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Morgenmagazin vom Montag, 3. April 2017

03.04.2017 | 07:07 Uhr |

WWDC-Tickets verlost +++ Änderungen der Telefon-App in iOS 10.3 +++ Elfter Supplier Responsibility Progress Report +++ DDR5-Speicher in der Planung - doppelt so schnell wie DDR4 +++ SpaceX startet erfolgreich recycelte Rakete +++ Powerline-Adapter: Datenrate sinkt immer zur gleichen Zeit

3. April: Bitte ein Nit

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Wie haben Sie das erste Wochenende des neuen Monats überstanden? Womöglich ist es jemanden gelungen, Sie in den April zu schicken und vielleicht waren sogar wir das. Wobei man dieser Tage beinahe alles in den gar nicht mal so einigen Vereinigten Staaten von Amerika für möglich hält. Silicon Valley hat bereits bei den Einreisedekreten protestiert und letzte Woche auch für den Klimaschutz geworben, Washington D.C: wird die nächsten Monate und Jahre noch oft Widerspruch aus dem tiefen Westen hören. Aber ein Austritt der Küstenstaaten? Sicher, Kalifornien und New York State könnten es womöglich allein und tatsächlich hatte es vor gut 160 Jahren schon einmal eine Austrittswelle aus den USA gegeben, letztendlich halten wir das Szenario aber für unwahrscheinlich. Wobei: Im letzten Jahr hatten wir angesichts der sich anbahnenden Kandidatur des heutigen Präsidenten am 1. April gescherzt, Apple würde bei dessen Wahl Kalifornien und die USA verlassen, im November fiel uns die auch nach dem 1. April gut geklickte Story dann vollends auf die Füße. Sehen wir also, was jenseits des Atlantik noch so alles bis zum nächsten 1. April passiert, das wird dann ein Sonntag sein. Viel lieber wäre es uns ja gewesen, Apple hätte die in den Jahren 2010 und 2011 von uns erfundenen Produkte, das iCycle und den iFridge, tatsächlich umgesetzt…

Heute ist aber nun schon der dritte Tag des Monats, bei dem die Herkunft des Namens nicht genau zum klären ist. Aprilius hieß der zweite Jund später vierte Monat des Jahres schon im alten Rom, lange vor der Kaiserzeit. Nicht auszuschließen, dass die griechische Liebesgöttin Aphrodite Patin stand und damit ihrer römischen Kollegin Venus die Show stahl, aber auch das Verb aperire (öffnen) steht im Verdacht, dem launischen Frühlingsmonat den Namen gegeben zu haben: Jetzt öffnen sich wirklich alle Blüten. Die „Blüten“ genannten falschen Fuffziger haben es ab morgen wiederum deutlich schwerer, wenn die EZB eine neuere, noch fälschungssicherere Version des 50-Euro-Scheins in Umlauf bringt.

Wir kümmern uns auch in den Tagen, in denen die Apfelbäume zu blühen beginnen, natürlich wieder um Computer, ihren Nutzen, ihre Problem und die Lösungen dazu. Und natürlich auch um ihre Geschichte. In diesem Zusammenhang sollte man den Namen des schottischen Mathematikers John Napier erwähnen, der heute vor 400 Jahren in Edinburgh verstorben ist. Napier war womöglich der allererste Computerpionier, noch weit vor den Entwicklern mechanischer Rechenmaschinen wie Charles Babbage und Ada Lovelace und ihren bereits mit Elektronik hantierenden Nachfolgern wie Konrad Zuse. Denn es war Napiers Erfindung der Rechenstäbchen, die erst die Grundlage dafür legten, dass Maschinen Multiplikationen und Divisionen ausführen konnten. In der Informationstheorie ist die heute allerdings nur noch selten gebräuchliche dimensionslose Einheit Nit als fernes Echo Napiers  gegenwärtig. Ein Nit ist so etwas ähnliches wie ein Bit, basiert aber eben nicht auf dem Binärsystem, also der Basis 2, sondern auf der Euler’schen Zahl e. Ein Nit entspricht in etwa 1,44 Bit und ist nicht zu verwechseln mit den im englischen Sprachraum verbreiteten Einheit für die Leuchtdichte nit. Diese ist gleich einem Candela pro Quadratmeter und somit alles andere als dimensionslos. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Das geht besser I: Auch macOS und iOS sind nicht vor Bugs gefeit, Entwicklern und Beta-Testern gibt Apple immerhin die Möglichkeit, über den Bugreporter Fehler zu beschreiben. Das ist aber oft ein frustrierendes Erlebnis, berichtet Kirk McElhearn. Denn erstens stamme das Layout der Website noch aus Aqua-Zeiten und biete nur nicht vergrößerbare Formularfelder. Hat man einen Bug erfolgreich berichtet, bekommt man oft nicht mehr mit, was damit geschieht, Rückfragen bleiben aus. Sehr oft jedoch kommt die Antwort, dass der Bug bereits von anderer Seite berichtet wurde und der Vorgang nun geschlossen sei, die Mühe also umsonst war. Es gibt keine Möglichkeit, in die Bug-Reports anderer Einsicht zu nehmen. Auch eine gerne verschickte Antwort: Es handle sich um ein normales Verhalten der Software, der vermeintliche Bug wäre also in Wahrheit ein Feature.

Das geht besser II: Ob und wie Apple auf Verbesserungsvorschläge seiner Kunden eingeht, ist nicht bekannt, man kann aber davon ausgehen, dass man in Cupertino genau weiß, wie die Kundschaft Geräte und Services nutzt. So dürfte Dan Moren mit seiner Klage über die Siri Remote des Apple TV nicht alleine sein. An der Fernbedienung missfällt ihm vor allem deren mangelnde Universalität, denn nicht nur ein Apple TV steht heutzutage im Haushalt, sondern vielleicht auch ein Fire TV und andere Geräte. Siri wäre Morens Ansicht nach besser direkt im Apple TV aufgehoben, mit einem "Hey Siri!" einzuschalten, dann könnte Apple die Fernbedienung mit anderen Funktionen ausstatten.

Kleine Änderung: Wer schon iOS 10.3 auf seinem iPhone installiert hat, wird festgestellt haben, dass für Telefonate nun ein weiterer Tap notwendig ist. Bisher musste man nur auf eine Telefonnummer tippen, damit das iPhone zu wählen begann, nun muss man die Nummer erst noch bestätigen, bevor das Gespräch initiiert wird. Der Grund dafür ist eine Malware eines 18-jährigen, die den US-weiten Notruf 911 lahm legte. Denn ein Tipp in der Software löste wiederholte automatische Anrufe bei der Notrufzentrale aus, weswegen Apple nun den  automatischen Anruf in iOS deaktiviert hat.

Paket: Die Zukunft des Fernsehens besteht in Apps, aber warum sollte man auch nicht solche zu Paketen zusammenschnüren? Laut eine Berichts von Recode plant Apple nun ein Bundle aus den Angeboten von HBO, Starz und Showtime für iOS und tvOS. Die Angebote der Sender sind bereits einzeln für iOS-Geräte und das Apple TV erhältlich und kosten monatlich 15 US-Dollar (HBO), 11 US-Dollar (Showtime) und 9 US-Dollar (Starz). Über den angestrebten Paketpreis ist bisher aber nichts bekannt.

Rien ne va plus: Apple hat am Freitag Abend seine Lotterie für WWDC-Tickets geschlossen und die rund 5000 Gewinner gezogen. Diese müssen bis heute Abend kalifornischer Ortszeit die 1600 US-Dollar für das Ticket bezahlen, in der Regel belastet Apple aber sofort bei der Ziehung die Kreditkarte. Wer auch dieses mal kein Glück hatte: Apple überträgt die meisten Sessions und Workshops live in der iOS-App zur WWDC.

Bericht : Apple hat zum Wochenende die elfte Auflage seines Supplier Responsibility Progress Reports veröffentlicht und darin von neu erreichten Rekorden geschrieben. So hätten seit Einführung der Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Zulieferern schon über 2 Millionen Angestellte an den Schulungen des  Apple's Supplier Employee Education and Development  (SEED) teilgenommen, im Jahr 2016 wurden 2,4 Millionen Arbeiter über ihre Rechte informiert. Apple untersagt es seinen Zulieferern, länger als 60 Stunden die Woche arbeiten zu lassen, das werde mittlerweile von 98 Prozent der Betriebe eingehalten. Den CO 2 -Ausstoß der gesamten Zuliefererkette habe man im Jahr 2016 um 150.000 Tonnen reduzieren können, was etwa 31.000 Autos entspricht, die nicht mehr auf der Straße rollen würden.

Weitere Nachrichten:

DDR5-Speicher in der Planung - doppelt so schnell wie DDR4

Die Entwicklung der Spezifikationen für DDR5 DRAM hat begonnen. Dies hat die Speicher-Standardisierungs-Organsation JEDEC nun mitgeteilt. Im Jahr 2018 sollen die finalen Spezifikationen dann feststehen. Anschließend dürfte es dann mindestens ein Jahr  dauern, bis DDR5 DRAM auch auf dem Markt erhältlich ist, denn vorher müssen die Mainboard- und Chip-Hersteller ihren Produkten eine DDR5-Unterstützung spendieren.

Den aktuellen Plänen zufolge, wird DDR5 doppelt so schnell und energieeffizienter als DDR4 sein. Im Vergleich zu DDR4 soll bei DDR5 auch die Speicherdichte verdoppelt werden. Die erhältlichen DDR5 DIMMs werden also doppelt so viel Gigabyte Speicher besitzen, wie die aktuellen DDR4 DIMMs.

Eigentlich war davon ausgegangen worden, dass die DDR-DRAM-Reihe nach DDR4 keinen Nachfolger mehr erhalten wird. Nachdem sich aber das Design der PCs und Server in den vergangenen Jahren nicht geändert hat, ist der Bedarf nach schnellerem DDR-DRAM-basierten Speicher gestiegen. Für Smartphones und andere mobile Geräte soll es auch noch eine besonders energieeffiziente Variante geben. Das neu vorgestellte Samsung Galaxy S8 verwendet LPDDR4-Arbeitsspeicher.

SpaceX startet erfolgreich recycelte Rakete

SpaceX meldet den ersten erfolgreichen Start einer wiederverwendeten Rakete in der Weltraumgeschichte. In der Nacht zum Freitag hob eine bereits früher verwendete Falcon 9 mit einem Satelliten an Bord erfolgreich vom Kennedy Space Center ab.  Die erste Stufe der Rakete landete kurze Zeit später auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik, während die zweite Stufe den Satelliten im Weltraum aussetzte.

"Ich bin unglaublich stolz auf das SpaceX Team für das Erreichen dieses Meilensteins im Weltraum", twitterte SpaceX-Chef Elon Musk nach dem Erfolg. Das nächste Ziel sei es nun, eine Rakete nach einem Start innerhalb von 24 Stunden wieder für einen nächsten Start bereit zu machen.

Die betreffende Trägerrakete bereits im April 2016 gestartet und später auf einer Plattform im Meer gelandet. Mit dem nun geglückten Start der recycelten Rakete beweist SpaceX, dass sich die Kosten für Weltraumflüge durch die Wiederverwendung von Raketen deutlich senken lassen.

Der Start und Flug der recycelten Rakete wurde live im Internet übertragen. Hier das Video, in dem auch zu sehen ist, wie die SpaceX-Mitarbeiter ab 27:52 Minuten die erfolgreiche Landung der ersten Stufe der Falcon 9 begeistert feiern:

Im September 2016 hatte Elon Musk die ersten Details zu der von seinem Unternehmen SpaceX geplanten Mars-Expedition und das dafür benötigte Mars-Raumschiff vorgestellt. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll das Raumschiff, welches noch gebaut werden muss, zum erstem Mal zum Mars starten. Bis zu einer Million Menschen sollen innerhalb der nächsten hundert Jahre den Mars bevölkern. SpaceX will mit wiederverwertbaren Startraketen die Kosten zum Mars massiv senken

Powerline-Adapter: Datenrate sinkt immer zur gleichen Zeit

Powerline, die Vernetzung per Stromleitung ist eine praktische Alternative zu WLAN – besonders, wenn Sie Ihr Heimnetz über mehrere Stockwerke verläuft. Wie WLAN ist allerdings auch Powerline sehr störanfällig: Abhängig von den Störeinflüssen in der Umgebung, kann die Datenrate deutlich variieren.

Wenn Sie zum Beispiel wahrnehmen, dass immer gegen Abend das Tempo des Powerline-Netzwerks lahmt, kann die Ursache sein, dass eingeschaltete Energiesparlampen Störsignale ins Stromnetz abgeben. In diesem Fall sollten Sie die Leuchtmittel austauschen.

Ebenfalls als Störquellen kommen Netzteile zum Laden von Smartphones in Betracht. Werden diese abends angesteckt, um das Phone über Nacht mit Strom zu versorgen, können sie ebenfalls die Datenrate des Powerline-Netzwerkes beeinträchtigen. In diesem Fall ist die beste Lösung, das Netzteil in die Steckdose des Powerline-Adapters einzusetzen. Denn dessen Filter kann die Störungen des Netzteils minimieren. Falls Sie keinen Powerline-Adapter mit Steckdose haben – einen sogenannten Pass-Through-Adapter – sollten Sie das Netzteil an einer Steckdose platzieren, die möglichst weit von den Dosen entfernt ist, in denen Powerline-Adapter sitzen.

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