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Morgenmagazin vom Montag, 5. März 2018

05.03.2018 | 07:00 Uhr |

Cellebrite rechtfertigt sich und verneint Sicherheitsrisiken +++ EU plant neue Besteuerung von Tech-Firmen +++ Neues Macbook Air im Frühling? +++ Kooperation: Sky bietet Netflix-Inhalte an +++ Instagram könnte bald Sprach- und Videoanrufe bekommen +++ Light Phone 2: Einfach-Telefon bekommt Nachfolger

5. März: Selbst gebraut

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Schauen wir in den Kalender, da steht der heutige 5. März als Tag des Absinths drin. Nun gut, ein Gläschen in Ehren und so weiter, … aber doch nicht schon am frühen Morgen! Nun ist es in manchen Breiten Usus, schon zum Frühstück alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, man denke da nur an unser geliebtes Weißwurstfrühstück oder eines mit Champagner und Lachs. Aber so etwas genießt man eher am Wochenende. Und harte Sachen ohnehin nur mit größter Vorsicht.

Denn das ist der gefährliche Stoff im Absinth: Das Ethanol, jenes Kettenmolekül mit zwei Kohlenstoffatomen und der OH-Gruppe an dem einen, das ihm die Klassifizierung als Alkohol einbringt. Giftig ist auch dieses, nur im Gegensatz zu Methanol (nur ein C-Atom) oder längeren Kettenmolekülen wie Propanol und Buthanol aber in Maßen genießbar, da biologisch abbaubar. Lange war aber das Absinth praktisch weltweit verboten, wegen eines anderen Inhaltsstoffes: Thujol, den das Kraut Wermut mit in den Schnaps eingebracht hat. Mittlerweile hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass vor allem der Massenkonsum die „Grüne Fee“ Anfang des 20sten Jahrhunderts in den Ruf gebracht hat, ihren Trinkern enorm zu schaden. Hinzukam, dass Absinth meist recht amateurhaft hergestellt wurde, gewissermaßen als Heimgebräu. So landeten bei der Destillation nicht nur die in Maßen genießbaren Ethanol-Moleküle in der Flüssigkeit, sondern auch ein hoher Anteil von Methanol. Und das verträgt der menschliche Organismus nur sehr schlecht.

Zuhause brauen und Destillen wird heutzutage immer populärer, es ist auch nichts Verwerfliches daran, Bier und Schnaps selbst zu erzeugen, man sollte eben nur wissen, wie das geht, mit der Heimbrauerei und der Destillage.

Aber dafür gibt es nicht nur Bücher, aus denen man lernen kann, weit wichtiger sind Gruppen von Gleichgesinnten, in denen Erfahrenere ihr Wissen an Neulinge weiter geben. Solche Gruppen fanden sich auch schon weit vor den Zeiten des Internets und des Personal Computers zusammen, genau genommen haben wir den Personal Computer einer solchen Interessengruppe der Heimbrauer zu verdanken.

Denn so hieß der Club, in dem sich an Elektrotechnik Interessierte in den frühen Siebzigern im Silicon Valley trafen: Homebrew Computer Club. Es war der 5. März 1975, als dort erstmals ein gewisser Stephen Wozniak auftauchte - und inspiriert von den Treffen letztendlich den Apple I entwickelte, den er schließlich auch in diesem Club vorführte. Der Rest ist Geschichte, auf die wir anstoßen. Aber dann besser doch nicht mit Absinth, auch wenn heutige Gebräue mit dem von vor 100 Jahren außer der giftgrünen Färbung wenig gemein haben. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Sicherheit: Die israelische Firma Cellebrite ist in der Lage, ein jedes iPhone zu knacken - auch andere Geräte. Das Unternehmen hat offenbar exklusives Wissen um eine Lücke in iOS, die es dazu nutzen kann, entsperrte Samrtphones für Untersuchungen von Strafverfolgungsbehörden zu öffnen. In einem Interview mit Forbes verteidigt Cellebrites Cheif Maketing Officer   Jeremy Nazarian das Vorgehen. Man fühle sich der öffentlichen Sicherheit verpflichtet und werde daher sein Wissen nicht teilen. Es sei aber wichtig, in Mordfällen oder der Banden- und Drogenkriminalität der Polizei Einsicht in die Daten von Verdächtigen zu verschaffen. Die Tools, die Cellebrite nutze, seien aber so geschützt, dass die allgemeine Sicherheit von iOS nicht in Gefahr sein, es könnten sich keine beliebigen Dritten Zugang zu den Geräten verschaffen. Details über Cellebrites Methoden will Nazarian nicht verraten, Apple könnten bereits kleinste Hinweise genügen, um die Lücke zu finden und zu schließen.

Steuerreform: In einem Interview mit der französischen Zeitung  Le Journal du Dimanche verrät der französische Finanzminister Bruno Le Maire, dass die EU neue Wege zur Besteuerung von Tech-Unternehmen gehen will. Diese sollen künftig zwischen zwei und sechs Prozent Steuern zahlen, vermutlich werde der Satz aber nahe am unteren Ende der Spanne liegen. Künftig will aber die EU nicht mehr die Gewinne besteuern, die international agierende Unternehmen gerne von Land zu Land verschieben, sondern den Umsatz. Die Neue Direktive werde in den nächsten Wochen veröffentlicht. Entscheidend werde fortan sein, wo das Unternehmen seine Umsätze mache und nicht, wo es seinen EU-Sitz unterhalte.

Update: Apple schickt das Macbook Air womöglich doch nicht in den Ruhestand, sondern bringt i zweiten Quartal 2018 ein überarbeitetes und noch günstigeres Modell. Dies schreibt der in der Regel recht gut informierte KGI-Analyst Ming Chi Kuo in einer Investorennotiz und bestätigt damit einen vagen Digitimes-Bericht aus dem Januar. Apple hat in den vergangenen Jahren zwar das Macbook mit 12-Zoll-Retian-Display im Markt positioniert, dieses ist aber im Vergleich zum vor zehn Jahren erstmals gebrachten Macbook Air deutlich teurer. Das Macbook Air ist daher vor allem bei Studenten weiterhin beliebt. Kuo will auch wissen, dass neue AirPods in der zweiten Jahreshälfte kommen sollen. Der bisherige Verkauf des HomePod verlaufe "mittelmäßig", genauere Details dazu nennt er nicht.

Warnung: Apple hat ein Windows-Problem in seinem neuen Quartier, denn Angestellte kollidieren in etlichen Fällen mit den Glastüren und -wänden im Inneren des Apple Park, es hat alut Berichten schon einige Leichtverletzte gegeben. Apple könne auch nicht sagen, man sei nicht gewarnt gewesen, berichtet der San Francisco Chronicle. Demnach hätten schon von neun Monaten der Baurat der Stadt Cupertino, Albert Salvador und der Vertreter der örtlichen Feuerwehr, Dirk Mattern, das Problem bei einer Besichtigung des Gebäudes angesprochen. Es hätte sogar während der Inspektion einen Vorfall gegeben, als Salvador und Mattern mit einem Mitarbeiter sprachen, sei ein anderer gegen eine Glaswand gelaufen. Immerhin scheint das Problem einer Lösung entgegen zu gehen, im Januar hatten die Architekten des Gebäudes rechteckige Sticker auf den Türen zur Cefeteria und anderen Glaselemente angebracht, seither habe die 911 keine Notrufe mehr aus dem Apple Park erhalten. Ob auch Silhouetten von Raubvögeln zum Einsatz kommen, ist nicht bekannt.

Weitere Nachrichten:

Kooperation: Sky bietet Netflix-Inhalte an

Sky und Netflix haben in dieser Woche eine Partnerschaft geschlossen. Wie der Pay-TV-Sender in einer offiziellen Meldung bekannt gab, wird Sky künftig auch Netflix-Serien und -Filme anbieten. Die Netflix-Bibliothek soll dazu in Sky Q integriert werden. In die Suchfunktion werden die Inhalte des Streaming-Dienstes ebenfalls eingebettet. Die Abo-Gebühren für beide Dienste werden dann in einer Rechnung zusammengeführt. Die Kooperation soll noch in diesem Jahr in Großbritannien starten. Details zum genauen Startdatum sowie dem Preis des Angebots sind noch nicht bekannt. Ebenso ist noch unklar, wann Sky die Kooperation auch auf das europäische Festland ausweiten wird.

Um die Übernahme des Pay-TV-Senders Sky buhlen derzeit gleich drei Parteien. Neben dem Medienmogul Rupert Murdoch und Walt Disney hat auch der US-Kabelnetzbetreiber Comcast bereits ein Angebot in Höhe von umgerechnet rund 25 Milliarden Euro unterbreitet. Die Konkurrenz seitens der Streaming-Anbieter macht Sky zudem zu schaffen. Viele Sky-Kunden besitzen neben ihrem Pay-TV-Abo auch noch eine Netflix-Mitgliedschaft. Aus diesem Umstand heraus sei den Medienberichten zufolge die Idee für die Netflix-Sky-Kooperation entstanden.

Instagram könnte bald Sprach- und Videoanrufe bekommen

Neben dem integrierten Messenger könnte die Foto-Community Instagram in diesem Jahr mit weiteren Kommunikationsfunktionen aufwarten. Das IT-Magazine TechCrunch hat im aktuellen APK-File der Android-App von Instagram sowie im APK-File der Stand-Alone-App "Instagram Direct" Hinweise auf Sprach- und Videoanrufe gefunden. Entsprechende Icons tauchen dort gleich mehrfach auf. APK-Files geben oft Hinweise auf neue Funktionen, die bereits in den App-Code integriert, aber noch nicht aktiviert wurden. So scheint die Einführung von Sprach- und Videoanrufen bei Instagram in Hinblick auf die APK-Dateien wahrscheinlich. Bereits im Januar waren Hinweise auf diese beiden Features bei Instagram aufgetaucht. Eine Stellungnahme wollte das Unternehmen jedoch bislang nicht abgeben. Wann Sprach- und Videoanrufe tatsächlich für alle Nutzer verfügbar sein werden, steht also noch in den Sternen.

Mit der Einführung von Videoanrufen würde Instagram eine weitere Funktion von Snapchat übernehmen. Videoanrufe wurden dort bereits 2014 eingeführt. In den vergangenen Monaten hat Instagram zahlreiche Features aus der Chat-App übernommen – allen voran die zeitlich begrenzten Stories, die sich bei Instagram großer Beliebtheit erfreuen. Bei Facebook und im Facebook Messenger waren sie weniger erfolgreich.

Light Phone 2: Einfach-Telefon bekommt Nachfolger

Mit dem Light Phone wollten die Macher ein Handy auf den Markt bringen, das auf die ablenkenden Funktionen eines Smartphones weitgehend verzichtet: kein Internet, keine Nachrichten, keine E-Mails und keine Fotos. Stattdessen konnte man damit lediglich Telefonate führen und maximal neun Nummern einspeichern. Dies soll die Ablenkungen der modernen Welt minimieren und mehr Zeit für die Interaktion mit Freunden und Familienmitgliedern schaffen. Nun wurde mit dem Light Phone 2 der Nachfolger angekündigt, der dann doch einige Zusatzfunktionen bieten soll.

Im Light Phone 2 ist ein energiesparender E-Ink-Bildschirm verbaut, zudem kann das Handy per 4G ins Internet. Somit können mit dem Gerät auch Nachrichten verschickt werden, Karten erkundet, Alarme gestellt oder Uber-Fahrer gerufen werden. Trotz eines Gewichts von 80 Gramm soll das Handy bis zu fünf Tage lang laufen. Noch stehen aber nicht alle Spezifikationen des Light Phone 2 fest. Das Handy wird nicht vor April 2019 in den Handel kommen. Außerdem erfolgt die Finanzierung des Light Phone 2 per Crowdfunding, daher kann unter Umstämnden auch gar nichts aus dem Nachfolger werden. Auf Indiegogo können Fans das minimalistische Handy unterstützen. Bei einer finanziellen Beteiligung kostet die zweite Ausgabe des Light Phone 225 US-Dollar. Im Handel soll es trotz einfacher Ausstattung 400 US-Dollar kosten.

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