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Neue Apple Stores tragen Jobs' Vision weiter

27.04.2017 | 14:48 Uhr |

Das Forbes-Magazin sieht sich aufgrund des Redesigns der Apple Stores das ”Vermächtnis” von Apple-Mitbegründer Steve Jobs genauer an.

Als Apple im Mai 2001 seine ersten Stores vor Ort eröffnete und das Einkaufserlebnis aus dem Internet wieder auf die Straße brachte, war die Skepsis der Experten groß, blickt Forbes  in einem ausführlichen Artikel zurück. Was die Kritiker aber nicht verstanden hätten, war, dass es Apple und Steve Jobs nicht so sehr um die vordergründigen Produktverkäufe ging, sondern um eine Bindung an die Marke. So wollte der damalige Apple-CEO wissen: ”Wie bereichern wir das Leben?” Dies sollte in diesem Zusammenhang durch großzügige Verkaufsräume geschehen, in der nicht am Gewinn orientierte Verkäufer den Kunden begrüßten, sondern ”geniuses and concierges”, die also eher für das persönliche Wohl und die individuelle Informationen der Store-Besucher sorgen sollten.

Dabei ging es um Empathie und Leidenschaft, um das spielerische Erleben der Produkte und um eine Ortsnähe der Apple Stores zum normalen Leben der Leute. Diese ”besseren Fragen” und Ansätze von Steve Jobs und seinen kreativen Mitarbeitern sorgten zugleich für bessere Innovationen. Jobs wollte, dass Konsumenten sich ”inspiriert” fühlten. Wäre erst einmal eine emotionale Bindung hergestellt, würden die Verkäufe von ganz allein folgen. An diesem Konzept hat sich über 15 Jahre lang nichts verändert. “Enriching lives” steht sogar als Motto auf der ”Glaubenskarte” für Mitarbeiter der Apple Stores gleich am Anfang.

“Today at Apple”

Auch das neue Store-Konzept unter dem Motto “Today at Apple” ist von diesen Überzeugungen inspiriert , wie Apples Retail-Chefin Angela Ahrendts mit dem wuchtigen Titel ”Senior Vice President Retail” in einen CBS News-Interview bekennt. Egal, was man bei Apple mache, man möchte das Erbe oder Vermächtnis (”legacy“) des Gründers weiterführen. So will man in den völlig neu gestalteten Apple Stores das ”Leben bereichern”, indem riesige Digitalmonitore in den 100 größten Apple Stores für Meetings und Weiterbildungen zur Verfügung stehen. Die berühmte Genius Bar wird nun von Bäumen flankiert und heißt fortan “Genius Grove”, ist also ein ”Wäldchen”, in dem sich Kunden bei ihren Gesprächen über Produkte und Probleme damit wohl fühlen sollen. Eine neue Kategorie von Mitarbeitern heißt jetzt ”Creative Pros”. Diese sind zuständig für den Fortbildungsbereich Fotos, Videos, Musik, Programmieren, Kunst und Design. Weitere Augenmerke liegen auf Kindern, die mit Fantasie und Kreativität rund um Apple-Produkte Spaß haben sollen, Künstler und Musiker werden für passende Stimmung sorgen und dafür auch live in den Stores auftreten.

Von Starbucks zu Apple

Laut Ahrendts ist auch das Konzept mit den neuen ”Creative Pros” noch von Steve Jobs' Philosophie inspiriert, wonach bei Apple Technologie sich mit den freien Künsten (liberal arts) verbinden soll.

Vom CBS News-Videointerview mit Angela Ahrendts hatten wir bereits am Mittwoch im Macwelt-Morgenmagazin berichtet. So will Apple ab Mai dieses Jahres 60 neue Bildungs-Workshops unter dem Namen ”Today at Apple" einführen, in denen die Teilnehmer unter der Leitung der Workshop-Mitarbeiter wichtige Grundlagen, Tipps und Tricks im Multimediabereich bis hin zu Kunst und Design erlernen sollen – eben unter der Leitung der ”Creative Pros”. Die Stores sollen laut Ahrendts, die 2014 von Burberry zu Apple kam, zu Treffpunkten der Community werden – so wie man sich heute bei Starbucks treffe, werde man sich zukünftig bei Apple versammeln, ist ihre Hoffnung.

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