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Morgenmagazin vom Montag, 27. November 2017

27.11.2017 | 06:55 Uhr |

Kuo: Produktion von iPhone X ausgeweitet - Nachfrage wetier hoch +++ Irland will Apples Steuern nun doch +++ 13 weitere Länder verkaufen iPhone X +++ Vorzeigeprojekt: München beendet LiMux +++ So gefährlich sind Smartphones für die Sicherheit +++ Vodafone verdoppelt Datenvolumen für Red- und Young-Tarife

27. November: Hey, Joe!

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Vier Wochen also noch, nach dem gestrigen Totensonntag beginnt die Adventszeit. Der Schwarze Freitag hallt nach, der auf den Offline-Kaufrausch folgende Montag gilt schon seit fast 20 Jahren als Cybermonday: Der Tag, an dem der Online-Handel Rabatte gibt. Das gilt schon lange nicht mehr, Amazon hatte vor ein paar Jahren damit angefangen, schon die gesamte Woche von Montag bis Montag Sonderangebote in sein virtuelles Schaufenster zu stellen. In der Woche davor hatte es auch schon vereinzelte Rabatte gegeben und an sich immer wieder. Allmählich fragt man sich, ob das wirklich sein muss und hält Apples Idee, einfach nur Gutscheine für den nächsten Einkauf zu verteilen, für gar nicht mehr so übel.

Wir haben zwar zahlreiche interessante Dinge gesehen, auch heute stehen auf der Liste der Onlinehändler noch gute Angebote, wir berichten darüber. Doch zugeschlagen haben wir nicht - wir haben ja schon alles, was wir brauchen. Es ist ja so: Kauft man in der schwarzen Woche Dinge, die man nicht braucht und die sonst 1000 Euro kosten, für 750 Euro ein, hat man nicht 250 Euro gespart, sondern 750 Euro ausgegeben, die man vielleicht gar nicht im Budget hatte.

Vor zwei Jahren wären wir in der Cyberweek aber beinahe schwach geworden, über Amazon bot seinerzeit der Gitarrenhersteller Gibson seine aktuelle Kollektion mit einem Preisnachlass von 50 Prozent an. Wir scherzten schon, nehmen wir zwei Gitarren à 1500 Euro und verkaufen eine für den regulären Preis von 3000 Euro, dann haben wir eine nagelneue Spitzen-Les-Paul für lau. Aber wir machten davor natürlich die Rechnung mit dem Wirt: 3000 Euro hätte damals kein Interessent bezahlt, der neue Preis hatte sich herumgesprochen. Denn das war es effektiv und kein temporärer Rabatt: Die Gitarren wurden nicht mehr teurer und in diesem Jahr und dem davor auch nicht anlässlich des Weihnachtsgeschäftes günstiger.


Aber gerade heute schauen wir nochmal genauer hin: Vielleicht bietet ein seriöser Musikalienhändler heute ja eine Les Paul, eine SG, eine Strat oder eine Tele für einen unschlagbaren Preis an? Da müsste doch heute, am Tag der E-Gitarre etwas drin sein.

Der inoffizielle Feiertag geht natürlich auf einen der größten seiner Zunft zurück: Jimmy Hendrix wäre heute 75 Jahre alt geworden. Aber selbst wenn wir ein vom Meister gespieltes Original auf unserer Einkaufstour bekämen: So spielen wie der mit schon 27 Jahren aus dem Leben geschiedene Hendrix werden wir auch nach 75 Jahren intensiven Übens nicht können.

Lesetipps für den Montag

Herausforderung: Das iPhone X bedeutet die erste wesentliche Änderung am Design des iPhones seit Jahren. Höhere Auflösung, ein anderes Seitenverhältnis und natürlich die Notch bedeuteten Herausforderungen an die Gestaltung und Anpassung von Apps. Andererseits bekommen Entwickler zahlreiche neue Möglichkeiten an die Hand, etwa den True-Depth-Sensor oder das ARKit. Arstechnica hat sich bei Programmierern umgetan und nach Problemen und Lösungen gefragt.

Verzählt : Computer sollten eigentlich gut im Zählen  sein, warum spucken sie dann unterschiedliche Ergebnisse über die Menge der Bilder und Videos der iCloud-Mediathek aus, wenn man diese Zahl von einem iOS-Getät, einem Mac oder in der iCloud ermitteln lässt? Glenn Fleishman ist dem auf die Spur gegangen und sieht vor allem zwei unterschiedlich Gründe, sollte das der Fall sein. Auf dem Mac kann Fotos unter Umständen die Anzahl der Bilder auf dem Rechner gemeint sein, zu den in die Fotos-Datenbank gespeicherten kommen noch die referenzierten Bilder hinzu, die einen anderen Speicherort haben - eventuell auch auf externen Laufwerken. Ein anderer Grund könnte sein, dass Fotos noch Thumbnails längst gelöschter Bilder aufführt, in diesem Fall würde helfen, die Datenbank neu aufbauen zu lassen.

Ausweitung der Kampfzone: Seit Freitag ist das iPhone X in 13 weiteren Ländern (schwer) erhältlich, weltweit in nun insgesamt 70 Staaten. Zu den neuen Märkten gehören unter anderem Albanien, Bosnien-Herzegownina, Mazedonien, Serbien, Südafrika und Südkorea. Apple ist es gelungen, die Produktion weiter zu steigern, die Lieferzeiten liegen in der Regel bei ein bis zwei Wochen.

Anpassung : Eine von zunächst fünf bis sechs Wochen nun auf eine bis zwei Wochen gesunkene Lieferzeit könnte freilich auch die Ursache in gesunkener Nachfrage nach dem iPhone X haben. Dem ist aber nicht so, erklärt der Analyst von KGI Securities, Ming-Chi Kuo in einer Notiz für Investoren. Tatsächlich sei es Apple gelungen, die Produktion des iPhone X deutloich hoch zu fahren. Der Zulieferer Hon Hai (Foxconn) könne nun 550.00 Exemplare pro Tag herstellen, noch vor einem Monat seien das nur 50.000 bis 100.000 gewesen. Auch die Hersteller von Komponenten haben ihren Output gesteigert, Career liefert etwa 100 Prozent mehr LTE-Modems als noch vor einem Monat, Sharp und LG verbesserten sich bei den True-Depth-Sensoren um 80 bis 90 Prozent. Die Nachfrage nach dem iPhone X sei weiterhin stark.

Her damit: In der Republik Irland hatte Apple bisher einen Unterstützer im Steuerstreit mit der EU, die vor über einem Jahr angeordnet hatte, dass der Mac-Hersteller 13 Milliarden Euro nachzahlen müsse - eben an den irischen Fiskus, der das Geld gar nicht wollte. Dieses gegenseitige Einvernehmen scheint seit Ende letzter Woche Geschichte: Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar forderte Apple nun auf, die Rechnung zu bezahlen. Er wolle nicht Apple wegen Säumnis vor Gericht zerren, weil die EU ihrerseits die Republik Irland verklage, sagte Varadkar im Parlament in Dublin. Auch an anderen Stellen knirscht es in Beziehung Irlands zu Apple, die seit über 30 Jahren anhält. So verzögert sich der Bau eines neuen Rechenzentrum in Athenry weiterhin, womöglich gar bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Apple will keine Garantie mehr geben, an dem geplanten Standort festzuhalten. Apple beschäftigt in Irland rund 6000 Personen, die meisten davon an seinem Standort in Cork.

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Vorzeigeprojekt: München beendet LiMux

Im Jahr 2003 war die Stadt München als erste deutsche Großstadt im Rahmen des Projekts LiMux von Windows auf Linux umgestiegen. Elf Jahre später wurden bereits erste Stimmen laut , die Stadt wolle wieder auf Windows umsatteln. Als Gründe dafür führte die Verwaltung Bedienungsschwierigkeiten ihrer Mitarbeiter an. Während der Stadtrat den Umstieg damals noch ablehnte, ist das Ende von LiMux nun besiegelt .

Wie aus einer Anlage zu einer Sitzungsvorlage hervorgeht, will München einen einheitlichen IT-Arbeitsplatz auf Basis von Windows 10 einrichten. Innerhalb der nächsten sechs Jahre soll dieses Projekt die Stadt München insgesamt 86,1 Millionen Euro kosten. Den größten Posten mit 29,9 Millionen Euro machen dabei Lizenzen für Windows 10, Office sowie der Aufbau eines „Identity Management im Rahmen des einheitlichen Verwaltungsnetzes sowie der Erweiterung der Virtualisierungsumgebung“ aus. Den zweitgrößten Posten berechnet die Stadt München mit 24 Millionen Euro für externe Beratung. 14 Millionen Euro machen Personalkosten aus, gefolgt von 13,4 Millionen Euro für IT-Dienstleistungen. Die voraussichtlichen Kosten für Hardware sollen bei rund 4,8 Millionen Euro liegen. Weitere 3,1 Millionen Euro werden schließlich für zusätzlichen internen Aufwand bei der Umstellung fällig. Dazu zählen unter anderem Mitarbeiter-Schulungen und die Abnahme des einheitlichen Arbeitsplatzes.

Die Stadt München rechtfertigt die geplanten Ausgaben mit einer Gutachter-Empfehlung zur „Steigerung der Leistungsfähigkeit“ der IT. Im Zuge der Umstellung sollen die Windows-Clients komplett neu aufgebaut werden. Während einer Übergangsphase haben die Mitarbeiter dann Zugriff auf den Windows- sowie den LiMux-Client. Letzterer soll jedoch langfristig abgeschafft werden.

Ein weiterer größerer Posten könnte bei der Umstellung noch auf die Haushaltskasse zukommen. Aktuell nutzt München noch zahlreiche Makros und Formulare in der kostenlosen Software Libre Office. Diese müssten in den nächsten sechs Jahren ebenfalls auf Microsoft Office umgestellt werden. Ein Sachverständiger soll nun prüfen, wie hoch die Kosten hierfür ausfallen werden. Von der Umstellung und der damit verbundenen Entwicklung eines einheitlichen Clients sind rund 10.700 Windows-Standard-Clients und 18.500 LiMux-Clients betroffen.

Das Ende von LiMux wurde Anfang November durch einen Ausschuss des Stadrates beschlossen. Die Auslieferung des einheitlichen Windows-Clients soll laut Plan bis Ende 2020 erfolgen. Weitere zwei Jahre kalkuliert die Stadt für die Umstellung der LiMux-Arbeitsplätze und die Einarbeitung ein. Frühestens 2022 soll die Migration dann abgeschlossen sein.

So gefährlich sind Smartphones für die Sicherheit

So beliebt moderne Smartphones auch sind, so gefährlich können Sie werden, wenn Sie in Unternehmen benutzt werden. Wir stellen Ihnen die größten Risiken, die von Smartphones für die Netzwerksicherheit ausgehen, vor.

1. Sicherheitslücken in der Software

Ein Smartphone ist ein mächtiger Computer, auf dem ein Betriebssystem und Anwendungen laufen. Je mehr Anwendungen, also Apps, installiert werden, desto höher ist das Risiko eine App mit bekannten oder sogar noch unentdeckten Sicherheitslücken zu installieren. Deswegen empfehlen wir Ihnen regelmäßige Backups Ihrer Daten durchzuführen. Anschließend sollten Sie nur jene Anwendungen installieren, die Sie tatsächlich verwenden.

2. Rooting und Jailbreak

Die Smartphone-Hersteller schränken die Möglichkeiten der Anwender ein, sodass sie Apps nur von den offiziellen App-Stores oder Markets installieren können. Zusätzliche Sicherheits-Maßnahmen verhindern den vollen Zugriff auf das Betriebssystem des Smartphones. Mit Rooting oder Jailbreak können Sie diese Einschränkungen aber umgehen, sodass Sie vollen Zugriff auf Ihr Gerät erhalten. Aber diese Schritte bergen auch große Risiken, da nun auch Malware-verseuchte Anwendungen Root-Zugriff erhalten können und dies kann dazu führen, dass Ihre persönlichen Daten ausspioniert und veröffentlicht werden.

3. Netzwerke scannen

Vor kurzem wurde ein Vorfall an einer US-Universität bekannt: Dort hatte eines der Geräte im Netzwerk die IP-Adressen gescannt. In der Vergangenheit wurde dieses Ereignis mit einem Zombie-PC im Netzwerk assoziiert und das IT-Personal würde diesen einfach entfernen. In diesem Fall war es jedoch ein Smartphone, das mit einem kabellosen Netzwerk verbunden war. Irgendwie war eine Hacker-Anwendung auf dem Smartphone installiert worden und der Besitzer des Gerätes war sich gar nicht darüber bewusst, dass sein Gerät die Netzwerke durchsuchte.

4. Tethering und NFC als Sicherheitslücken

Die meisten Smartphones unterstützen Wi-Fi-, Bluetooth- und USB-Tethering. Damit können Smartphones Lücken in die Netzwerk-Sicherheit reißen. Wi-Fi-Tethering-Funktionen können verwendet werden, um während der Arbeitszeit auf eigentlich geblockte Webseiten zuzugreifen. Zukünftige Smartphones werden Near Field Communication (NFC) Chips enthalten, mit denen Dateien über kurze Distanzen zwischen zwei Geräten ausgetauscht werden können. Auch das ermöglicht Hackern neue Angriffsmöglichkeiten.

5. Daten-Leck

Wenn Smartphone-Nutzer erst einmal mit Ihrem Netzwerk verbunden sind, dann sollten Sie darauf achten, was diese Personen tun. Sie sollten eine Software für die Netzwerküberwachung installieren. Achten Sie auf die Personen, die am meisten Daten aus den geteilten Ordnern, Datenbanken oder Unternehmensanwendungen herunterladen. Netzwerksniffer und Intrusion Detection-Software können auch Mobilgeräte in Ihrem Netzwerk aufspüren. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, um mitzubekommen, was die vielen Smartphones in Ihrem Netzwerk treiben.

Vodafone verdoppelt Datenvolumen für Red- und Young-Tarife

Vodafone wartet pünktlich zum Ende der Cyber-Week mit einer Überraschung. Zwar werden die Tarife nicht günstiger, dafür verdoppelt der Provider das Datenvolumen bei seinen Red- und Young-Tarifen. Das Angebot gilt ab heute auf unbestimmte Zeit. Wer bis Ende Januar 2018 einen Vertrag ohne Smartphone bei Vodafone abschließt oder in einen Red- bzw. Young-Tarif wechselt, erhält das doppelte Traffic-Volumen. 

Konkret verdoppelt Vodafone das Volumen bei Red S von 2 auf 4 GB , bei Red M von 4 auf 8 GB , bei Red L von 8 auf 16 GB , bei Red XL von 14 auf 28 GB und bei Red XXL von 25 auf 50 GB . Der kleinste Red-Tarif S kostet inklusive 4 GB Datenvolumen, Telefon- und SMS-Flat 31,49 Euro im Monat.

Ähnlich verhält es sich bei den Young-Tarifen : Kunden mit dem Tarif Young S erhalten 2 statt 1 GB, Young M umfasst künftig 6 statt 3 GB, Young L 12 statt 6 GB und Young XL 20 statt 10 GB Datenvolumen. Die Young-Tarife richten sich an junge Leute, Studenten und Schüler bis 28 Jahre. Der Tarif Young S mit 2 GB Datenvolumen, Telefon- und SMS-Flat kostet beispielsweise 22,99 Euro im Monat. 

Die Mindestvertragslaufzeit beträgt in allen Red- und Young-Tarifen 24 Monate. Allen Verträgen liegt mindestens ein Vodafone Pass bei. Damit lassen sich gewünschte Apps vom Datenvolumen ausnehmen, beispielsweise Instagram, Spotify oder Netflix.

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