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Polizei in Bayern und Österreich setzt auf iPhones

27.07.2017 | 16:19 Uhr |

Österreich stattet seine Beamten mit 10 000 iPhones und iPads aus, in Bayern wird das iPhone als Ergänzung zum Digitalfunk getestet.

Es ist eigentlich schon seit Jahren so, dass Polizisten Tatort- oder Unfallfotos mit ihrem privaten Smartphone erstellen und per WhatsApp kommunizieren. Sowohl Bayern als auch Österreich scheinen jetzt aber einen offiziellen Einsatz von Smartphones zu planen  – in beiden Fällen wurden übrigens iPhones ausgewählt.

In Österreich bekommen die Polizisten in einem ersten Schritt 6500 iPhone und 3500 iPad, in drei Jahren sollen Polizisten ein Smartphone oder iPad erhalten. Das Projekt kostet 20 Millionen, dabei sind Software und Support bereits enthalten. Ausgestattet werden die Geräte mit Apps, die speziell für die Polizei entwickelt wurden. Hauptkommunikationsmittel soll aber laut Ministerium weiterhin der Funk bleiben. Aktuell würde n viele Polizisten bereits Privatgeräte für dienstliche Zwecke nutzen, hier wolle man für mehr Sicherheit sorgen. Gestartet wird das Projekt mit der App Personen- und Fahrzeugkontrolle, die Tablets stehen in den Dienststellen allen Bediensteten zur Verfügung. Laut Bericht müsse man sich aktuell bei Fahndungen noch auf analoge Bilder und Beschreibungen verlassen. Die Möglichkeit mobil Datenbanken abzufragen, soll auch die Leitstellen entlasten. Neu ist außerdem ein spezieller Polizei-Messenger auf Basis von Skype, der für Chats und das Versenden von Dateien und Fotos verwendet werden soll. Die Kommunikation wird komplett über eigene Server abgewickelt, über eine zentrale Geräteverwaltung (MDM) werden Berechtigungen und Profile verwaltet – auch um dienstliche Daten vor fremden Zugriff zu schützen. Dienstliche und private Apps werden getrennt, alle mit dienstlichen Apps erstellen Bilder und Notizen landen auf zentralen Behörden-Servern. Aktuell wird er nur von der Einheit Cobra im Pilotversuch verwendet.

Bayern

Auch in Bayern nutzen Polizisten laut einem Bericht der Abendzeitung immer häufiger private Smartphones, um dienstliche Fotos schnell an die Zentrale oder Kollegen zu schicken. Über den für etwa eine Milliarden eingeführten digitalen Behördenfunk BOS-Tetra ist das nämlich nicht möglich. Auch bei dem OEZ-Amoklauf hatte sich der Digitalfunk nicht bewährt, so soll er anscheinend bei hoher Nutzerzahl öfter mal ausfallen.

Besonders beliebt sind bei der Polizei anscheinend WhatsApp-Gruppen, was aber eigentlich untersagt ist – nicht zuletzt, da dienstliche Daten so auf Facebook-Servern in den USA landen. Die Polizei in München erprobt deshalb einen polizeiinternen Messenger Dienst, ein zertifiziertes Rechenzentrum von Vodafone in Frankfurt sorgt dabei für Datensicherheit. Als Smartphones setzten die Münchner auf iPhone 6 und iPhone 7. Auch auf dem kommenden Oktoberfest werden die Einsatzkräfte damit ausgestattet, so CSU-Innenminister Joachim Herrmann.

Update : Laut einem Bericht der Welt handelt es sich bei dem Messenger um die App Teamwire von Grouptime Bis Ende 2017 sollen sämtliche Polizeiverbände in Bayern iPhones erhalten. In diesem Jahr werden 2800 iPhones ausgegeben, im nächsten Jahr soll in jedem Streifenwagen mindestens eines der Geräte verfügbar sein. Gedacht ist der Messenger wie in Österreich als Ergänzung zum Sprechfunk, er soll den teuren Digitalfunk also keineswegs ersetzen. Der Grund für die Auswahl des iPhones wäre das abgeschlossene System und die hohe Sicherheit.

Die bayerische Polizei setzt auf den Messenger Teamwire, der sich speziell an Unternehmen richtet und alle deutschen Datenschutzanforderungen erfüllt.
Vergrößern Die bayerische Polizei setzt auf den Messenger Teamwire, der sich speziell an Unternehmen richtet und alle deutschen Datenschutzanforderungen erfüllt.
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