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Nest Protect: der Edel-Rauchmelder von Google im Test

29.05.2017 | 14:30 Uhr |

Der Rauchmelder Protect von der Google-Tochterfirma Nest ist nicht billig, bietet aber interessante Spezialfunktionen.

Schon beim Auspacken merkt man, dass der Nest Protect hohen Ansprüchen genügen soll. Die hochwertige Verpackung erinnert an Apple-Produkte, der relativ große Rauchmelder ist in einer zusätzlichen Klarsicht-Hülle verpackt. Mit 119 Euro pro Gerät ist er nicht ganz billig, bekommt man doch herkömmliche Brandmelder für einen Zehner pro Stück. Gegenüber den Techem-Rauchmeldern, die seit letztem Jahr die Mietwohnung des Autors verschandeln, hat das Gerät aber schon einmal das bessere Design voraus. Er ist relativ groß für einen Rauchmelder, was aber dank gutem Produktdesign wenig stören sollte. Bei Amazon kostet ein Gerät 119 Euro , der 3-er-Pack wenig günstigere 329 Euro.

Sechs Lithium-Batterien sorgen für lange Laufzeit.
Vergrößern Sechs Lithium-Batterien sorgen für lange Laufzeit.

Installation und Verwaltung

Die Konfiguration erfolgt ähnlich wie bei unseren beiden früheren Nest-Tesgeräten ( Nest Cam Outdoor und Nest Cam Indoor ). Einen Ein- bzw. Ausschaltknopf gibt es übrigens nicht: Man zieht zur Inbetriebnahme an einem kleinen blauen Papierstreifen. Dadurch werden die Kontakte der Batterien geschlossen und das Gerät startet. Eine weibliche Stimme führt dann durch die Inbetriebnahme des Gerätes, etwa einen kurzen Signal-Test.

Mit 13,5 x 13,9 x 3,9 cm (B/H/T) Größe ist der Nest Protect vergleichsweise groß und 381 Gramm Gewicht auch deutlich schwerer als herkömmliche Rauchmelder. Bei der Deckenmontage sollte deshalb beim Installierenden etwas handwerkliche Erfahrung vorhanden sein.

Kinderleicht ist dagegen die Konfiguration: Man installiert die Nest-App auf seinem iPhone und scannt den QR-Code auf der Rückseite des Nest Protect ein. Nun kann man dem Gerät das WLAN-Passwort mitteilen und das Gerät komplett per iPhone-App verwalten. Im Unterschied zur Nest Cam sind die Verwaltungsmöglichkeiten natürlich beschränkt. Man kann einen Systemtest starten und dem Gerät einen Raum wie „Arbeitszimmer“ zuweisen. Geprüft werden auf Wunsch WLAN, Alarm, Sprachausgabe, Batterie und Sensoren. Ein grünes Signallicht zeigt, dass alles in Ordnung ist.

Montiert man das Gerät der Zimmerdecke, sorgen sechs hochwertige Lithium-Batterien für lange Betriebszeit. Über schwächer werdende Batterien soll man sechs Monate im Voraus informiert werden, laut Hersteller testet sich das Gerät pro Tag 400 Mal. Was man ebenfalls wissen sollte: Die Geräte buchen sich nur einmal am Tag im WLAN-Netz ein, um Energie zu sparen. In der App erscheinen sie dann als Offline.

Alarm-Funktion

Bei einem Alarm bietet Nest Protect mehr als ein herkömmlicher Baumarkt-Rauchmelder: Ein kleiner Lautsprecher ist integriert, der nicht nur Signaltöne ausgibt, sondern auch deutschsprachige Warnmeldungen mit Zusatzinformationen spricht. So führt die weibliche Stimme nicht nur durch die Konfiguration, sondern informiert etwa: „Achtung! Rauchalarm im Arbeitszimmer!“ Ungewöhnlich: Nest Protect unterscheidet zwischen Warnmeldung und Alarm: Bei wenig Rauch oder Kohlenmonoxid, etwa wegen einem angebrannten Essen, gibt es eine Warnung und ein gelbes Warnsignal. Nur bei hohen Rauchmengen gibt es einen echten Alarm und einen rotes Warnleuchten.

Parallel erscheinen die Meldungen auch in der App. Gut: Zieht der Rauch schnell wieder ab, wird man ebenfalls darüber informiert.  Man kann den Alarm außerdem nicht nur per Tastendruck sondern auch per Smartphone stummschalten – etwa wenn man gerade nicht in der Wohnung ist und einen ein Nachbar über den Alarm informiert. Bei der ersten Generation der Protect-Geräte war die übrigens nur durch das Drücken der Bedientaste am Gerät möglich . Neben Rauch kann der Protect  Kohlenmonoxid (CO) nachweisen und meldet diesen ebenfalls per Sprachausgabe, was das Gerät etwa für Nutzer eines Gasofens bzw. -herds interessant macht. Zehn Jahre soll der Sensor funktionieren.

Über Probleme wird man auch per App informiert.
Vergrößern Über Probleme wird man auch per App informiert.

Auf Wunsch kann das Gerät Bewegungen erkennen und sein Signallicht einschalten. Der Protect kann so als eine Art Nachtlicht dienen, das sich automatisch ein- und ausschaltet. Laut Nutzerberichten soll allerdings diese Funktion die Batterielaufzeit reduzieren.

Fazit:

Für den Test des Gerätes wurde uns von Nest ein Spray von "No Climb Products" zur Verfügung gestellt, mit dem man Rauch simulieren kann. In unserem Test funktionierte sowohl die Alarmfunktion problemlos, als auch die Nest-App. Insgesamt machte das Gerät auf uns einen guten Eindruck, nur bei der Größe sehen wir etwas Verbesserungsbedarf. Da wir die Leistungsfähigkeit von Rauchmelder und Kohlenmonoxid-Sensor mit unserer Testausstattung nur eingeschränkt prüfen können, sehen wir aber von einer Endnote ab.

Nest Protect

Preis: Euro 119
Vorzüge: Einfache Installation, CO-Sensor
Nachteile: Relativ groß, Nachlichtfunktion reduziert die Batterielaufziet
Hersteller:     Nest

Weitere Geräte von Nest:

Zum Test der Nest Cam Indoor

Zum Test der Nest Cam Outdoor

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