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Nuance-Umfrage: Stimmbiometrie wird immer beliebter

12.09.2018 | 14:58 Uhr |

Biometrische Authentifizierung liegt direkt hinter dem traditionellen Passwort in der Nutzerbeliebtheit. Befürworter sehen ihre Stimme als bequemen, zeitsparenden und sicheren Authentifikationsfaktor.

Das hat eine Umfrage von Nuance ergeben , welche der unter anderem für Spracherkennungssoftware bekannte Entwickler nach eigenen Angaben unter 1000 Deutschen durchführte. Die Umfrage ergab, dass die biometrischen Authentifikationsmethoden in der Beliebtheit nur noch knapp hinter dem traditionellen Passwort liegen. 46 Prozent wählten demzufolge Passwort oder PIN, 41 Prozent dagegen biometrische Methoden wie Fingerabdruck, Iris-Scan oder die eigene Stimme als bevorzugte Authentifizierungsmethode. Die eigene Stimme gilt demnach für 34 Prozent der Biometrie-Befürworter als Identifikationsfaktor der Wahl, und das obwohl Stimmbiometrie in Deutschland bisher noch nicht weit verbreitet ist.

”Nutzer sind es heute gewohnt, Geräte wie Handy, Lautsprecher oder auch den Bordcomputer im Auto mit ihrer Stimme zu bedienen“, meint Heiner Kruessmann, Sales Director DACH bei Nuance. Fast die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) nutzt seiner Auskunft nach bereits Sprachsteuerung für Dienste wie Alexa, Siri und Co., 50 Prozent davon sprechen oft oder täglich mit ihrem Gerät. ”Diese Gewöhnung werden wir auch im Einsatz von Stimmbiometrie sehen”, glaubt der Manager.

Am Telefon jedoch bevorzugt noch immer die große Mehrheit (68 Prozent) einen menschlichen Gesprächspartner. Vor allem im Call-Center kann es eine frustrierende Erfahrung sein, sich erst durch standardisierte Frageprotokolle arbeiten zu müssen, bevor man authentifiziert und zum Berater durchgestellt wird. Stimmbiometrie macht Schluss damit.

Weltweit authentifizieren sich heute bereits 300 Millionen Kunden von Telekommunikationsunternehmen, Banken und Versicherungen über ihren Stimmabdruck beim Anruf im Call Centern, heißt es in der Mitteilung von Nuance weiter. Das Analystenhaus Opus Research sage für 2020 bereits 600 Millionen Nutzer voraus. Auch in Deutschland können seit einigen Wochen die Kunden der Deutschen Telekom den Service-Sprach-ID nutzen und sich mit ihrer Stimme bei der Hotline anmelden, wie auch Macwelt.de berichtete: : Anrufer benötigen dazu weder Rechnungsnummern oder Zahlenkombinationen noch ein zusätzliches Gerät, wie etwa beim Fingerabdruckscan. Um noch mehr Sicherheit zu schaffen, nutzen Unternehmen neben der Sprache auch andere biometrische Merkmale ihrer Kunden, wie Gesichtserkennung bis hin zur Erfassung der individuellen Tippgeschwindigkeit von Computernutzern.

”Wir leben in den letzten Tagen der Passwortdominanz“, analysiert Kruessmann. ”Viele wählen der Bequemlichkeit halber einfache Zahlenkombinationen oder Phrasen, die sich auch leicht von Fremden oder simplen Tools erraten lassen“, fügt er hinzu. In Zukunft aber würden sich biometrische Verfahren als sicherere Lösungen durchsetzen. In Bereichen, in denen der Nutzer situationsbedingt spricht, werde die Stimmbiometrie weiter wachsen, so seine Prognose – etwa am Telefon oder in der Interaktion mit Software-Assistenten sowie im Smart Home.

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