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Photo Director 8: Variantenreiche Bildbearbeitung für den Mac

27.03.2017 | 15:29 Uhr |

Bildbearbeitungsprogramme für den Mac gibt es viele – dieses bietet einige interessante Besonderheiten, die wir uns genauer angesehen haben.

Unter Windows-Nutzern ist die Entwicklerschmiede Cyberlink aus Taiwan gut bekannt, hier bietet sie etwa für das Abspielen von DVDs und Blurays die Software Cyberlink Power-DVD, das auf manchen PCs in einer Grundvariante vorinstalliert ist. Aber auch für die Videobearbeitung und Verbesserung von Fotos und anderes mehr hat Cyberlink einiges im Portfolio. Für den Mac gibt es von dort lediglich das von uns getestete Photo Director Ultra, jetzt in Version 8.

(Fast) alles ist möglich

Dieses präsentiert sich als Universalist für den Fotobereich, denn fast alles scheint damit möglich: So lassen sich Bilder in gewohnter Weise und mit vielen zusätzlichen Optionen bearbeiten. Dazu dienen zahlreiche Schieberegler, Pinsel und Werkzeuge etwa für den Weißabgleich, Tonwert, HDR-Effekte, Gradationskurve, Schärfe, Rauschreduzierung, Objekte entfernen, und sogar eine Objektivkorrektur ist möglich. Zusätzlich oder gleichzeitig kann man Vorgaben des Entwicklers für bestimmte Effekte und Filter nutzen, eigene Presets anlegen oder von der Website herunterladen. Das alles ist schon beeindruckend. Ein Nachteil ist, dass man Fotos, die man bearbeiten möchte, vorher in die Programm-eigene Bibliothek importieren muss. Dafür hat man einen guten Überblick, mit welchen Bildern man es schon zu tun hatte.

Ebenen ja, PSD nein

Photo Director 8 unterstützt die Arbeit mit Ebenen. Dagegen lassen sich PSD-Dateien weder direkt importieren noch als solche exportieren. Wir können aber eine einfache Dia-Show mit Text, Musik und Überblendungen erstellen und als Film exportieren. Eine weitere Exportoption besteht zudem nach Youtube. Praktisch ist auch die Option, aus Videos einfach Bilder zu extrahieren und diese auf gewohnte Weise zu bearbeiten. Das klappt auch in unserem Test einwandfrei.

Für den Druck lassen sich flott Überblicke von mehreren Fotos auf einer Seite in variabler Gitterform anfertigen und optional ein Wasserzeichen hinzufügen. Auch der Export nach Facebook ist integriert. Es ist uns nicht möglich, sämtliche Funktionen des Fotosoftware aufzuzählen ( vgl. aber hier, die Ultra-Version in der Mitte ), und wir haben auch nicht jedes Tool im Detail ausprobiert. Zumal es bei der Vielfalt auch ein bisschen unübersichtlich zugeht, bis man das richtige Werkzeug gefunden hat. Denn Photo Director Ultra 8.0 geht auch bei der Bedienung ganz eigene, für Mac-User oder an Photoshop & Co. gewohnte Nutzer ungewohnte Wege. Zum Glück gibt es eine gut gemachte Online-Hilfe, mit der man die wichtigsten Stichpunkte und Beschreibungen rasch findet.

Vielfältige Effekte und Werkzeuge

Am spannendsten und teilweise spektakulär finden wir das Modul Bearbeiten. Hier bieten sich Kategorien für die Personenretusche an, einschließlich Gesichtstools, Hauttools und Körperformänderung. Damit manipuliert man zum Beispiel, geeignete Vorlagen vorausgesetzt, rasch die Gesichtsform, die Augengröße oder macht Zähne weißer und anderes mehr. Auch Gesichter auf mehreren gleichartigen Fotos lassen sich austauschen, bis man ein passendes gefunden hat, das etwa freundlicher guckt oder auf dem der Ausdruck einfach gelungener ist. Hier gilt, dass die Fotos vom Motiv her sehr ähnlich sein sollten, sonst erhält man skurrile bis surreale Ergebnisse. Zum Beispiel sollten die Personen nicht plötzlich ihr Gesicht in eine ganz andere Richtung halten. Ansonsten sind die Ergebnisse auch mit diesem Tool ohne viel Nachbearbeitung erstaunlich gut. Gleiches gilt für die Zusammensetzung mehrerer Landschaftsfotos zu einem Panorama.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Cyberlink Photo Director Ultra 8 setzt mit OS X 10.8, einer Grafikkarte ab 128 MB VRAM und anderen niedrigen Spezifikationen recht wenig voraus und läuft bei uns sehr flüssig. Zahlreiche Kameras mit RAW-Format finden Unterstützung. Der reguläre Preis liegt bei 100 Euro, im Moment bekommt man es aber auch für 50 Euro, Amazon.de  bietet es offenbar in der Box-Version standardmäßig für 53 Euro an. Die Windows-Version ist inklusive – und umgekehrt. Wer vor dem Kauf einen eigenen Eindruck erlangen will, greift zu der Demoversion  mit 30 Tagen Laufzeit .

Fazit und Empfehlung

Cyberlink Photo Director Ultra 8 gehört zu den interessantesten Bildbearbeitungen auf dem Mac. Uns stört es zwar, Bilder zuerst physisch oder als Verweis importieren zu müssen. Auch das Interface ist sehr dunkel geraten, aber das gilt ja derzeit allgemein als cool und stylisch. Doch es verstärkt den Eindruck, dass manche Funktion nur schwer zu finden ist, die Benutzeroberfläche wirkt überladen. Teuer ist das Programm mit 100 Euro Listenpreis  auch. Im Vergleich etwa zu Photoshop Elements kostet es zu viel, denn dort findet man ebenfalls zahlreiche Funktionen und einfach zu bedienende Assistenten bis hin zur automatischen Bildoptimierung. Dennoch, uns gefällt die Cyberlink-Bildbearbeitung unterm Strich sehr gut, wir werden sie zweifellos öfter auf unserem Mac aufrufen. Interessierten Nutzern empfehlen wir, auf eine der häufigen Cyberlink-Aktionen mit Preisnachlass zu achten.

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