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Nikon stellt Vollformat-Systemkameras vor

23.08.2018 | 14:02 Uhr | Markus Schelhorn

Mit den Kameras Z7 und Z6 startet Nikon seine spiegellose Vollformat-Serie. Passend zum neuen Z-Bajonett gibt es drei Objektive.

Aus für die DSLR-Kamera? Die Weichen dazu scheinen gestellt: Nikon bringt ein spiegelloses Kamerasystem mit Vollformat (Nikon nennt dies FX) auf den Markt. Die Systemkamera Z7 ist bereits ab Ende September zu haben, die Z6 ab Ende November 2018. Auch Canon entwickelt eine spiegellose Vollformat-Systemkamera, die man mit sehr viel Glück bereits auf der Photokina Ende September zu sehen bekommt. Das spiegellose Kamerasystem von Nikon und Canon kommt spät. Sony ist mit der A7-Serie bereits seit Jahren mit einem solchen System auf dem Markt. Varianten mit kleinerem Bildsensor konnten sich nicht durchsetzen. So stellte Nikon kürzlich seine Nikon-1-Serie ein. Die spiegellose Systemkamera M50 Canon, das Spitzenmodell mit Bildsensor in APS-C-Größe, wiederum fand im zweiten Quartal 2018 viele Käufer. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich großformatige Systemkameras großer Beliebtheit erfreuen.

Nikon Z7 und Z6

Den Start der Serie machen die beiden Vollformat-Kameras Z7 und Z6. Die Kameras sind ebenso gegen Staub und Tropfwasser resistent wie die Nikon D850 . Zudem haben sie das Bedienkonzept der Nikon-Spiegelreflexkameras übernommen. Das Touch-Display lässt sich neigen und misst 3,2 Zoll in der Diagonale. Über ein eingebautes WLAN lassen sich Bilder übertragen und die Kamera über ein Smartphone bedienen. Beide Kameras verwenden einen Fünf-Achsen-Bildstabilisator, die eine um etwa  fünf Lichtwertstufen kürzere Belichtungszeit ermöglicht. Der eingebaute Bildstabilisator funktioniert auch mit Nikkor-F-Objektiven, die mit einem Adapter betrieben werden.

Nikon Z7 mit NIKKOR Z 24–70 mm 1:4 S: In dieser Kombination ab Ende September für 4299 Euro zu haben.
Vergrößern Nikon Z7 mit NIKKOR Z 24–70 mm 1:4 S: In dieser Kombination ab Ende September für 4299 Euro zu haben.
© Nikon

Beide Modelle nutzen CMOS-Sensoren mit rückwärtiger Belichtung (BSI) und integriertem Autofokus mit Phasenerkennung (PDAF). Beide Kameras nutzen den Bildverarbeitungs-Prozessor EXPEED 6. Das Spitzenmodell Nikon Z7 kann Fotos mit 45,7 Megapixel erstellen, die Nikon Z6 bietet eine Auflösung von 24,5 Megapixel. Die Empfindlichkeit der Nikon Z7 reicht von ISO 64 bis 25.600, die Empfindlichkeit lässt sich auf ISO 32 beziehungsweise 102.400 erweitern. Bei der Nikon Z6 sind ISO 100 bis 51.200 angegeben. Auch bei dieser Kamera kann man die Empfindlichkeit erweitern, entweder auf ISO 50 oder ISO 204.800.  

Preise Kamera

Nikon Z 7 Kit Gehäuse + FTZ Bajonettadapter: 3.849,00 €

Nikon Z 7 Kit 24-70 mm 1:4 S:   4.299,00 €

Nikon Z 7 Kit 24-70 mm 1:4 S + FTZ Bajonettadapter: 4.449,00 €

 

Nikon Z 6 Kit Gehäuse + FTZ Bajonettadapter: 2.449,00 €

Nikon Z 6 Kit 24-70 mm 1:4 S: 2.899,00 €

Nikon Z 6 Kit 24-70 mm 1:4 S + FTZ Bajonettadapter: 3.049,00 €

Rund 90 Prozent des Bildfeldes deckt der Hybrid-Autofokus ab, der 493 Fokusmessfelder nutzt. Die Fokussierung kann automatisch zwischen Autofokus mit Phasenerkennung und Autofokus mit Kontrasterkennung umschalten. Der elektronische Sucher deckt das komplette Bildfeld ab und bietet ein OLED-Display mit 3,69 Millionen Bildpunkten. Videos nehmen beide Kameras im 4K-UHD-Modus mit 10 Bit auf. Full-HD-Videos lassen sich mit 120 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Der Dynamikumfang liegt bei Videoaufnahmen laut Nikon bei zwölf Blendenstufen.

Rückseite der Nikon Z7
Vergrößern Rückseite der Nikon Z7
© Nikon

Z-Bajonett und Batteriegriff

Für seine neue Kamera-Serie führt Nikon ein neues Bajonett-System ein. Das Z-Bajonett fällt durch einen deutlich höheren Durchmesser auf, als es das E-Mount-Bajonett der Sony A7-Serie bietet. Das soll neue Objektivdesigns ermöglichen. Auch die Objektive der Nikon-Spiegelreflexkameras kann man weiterverwenden. Dazu braucht man den Bajonettadapter FTZ, der 299 Euro kostet oder in einigen Ausstattungsvarianten mitgeliefert wird.

In Entwicklung befindet sich noch der Batteriegriff MB-N10. Er nimmt zwei Lithium-Ionen-Akkus des Typs EN-EL15b auf. Der Batteriegriff wird staub- und tropfwasserresistent sein und sich mit dem Netzadapter EH-7P laden lassen.

Mit dem Bajonettadapter FTZ kann man auch Objektive des FX-Formats mit dem Z-Bajonett verbinden. Einzeln kostet der Adapter 299 Euro, günstiger ist er in einigen Kamera-Bundels zu haben
Vergrößern Mit dem Bajonettadapter FTZ kann man auch Objektive des FX-Formats mit dem Z-Bajonett verbinden. Einzeln kostet der Adapter 299 Euro, günstiger ist er in einigen Kamera-Bundels zu haben
© Nikon

Objektive

Drei Objektive der S-Linie geben den Auftakt zu der neuen Serie mit Z-Bajonett. Als Standard-Zoomobjektiv stattet je nach Konfiguration die Kameras mit dem Nikkor Z 24–70 mm 1:4 S aus. Zudem gibt es das Weitwinkel-Festbrennweitenobjektiv Nikkor Z 35 mm 1:1,8 S und das Standard-Festbrennweitenobjektiv NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S. In Entwicklung befindet sich das bislang lichtstärkste Objektiv, das Nikon jemals gebaut hat: Das Nikkor Z 58 mm 1:0,95 S Noct ist ein Standard-Festbrennweitenobjektiv mit manueller Fokussierung. In den nächsten zwei Jahren sollen acht weitere Objektive dazukommen.

Preise Objektive

NIKKOR Z 24–70 mm 1:4 S:  1.099,00€

NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S: 949,00 €

NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S: 679,00 €

Bajonettadapter FTZ: 299,00 €

Fazit

Nikon hat einen für viele längst überfälligen Schritt vollzogen, dem auch Canon folgt: Eine Profi-Kameraserie, die ohne der veralteten Spiegelreflex-Technik auskommt. Damit hat Nikon das langsame Ende seiner Spiegelreflex-Kameras eingeläutet. Die technischen Daten klingen auf jeden Fall sehr vielversprechend. Nun muss Nikon noch beweisen, ob diese sich auch positiv in der Praxis bemerkbar machen.

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