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Neuerungen in macOS Mojave: Finder

27.07.2018 | 08:30 Uhr | Bastian Gruber

Den Finder hat Apple für Mojave nicht komplett umgebaut. Dennoch bringt das Update gezielte Verbesserungen mit, die das Programm wieder mehr in den Vordergrund rückt.

Der Finder schwankt unter macOS zwischen einfacher Bedienbarkeit und professionellem Werkzeug zum Organisieren von Dateien. Steve Jobs' Ansatz war es, das Dateisystem so gut wie möglich vom Benutzer zu verstecken. Unter Tim Cook jedoch hat das Programm auch Einzug in iOS gehalten und will nicht komplett verschwinden.

Mehr Informationen

Im Gegenteil, Mojave reduziert die Funktionalität nicht, sondern fügt geschickt neue hinzu. Eine davon ist das Informationsfenster. Selektiert der Nutzer eine Datei, erscheint im Finder eine rechte Spalte mit Informationen. Die „Vorschau“ gab es zwar auch schon unter High Sierra, dennoch wirkt die neue neue Ansicht polierter. Sie lässt sich jetzt separat scrollen, und bietet mehr Information.

Die Vorschau-Spalte hat unter Mojave viele nützliche Kurzbefehle und Informationen spendiert bekommen. PDFs erstellen und Bilder drehen inklusive.
Vergrößern Die Vorschau-Spalte hat unter Mojave viele nützliche Kurzbefehle und Informationen spendiert bekommen. PDFs erstellen und Bilder drehen inklusive.

Ein selektiertes PDF-Dokument zeigt jetzt auch die Seitenanzahl, die Versionsnummer und andere Metadaten an. High Sierra blendet bislang nur die Erstelldaten ein. Auch lässt sich, dank des größeren Angebots an Informationen, das Vorschaufenster auch scrollen. Im direkten Vergleich zu High Sierra wirkt dieses Vorgehen wesentlich leichter und angepasster.

Bearbeitungsoptionen

Das Vorschaufenster bietet nicht nur eine Fülle an Informationen, es stellt auch Befehle zur Bearbeitung bereit. Bei Bildern und PDF-Dokumenten blendet sich ein „Markierung“-Symbol ein. Ein Klick darauf öffnet nicht etwa die Anwendung Vorschau, sondern „Quick Look“ mit aktiviertem Bearbeitungswerkzeugen.

Apple bietet standardmäßig das Markieren und Drehen von Bildern an, Nutzer können jedoch noch weitere, selbst definierte Aktionen hinzufügen.
Vergrößern Apple bietet standardmäßig das Markieren und Drehen von Bildern an, Nutzer können jedoch noch weitere, selbst definierte Aktionen hinzufügen.

Wer mehrere Dokumente in einem Ordner bearbeiten muss, spart sich erheblich Zeit, dabei nicht jede Datei einzeln öffnen zu müssen. Der Nutzer kann via der Tastatur durch den Ordner navigieren, sich rechts die Vorschau und Informationen anzeigen lassen, und bei Bedarf „Markierung“ aufrufen, um die gewünschte Datei zu markieren.

Da der Umweg via der Anwendung „Vorschau“ entfällt, verschwindet auch eine innerliche Hürde, Dokumente mal schnell zu öffnen, genauer zu betrachten und ein paar Markierungen vorzunehmen. Der gesamte Arbeitsablauf wirkt dabei ausgeklügelt und durchdacht. Apple packt also die seine DNA wieder in die eigene Anwendungen, was die Nutzer freuen dürfte.

Bilder bearbeiten und PDFs erstellen

Die Details machen den Unterschied. Meist genutzte Befehle packt Apple jetzt direkt in das Vorschaufenster. Etwa das Drehen von Bildern. Anstatt ein Bild via der Vorschau zu öffnen, bietet Apple die Aktion jetzt direkt im Finder an. Auch können weitere, vom Nutzer selbst festgelegte Aktionen im Vorschaufenster platziert werden.

Apple macht es sogar noch einfacher PDFs zu erstellen. Unter Mojave genügt jetzt ein einfacher Klick im Vorschaufenster.
Vergrößern Apple macht es sogar noch einfacher PDFs zu erstellen. Unter Mojave genügt jetzt ein einfacher Klick im Vorschaufenster.

War man schon bislang der Ansicht, macOS sei der Spitzenreiter in Sachen PDF-Verwaltung ist, so legt Apple jetzt sogar noch einen oben drauf und hat eine eigene Schaltfläche „PDF erstellen“ im Vorschaufenster versteckt. Mit einem einfachen Klick können jetzt PDFs aus Bildern und anderen Dokumenten erstellt werden. Alleine diese Schaltfläche dürfte es vielen Anwendern wert sein, auf macOS Mojave zu aktualisieren.

Neue Galerie-Ansicht

Mit einem Mix aus Cover Flow und großer Symbolansicht bringt Mojave eine neue Dateiansicht für den Finder mit. Anders als bei Cover Flow, der beliebten Ansicht früherer iPods, zeigt die Galerieansicht nur ein Bild in der Großansicht. Die Liste an verfügbaren Elementen befindet sich unter dieser Großansicht in horizontaler Form.

Die verbesserte Cover Flow Ansicht nennt Apple Gallerie. Sie ist perfekt auf Ordner ausgerichtet die eine Vielzahl von Bildern erhalten.
Vergrößern Die verbesserte Cover Flow Ansicht nennt Apple Gallerie. Sie ist perfekt auf Ordner ausgerichtet die eine Vielzahl von Bildern erhalten.

Der Fokus liegt hier ganz klar auf Bildern. Anstatt wie bisher die Symbolansicht auf Maximum zu stellen, um alle Bilder auf einen Blick zu sehen, oder alle Bilder in einen Ordner zu markieren und dann via Quick Look durchzuklicken, bietet die Galerie-Ansicht eine komfortablere Lösung.

Alle Dateien in einem Ordner sind in klein unterhalb der Vollansicht verfügbar, und können via Klick oder den Pfeiltasten ausgewählt werden. Rechts daneben lässt sich das Vorschaufenster mitsamt Kamera- und Dateityp Informationen einblenden. Fotografen bekommen so eine einfachere Möglichkeit, durch Projekte oder Aufnahmen zu navigieren.

Fazit

Die nur klein scheinenden Änderungen am Finder haben eine große Auswirkung. Wer zwischen Mojave und High Sierra hin und her wechselt, wird sehr schnell feststellen, dass Apple auch unter der Haube einiges verbessert hat. Die Ansichten wechseln sich wesentlich geschmeidiger und das neue Vorschaufenster fühlt sich an wie eine komplett neue Ansicht. Abgerundet wird das Erlebnis von hilfreichen Aktionen wie dem direkten Markieren von Bildern und PDFs vom Finder aus und der Galerieansicht mit intelligenter Navigation zum Betrachten von Bildern.

Auch wenn es nur ein kleiner Teil des gesamten Werkes ist, Apple zeigt, dass man sich in Cupertino immer noch um Details Gedanken macht und den Finder nicht aus dem Auge verliert. Einige Fans von macOS wünschen sich immer noch ein komplett neues Finder-Design, Apple ist aber auf einen guten Weg, das Programm wieder zurück in die Herzen der Anwender zu bringen.

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