die Vision, die auch Apple stets beschreibt. Doch kann die Apple Watch zwar erwiesenermaßen Herzkammerflimmern vorhersagen, sie ist aber noch sehr weit davon entfernt, Krebs zu heilen. Schließlich ist sie nicht einmal in der Lage, eine Erkältung anhand diverser Vitalzeichen vorherzusagen, meint Dan Moran auf Macworld.com. Nicht, dass man das bräuchte, es gibt Wichtigeres und die Vorzeichen grippaler Infekte kennen wir alle nur allzugut, da benötigen wir keine technische Unterstützung der Uhr. Generell hapere es aber noch an der Einlösung des Gesundheitsversprechens, mahnt Moren weiter an, auch in der spärlichen Preview auf watchOS 4 war auf der WWDC noch nicht viel herauszulesen. Immerhin werde die Apple Watch in Zukunft auch mit mehr Detektoren sprechen, etwa solche, die den Blutzucker messen. Eigene Sensoren füge die Uhr aber erst einmal nicht hinzu. So werde womöglich eine Gelegenheit vertan, mehr Daten für die Analyse des eigenen Gesundheitszustandes und der medizinischen Forschung allgemein zu erheben. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Geschichte: An diesem Donnerstag jährt sich der Erstverkaufstag des iPhone zum zehnten Mal, immer mehr Geschichten aus der Entwicklungsgeschichte des smarten Telefons machen nun die Runde. Cult of Mac hat einen ausführlichen Leseauszug aus dem Buch Jony Ive: The Genius Behind Apple’s Greatest Products von Leander Kahney veröffentlicht, das die Geschichte von MultiTouch beleuchtet. Bei Apple war die Technologie Anfang 2003 angekommen, die Hardwareingenieure hatten zunächst an einen Touchfähigen Mac oder ein Tablet als Einsatzzweck gedacht. Doch landete man schließlich bei der Entwicklung eines Telefons, als man feststellte, wie sehr man die Technik miniaturisieren konnte. Apple stand ohnehin unter de Druck, dass irgendwann ein Konkurrent den iPod mit dem Mobiltelefon würde verschmelzen. Ein erster Versuch, das Motorola Rokr, ging bekanntlich ziemlich schief, doch das eigene Projekt "Telefon, iPad, banhbrechendes Internetgerät" sollte schließlich gelingen.

Summer of Game: Bis zum 5. Juli läuft noch der Summer-Sale bei Steam. Auch Mac-Spiele gibt es dort mit teils kräftigen Nachlässen von bis zu 40 Prozent. Unsere Kollegen der Macworld präsentieren die zehn ihrer Ansicht nach besten Schnäppchen in einer Galerie. Wir schließen uns dem an und überlegen, nun auch selbst Titel wie Rocket League, Civilization VI, Portal 2, Hitman oder Kerbal Space Program auf unsere Rechner zu laden.

Schneller: Auch das Macbook Pro profitiert enorm von der neuen Prozessorgeneration Kaby Lake, wie die Tester von Apple Insider heraus gefunden haben. Im Geekbench-Benchmark legte das Modell von 2017 gegenüber dem Vorgänger aus dem letzten Herbst um 12 Prozent im Single-Core- und um 24 Prozent im Multi-Core-Test zu. Vor allem erlaube die Energieeffizienz der neuen Generatin von Core-Chips eine höhere effektive Taktrate, die die CPU auch über längere Zeit als bisher im Turbo-Modus halten kann. Die Grafikleistung habe sich jedoch kaum verändert, hier stößt das Macbook Pro offensichtlich an Grenzen und wird wohl erst über eGPUs, auf die das kommende Betriebssystem High Sierra ausgerichtet ist, wirklich Desktop-Performance erreichen. Macwelt hat derzeit ebenso ein Macbook Pro 2017 im Testcenter - wir sind auf unsere Ergebnisse gespannt.

Personalie: Dr. Sumbul Desai kommt von der Universität Stanford zu Apple, wie die Forschungs- und Bildungungseinrichtung in Kalifornien mitteilt. Welche Aufgaben Deai dort in welcher Funktion übernehmen werde, sei nicht bekannt. Die Medizinerin hat sich jedoch als Expertin für digitale Gesundheitsthemen einen Namen gemacht und war im Januar wesentlich am Start des Center for Digital Health beteiligt, das in Kooperation mit Unternehmen Gesundheitslösungen entwickelt. Unter anderem hat das Center die App "My Heart Counts" entwickelt, die besser Herzprobleme diagnostizieren soll.

Fast fertig: Seit April bezieht Apple sein neues Hauptquartier, noch in diesem Jahr soll das Steve-Jobs-Theater inmitten des Campus eröffnen, das bis zu 1000 Zuschauern Platz bieten wird - zum Beispiel für Keynotes, die neue iPhones zum Thema haben. Ein neues Drohnen-Video zeigt nun die Fortschritte im Apple Park, zuletzt waren vor allem Landschaftsgärtner mit der Optimierung des Geländes beschäftigt. Vom Steve-Jobs-Theater ist indes nur der eindrucksvolle Eingang zu sehen, der Saal selbst ist unterirdisch angelegt.

YouTube: 1,5 Milliarden monatlich eingeloggte Nutzer

Das zu Google gehörende Videoportal YouTube kann einen neuen Nutzerrekord feiern. Laut Betreiber wird YouTube pro Monat von 1,5 Milliarden eingeloggten Nutzern besucht. Damit besitzt jeder fünfte Mensch auf der Erde ein Konto bei YouTube. Auch zur Nutzungsdauer hat YouTube auf dem Firmenblog Angaben gemacht. Demnach schauen die Nutzer durchschnittlich täglich mehr als 60 Minuten lang Videos auf YouTube an. 

Diese beeindruckende Zahl bezieht sich jedoch nur auf die Zuschauer, die YouTube auf mobilen Geräten ansteuern. Zu den Nutzungszeiten von YouTube auf dem PC oder smarten TV-Geräten machten die Betreiber keine Angaben. Die große Reichweite dürfte die Kassen bei Google auch weiterhin klingeln lassen. Die Ergebnisse von YouTube werden in den Quartalszahlen des Mutterkonzerns Alphabet jedoch nicht einzeln aufgeführt, sondern im Gesamtergebnis mit Werbung zusammengefasst.

WikiLeaks: Neue CIA-Spionagetools enthüllt

Um Rechner mit besonders empfindlichen Daten vor Hacker-Angriffen und Viren zu schützen, werden sie nicht mit dem Internet verbunden. Diese Schutzmaßnahme wird als Air-Gapped-PC oder Air-Gapped-Netzwerk bezeichnet. Um trotzdem an deren sensiblen Inhalte zu gelangen, hat die CIA mehrere Tools entwickelt. Wie Drifting Deadline und Brutal Kangaroo genau funktionieren, zeigen geheime CIA-Dokumente, die in dieser Woche über die Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht wurden . Der aktuelle Leak ist Teil der Vault7-Serie, die laut WikiLeaks zeigt, dass die CIA zunehmend die Kontrolle über ihr Hacking-Arsenal verliert.

Brutal Kangaroo beschreibt in den geheimen Dokumenten eine Sammlung aus Komponenten, die es auf Computer und Netzwerke abgesehen haben, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Drifting Deadline ist ein Tool aus dieser Sammlung, das auf einem PC im Zielunternehmen installiert wird. Im Anschluss befällt es mit dem PC verbundene USB-Laufwerke. Werden diese USB-Laufwerke in einen der Air-Gapped-PCs eingesteckt, infizieren sie ihn mit der für die Mission notwendigen Malware.

Den Angaben zufolge funktionierten diese Angriffe in einigen Fällen auch, wenn Nutzer keine Dateien auf den infizierten USB-Laufwerken öffnen. Über den so genannten EZCheeze-Exploit genügt die Anzeige eines infizierten Dateisymbols im Windows Explorer. Die Lücke wurde bereits 2015 durch einen Microsoft-Patch geschlossen. Brutal Kangaroo macht sich außerdem den Lachesis-Exploit und den RiverJack-Exploit zunutze, die unter Windows 7, Windows 8 und Windows 8.1 funktionieren. Laut Microsoft seien Nutzer, die regelmäßig Windows-Updates durchführen, nicht gefährdet, da diese Exploits bereits per Patch geschlossen wurden. Der Redmonder Konzern nutzt zudem die Gelegenheit, auf die Vorzüge von Windows 10 hinzuweisen. Beim neuen Betriebssystem erfolgen Sicherheitsupdates automatisch und müssen nicht händisch vom Nutzer bewilligt werden.

Aus den CIA-Dokumenten geht hervor, dass PCs nur manuell mit Drifting Deadline oder den früheren Versionen Shattered Assurance und Emotional Simian infiziert werden können. Wenn das zutrifft, ist Brutal Kangaroo weitaus weniger gefährlich als reine USB-Exploits, wie sie in den Stuxnet- und Flame-Angriffen benutzt werden. Die Hackertool-Sammlung ist aber dennoch ein gefährliches Werkzeug, mit dem so genannte Air-Gapped-Netzwerke relativ einfach kompromittiert werden können.

Die CIA hat bislang die Echtheit der Leaks in den Vault7-Dokumenten weder bestätigt noch dementiert. Doch der schiere Umfang und die Details in den Schriftstücken lassen wenig Zweifel an deren Authentizität. Die darin enthüllten Exploits scheinen bei Geheimdiensten zum Standard zu gehören.

LG arbeitet an Riesen-Display zum Aufrollen

Der Elektronikkonzern LG verdient einen beträchtlichen Teil seines Umsatzes mit Bildschirmen. Ein neuer Prototyp soll die künftigen Möglichkeiten der Forschung ausloten. Das 77 Zoll große OLED-Display ist transparent und wie ein Poster aufrollbar. Der Biegeradius liegt bei 80 Millimetern. Trotz dieser Innovationen stellt der portable Bildschirm 3.840 x 2.160 (UHD) Bildpunkte dar.

Die Transparenz von 40 Prozent lässt einen großen Teil des TV-Hintergrunds noch erkennen. Unterstützung erhielt LG durch die südkoreanische Regierung. Als Anwendungsmöglichkeiten nannte LG Schaufenster oder Displays in Geschäften, die wie ein Spiegel einen Vorgeschmack auf digital auf den Körper projizierte Kleidungsstücke geben. Die Möglichkeit zum leichten Transport macht das System im Vergleich zu modularen LED-Bildschirmen interessant.

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