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Morgenmagazin vom Montag, 5. November 2018

05.11.2018 | 07:14 Uhr |

Zukunft USB-C: Warum der Apple Pencil 2 nicht rückwärtskompatibel ist +++ Wall Street sieht Ende des Wachstums +++ News-App berichtet live von den Midterm-Wahlen +++ iPad Pro fast so schnell wie ein Macbook Pro +++ Lenovo stellt Smartphone mit ausfahrbarer Kamera vor +++ Erstes faltbares Smartphone kommt auf den Markt +++ NASA: Raumsonde Dawn stellt ihren Dienst ein

5. November: Komplott

Wir wünschen allseits Guten Morgen! In Zeiten wie diesen ist der Diskurs verroht, vor allem der politische. Liegt es am Netz und den darin dominanten Firmen, die beinahe eine Oligarchie aufspannen, sich aber leicht manipulieren lassen und keine Gegenmittel zur Hand haben, weil auch missbräuchliche Nutzung eine Nutzung ist und sich somit auszahlt? Es bleibt ja nicht nur bei Worten, aus diesen werden Taten, wie die USA in jüngster Zeit wieder erfahren mussten. Der Dauerwahlkämpfer im Weißen Haus gießt aber weiter Öl ins Feuer, denn es ist dieser Furor, der ihn überhaupt erst dort hin gebracht hat und ihn im Amt hält. Prognosen über die morgigen Midterm-Elections sind daher sehr schwierig, wenn vorwiegend negative Emotionen die Wahl bestimmen und nicht mehr das rationale Denken, ist der Ausgang völlig offen.

Mit Wut auf den oder die Herrschenden kommt man aber auch nicht weit. Der Präsident muss weg! Oder der König, der Kaiser, der Tyrann, der gewählte Regierungschef! Ja, manchmal ist die Forderung berechtigt, die Wahl des Mittels, das die Verschwörer am 5. November des Jahres 1605 nutzten, um den König los zu werden, gewiss nicht. Die große Pulververschwörung wurde rechtzeitig aufgedeckt, niemand kam zu Schaden. Außer die Verschwörer um Guy Fawkes selbst, in vordemokratischen Zeiten war "Rübe runter" ein probates Mittel gegen jedwede Opposition, die musste sich nicht einmal zum Bombenlegen verabredet haben. Trotz aller Unbill weltweit und Rübe-runter-Aktionen von tyrannischen Regimen ist die Zivilisation dann doch ein gewaltiges Stück weiter gekommen seit her. Remember, remember the fifth of November! Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Sackgassen: Der Mac Mini lebt, dem Macbook Air geht es gut und auch für das iPad hat Apple neue Ideen und setzt sei um. Die letzte Woche hat aber auch gezeigt, dass in Cupertino einige Technologien und Produkte auf dem Abstellgleis sind - und auch wenn sie noch nicht eingestellt oder abgekündigt sind, mit ihnen nicht mehr viel passiert, führt Dan Moren aus. So wagt er die Prognose, die Touch Bar sei in einer Sackgasse der Entwicklung, Apple hat lediglich die Touch ID auf das Macbook Air gebracht, aber nicht den Touch-Streifen vom Macbook Pro ab Modelljahr 2016. Das Macbook Air habe auch ein weiteres Produkt zur Seite gedrängt, das 12-Zoll-Macbook, dem Moren keine große Zukunft prophezeiht. Auch rund um das iPad lasse sich einiges prognostizieren, USB-C am iPad Pro sei nur ein Vorbote dafür, dass Apple auch bei  anderen Produkten, insbesondere dem iPhone, auf Lightning verzichten werde. iPHone und iPad werden aber weiterhin einen Port aufweisen, es fehlt noch an einer vernünftigen Infrastruktur für das drahtlose Laden, nachdem die Matte Airpower nach wie vor nicht fertig ist und das womöglich nie werde.

Zukunft: Auch Leif Johnson ist sich sicher, dass Apple auf USB-C als Standardschnittstelle der Zukunft setzen werde, in Macbook, iPad und selbst dem iPhone. Die Vorteile liegen auf der Hand: Da sich die gesamte Computerindustrie in Richtung USB-C entwickle, eröffne das den Apple-Geräten mehr Möglichkeiten für den Anschluss an Peripherie. Wo man heute noch Dongles benötigt, fallen die in wenigen Jahren komplett weg. Apple nimmt daher konsequent den Weg, weshalb auch der neu Apple Pencil nur auf dem neuen iPad Pro funktioniere: Den alten mit seinem Lightning-Stecker kann man am neuen iPad Pro weder paaren noch laden, dafür müsste es einen Adapter mit USB-C-Stecker und Lightning-Buchse geben. Auch das nächste iPad 9,7 wird nach Johnsons Meinung bereits mit USB-C kommen und nur noch mit dem neuen Apple Pencil arbeiten.

Ergebnisse: Apple wird morgen seine News-App dazu verwenden, in Echtzeit über die Ergebnisse zur Halbzeitwahl in den USA zu bringen, berichtet TechCrunch. Die "Midterm Election" werde umbenannt in "Election Night", jede Minune werden die von der Associated Press gelieferten Daten aus den Staaten und Wahlkreise aktualisiert und grafisch aufbereitet. Dazu sind Berichte von Quellen wie CNN, Fox News oder CBS zu lesen. Die News-App ist auf iPhone und iPad nur sichtbar, wenn man die Region des Gerätes auf USA umstellt, ein deutsches Pendant lässt weiter auf sich warten.

Ende der Fahnenstange : Apple hat in den letzten zehn  Jahren ein beispielloses Wachstum hingelegt und Investoren erfreut: Seit 2008 hat sich der Wert der Apple-Aktie um das 17-fache gesteigert. Wie Seeking Alpha aber darlegt, ist nun das Ende des märchenhaften Wachstums gekommen und AAPL stehen womöglich turbulente Zeiten bevor. Schon seit Jahren ist das Wachstum der iPhone-Verläufe flach, seit 2015 verkauft Apple zwar beeindruckende 200 Millionen Smartphones im Jahr, aber eben nicht mehr. Das ist auch der Grund, warum Apple keine Stückzahlen mehr nennen will, sondern nur noch die Umsätze. Diese steigen ja noch weiter, solange Apple die Preise für das iPhone erhöhen kann. Gefahr für die Gewinnmarge droht Apple auch durch steigende Rohstoffpreise und den Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt. So schön die Umsätze im Services-Bereich steigen, ist Apple nach wie vor eine Hardware-Company und generiert 80 Prozent seiner Einnahmen über die drei Produktlinien iPhone, iPad und Mac - letztere stagnieren ebenso. Das Ende des starken Wachstums betreffe aber nicht nur Apple, der größtenteils gesättigte Markt bremse auch andere Industrieschwergewichte aus, der Wirtschaftsaufschwung könnte allgemein zu einem Halt kommen.

Allein an der Spitze: Noch ist der Abgesang auf Apple verfrüht, trotz des Rückfalls des Kurses am Freitag aufgrund zurückhaltender Aussichten für das erste Quartal 2018/19 ist die Company an der Börse weiter fast eine Billion US-Dollar wert, der Kurs vom Freitag von 207,48 US-Dollar ergibt einen Gesamtwert von 986,56 Milliarden US-Dollar. Apple war die erste Firma, die mehr als 1000 Milliarden US-Dollar in Marktkapitalisierung aufwies, aber nicht die einzige, Amazon konnte Anfang September die Schwelle ebenso überschreiten. Seither hat aber der Kurs des Händlers aus Seattle deutlich nachgegeben, hinter Microsoft (814,91 Milliarden US-Dollar) war Amazon als Dritter am Freitag nur noch 814,39 Milliarden US-Dollar wert. Amazon müsste also wieder 34 Prozent zulegen oder den zweifachen Börsenwert von McDonalds, um die Billion wieder zu erreichen, rechnet Yahoo Finance vor. Für Apple liegt die Billionen-Marke hingegen in der Nähe einer natürlichen Schwankungsbreite.

Weitere Nachrichten:

iPad Pro fast so schnell wie ein Macbook Pro

Mit seinem leistungsfähigen Tablet-Modell  iPad Pro  macht sich Apple mehr und mehr selbst Konkurrenz: Das neue Modell kommt im Geekbench dem aktuellen MacBook sehr nahe. Der verbaute Chip A12X Bionic wurde zwar als sehr schnell angepriesen, aber erst jetzt wird deutlich, wie flott der Chip tatsächlich arbeitet. Im  Benchmark Geekbench  kommt das iPad Pro mit allen Kernen auf 18.106 Punkte. Ein iPhone XS erreicht mit dem A12 und 11.167 Punkten deutlich weniger Performance. Interessanter ist jedoch, dass das iPad Pro nur noch knapp hinter dem MacBook Pro mit sechs Kernen aus diesem Jahr liegt. Die Version mit Core i7 und 2,2 GHz erreicht 21.165 Punkte, die schnellere Version mit Core i9 und 2,9 GHz kommt auf 22.552 Punkte.

Damit trennen die beiden Produkte nur noch wenige Tausend Punkte. Das iPad Pro ist damit wohl das leistungsfähigste Tablet auf dem Markt. Mit einem Preis von 879 Euro (11-Zoll-Version) und 1099 Euro (12,9-Zoll-Version) ist das iPad Pro zudem deutlich günstiger als ein MacBook Pro, welches Apple ab 1499 Euro anbietet. Jeder Käufer muss jedoch im Vorfeld klären, ob die gewünschte Anwendung auch für das mobile Betriebssystem iOS zur Verfügung steht. Zum Videoschnitt oder als Büro-Plattform eignet sich das schlanke Tablet aber auf jeden Fall.

Lenovo stellt Smartphone mit ausfahrbarer Kamera vor

Nach der Ankündigung des Honor Magic 2 mit Kamera-Slider zieht Hersteller Lenovo mit einem fast identischen Konzept nach. Um auf die Notch im Display verzichten zu können, bringt auch dieser Hersteller die Front-Kamera bei seinem Z5 Pro in einem Slider-Mechanismus unter, der bei Bedarf ausgefahren werden kann. Die Display-Ränder bleiben dadurch möglichst dünn und der Bildschirm wird nicht durch eine Aussparung, wie etwa bei den iPhone-X-Modellen unterbrochen.

Der OLED-Bildschirm des Z5 Pro misst 6,39 Zoll und löst mit 2.340 x 1.080 Pixeln auf. Der Fingerabdruck-Scanner ist nicht auf der Rückseite, sondern unter dem Display-Glas untergebracht. Im Kamera-Slider versteckt Lenovo eine Selfie-Linse mit 16 Megapixeln sowie eine 8-Megapixel-Infrarot-Kamera, die für die Gesichtsfreischaltung des Smartphones verantwortlich ist.

Etwas umständlich im Gegensatz zur Konkurrenz: Um das Smartphone mit dem Gesicht zu entsperren, muss der Slider jedes Mal aufgeschoben werden. An der Rückseite verbaut Lenovo eine Dual-Kamera mit 24 und 16 Megapixeln. Der aktuell beliebte Bokeh-Effekt mit unscharf maskiertem Hintergrund ist auch beim Z5 Pro an Bord. Zur weiteren Ausstattung gehört außerdem ein Akku mit 3.350 mAh. Als Betriebssystem kommt Android 8.0 zum Einsatz.

Im Gehäuse werkeln ein Snapdragon 710 und 6 GB RAM. Bei den Speicher-Varianten können Käufer aus 64 und 128 GB wählen. Das Z5 Pro ist aktuell nur in China erhältlich. Dort kostet das Smartphone mit 64 GB internem Speicher umgerechnet 250 Euro. Mit 128 GB Speicher liegt der Preis bei umgerechnet 290 Euro. Ob und wann das Z5 Pro auch nach Europa kommt, ist derzeit noch unklar.

Erstes faltbares Smartphone kommt auf den Markt

Bereits seit einiger Zeit wird darüber spekuliert, Samsung könnte noch in diesem Jahr ein erstes faltbares Smartphone präsentieren. Ein hierzulande eher unbekannter chinesischer Smartphone-Hersteller stiehlt Samsung nun die Show. Der Hersteller heißt Royole und das Unternehmen hat mit dem FlexPai das erste faltbare Smartphone vorgestellt. Möglich wird dies durch das flexible AMOLED-Display. Eine Technik, die Royole auch zuletzt auf der IFA 2018 in Berlin präsentiert hatte.

Zugegeben: Das Design des Smartphones wirkt etwas klobig. Der Hersteller selbst bezeichnet das Gerät stolz als das weltweite erste Gerät, welches zugleich ein Smartphone als auch (ausgeklappt) ein Tablet sei. In dem Gerät selbst werkelt der noch nicht offiziell von Qualcomm angekündigte Snapdragon 8150 (auch Snapdragon 855 genannt), der im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt wird. Damit kontert Qualcomm die neuen 7-Nanometer-Chips, die Apple in seinen Geräten verbaut. Der Snapdragon 8150 verfügt achte Kerne und ist mit 2,8 Gigahertz getaktet. Hinzu kommt die Grafikeinheit Adreno 640.

Das Flexpai besitzt einen 7,8 Zoll großen und flexiblen AMOLED-Bildschirm im 4:3-Format mit einer Auflösung von 1.920 x 1.440 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 308 ppi. Gefaltet besitzt das Gerät drei Bildschirme: Einen primären und sekundären Bildschirm und einen Bildschirm am Rand. Alle drei Bildschirme können auch getrennt angesteuert werden können. Die Auflösungen: 810 x 1.440 Pixel (16:9-Format), 720 x 1.440 Pixel (18:9-Format) und 390 x 1.440 Pixel (21:6-Format).

Das Gerät kann im laufenden Betrieb gefaltet werden und passt die Anzeige entsprechend an. Wer also gerade im Smartphone-Modus eine Mail liest und mehr Platz braucht, der faltet es auseinander und kann dann parallel zur Mail auch eine weitere App öffnen.

Auf dem Flexpai läuft WaterOS 1.0. Dabei handelt es sich um eine von Royole angepasste Version von Android 9.0 Pie. Zusammengefaltet können Anrufe von beiden Seiten des Geräts angenommen werden

Das Flexpai verfügt zusätzlich über zwei Kameras: Eine Kamera mit 20 Megapixel und eine mit 16 Megapixel. Das Gerät kann über eine Schnellladetechnik innerhalb von einer Stunde auf bis zu 80 Prozent aufgeladen werden.

Das Flexpai besitzt 8 Gigabyte RAM und bis zu 256 Gigabyte internen Speicher. Letzterer kann über eine MicroSD erweitert werden. Die Größe gibt der Hersteller mit 134 x 190,35 x 7,6 Millimetern an. Das Gewicht liegt bei 320 Gramm. Die Akkukapazität liegt bei 3.800 mAh.

Die "Weltpremiere" hat ihren Preis: Royale wird ab Dezember das sogenannte "Developer Model" des FlexPai an die Erstkäufer ausliefern. Die Modelle können hier bestellt werden. Die 128-Gigabyte-Version kostet 1.388 Euro. Bei der 256-Gigabyte-Variante erhöht sich der Preis auf stolze 1.539 Euro.

 

NASA: Raumsonde Dawn stellt ihren Dienst ein

Nach rund elf Jahren muss die NASA die Raumsonde Dawn in Rente schicken . Grund dafür ist der aufgebrauchte Treibstoff, seit gestern gibt es keine Lebenszeichen mehr von der Sonde. Dawn hat seit dem Start im September 2007 mit ihrem Kamerasystem, das auch mit deutscher Beteiligung entwickelt wurde, fremde Himmelskörper untersucht. Auch wenn sie nicht mehr auf Funksignale reagiert, wird sie noch für mehrere Jahrzehnte den Zwergplaneten Ceres umrunden.

Davor hatte die 470 Millionen US-Dollar teure Sonde schon den Asteroiden Vesta untersucht. Damit hat Dawn einen Rekord aufgestellt: Bis dahin hatte noch keine Mission gleich zwei Objekte umkreist und erkundet. Ihre Missionen wurde mehrfach verlängert, denn eigentlich sollte Dawn schon nach neun Jahren der Sprit ausgehen. Die NASA zeigte sich mit dem Erfolg der Mission entsprechend sehr zufrieden. Mit der Auswertung der gesammelten Daten werden die Forscher noch lange zu tun haben. Sie sollen Erkenntnisse darüber bringen, wie Planeten entstehen und wie sich auf ihnen Leben entwickelt. Dadurch sei der komplette Erfolg der Mission noch nicht abzuschätzen. Gut möglich, dass Dawn in einigen Jahren noch einmal von sich hören lässt, beispielsweise mit wegweisenden Erkenntnissen, die sie während ihrer Mission gesammelt hat, die aber erst später ausgewertet wurden.

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