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Morgenmagazin vom Montag, 3.Juli 2017

03.07.2017 | 06:50 Uhr |

Tim Cook bestverdienender CEO im Jahr 2016 +++ Warum dem Mac der Sticker "Intel inside" fehlt +++ Public Betas: So funktioniert der Bug-Report +++ Polizei schickt autonomes Roboter-Auto auf Gangster-Jagd in Dubai +++ Blue Whale Challenge: Polizei warnt vor Panikmache +++ PayPal-Fehler: Tausende PSN-Konten gesperrt +++ Registrierungspflicht f├╝r Prepaid-SIM-Karten: Das m├╝ssen Sie beachten +++ Tipp: ÔÇŁGro├čes ├č > ẞÔÇť auf dem Mac

3. Juli: Dialekt-Tick

Wir w├╝nschen allseits Guten Morgen! Schon wieder ein Wochenende ├╝berstanden, auf in eine neue Runde des Schaffens! trotz weiterhin wechselhaften Wetters war Ihr Wochenende hoffentlich erholsam? Vielleicht haben Sie am Samstag ja den Tag der ungew├Âhnlichen Eissorten gefeiert, anl├Ąsslich des kanadischen Nationalfeiertags vielleicht mit einer Waffel Ahorn-Lachs? Ehrlich gesagt, auch wenn Eisdielen im S├╝den der Republik Sorten wie Wei├čbier oder Leberkas anbieten, Vanille, Erdbeer und Schoko gehen dann doch am Besten.

Aber wom├Âglich haben Sie ja auch am Sonntag den Tag der Franken gefeiert, stilecht entweder mit einem Bocksbeutel oder einem Rauchbier zu den Rostbratw├╝rsten? Also echten Rostbratw├╝rsten und nicht etwa einen Eis dieses Geschmacks...

Der Tag der Franken geht auf das Jahr 1500 zur├╝ck, als am 2. Juli der Reichstag in Augsburg das Heilige R├Âmische Reich Deutscher Nation in sechs Kreise einteilte, der Kreis Nummer eins sollte wenig sp├Ąter Fr├Ąnkischer Reichskreis hei├čen und bis zum Ende des R├Âmisch-Deutschen Reiches im Jahr 1806 bestehen bleiben. Franken ist seither nur noch ein Teil Bayerns, zuerst des K├Ângireiches, sp├Ąter des Landes, Gaus und Bundeslandes. Franken f├╝hlen sich seither immer ein wenig benachteiligt, wenn von Bayern die Rede ist, dann denken die Leute meist an Chiemsee, Berchtesgadener Alpen und das Hofbr├Ąuhaus - und nicht an die Mainschleifen, die N├╝rnberger Burg und die Weinberge. Franggn is brudal errodisch, wie der niederbayerische Wortakrobat Willy Astor dichtete.

Leider sind iOS und macOS noch nicht an das zwischen Ansbach, W├╝rzburg und Bayreuth gesprochene Idiom┬á angepasst, wie es ├╝berhaupt in der Lokalisation von Apples Systemwelten an Dialekten fehlt. Fr├Ąnkisch h├Ątte den Vorteil kreativer Tastaturbelegungen, zwischen "haddem und weichem" B oder D macht der Franke im Gespr├Ąch bekanntlich keinen Unterschied.

Aber das d├╝rfte selbst Apple zu weit gehen, die doch selbst erstaunliche Sprachpakete wie Abchasisch oder Bretonisch in das Mac-System eingebaut haben. Dialekte sind auch die f├╝r Siri derzeit un├╝berwindbare Herausforderung, nicht nur im Deutschen. Da braucht man kaum meinen, man k├Ânne sich als Franke verst├Ąndlich machen, wenn man mit der Spracherkennung so spricht, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Das geht Altbayern aber genauso. F├╝r Schotten, Waliser und Scouser ist das aber immerhin auch nicht anders.

Wir sind mal gespannt, wie lange Apple f├╝r die Lokalisierung des HomePod noch brauchen wird, im Wohnzimmer platziert, muss Siri noch genauer hinh├Âren, vermutlich m├╝ssen die Entwickler in Cupertino bez├╝glich Spracherkennung zwar nicht v├Âllig von vorne anfangen, aber doch sehr weit zur├╝ckgehen. Bis der HomePod die Aufforderung "Reib' an Radio o" versteht und das aktuelle Programm von Bayern 1 abzuspielen beginnt, wird noch viel Wasser den Main-Donau-Kanal hinabflie├čen. Peter M├╝ller

Lesetipps f├╝r den Montag

Bugreporter: Apple hat iOS 11 und macOS 10.13 High Sierra ja nicht als Public Beta herausgebracht, damit early adopter schon mal zugreifen k├Ânnen, sondern, damit neben Entwicklern auch mehr oder minder gew├Âhnliche Anwender die neuen Betriebssysteme f├╝r iPhone/iPad und Mac intensiv testen und aufgefundene Fehler berichten k├Ânnen. Denn je weiter verbreitet Systeme sind und je intensiver sie genutzt werden, desto schwieriger wird es, Fehler im Laborbetrieb zu finden. Und Entwickler interessiert vor allem, ob ihre eigenen Apps mit den neuen Systemen zurecht kommen, respektive, ob und wie sie die neuen APIs f├╝r sich nutzen k├Ânnen. Die Fehlersuche ist das eine, der Fehlerreport das andere. Auch hier liefert Apple Werkzeuge mit dem Betatest gleich mit, wie genau die funktionieren, zeigen unsere Kollegen der Macworld noch einmal genauer.

Bestverdiener: Steve Jobs hatte zwar offiziell nur einen US-Dollar Jahresgehalt bei Apple bekommen ("Die eine H├Ąlfte ist daf├╝r, dass ich im B├╝ro auftauche, die andere f├╝r meine Leistung"), doch dank diversen Aktienoptionen und anderen Verg├╝nstigung hat der verstorbene Apple-Gr├╝nder und CEO nicht darben m├╝ssen. Sein Nachfolger Tim Cook, der den Aktienwert des Unternehmens noch einmal deutlich gesteigert hat, verdient auch offiziell recht gut mit seiner Arbeit, wie Bloomberg berichtet. Im letzten Kalenderjahr, in dem Apple erstmals seit 13 Jahren wieder weniger Umsatz und Gewinn machte wie im Jahr zuvor, nahmn Cook demnach 145 Millionen US-Dollar ein und war damit der bestbezahlte CEO in den USA. Das Grundgehalt machte dabei nur einen geringen Teil aus, n├Ąmlich 8,75 Millionen US-Dollar. Der Rest kam aus dem Verkauf von 1,26 Millionen Apple-Aktien. Hinter Cook war der Netflix-CEO Reed Hastings mit 106 Millionen US-Dollar der zweitbeste Verdiener, auch er profitierte vor allem von Aktienoptionen.

Spieletipps : Es ist zwar die Zeit, um mehr drau├čen zu spielen, aber echte Gamer kennen keinen Sommer. Unsere Kollegen haben wieder zehn neue Tipps f├╝r macOS- und iOS-Spiele gegeben, die im Juni neu waren.┬á Darunter das anspruchsvolle und nicht ganz g├╝nstige Hitman, eine neue Elder-Scrolls-Folge und diverse Casual-Titel.

Steuerreform : Apple senkt in Indien die Preise f├╝r iPhones, iPads und Mac um rund 7,5 Prozent. Der Grund ist eine Steuerreform, angeblich die gr├Â├čte seit Indiens Unabh├Ąngigkeit vor 70 Jahren. Das Pendant zur Mehrwertsteuer werde nun bei jedem Produktiossschritt erhoben und nicht erst beim Verkauf des fertigen Produktes. Der H├Ąndler muss nur seine eigene Marge versteuern. Apple betrachtet Indien als einen wichtigen Wachstumsmarkt, der jedoch sehr preissensitiv ist. Eine eigene Produktion von iPhones, die Apple im Land weit unter Weltmarktpreisen verkauft, ist angelaufen.

Umgedreht: In den letzten Jahren hatte Apple in der Regel zu jeder neuen iPhone-Generation wie A8 oder A9 einen neuen Fertigungsprozess verwendet, das iPad (Pro) zog meist mit einem A8X oder A9X nach, der lediglich an das gr├Â├čere Ger├Ąt angepasst war. Wie Motley Fool nun berichtet, hat sich das mit dem Prozessor A10X Fusion, der in den beiden neuen iPad Pro arbeitet, ge├Ąndert. Denn dieser sei von TSMC in Taiwan im 10-Nanometer-Verfahren gefertigt, w├Ąhrend der A10 des iPhone 7 (Plus) noch dem 14-Nanometer-Prozess entstammt. Das iPhone des Jahres 2017 d├╝rfte ebenfalls mit 10-nm-Chips kommen, die Apple jedoch aller Voraussicht nach A11 Fusion nennen wird.

Geschichten aus der Geschichte: Haben Sie sich schon einmal gewundert, warum in Macs zwar Intel-Chips eingebaut sind, aber nirgends auf dem Rechner ein Sticker schreit "Intel inside"? Das erkl├Ąrt der Technikjournalist Ken Segall nun auf seinem Blog. In Kurzform: Steve Jobs war es gelungen, beim Intel-Switch zum Jahr 2006 das Branding auf dem Rechner herauszuverhandeln. Denn er saht zwar die CPU als wichtige Bestandteile des iMac und anderer Apple-Rechner an, aber auch nicht f├╝r wichtiger als andere Features. Einen Mac wegen der Intel-CPU zu kaufen, mag zwar ein guter Grund sein, sollte aber nicht der einzige sein. W├Ąhrend f├╝r andere PC-Hersteller das Logo "Intel inside" ÔÇô die laut Segall erfolgreichste Marketingkampagne der IT-Geschichte ÔÇô wesentlich Umsatzsch├╝be brachte, hatte Apple das ├╝berhaupt nicht n├Âtig.

Weitere Nachrichten:

Polizei schickt autonomes Roboter-Auto auf Gangster-Jagd in Dubai

Die Polizei von Dubai schickt bald ein autonomes Auto auf Ganovenjagd. Dabei handelt es sich um den elektrisch betriebenen O-R3, den das in Singapur beheimatete Startup OTSAW Digital herstellt.

Drohne und Biometrie

Der O-R3 soll Ende 2017 seinen Polizeidienst in Dubai antreten. Das relativ klein geratene autonome Fahrzeug ├╝berwacht seine Umgebung mit Hilfe von 360-Grad-Kameras. Das selbstfahrende Auto besitzt sogar eine Flugdrohne, um Personen und verd├Ąchtige Vorg├Ąnge auch fernab befahrbarer Stra├čen verfolgen zu k├Ânnen. Um Verd├Ąchtige oder Kriminelle erkennen zu k├Ânnen, wird O-R3 vermutlich auch Gesichtserkennungssoftware beziehungsweise biometrische Software verwenden.

Rund um die Uhr Streife fahren

Dubai ist laut Hersteller OTSAW Digital die erste Stadt weltweit, die das Fahrzeug t├Ąglich f├╝r Kontrollfahrten einsetzen will. Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Wobei der Hersteller betont, dass der autonome Wagen keine Polizisten aus Fleisch und Blut ersetzen kann. Stattdessen soll es diese bei der ├ťberwachung und beim Erkennen von Straftaten unterst├╝tzen.

O-R3 soll seine Fahrten zun├Ąchst in Touristengebieten aufnehmen. Dubai hat aber ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2030 sollen Roboter 25 Prozent aller Polizeiaufgaben ├╝bernehmen.

Der O-R3 umkurvt selbstst├Ąndig Hindernisse und f├Ąhrt selbstst├Ąndig zur Ladestation zur├╝ck, wenn sein Akku leer ist. Seine Umgebung erfasst das Roboterauto mit Laser, Lidar, W├Ąrmebildkamera und HD-Kameras sowie Ultraschallsensoren. Per Fernzugriff k├Ânnen Polizisten die Arbeit des Roboters ├╝berwachen.

 

Blue Whale Challenge: Polizei warnt vor Panikmache

Nach Russland und anderen L├Ąndern erreicht die ÔÇ×Blue Whale ChallengeÔÇť-Welle nun wohl offenbar auch Deutschland. Die Polizei Oberbayern S├╝d nimmt am Freitag in einem Facebook-Beitrag die verst├Ąrkte Berichterstattung ├╝ber das Internet-Ph├Ąnomen zum Anlass, um vor Panikmache zu warnen.

Die Teilnehmer der ÔÇ×Blue Whale ChallengeÔÇť m├╝ssen ÔÇô so hei├čt es im Internet - innerhalb von einer Zeitdauer von 50 Tagen die ihnen etwa ├╝ber Internet, soziale Netzwerke oder WhatsApp gestellten Aufgaben l├Âsen. Ansonsten wird den Teilnehmern der Online-Pranger angedroht. Bei der finalen Aufgabe, so die Legende, m├╝ssen sie einen Selbstmord begehen. Zu den Aufgaben k├Ânnen auch Handlungen der Selbstverst├╝mmelungen geh├Âren.

Soviel zu dem, was an Informationen im Internet ├╝ber die ÔÇ×Blue Whale ChallengeÔÇť verbreitet wird. Es gibt aber auch Zweifel daran, ob es diese Challenge wirklich gibt und/oder ob ihr jemand tats├Ąchlich zum Opfer gefallen ist. Es k├Ânnte sich also auch einfach nur um eine urbane Legende halten. Davon geht beispielsweise auch knowyourmeme.com aus.

ÔÇ×Wie bei vielen Ph├Ąnomenen ist die Berichterstattung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits soll gewarnt werden, andererseits weckt gerade die dramatische Darstellung erst das Interesse an einem Ph├ĄnomenÔÇť, warnt die Polizei Oberbayern S├╝d. In dem Facebook-Beitrag weisen die Beamten darauf hin, dass bisher in Deutschland nur vereinzelt F├Ąlle bekannt geworden seien, in denen die Blue Whale Challenge der Ausl├Âser f├╝r Selbstverletzungen gewesen sein soll.

Um einen Hype zu vermeiden, sollten Meldungen und Berichte ├╝ber die Challenge nicht unreflektiert geteilt werden. Und es wird empfohlen: ÔÇ×Eltern sollten den Medienkonsum und das Verhalten ihrer Kinder beobachten und bei Ver├Ąnderungen hellh├Ârig sein. Je nach dem Alter des Kindes k├Ânnen Themen auch offen angesprochen werden. Denn wenn sie in den Medien oder auf den g├Ąngigen Sozialen Netzwerken pr├Ąsent sind, haben die Kinder schon oft vor den Eltern Kenntnis davon.ÔÇť

Den Eltern wird empfohlen, bei "auff├Ąlligen Verhaltens├Ąnderungen" der Kinder, sich Hilfe etwa bei der Nummer gegen Kummer zu holen. Diese betreibt sowohl ein Kinder- und Jugendtelefon (erreichbar ├╝ber die Telefonnummer 116 111) als auch ein Elterntelefon (Telefon: 0800 111 0550).

PayPal-Fehler: Tausende PSN-Konten gesperrt

Der Zahlungsdienstleister PayPal hat heute massenhafte R├╝ckbuchungen von PSN-Transaktionen veranlasst. Das will das Online-Magazin Kotaku aus brancheninternen Kreisen erfahren haben. Durch die R├╝ckbuchungen entstand bei den betroffenen PlayStation-Network-Accounts ein Minus, woraufhin sie durch das Sony-System automatisch gesperrt wurden. Die Sperre kann nur aufgehoben werden, indem die Schulden durch den Nutzer getilgt werden.

Warum PayPal die R├╝ckbuchungen ausgel├Âst hat, ist bislang nicht bekannt. Aktuell scheinen zudem nur PSN-Konten aus Gro├čbritannien betroffen zu sein. Die Nutzer erhalten eine E-Mail von PayPal, in der der Zahlungsdienstleister ├╝ber eine R├╝ckerstattung von PSN-Guthaben informiert. Sony steht eigenen Angaben zufolge in engem Kontakt mit PayPal, um das Problem zu l├Âsen. Zu einer ausf├╝hrlicheren Stellungnahme war bislang leider keines der beiden Unternehmen bereit.

Registrierungspflicht f├╝r Prepaid-SIM-Karten: Das m├╝ssen Sie beachten

Am Samstag, dem 1. Juli 2017, ist die Registrierungspflicht f├╝r Prepaid-SIM-Karten in Deutschland in Kraft getreten. Der Kauf einer Prepaid-SIM-Karte mit einem Pseudonym ist dann nicht mehr m├Âglich. Kunden, die sich am morgigen Samstag eine neue Prepaid-SIM-Karte im Supermarkt oder Mobilfunk-Gesch├Ąft kaufen, m├╝ssen ihren Namen, ihre Adresse und ihr Geburtsdatum nachweisen. Dazu muss im Gesch├Ąft der Reisepass, der Personalausweis oder ein anderes amtliches Ausweisdokument mit Lichtbild vorgelegt werden. Bei Ausl├Ąndern gen├╝gt ein Ankunftsnachweis oder Aufenthaltstitel. Prepaid-SIM-Karten, die auf Firmen registriert werden, setzten einen Auszug aus dem Handels- und Genossenschaftsregister voraus.

Wer seine Prepaid-SIM-Karte im Supermarkt oder in einem Online-Shop kauft, kann seine Identit├Ąt per Video-Ident-Verfahren ├╝ber das Smartphone, den Tablet-PC oder die Webcam am PC nachweisen. Bei diesem System entstehen den Prepaid-SIM-Anbietern durch Callcenter-Mitarbeiter, die die Daten ├╝berpr├╝fen, zwar h├Âhere Kosten. Teurer sollen Prepaid-SIM-Karten dadurch aber nicht werden. Kostenlose Online-Angebote bleiben so vorerst auch weiterhin bestehen.

Kunden, die ihre Prepaid-SIM-Karte vor dem 1. Juli 2017 gekauft haben, m├╝ssen ihre Daten nachtr├Ąglich nicht mehr best├Ątigen. Die Regierung sieht keine Nacherfassung der Identit├Ąt vor. Die neue Regelung gilt zudem nicht f├╝r Laufzeitvertr├Ąge, da man hier davon ausgeht, dass die Identit├Ątsdaten beim Vertragsabschluss bereits erfasst wurden.

Die neue Registrierungspflicht f├╝r Prepaid-SIM-Karten tritt durch eine Erg├Ąnzung von Paragraf 111 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) in Kraft. Das Gesetz dient laut der Bundesregierung zum besseren Informationsaustausch bei der Bek├Ąmpfung des internationalen Terrorismus. ┬á

Tipp: ÔÇŁGro├čes ├č > ß║×ÔÇť auf dem Mac

Seit dem 29. Juni 2017 darf man das gro├č geschriebene ├č > ß║× auch amtlich im Rahmen der deutschen Rechtschreibung nutzen. Dieses ß║× liegt optisch irgendwo zwischen dem kleinen und dem gro├čen B. Zwar gibt es keine deutschen W├Ârter, die mit diesem Zeichen beginnen, doch innerhalb von W├Ârtern, deren Buchstaben insgesamt gro├čgeschrieben sind, mit sogenannten Versalien oder Majuskeln, kann das etwa als Namensbestandteil oder f├╝r ├ťberschriften und anderes durchaus sinnvoll sein. Gro├čgeschrieben, um ein Beispiel aus dem Wikipedia-Artikel┬á zu ├╝bernehmen, sieht das bisher so aus, selbst wenn dort historisch ein ß║× stehen m├╝sste: WEISSHAUSSTRASSE. Ein gro├č geschriebenes ├č war bisher nicht erlaubt. In Zukunft d├╝rfte das dann aber wieder so aussehen: WEIß║×HAUSSTRAß║×E. Gleiches gilt etwa f├╝r einen in Gro├čbuchstaben geschriebenen Namen, der traditionell mit gro├čem ├č zu schreiben w├Ąre, was jetzt auch wieder ÔÇŁerlaubtÔÇŁ ist: SCHLOß║×ER (die Autokorrektur des Mac, falls eingerichtet, macht den Einsatz manchmal etwas kompliziert, wie man schnell bemerken wird ÔÇŽ).┬á┬á┬á

Die Freunde aus dem PC-Lager mit Windows haben es in diesem Fall einfacher: Hier ist dieses Zeichen n├Ąmlich schon etwas versteckt vorgesehen. Man dr├╝ckt auf der PC-Tastatur einfach [Shift] + [AltGr] + [├č], und es erscheint korrekt formatiert im Text.

Auf dem Mac: Macianer m├╝ssen zu diesem Zweck ein St├╝ck weit selbst ins System eingreifen, und zwar ├╝ber die Systemeinstellungen > Tastatur > Text. Hier sind seit geraumer Zeit Textersetzungen m├Âglich, wie etwa f├╝r fg > Freundliche Gr├╝├če und anderes mehr. Wir legen ein neues Tastaturk├╝rzel an, indem wir unten links auf das + ÔÇô Zeichen klicken. In ÔÇŁErsetzenÔÇŁ tragen wir ÔÇŁg├čÔÇŁ ein, nat├╝rlich gehen auch andere K├╝rzel. Doch man sollte sicher sein, dass die gew├Ąhlte Tastenkombination nicht schon anderweitig belegt ist oder in ├╝blichen W├Ârtern vorkommt. Bei ÔÇŁDurchÔÇŁ in der rechten Spalte tragen wir dann das gro├če ß║× ein. Wobei sich die Frage stellt, woher dieses gro├č geschriebene ├č nehmen, wenn es doch auf dem Mac noch gar nicht vorhanden ist? Am besten durch Copy-and-paste von einer anderen Website, zum Beispiel von typographie.info . Oder man kopiert es direkt aus unserem vorliegenden Artikel...┬á Eine weitere M├Âglichkeit ohne Tastaturk├╝rzel besteht darin, ein Text-Clipping auf dem Schreibtisch abzulegen. Mit Cmd ÔÇô Alt ÔÇô bringt man alle anderen Programme im Hintergrund dazu, sich zu minimieren und den Blick auf den Desktop freizumachen. Von dort zieht man die Clip-Datei einfach an gew├╝nschter Stelle ins Textfenster.

├ťbrigens in Microsoft Word, das unser Tastaturk├╝rzel aus den Systemeinstellungen gar nicht ausf├╝hrt, muss man dies eigens unter ÔÇŁAutoKorrekturÔÇŽÔÇŁ einrichten. Dies findet man im Men├╝punkt ÔÇŁExtrasÔÇŁ. In beispielsweise Text Edit oder Pages funktioniert es dagegen ohne weitere Erg├Ąnzung, in Mail zu unserer ├ťberraschung wiederum nicht. Man merkt, das Ganze ist auf dem Mac noch unausgegoren, vermutlich, weil es dort nicht generisch wie auf Windows vorgesehen ist.

Noch etwas kommt hinzu ÔÇô das ß║× sieht auf dem Mac immer wie fett gedruckt aus, und das ist es auch, denn wenn man einfach weiter schreibt, erscheint auch die nachfolgende Schrift fett. W├Ąhrend man das bei dieser einfach zur├╝cknehmen kann (beispielsweise markieren und Cmd ÔÇô B auf der Tastatur dr├╝cken, oder das gleich vor dem Weiterschreiben erledigen), bleibt das ß║× fett, egal, was wir machen. Das gilt interessanterweise wiederum nicht f├╝r Apple Mail, wo das Tastaturk├╝rzel gar nicht funktioniert. Und auch nicht f├╝r Microsoft Word, sofern man dort das eigene Tastaturk├╝rzel nimmt. Kopiert man dagegen das ß║× aus der Zwischenlage ein, erscheint es in Mail nunmehr ganz normal wie der ├╝brige Flie├čtext, in Microsoft Word dagegen ÔÇô fett. Doch um jetzt noch eins drauf zu setzen, fiel uns unseren eigenen Versuchen auf, dass dies abh├Ąngig vom Zeichensatz ist. Nutzen wir etwa Helvetica im Flie├čtext, bleibt das ß║× fett, auch wenn wir den gesamten Text markieren, alles einmal ÔÇŁfettÔÇŁ setzen und anschlie├čend wieder auf normal. Mit Arial dagegen, dass wir bisher als einziges positives Beispiel f├╝r diesen Anwendungsfall gefunden haben, erscheint anschlie├čend das ß║× nicht mehr fett ­čĄö­čś│ Wer jetzt noch nicht verloren gegangen ist, wei├č zumindest, wie es auf dem Mac (je nachdemÔÇŽ) funktioniert. Die Hoffnung besteht, dass Apple irgendwann selbst das Problem l├Âst und ein gro├č geschriebenes ├č integriert, wie es unter Windows bereits der Fall ist. Solange muss man sich mit solchen Workarounds und verwirrenden Ungereimtheiten arrangieren.

Auf iPhone und iPad: Auch hier gehen wir in die (System-)Einstellungen, dort auf Allgemein > Tastatur > Textersetzung , tippen auf das + ÔÇôZeichen oben rechts, tragen den gew├╝nschten Text ein, ebenfalls wieder durch Copy-and-paste das ß║×, und definieren unten drunter einen Kurzbefehl, f├╝r den wir wiederum ÔÇŁgß║×ÔÇŁ w├Ąhlen. Das warÔÇÖs ÔÇô aufpassen muss man freilich bei den Wortvorschl├Ągen durch das System beim Schreiben, denn wenn man das ├Âfter genutzt hat, schl├Ągt iOS uns automatisch das ß║× vor und ├╝bernimmt es auch ohne weiteres Zutun, wenn es auch gerade nicht gew├╝nscht ist, sodass man hier die gew├╝nschte Variante antippen muss. Im Unterschied zum macOS erscheint dieses gro├č geschriebene ├č unter iOS ├╝brigens nicht fett, sondern ganz normal. Dennoch, auch hier bleibt zu hoffen, dass Apple bald f├╝r ein ÔÇŁnat├╝rlichÔÇŁ eingef├╝gtes gro├čes ├č im System sorgt, etwa nach l├Ąngerem Dr├╝cken auf das kleine ├č.

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