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Pixelmator Pro 1.0 Whirlwind im Test

26.01.2018 | 14:14 Uhr |

Photoshop ist schlichtweg genial, das würde sicherlich keiner leugnen. Doch sprechen auch einige Punkte gegen das Fotobearbeitungsprogramm von Adobe. Wir stellen eine attraktive Alternative vor.

Für viele Freunde der Fotobearbeitungssoftware ist Photoshop das Non-Plus-Ultra: Es bietet viele Tools, Filter und Möglichkeiten, seine Bilder auf unterschiedliche Art und Weise zu bearbeiten. Doch gerade für Einsteiger ist Photoshop vielleicht nicht gerade das beste Programm. Viele Nutzer fühlen sich überfordert, wenn sie das Adobe-Programm zum ersten Mal öffnen und wissen gar nicht, wo sie überhaupt anfangen sollen. Zu viele Features sind manchmal auch einfach zu viel des Guten. Auch das neue Bezahlsystem in Form von monatlichen Abonnements stieß in der Community nicht wirklich auf Beliebtheit.

Bei Photoshop handelt es sich jedoch um ein Phänomen wie bei Apple oder Google. Wenn man Smartphone hört, denkt man wahrscheinlich als erstes an das iPhone (außer natürlich die Hardcore-Android-Nutzer), und mit dem Internet assoziiert man häufig das Unternehmen Google. Sobald man „Fotomanipulation“ oder „Bildbearbeitung“ hört, kommt einem Photoshop in den Sinn. Floskeln wie „gephotoshopte Models“ tun ihr Übriges dazu, dass die Marke so sehr präsent ist.

Die meisten vergessen dabei, dass es noch viele weitere Alternativen auf dem Markt gibt, die für andere Zielgruppen viel besser geeignet sind – wie zum Beispiel Pixelmator.

In seinem Testbericht lobt unser Kollege Jeff Carlson von der Macworld das Fotobearbeitungsprogramm Pixelmator. Es sei beeindruckend und beinhalte lediglich die Photoshop-Funktionen, die ein Durchschnittsnutzer tatsächlich brauche.

Pixelmator erscheint nun in einer neuen Version, was vor allem Fotografen und Designer freuen wird. Wenn man nur den Namen nimmt, so birgt Pixelmator Pro 1.0 Whirlwind nicht gerade das Potenzial, sich besser in die Köpfe der Nutzer einzuprägen als Photoshop.  Allerdings ist es mit 65 Euro vergleichsweise günstig und beinhaltet noch mehr nützliche Features als die Standardversion.

Bildbearbeitung steht im Mittelpunkt

Pixelmator bietet eine simple und somit übersichtliche Oberfläche, bei der das Bild im Fokus bleibt. Die entsprechenden Tools zum Bearbeiten findet man in einem einzigen Fenster auf der rechten Seite des Bildschirms. Auf der linken Seite befindet sich ein schmales Fenster für die Ebenen.

Unser Kollege störte sich jedoch teils an diesem Minimalismus, da die Ebenen nicht offensichtlich erkennen lassen, ob auf dieser beispielsweise eine Maske liegt oder eben nicht. Diese Art an Informationen erhält man erst durch einen Doppelklick auf das Thumbnail.

Per rechter Maustaste kann man die Option auswählen, Ebenen auszublenden. Wer jedoch die Darstellung der Thumbnails zu einer Liste ändert, erhält ein etwas nützlicheres Interface mit sichtbaren Masken und entsprechenden Buttons, um die Ebenen auszublenden oder zu sperren. Allerdings schränkt diese Art der Darstellung die Anzahl der sichtbaren Ebenen ein. Wer also mit vielen Ebenen arbeiten will, kann leicht den Überblick verlieren.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Darstellung angewandter Effekte. Wenden Sie einen neuen Effekt, wie beispielsweise eine Vignette, auf eine Ebene an, erscheint ein Kontrollpunkt in der Mitte des Bildschirm, der mit einer Art virtuellem Seil an das Effekt-Fenster gebunden ist und sich frei auf dem Bild platzieren lässt. Besonders schön anzuschauen: die kleinen, physikalischen Spielereien, die beim Bewegen des „Seils“ dargestellt werden.

Was bringt die Pro-Version mit?

Besonders nützlich ist die Tatsache, dass Veränderungen am Bild, wie beispielsweise Farbanpassungen und dergleichen, jederzeit wieder rückgängig gemacht werden können. Die Effekte „brennen“ sich sozusagen nicht unwiderruflich ein. Diejenigen, die viel mit Effekten arbeiten, werden dieses Feature lieben.

Auch das Farb-Histogramm ist bei Pixelmator Pro etwas anders als in herkömmlichen Programmen. Während man beispielsweise manche Farben verändern will, zeigt das Histogramm an, wie häufig bestimmte Farbtöne im Bild vorkommen. Somit kann man besser nachvollziehen, welche Farben verändert werden müssen, um einen bestimmten Effekt zu erzielen.

Pixelmator Pro birgt in Bezug auf die Ebenenfunktion auch eine Eigenart. Wenn Sie eine Einstellung auf das gesamte Bild anwenden möchten (angenommen, Sie möchten es Schwarzweiß färben) geht dies nicht ohne weiteres. Sie müssen letztendlich jede einzelne Ebene Schwarzweiß färben, was recht umständlich ist. Die Möglichkeit, eine Einstellung (wie in Photoshop) mehreren Ebenen zuzuordnen, besteht nicht. Alternativ können mehrere Ebenen zu einer komprimiert werden, auf welche wiederum der gewünschte Effekt anwendet wird.

Fazit

Es ist schön zu sehen, dass das Team hinter Pixelmator den Entschluss gefasst hat, es besser machen zu wollen. Es bringt eine Menge der nützlichsten Features auf dem Gebiet der Fotobearbeitung mit, womit auch Anfänger einen leichten Einstieg finden. Auch wenn das Programm hier und da noch ein paar leichte Performance-Fehler hat, ist Pixelmator Pro trotzdem eine solide Software.

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