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Netflix wächst – Amazon Fire TV vermutlich auch

18.01.2018 | 11:44 Uhr | Thomas Hartmann

Im App Store war die Netflix-App 2017 die umsatzstärkste. Doch auch Streaming per Fire TV soll mächtig sein, auch wenn Amazon keine eindeutigen Zahlen vorliegt.

Von der Netflix-App berichtet Sensor Tower , dass diese im App Store 2017 an Platz eins der Umsätze vor Tinder lag, im vergangenen Jahr war das noch Spotify, noch früher der Messenger Line. Demnach hat Netflix bei den Nichtspiele-Apps im App Store am meisten verdient, denn die Netflix-App ist zwar kostenlos, nicht aber der Streaming-Dienst, denn nach einem gebührenfreien Probemonat werden Abokosten per In-App-Kauf fällig. Insgesamt hat Netflix auf diese Weise nach Schätzungen von Sensor Tower etwa 510 Millionen US-Dollar eingefahren. Gegenüber 2016 entspreche das einer Steigerung von 138 Prozent oder dem 2,4-fachen der 215 US-Millionen Dollar, die App-Store-Abonnenten im Jahr zuvor ausgaben.

Im Konkurrenzdienst von Google Play liegt Netflix 2017 lediglich an sechster Stelle, dort findet sich Tinder auf Platz eins.

Im Apple App Store entbot Netflix außerdem diejenige App, die unter den Nichtspiele-Apps am schnellsten gewachsen ist. Auf der Website von Sensor Tower finden sich weitere interessante Details zu unterschiedlichen Apps und Kategorien, einschließlich Spielen.

Interessant ist aber auch, was Amazons Fire TV-Boss Marc Whitten in einem Interview mit Techhive äußerte. Dieser wünscht sich, sein Unternehmen würde mehr Verkaufszahlen für den Fire TV bekannt geben. Dann könnte man zeigen, dass man auch den vor allem in den USA populären Roku Streaming Player   beim Umsatz übertreffe. Dieser verfügt nach eigener Auskunft Ende 2017 über 19 Millionen monatlicher Nutzer und verweist auf 3,8 Milliarden Streaming-Stunden im dritten Quartal. Laut Whitten sei Amazon da aber besser. Man sei in den USA, Großbritannien, Japan und Deutschland unabhängig von den Äußerungen Rokus die Nummer 1. Dies würden die eigenen Daten klar ergeben, die man aber leider nicht ”super transparent” veröffentliche.

Doch schließlich verfüge Amazon über die breiteste Basis von Kunden und könne daher seine Produkte sehr spezifisch an die Wünsche und Bedürfnisse anpassen, sei es mit Sprachsteuerung oder neuen Inhalten, die nicht über andere Kanäle verfügbar sind. Auch in die Amazon-Fire TV Edition will man mehr Entwicklungskräfte investieren, um diese für Smart-TVS besser zu machen.

Den Vorzug von Amazons Fire-TV-Sticks gegenüber konkurrierenden Angeboten sieht der Amazon-Manager in einer zukünftig noch größeren Rolle von Alexa als Sprachassistent, nicht nur für Filme und Videos, sondern für die gesamte Smart-Home-Kontrolle. Außerdem wolle man neue Optionen in den Streaming-Dienst implementieren, so etwa die Möglichkeit, bei der Football-Übertragung vom amerikanischen Kommentar auf einen britischen umzuschalten, was zuletzt offenbar sehr gut bei den Kunden ankam. Doch die Weiterentwicklung der konkreten und exklusiven Inhalte durch Amazon steht weiterhin an erster Stelle, um Kunden anzulocken und zu halten.

Genau in diese Richtung will auch Apple in den nächsten Jahren investieren: In exklusive Inhalte, die Alleinstellungsmerkmale bieten. Zudem vertragen zwei Analysten von Citi Group die Meinung, dass Apple Netflix übernehmen solle . Auch wenn daran berechtigte Zweifel bestehen: Apple hätte nun das Geld flüssig, das es für eine derart spektakuläre Übernahme benötigte. Der Börsenwert von Netflix beträgt derzeit um die 90 Milliarden US-Dollar.

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