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Morgenmagazin vom Montag, 6. November 2017

06.11.2017 | 06:59 Uhr |

Cook: Nachfrage nach iPhone X übersteigt Angebot noch eine Weile +++ iFixit zerlegt iPhone X: Doppel-Akku +++ Rechenzentrum in Irland auf der Kippe +++ Songtext in Amazon Music einblenden +++ Telekom: Schnelleres Internet für 3,5 Millionen Haushalte +++ Facebook startet Umfrage-Funktion

6. November: 7 Wochen

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Beim Blick auf den Kalender einerseits und in die Seiten des Apple Store andererseits stellt sich gewisse Zufriedenheit ein. Denn immerhin sind es noch sieben Wochen bis zum Fest und andererseits verspricht der Apple Store die Auslieferung eines neues iPhone X in "3- 4 Wochen", egal, in welcher Kapazität, egal in welcher Farbe. Kann man sich also selbst noch vor dem Fest eine Freude machen oder jemanden beschenken. Gewiss war es für diejenigen frustrierend, die am 27. Oktober um 9.01 Uhr zu bestellen versuchten, um 9.11 Uhr aber erst durchkamen und dann auf den 21. November als Auslieferungsdatum vertröstet wurden und nicht schon am 3. November zum Zug kamen, andererseits war in diversen Berichten im Vorfeld ja schon die Befürchtung laut geworden, Apple würde im Jahr 2017 allenfalls vereinzelt Geräte in den Handel bringen können und erst am Januar so richtig liefern können.

Auch in einem anderen Punkt hat Apple in der vergangenen Woche Skeptiker, Kritiker und Apokalyptiker Lügen gestraft: Das iPhone 8 (Plus) scheint sich trotz aller Unkenrufe bestens zu verkaufen. Die Zuwächse gegenüber dem ohnehin schon ordentlichen Vorjahr waren exorbitant ausgewachsen, der durchschnittlich pro iPhone erzielte Umsatz noch ein Stück weiter gestiegen - man kann also davon ausgehen, dass nicht eine urplötzlich nach dem iPhone SE explodierende Nachfrage der Grund für das Umsatzplus war. Wir vermuten auch nicht, dass Apples Kunden anhand der Horrorstories von Problemen mit dem iPhone X Abstand vom Kauf nahmen und stattdessen frustriert zum iPhone 8 (Plus) griffen. Mal ganz davon abgesehen, dass auch das eher traditionelle neue iPhone des Jahrgangs 2017 ein feines Stück Technik ist und seine Nutzer mit Sicherheit nicht frustriert.

So richten wir uns nun also ganz auf die letzten sieben Arbeitswochen des Jahres ein, bestellen ein iPhone X, wenn das da ist, noch eines und schauen, ob es in der Woche vor Weihnachten sogar noch zum Kauf des iMac Pro reicht. Nicht wirklich - aber allein die Vorstellung begeistert und es ist ja die Zeit, in der man sich etwas wünschen kann. Heute winken wir aber ersteinmal - zumindest virtuell - den Leonhardi-Prozessionen zu, die im Alpenraum dem Schutzpatron der Nutztiere und dessen Zöglingen selbst gelten. Die meisten Leonhardifahrten stiegen hingegen schon gestern, hat sich ja angeboten, am Sonntag, der vermutlich den letzten Ausklang eines milden Herbstes bot, ehe nun wirklich die trübe Zeit beginnt. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Umgewöhnt: Das iPhone X verzichtet als erstes iPhone auf den Home-Button, weshalb sich langjährige Nutzer in einigen Dingen umgewöhnen müssen. Unsere Kollegen der Macworld haben alle Gesten gesammelt, die man nun verwendet, um etwa zwischen Apps zu wechseln, einzelne Apps zu schließen, Screenshots zu erstellen oder Siri zu aktivieren. Die Gesten sind meist intuitiv und an der Seite hat das iPhone X ja noch einige Knöpfe, die einzelne Funktionen des Home-Buttons übernehmen.

Nicht perfekt: Apple hat am Freitag zum Verkaufsstart des iPhone X seine Support-Seiten bezüglich des Display überarbeitet. Dabei räumt der Hersteller ein, dass auch das OLED seines Smartphones unter Effekten wie Einbrennen von Bildern leiden könnte. Konkret heißt es, dass bei längerer und intensiver Benutzung sich Änderungen am Bild ergeben könnten, etwa ein "burn-in" bei dem ein fahler Abdruck eines zuvor angezeigten Bildes zu sehen sein könnte, wenn das iPhone längst ein neues zeige. Derartige Effekte sind der OLED-TEchnik geschuldet, Apple will jedoch laut Support-Dokument diese so weit wie möglich reduziert haben. Das OLED des iPhone sei "das Beste, das jemals in einem Smartphoe zur Auslieferung kam." Zuletzt hatte es viele Berichte über Einbrennen bei den neuen Pixel von Google gegeben. Diese verwenden ebenfalls OLED, setzen aber auf die POLED-Lösung von LG, während Apple Samsungs AMOLED verbaut.

Notwendigkeit: Der gegenüber dem iPhone 8 (Plus) verspätete Auslieferungstermin des iPhone X sei keine Idee des Marketings gewesen, sondern der Entwicklung und Produktion geschuldet, erklärt Apple-CEO Tim Cook gegenüber CNBC in einem Interview. Wichtig sei Apple aber gewesen, die 8er und das neue X am gleichen Tag anzukündigen. Hätte man es im September beim iPhone 8 (Plus) belassen und das iPhone X auf einer Keynote im Oktober vorgestellt, wären viele Käufer des iPhone 8 (Plus) wütend gewesen, weil sie lieber zum iPhone X gegriffen hätten. Die Nachfrage nach dem neuen Gerät übersteigt mal wieder das Angebot, Tim Cook kann nicht sagen, wann die Balance erreicht sein werde. Das sei bei einem derartig neuen Produkt, für das es kein Beispiel gebe, nicht seriös möglich.

Kaputt: Wie bekommt man möglichst große Aufmerksamkeit für seinen Youtube-Kanal? Man könnte sich ein iPhone X besorgen und es vor der Kamera zu angeblichen Testzwecken zerstören. Klicks sind garantiert und die Einnahmen aus Werbung übersteigen die Kosten eines iPhone X bei weitem. Bei einer solchen Prozedur machen wir nicht mit und wollen das auch nicht unterstützen. Damit Sie sich das Video nicht ansehen müssen und das Kalkül des Erstellers TechRax aufgeht, haben wir das für Sie getan. Unter Schmerzen. Denn die Rückseite des iPhone X behandelt der YouTuber zunächst mit einem Messer. Was er damit zeigen will, ist unklar, selten dürfte jemand ein ausgeklapptes Taschenmesser in der gleichen Hosentasche stecken haben wir das iPhone X. Erstaunlicher Weise hält das gehärtete Glas diese Tortur ganz gut aus und zeigt nur wenige Kratzer. Eine Überlebenschance hat die Vorderseite im weiteren Test jedoch nicht. Ein 3-Pfund-Hammer, zunächst aus wenigen Zentimetern und dann immer größeren Höhen auf das Display fallen gelassen, hinterlässt natürlich seine Schadspuren. Vor allem dann, wenn man ihn mutwillig mit Gewalt herunter sausen lässt. Das ist nichts für schwache Nerven und an sich auch keinen näheren Blick wert.

Auf der Kippe: Der längere Rechtsstreit um die Baugenehmigung des Rechenzentrums im irischen Athery hat Apple womöglich zum Rückzug aus dem Projekt gezwungen. Dieser Befürchtung gibt jedenfalls der irische Ministerpräsident Leo Varadkar gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Ausdruck. Bei einer US-Reise des Politikers habe dieser auf Nachfrage von Apple-CEO Tim Cook keine Aussage erhalten, ob dessen Unternehmen an dem Milliarden-Projekt nach all den Verzögerungen  weiter festhalte.  Die irische Regierung verspreche jedoch, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, damit der Bau endlich beginnen könne. Ein anderes Rechenzentrum in der EU wird noch in diesem Jahr in Dänemark in Betrieb gehen.

Weitere Nachrichten:

iFixit zerlegt iPhone X: Doppel-Akku, Reparierbarkeit akzeptabel

Jedes neue iPhone-Modell wird von der Seite iFixit komplett zerlegt. Dies liefert einen interessanten Einblick in die von Apple verwendeten Komponenten, man erfährt aber auch, wie aufwendig eine Reparatur wäre – beispielsweise ein Akku-Wechsel.

Um schnell zu einem iPhone X zu gelangen musste iFixit wie bei früheren Aktionen zu einem kleinen Zeitzonen-Trick greifen: Die Fachleute flogen nach Australien und erwarben das iPhone X in einem dortigen Apple Store. Dadurch hatten die für ihre „Teardowns“ bekannten Reparatur-Dienstleister schon lange vor den deutschen Kunden ein iPhone X in Händen und konnten es zerlegen. Aus der Perspektive eines Anbieters von iPhone-Reparatur-Kits hält sich das iPhone X ganz gut. Offensichtlich kann man Display und Akku eines iPhone X relativ einfach wechseln: Die beiden wohl häufigsten iPhone-Schäden sollten also von Drittanbietern durchführbar bleiben.

Das Ergebnis des Teardowns sind mehrere Stärken und Schwächen, insgesamt erhält das iPhone die Note 6.

Gut : Der Tausch des Displays ist anscheinend ohne Entfernen der Face-ID-Hardware möglich.

Nicht so gut : Relativ wenig Schrauben werden von Apple verwendet, man braucht aber Apple-spezifische Schraubenzieher wie Pentalobe und Tri-Point. Auch die Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit erschweren eine Reparatur, dafür sind sie aber schließlich ein guter Schutz gegen Wasserschäden.

Schlecht : Die Anordnung der Komponenten und Kabel ist sehr komplex, ein Austausch wird dadurch teuer und aufwendig. Aufwendig wird es außerdem, wenn man die Glasrückseite beschädigt. Der Austausch erfordert wie bei älteren Modellen das komplette Ausbauen aller Komponenten und man muss das komplette Gehäuse ersetzen.

Besonders auffällig ist beim Öffnen der Akku, bzw. die Akkus: Das iPhone X ist nämlich das erste iPhone mit zwei separaten Akku-Modulen. Offensichtlich hat Apple den Energiespeicher aus Platzgründen aufgesplittet. Der Akku ist minimal größer als der des iPhone 8 Plus und bietet 10,35 Wh, das iPhone 8 Plus hat einen Akku mit 10,28 Wh. Das neue iPhone X soll ja doch beim Surfen zwei Stunden länger laufen als das iPhone 8 Plus. Beruhigend: Die Hauptkamera auf der Rückseite wird mit einem zusätzlichen Rahmen geschützt, offenbar vor Stößen. Aber auch der Lightning-Connector scheint zusätzlich verstärkt worden zu sein.

Auffällig wenig Fläche beansprucht das Logicboard, das „Gehirn“ des iPhone X. Apple erzielt dies durch einen zweilagigen Aufbau. Es besteht aus zwei separaten Teilen, die zusammen gelötet wurden – was aber wohl auch eine Reparatur so gut wie unmöglich macht. Wie das iPhone Plus ist ein A11-Chip mit 3GB RAM verbaut, im regulären iPhone 8 sind es nur 2 GB RAM. Das LTE -Modem stammt beim zerlegten Modell von Qualcomm, das 64-GB-Speichermodul von Toshiba. Auffällig ist auch die Spule auf der Rückseite, die drahtloses Aufladen des Akkus ermöglicht, diese ist aber eigentlich schon vom iPhone 8 bekannt.

Songtext in Amazon Music einblenden

Wer seine Lieblingsmusik über Amazons Streamingdienst Amazon Music hört, der kann sich auch die dazugehörigen Songtexte einblenden lassen, zum Beispiel um lauthals mitzusingen. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass der Anbieter/Künstler die Lyrics bereitstellt.

Songs, welche mit Texten ausgestattet sind, erkennen Sie an dem entsprechenden Vermerk in der Übersicht. Um die Zeilen einzublenden, müssen Sie im Amazon- PC-Client den Song öffnen und danach in der Abspielzeile auf das eingerahmte „Songtext“ neben dem Namen des Liedes klicken. Als Nächstes erscheint das Plattencover, an dem rechts daneben der Text entlangläuft.

Verwenden Sie die Amazon-Music-App, öffnen Sie den Titel und tippen Sie im Folgenden auf „Songtext“ rechts unter dem Plattencover. Der Text erscheint sodann im Bildschirm und läuft eigenständig im Verlauf des Liedes nach oben durch. Übrigens: Über die Amazon-Website lassen sich die Songtexte nicht einblenden.

Telekom: Schnelleres Internet für 3,5 Millionen Haushalte

In etwa 50 deutschen Städten bietet die Deutsche Telekom ab sofort rund 3,5 Millionen Haushalten eine Internet-Verbindung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s an. Laut Angaben der Telekom sollen bis Februar 2018 noch weitere 2,5 Millionen Haushalte folgen. "Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für den flächendeckenden Ausbau der digitalen Infrastruktur. Andere reden nur über Anschlüsse der Zukunft, wir bauen in der Gegenwart", so Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom.

Die höhere Geschwindigkeit wird durch die Umstellung auf IP und den Einsatz der Vectoring-Technik möglich. Dadurch können Daten schneller durch die bestehenden Kupferkabel wandern. Die Upload-Geschwindigkeit liegt bei bis zu 40 Mbit/s. Von der aktuellen Umstellung profitieren unter anderem 875.000 Haushalte in Hamburg, 340.00 Haushalte in Köln und 350 Haushalte in Berlin.

Hier alle Städte, in denen weitere Haushalte nun Internet-Verbindungen bis zu 100 Mbit/s buchen und nutzen können: Aachen, Berlin, Bielefeld, Böblingen, Bochum, Bonn, Braunschweig, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Frankfurt a. Main, Freiburg, Friedrichshafen, Hagen, Hamburg, Hannover, Heilbronn, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Krefeld, Leipzig, Ludwigshafen, Lübeck, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Mönchengladbach, München, Neuss, Nürnberg, Oberhausen, Oldenburg, Potsdam, Regensburg, Rostock, Saarbrücken, Solingen, Stuttgart, Ulm, Wiesbaden, Wuppertal, Würzburg.

Unter www.telekom.de/schneller können Sie überprüfen, ob die Telekom bei Ihnen schon einen Internet-Anschluss mit der höheren Geschwindigkeit anbietet. Im PC-WELT Tarifrechner  finden Sie nicht nur den schnellsten, sondern auch den günstigsten Anbieter.

Facebook startet Umfrage-Funktion

Facebook hat in dieser Woche seine neue Umfrage-Funktion für alle Nutzer weltweit freigeschaltet. Nutzer können so ihre Freunde nun beispielsweise fragen, welcher aktuelle Kinofilm sehenswert ist oder welches Profilbild ihnen am besten gefällt. Zur Illustration kann die Umfrage mit GIFs und Bildern versehen werden. Die neue Funktion steht für Privatpersonen als auch für Facebook-Seiten zur Verfügung.

Und so einfach geht‘s:

Die Umfrage-Funktion wird ab heute für die Android- und iOS-Apps von Facebook sowie für den Desktop ausgerollt. Bei einigen Nutzern ist die Option möglicherweise noch nicht sichtbar. Bei einem Großteil der Facebook-Seiten funktioniert sie jedoch bereits. Neu ist das Feature nicht - es existierte bereits einmal, wurde dann aber gestrichen.

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