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Porträt-Fotos mit dem iPhone X – So geht's

22.01.2018 | 18:49 Uhr |

Jedes neue iPhone bringt eine bessere Kamera. Bei den aktuellen Modellen hat sich Apple etwas Besonderes überlegt.

Die Porträt-Funktion hat Apple eigentlich bereits 2016 vorgestellt, mit dem iPhone 7 Plus. Diese wurde jedoch erst später mit iOS 10.1 geliefert, heute bezeichnet der Hersteller die Porträt-Belichtung als eine Beta-Option. Mit den neuen Modellen kam jedoch etwas mehr Bewegung in die Sache. Mit dem iPhone X kann man auch Selfies im Porträtlicht-Modus bearbeiten.

Wie funktioniert eigentlich der Porträt-Modus auf dem iPhone?

Die Porträt-Aufnahmen sind auch in der nicht-digitalen Fotografie sehr verbreitet: Wird das Gesichts des Models ziemlich nah aufgenommen, verschwimmen andere Objekte im Hintergrund, was dem Foto eine besondere Tiefe verleiht. Eine Spiegelreflex-Kamera schafft diese Trennung mit optischen Mitteln: Ein kleiner Fokus wird auf das Gesicht bzw. den Gegenstand gerichtet, der Rest wird unscharf. Das iPhone muss dabei etwas tricksen und die Tiefeninformationen mit anderen Mitteln beschaffen. Anders als bei einem normalen iOS-Foto wechselt das iPhone X im Porträt-Modus zum Teleobjektiv (unten) als Grundkamera, das Weitwinkelobjektiv (oben) ist für den Hintergrund zuständig. Das iPhone benutzt sodann die Informationen der beiden Objektive und berechnet anhand derer das Hauptmotiv und den Hintergrund. Mit dieser Trennung sind eben unterschiedliche Belichtungs-Modi möglich. Bei der TrueDepth-Kamera auf der vorderen Seite des iPhones X gibt es wie bekannt nur eine Kamera, für die Tiefeninformationen ist jedoch der Infrarotsensor zuständig, der eine ähnliche Aufgabe bei der Face ID übernimmt.

Das rechte Live-Foto nutzt Weitwinkel-Objektiv. Beim Porträt greift iPhone zum Teleobjektiv.
Vergrößern Das rechte Live-Foto nutzt Weitwinkel-Objektiv. Beim Porträt greift iPhone zum Teleobjektiv.

Belichtung, AF-Sperre und vieles mehr

Während man die Porträt-Belichtungen auch am fertigen Foto bearbeiten bzw. ändern kann, gibt es während der Aufnahme Einstellungen, die zu den besseren Fotos führen können. Wechselt man in der Kamera App in den Modus "Porträt", erscheint ein rechteckiger Sucher, der ziemlich genau Gesichter erkennt. Die App gibt dem Nutzer auch Hinweise, wo man das Motiv am besten zu platzieren hat: "Weiter entfernen" heißt, entweder der Fotograf oder das Model müssen ein Schritt zurück machen, die besten Fotos gelingen bei der Entfernung von einem bis 2,5 Metern, einen digitalen oder optischen Zoom gibt es im Porträt-Modus nicht. Bei schlechten Lichtverhältnissen meldet die Kamera "Mehr Licht erforderlich", hier helfen leider keine zusätzlichen Einstellungen, nur der Blitz. Die Kamera-App gibt dem Nutzer einen Hinweis, wenn alle Einstellungen passen. Dabei leuchtet die jeweilige Porträtlicht-Überschrift gelb, ist diese grau, muss man entweder besser auf das Motiv fokussieren oder gegebenenfalls den Blitz einschalten.

Wie bei normalen iOS-Fotos funktioniert die AF-Sperre (mit langem Tipp auf dem Fokus-Rechteck), auch die Belichtung kann man nach Bedarf herunterregeln oder hochdrehen. Hierfür muss man ebenfalls auf das Fokus-Rechteck kurz tippen, erscheint an der rechen Seite ein Sonnensymbol, muss man es nach oben (heller) bzw. nach unten (dunkler) ziehen.

Die Kamera-App gibt selbst Hinweise, wie man am besten ein Porträt-Foto macht.
Vergrößern Die Kamera-App gibt selbst Hinweise, wie man am besten ein Porträt-Foto macht.

Der richtige Hintergrund

Die Faustregel der Fotografen "Das Hauptmotiv vor einem ruhigen Hintergrund zu platzieren" gilt offenbar für das iPhone X und Porträt-Funktionen nicht mehr. Im Unterschied zu normalen Fotos, auf dem Hintergrundgegenstände gestochen scharf sind und die Aufmerksamkeit vom Hauptmotiv ablenken, wirkt ein Porträtfoto aufgenommen auf einem ebenmäßigen Hintergrund eher langweilig. Stellt man das Objekt oder das Model vor eine bunten Wand oder in einen großen Raum, kommt die Tiefe auf dem Foto richtig zum Vorschein.

Ohne die Tassen im Hintergrund gäbe es keine Perspektive.
Vergrößern Ohne die Tassen im Hintergrund gäbe es keine Perspektive.

Auch für das Porträtlicht ist der Hintergrund wichtig: Dunkle Haare auf weißem Hintergrund schaffen genug Kontrast, so dass beispielsweise beim "Bühnenlicht" die richtigen Abschnitte ausgeleuchtet sind. Das gleiche gilt für hellen Haare vor dunklerem Hintergrund.

Porträtlicht

Momentan bietet iOS 11 fünf Licht-Modi bei den aufgenommenen Porträt-Fotos. Diese lassen sich sowohl bei der Aufnahme einstellen, als auch nachträglich auf dem iPhone bearbeiten. Die fünf Modi kann man entweder in der Kamera-App bei der Aufnahme oder in der Foto-App bei der Bearbeitung ausprobieren. Dafür ist ein Kreissymbol mit Punkten zuständig: Fasst man dieses an, erscheint eine digitale Drehscheibe, die Porträtlicht-Modi einstellen lässt. Beim "Natürlichen Licht" werden keine Veränderungen seitens iOS vorgenommen, auf dem Foto werden die vorhandenen Lichtverhältnisse übernommen. Beim Studiolicht versucht iOS die Nase, das Kinn und die Stirn zu erkennen und diese Partien heller auszuleuchten. So erscheint das Gesicht frischer, die hellen Augen kommen besser zum Vorschein. Das "Konturenlicht" ist mit Vorsicht zu genießen, nicht bei jedem Foto verbessert dieser Effekt die Aufnahme. Zu empfehlen ist es bei Menschen mit Sommersprossen, diese kommen dabei so richtig zur Geltung. Ansonsten kann der Effekt Lachfalten oder Wangengrübchen hervorheben. Das "Bühnenlicht" wirkt wie die meisten Rembrandt-Porträts : Nur das Gesicht, Hals und Hände sind sichtbar, der Rest verschwindet in einem tiefen Schwarz. Das "Bühnenlicht Mono" verwandelt noch dazu das farbige Foto in Schwarz-Weiß.

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