2396961

iPhone 2019: Preis, Design, Technik, Kamera

09.07.2019 | 13:15 Uhr | Denise Bergert

Fast sicher ist, dass Apple im kommenden iPhone eine dreifache Kamera einbaut, doch wohin sollen die drei Objektive hin?

Erste Bauteile gesichtet

(Update vom 9. Juli)

Auf der Site Slashleaks sind laut Macworld Bilder aufgetaucht, die angeblich die Logicboards des kommenden iPhone XI zeigen. Von der rechteckigen Platine ist jedoch nur die Vorderseite zu sehen, Chips sind keine aufgebracht. Es ist gewiss denkbar, dass es sich hier um die echten Logicboards handelt, doch lassen diese auch Fragen offen. So hat derzeit nur das iPhone XR ein rechteckiges Logicboard, die von iPhone XS und XS Max sind L-förmig. Somit könnte es sich um die Platine des XR-Nachfolgers handeln oder auch eine Änderung im Design der Schaltkreise der OLED-iPhones anstehen.


Möglicher Verkaufsstart durchgesickert

(Update vom 14. Juni)

Cult of Mac berichtet von einem Leak, der den Verkaufsstart des iPhone XI verraten soll. Even Blass , bekannt für regelmäßige Leaks aus der Tech-Welt, hat eine Grafik veröffentlicht, die augenscheinlich vom Mobilfunkanbieter Verizon stammt und eine Timeline zeigt, welche die Releasedaten verschiedener Smartphone-Modelle zeigt. Darunter auch das iPhone XI, das laut dieser Grafik gegen Ende September in den Handel kommen soll. Wenn man dazu noch das Muster der letzten Jahre miteinbezieht, ist der wahrscheinlichste Release-Termin der 20. September.

Kamera im Dreieck – aus Gründen der Parallaxe

(Update vom 14. Mai)
Drei Kameras an der Rückseite der kommenden iPhones – das scheint gesetzt. Nur noch nicht, wie sie angeordnet sind. Die Platte, hinter der die Objektive und der LED-Blitz angeordnet sind, dürfte quadratisch sein, die drei Kameras darin aber im Dreiceck angeordnet, der Blitz irgendwie dazwischen. Sieht komisch aus, zumindest in einigen Renderings – und mehr als solche hat man von der Kameraanordnung auch noch nicht gesehen. Wie 9to5Mac erklärt , könnte das Dreieck von Objektiven aber durchaus sinnvoll geben. Denn so hätte die Kamera sowohl horizontal auch als vertikal eine Parallaxe, um die Raumtiefe besser vermessen zu können. Zudem ist es ohnehin nur ein kleineres Problem, wie die Objektive angeordnet sind, man wird sie ohnehin nur bei genauem Hinschauen erkennen können, immer abhängig vom Winkel, in dem man auf die Rückseite des iPhones schaut. Eher fällt ist Gewicht, dass auch beim iPhone 2019 die Objektivplatte aus der Rückseite herausragt. Aber das hat technische Gründe: Die Anordnung der Linsen kann eine gewisse Mindestdicke nicht unterschreiten, andere Komponenten hat Apple dagegen über die Jahre hinweg immer flacher bekommen.

Neue Antennentechnik und verbesserte Indoor-Navigation

(Update vom 06. Mai 2019) Laut TF Securities-Analyst Ming-Chi Kuo sei bei den neuen iPhone-Modellen mit "großen Veränderungen" zu rechnen. Grund dafür sei ein Lieferanten- und Technologiewechsel. Demnach verwendet Apple in den 2019er-Modellen modifizierte PI-Antennenstruktur, da die Leistung bei den aktuellen Modellen des iPhone XS, XS MAX und XR wegen ihrer LCP-Antennentechnologie (Liquid Crystal Polymer) eingeschränkt sei.

Kuo vermutet außerdem, dass die Kosten für die Antennentechnologie in den iPhones 2019 aufgrund neuer Ultra-Breitband-Aufrüstungen um 10-20 Prozent über dem Vorjahr liegen werden. Dies wird sich jedoch letztendlich positiv auf die Leistung des iPhone bei der Indoor-Navigation auswirken.

Mehr Power dank neuer Netzteile

(Update vom 30. April 2019)
Den iPhones von 2019 sollen endlich mit einem 18-Watt-USB-C-Ladegerät kommen. Das Gerücht macht zwar schon länger die Runde und noch länger hätte ein solches Zubehör auch seinen Sinn, doch dieses Mal will der japanische Blog Mac Otakara korrekte Informationen aus der Lieferkette erhalten haben. Das Netzteil stimme mit denen des iPad Pro überein, lediglich beim Kabel gebe es Unterschiede: Das iPhone komme mit einem USB-C auf Lightning-Kabel.

Neue Render-Designs aufgetaucht

(Update vom 26. April 2019)
Neue Renderings des iPhone XI von CashCaro und Onleaks sollen auf durchgestochenen CAD-Dateien beruhen. Ob die Quelle wirklich authentische Vorlagen liefert, ist ungewiss, die daraus entstandenen Bilder wirken aber durchaus so, als würden sie echtes Apple-Design zeigen. Auf der Vorderseite würden demnach die Ränder und die Notch schmäler werden als bei den aktuellen Modellen, die Anmutung eines Vollbildschirms wird dadurch immer mehr erreicht. Auffällig ist aber die Rückseite mit den drei Kameras. Diese sind in dreieckiger Anordnung in ein Quadrat einbeschrieben, das kaum hervor steht und nicht durch einen Metallrahmen abgegrenzt ist, sondern vom gleichen Glas abgedeckt wird, aus dem auch die Rückseite besteht. Der Mute-Knopf wird wieder zum vertikalen Schieberegler, das iPhone behält seinen Lightning-Port und wechselt nicht zu USB-C. Sofern den Bildern zu trauen ist.

Sieht plausibel aus, muss aber nicht authentisch sein
Vergrößern Sieht plausibel aus, muss aber nicht authentisch sein
© CashCaro, OnLeaks

Kameramodule von Sony

(Update vom 18. April 2019)
Frische Informationen zu den neuen iPhone-Kameras gibt es vom renommierten Analysten Kuo, wie unter anderem Mac Rumors berichtet. Die Frontkamera bzw. Selfie-Kamera soll bei allen drei iPhone-Modellen ein Update erhalten und eine von 7 Megapixel auf 12 Megapixel erhöhte Auflösung aufweisen. Auch das Objektiv soll verbessert werden, statt einem 4-Elemente-System kommt ein System mit fünf Elementen und es erhöht seine Lichtstärke von f2,2 auf f2 – das sollte die Bildqualität verbessern und ist eine gute Nachricht für Selfie-Fans. Auch zu dem schon öfter genannten Drei-Kamera-System gibt es mehr Informationen: Die beiden Nachfolger des iPhone XS und XS Max mit OLED-Displays sollen eine dritte 12-Megapixel-Kamera des Super-Wide-Typs erhalten - zusätzlich zu einer Weitwinkelkamera mit 12 MP und einer Telekamera mit 12 Megapixeln. Laut Kuo stammt das neue Kameramodul von Sony und beinhaltet einen Sensor mit 12 Megapixel und der Pixelgröße 1.0 μm. Die aktuelle Weitwinkelkamera hat einen Blickwinkel von 75 bis 80 Grad, bei der neuen Ultraweitwinkelkamera soll er bei etwa 120 bis 130 Grad liegen - umgerechnet auf das Kleinbildformat also eine Art 12mm-Objektiv.

Der Nachfolger des iPhone XR soll dagegen neben der neuen Frontkamera ein Dual-Kamerasystem aus Weitwinkel- und Tele-Kamera bekommen – wie aktuell iPhone XS und XS Max.

Sowohl die neue Kamera auf der Vorder- als auch die Ultraweitwinkelkamera auf der Rückseite sollen außerdem schwarz beschichtete Linsen erhalten, um weniger aufzufallen. Auf der Rückseite soll das Modell mit drei Kameras ja etwas mehr Platz beanspruchen. Durch eine schwarze Oberfläche würde dies weniger auffallen.

Größere Bildschirme

(Update vom 08. April 2019)
Laut Mac Otakara sollen zwei neue iPhone-Modelle mit drei Objektiven ausgestattet werden. Überraschend ist aber die Bildschirmgröße, die berichtet wird: Die beiden neuen Topmodelle sollen OLED-Displays mit den Größen 6,1-Zoll und 6,5-Zoll erhalten. Das neue 6,1-Zoll-Modell würde sich dann besser vom aktuellen iPhone XS abgrenzen, das einen 5,8-Zoll-OLED-Bildschirm besitzt. 

Größer als das Kamera-Modul des XR soll die neue Kameraeinheit in jedem Fall werden, eventuell gibt es auch einen größeren Kamera-Sensor für bessere Bildqualität. Die neue Triple-Kamera scheint aber einige Auswirkungen auf die Abmessungen zu haben: Anscheinend werden die Gehäuse der neuen iPhones durch die Kamera minimal dicker (0,5 mm beim 6,1-Zoll, 0,4 mm beim Max), allerdings steht das Kameramodul weniger hervor: Das kleine Modell wird dadurch nur 0,1 mm dicker, das große Modell 0,2 mm.

Die Abmessungen des neuen 6,1-Zoll-iPhone sollen zwischen dem aktuellen iPhone XS und dem iPhone XR liegen, hier profitiert das neue Modell gegenüber dem XR vom kleineren OLED-Display.

Laut dem Blog liegt den Kameras ein USB-C-auf-Lightning-Kabel und ein 18W-USB-C-Adaper bei – das spräche gegen iPhones mit USB-C-Schnittstelle. Möglich ist aber, dass sie das drahtlose Aufladen von Geräten ermöglichen, etwa des Airpod-Gehäuses.

Neuer Prozessor und USB-C anstatt Lightning

(Update vom 12. Februar 2019) Das jüngste Gerücht: Nun will auch Digitimes etwas über Apples Pläne für das iPhone 2019 erfahren haben. Das taiwanische Branchenblatt spekuliert gerne munter und recht oft an den Realitäten vorbei,  diesmal steht aber das Offensichtliche im Vordergrund. Der neue Prozessor des iPhone werde A13 genannt und im 7-Nanometer-Verfahren produziert werden – weitgehend plausibel, Apple wird nicht schon ein Jahr nach dem ersten 7nm-Chip, dem A12, den nächsten Schritt machen können. MacOtakara kommt mit einer weiteren Neuheit um die Ecke, die nichts Neues besagt, aber durchaus plausibel ist: Denn auch die iPhones 2019 würden demnach mit einem reichlich unterdimensionierten 5-Watt-Ladegerät zur Auslieferung gelangen. Apple werde auch bei Lightning bleiben. Angesichts der Tatsache, dass ein 5W-Ladegerät und die bewährte Schnittstelle Apple höhere Profite gewähren dürften, klingt das recht schlüssig. Ob Apple aber tatsächlich weiter an Lightning festhält und nicht wie beim iPad auf USB-C wechselt, ist noch nicht raus. USB-C brächte etliche Vorteile, auch bei der Ladegeschwindigkeit. Die ist für einen 5-Watt-Stecker aber irrelevant.

Drei Kameras für das iPhone 11?

(Update vom 16. Januar 2019)
Drei Kameras für die Rückseiten der iPhones von 2019? Durchaus plausibel, Apple wird wieder eine attraktive Neuerung benötigen, um Neukunden zu locken und Bestandskunden zum Upgrade zu bewegen. Die bisher von Steve Hemmerstoffer in Umlauf gebrachten Renderings (siehe Update vom 9. Januar) zeichneten sich aber durch einen derartigen Mangel an Eleganz aus, dass man kaum glauben könnte, da hätte von Apple jemand die Finger in Spiel gehabt. Aber die Notch und der Buckel des Smart Battery Cases sind ja auch nicht wirklich schön. Ein zweiter Satz von Renderings zeigt aber, dass es auch eine andere Möglichkeit gebe, drei Kameras auf der Rückseite anzuordnen, Compare Raja zeigt auf OnLeaks in seiner Arbeit die Objektive horizontal und eher mittig angeordnet.

Nur eine Fantasie
Vergrößern Nur eine Fantasie
© CompareRaja

Das wirft nun wiederum die Frage auf, warum Apple wieder von der für AR-Anwendungen nützlichen Orientierung von iPhone X, XS und XS Max wieder abrücken sollte – und ohne Not dabei ein etabliertes Design ändern würde – Audi, BMW und Mercedes sind ja seit Jahrzehnten auch an der Form ihrer Heckleuchten erkennbar, wenngleich die Unterschiede ein wenig verwischen. Wie es halt so ist mit frühen Renderings: Mit der tatsächlichen Form haben die eher wenig zu tun.

iPhone 11-Modelle: Aller guten Dinge sind drei

(Update vom 11. Januar 2019)
Wie das Wall Street Journal aus brancheninternen Quellen erfahren haben will, wird Apple auch in diesem Jahr wieder drei iPhone-Modelle veröffentlichen. Die günstigste Variante soll wie das iPhone XR aus dem vergangenen Jahr wieder über einen LCD-Bildschirm verfügen. Die High-End-Version unter den drei Modellen soll zudem ein Dreifach-Kamera-System einführen, um mit den Android-Konkurrenten mitzuhalten.

Bereits in der vergangenen Wochen waren Render-Bilder eines mutmaßlichen neuen iPhone-Modells durchgesickert , die eine Dreifach-Kamera an der Smartphone-Rückseite zeigten. Diese ist zusammen mit dem LED-Blitz in einem quadratisch-abgesetzten Bereich an der Rückseite untergebracht. Welche neue Aufnahmemöglichkeiten diese Dreifach-Kamera bieten soll, ist allerdings noch nicht bekannt.

Das Wall Street Journal berichtet in dieser Woche außerdem, dass sich Apple im nächsten Jahr von LCD-Bildschirmen verabschieden könnte. Der US-Konzern würde dann bei allen neuen iPhone-Modellen auf OLED-Panels setzen. Das würde wiederum auch den Einstiegspreis für das günstigste Modell weiter in die Höhe treiben. Das aktuelle Einsteiger-Modell iPhone XR schlägt mit mindestens 770 Euro zu Buche.

Design: Im Internet kursieren (wahrscheinlich) nur Fake-Bilder

(Update vom 09. Januar 2019) Gerüchte, die im Januar von neuen iPhone-Features zwitschern, holt meist schon vor September die Katze, beziehungsweise die Realität ein. Bilder, die heute kursieren, können keine geleakten sein, sondern sind nur mehr oder minder phantasievolle Renderings. So hat Steve Hemmersdorfer mal wieder mit einer künstlerisch wertvollen (oder auch wertlosen, ganz, wie Sie wollen) Arbeit zugeschlagen und zeigt, wie ein iPhone XI mit drei rückwärtigen Kameras aussehen könnte. Erste Spekulationen über eine weitere Ausweitung des Kamerasystems hatte zuvor Bloomberg verbreitet. Schaden würde eine derartige Neuerung der iPhone-Fotografie nicht, aber vermutlich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Apple, ob und wann man ein drei-Kamera-System einbauen wird. Und ob es wirklich so gewöhnungsbedürftig (oder auch hässlich) aussehen muss, wie in den Renderings angedeutet: Zusammen mit dem Blitzlicht sind die Objektive in einer 2x2-Matrix angeordnet, die reichlich Platz auf der Rückseite einnimmt. Warum nicht gleich vier Linsen im Viereck anordnen und den Blitz in die Mitte setzen? Es gibt einige plausible Features für den oder die Nachfolger von iPhone XS, XS Max und XR, ein verbessertes oder womöglich erweitertes Kamerasystem steht ganz oben, aber noch lange keine Gewissheiten. Und schon gleich gar nicht treffende Abbildungen.


Face-ID auch ohne Notch möglich

Die Notch oder Kerbe im iPhone X und seinen Nachfolgern hat wenigen Leuten wirklich gefallen, sie ist aber eine technische Notwendigkeit, weshalb auch andere Hersteller die Lösung kopierten: Denn in der Notch sind die Infrarotsensoren für die 3D-Gesichtserkennung und generell die Vermessung des Raumes für AR-Anwendungen untergebracht. Doch die technischen Zwänge sind geringer geworden, die Notch könnte daher in den Modellen von 2019 kleiner ausfallen oder gar ganz verschwinden. Das österreichische Unternehmen AMS hat laut der Nachrichtenagentur Reuters gestern einen auf sichtbares Licht und Infrarot basierenden Annäherungssensor vorgestellt, der auch hinter einem Displayglas arbeitet und daher keine Aussparung benötigt. AMS nennt zwar Apple nicht offiziell als Kunden, Marktbeobachter gehen aber davon aus, dass die Österreicher wesentliche Komponenten für die TrueDepth-Kamera liefern und 45 Prozent ihrer Umsätze mit Apple machen - weswegen der Aktienkurs des Unternehmens letzte Woche mal kurz auf Talfahrt ging, als Apple seine Umsatzwarnung herausgab .


Unsere Vermutungen: Ecken statt Rundungen, keine Notch?

Sind wir mal ehrlich, als erstes achten wir beim iPhone auf das Design. Also, bevor wir uns mit Preis, Release und Technik-Spekulationen beschäftigen, die wichtigste Frage zuerst: Wird sich Apple für ein neues Design entscheiden?

Was dafür spricht, ist das neue Design des iPad Pro. Nach langer Zeit hat sich Apple für ein kantigeres Design entschieden, das iPad liegt daher deutlich besser in der Hand. Face-ID und Frontkamera sind komplett im Rahmen eingebaut, was zu einem beinahe Edge-to-Edge Display ohne störende Einkerbung am oberen Bildschirmrand führt.  

Aber wird Apple deswegen auch beim iPhone auf ein neues Design umsteigen? So sehr wir es uns auch wünschen würden, dass Apple im nächsten Jahr etwas komplett Neues präsentiert, so lautet unsere Vermutung: Nein.

Warum? Das Design der neuesten iPhone-Generation besteht gerade seit 2017, mit der Einführung des iPhone X. Hier lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit: Das Design des iPhone 6 wurde bis hin zum iPhone 8 nur minimalen Änderungen unterzogen, was teilweise auch den Verbesserungen der Hardware (Kamera) und Technik (induktives Laden) geschuldet ist. Das Grunddesign blieb aber (abgesehen von Material- und Farbveränderungen) weitgehend gleich – und das über mehr als drei Jahre hinweg. 

Auf der anderen Seite muss Apple mit der nächsten iPhone-Generation einen Kaufgrund liefern – und damit meinen wir keine marginalen Verbesserungen der Kamera oder eine neue Farbe. Mit dem iPhone XS Max hat Apple in diesem Jahr auch seinen Joker ausgespielt, in dem das Unternehmen zwei verschiedene Modellgrößen auf den Markt brachte. 

Nach der Vorstellung des iPad Pro lautet eine Spekulation, dass sich Apple auch bei der nächsten iPhone-Generation von der Notch trennen wird. Dass es technisch möglich ist, hat Apple ja bewiesen. Allerdings gibt es hier auch einige Punkte, die dagegen sprechen. Mit der Einführung der Notch hat Apple ein neues Erkennungsmerkmal geschaffen. Was die weißen Kopfhörer für den iPod waren, ist jetzt die Notch für das iPhone. Am Anfang machte sich die Konkurrenz noch über die Notch lustig, auch im Internet erntete Apple dafür viel negative Kritik. Tatsache ist aber, dass bis heute viele andere Hersteller die Notch kopiert haben: LG, Huawei und dessen Tochterfirma Honor, OnePlus oder etwa Xiaomi. Und so einfach wird Apple nach gerade mal zwei Jahren sein jüngstes Markenzeichen wohl nicht so einfach der Konkurrenz überlassen. 

Spekulationen hin oder her – ein paar Monate werden wir uns wohl noch gedulden müssen, dann wird man ohnehin wissen, wie das neue iPhone wahrscheinlich aussehen wird. Sobald die entsprechende Frist abgelaufen ist und die Öffentlichkeit Einsicht auf Apples neueste Patentrechte hat, ist es um die Geheimniskrämerei eh vorbei.

Wie wird es heißen?

Ebenfalls eine spannende Frage: Auf welchen Namen wird das neue Modell getauft? Lange wird Apple die Nummern-Schiene nicht mehr fahren können. iPhone 11, iPhone 12, iPhone 13 – das alles sieht geschrieben zwar ganz nett aus, jetzt versuchen Sie mal aber diesen Zungenbrecher auch laut auszusprechen: “iPhone Twelve” oder “iPhone Thirteen” klingt nicht mehr wirklich toll, wohingegen “iPhone Eleven” noch recht schön auszusprechen ist. Stellen Sie sich mal vor, wie Apples Chef-Designer, Jony Ive, mit seinem britischen Akzent “iPhone Eleven” ausspricht - das hat schon was. Irgendwann wird es aber halt auch lachhaft, oder würden Sie in ein paar Jahren das iPhone 15 kaufen? Naja, wahrscheinlich schon, auch wenn es einen bescheuerten Namen trägt.

Der Name ist aber ein wichtiger Bestandteil des Produkts und das weiß natürlich auch Apple. Mit dem iPhone X hat Apple ja bereits bewiesen, dass Buchstaben eine nette Alternative sein können. Ebenfalls gut vorstellbar ist, dass das iPhone X als Grundstein einer neuen Generation dient, sprich: Alle nachfolgenden Generationen bauen für die nächsten Jahre erst einmal auf dem iPhone X auf. Erwartet uns vielleicht nach dem iPhone X, XS und XS Max ein X1 (gesprochen: X One)? Und als Nachfolger dann das X2?

Ganz andere Alternativen wären natürlich ein “iPhone Pro” oder ein “iPhone Air”, sofern sich die Marketing-Verantwortlichen dazu entschließen sollten, sich von anderen Apple-Produktreihen inspirieren zu lassen. Möglicherweise geht Apple bald dazu über (vielleicht nicht gleich im nächsten Jahr, aber in der nahen Zukunft), dem iPhone spezifische Namen zu geben, wie es bei den macOS-Versionen bereits seit langer Zeit der Fall ist. Apple hatte schon immer eine Vorliebe für Planeten, wie man anhand der Hintergründe der letzten iOS-Versionen erkennen kann. Ein iPhone Jupiter klingt zumindest besser als “iPhone 15”. Wobei... Nein, das klingt beides nicht nach Apple.

Denkbar wäre aber auch, dass Apple im nächsten Jahr sämtliche eindeutige Erkennungsmerkmale einfach weg lässt und uns einfach das brandneue “iPhone” vorstellt. Hat ja auch schon beim diesjährigen “iPad” geklappt. Einmal iPad. Ohne alles.

Wie bereits erwähnt: iPhone 11 klingt gar nicht schlecht und sieht zudem ausgeschrieben auch noch ganz gut aus. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen. Trotzdem wird sich Apple sicherlich bereits jetzt schon den Kopf darüber zerbrechen, wie es in Zukunft weiter gehen soll. Einer Sache können wir uns aber sicher sein: Dass in Cupertino genug schlaue Köpfe sitzen, die sich einen geeigneten Produktnamen ausdenken werden.

Release am Freitag, dem 13.?

Werfen wir einen Blick auf die Vorjahre: In den letzten sechs Jahren brachte Apple die neuen iPhone-Modelle stets im September auf den Markt, genauer gesagt zwischen dem 16. und 25. September. Einzige Ausnahme bilden das iPhone X (welches zwar zeitgleich zum iPhone 8 und 8 Plus vorgestellt wurde, jedoch erst am 3. November erschien) sowie das iPhone XR (dieses stand erst ab dem 26. Oktober 2018 zum Verkauf). Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft ist der Release-Zeitpunkt für Apple natürlich äußerst günstig - was die Verkaufszahlen aus den letzten Jahren belegen. 

Wann können wir also mit dem neuen iPhone-Modell rechnen? Mit Ausnahme vom iPhone X und XR startete der Verkauf von 2012 bis 2018 stets an einem Freitag in der dritten September Woche. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass Apple mit dieser Tradition brechen wird, somit kommen im nächsten Jahr höchstens der 13. (falls Apple etwas früher als gewohnt am Start sein sollte) oder der 20. September in Frage. Ob aber Apple den Release eines neuen iPhone auf einen Freitag, den 13., legt? Wohl eher nicht. Wenn Apple nicht alles Gewohnte über einen Haufen wirft, können wir wohl am 20. September 2019 das neue iPhone in den Händen halten.

Knackt Apple die 2.000 Euro-Grenze?  

Das erste iPhone wurde am 29. Juni 2007 für einen Preis von 499 US-Dollar (4 GB Speicher) und 599  US-Dollar (8 GB Speicher) verkauft, ein paar Wochen später im September reduzierte Apple bereits den Preis des 8 GB-großen Modells um 100 US-Dollar. Die 4 GB-Variante wurde kurzerhand gar nicht mehr angeboten.  

Seitdem hat sich vieles verändert: Über die damalige Technik und Verkaufspreise kann man heute nur lachen. 500 US-Dollar für ein iPhone? Nicht auszudenken, wie hoch die Verkaufszahlen wären, würde Apple seine Top-Modelle für so “wenig” Geld anbieten. 

Mit dem iPhone XS Max hat Apple die Messlatte in diesem Jahr wieder einmal erhöht - und das, obwohl erst vor einem Jahr sich besonders die Presse über das überteuerte iPhone X echauffierte. Das ist Apple aber egal, die Kunden zahlen nämlich auch einen Preis von schlappen 1.649 Euro für die Top-Ausstattung beim iPhone XS Max. 

Und im nächsten Jahr? Wird Apple die 2.000 Euro-Grenze sprengen? Ganz unwahrscheinlich ist es nicht. Schaut man auf das neue iPad Pro, verlangt Apple für das 12,9 Zoll-Modell mit 1 TB Speicher 1.929 Euro – da ist noch kein Smart Cover, kein Case, kein Apple Pencil oder Apple Care mit enthalten. Rechnet man das noch mit drauf, landet man schnell bei mehr als 2.000 Euro. iPad und iPhone miteinander zu vergleichen ist nicht ganz fair, trotz ihres gemeinsamen OS unterscheiden sich die neusten Smartphone- und Tablet-Modelle doch in recht vielen Punkten: Funktionalität, Design, Technik.  

Die Preisentwicklung zeigt aber, dass es für Apple offenbar keine allzu harten Preisgrenzen im oberen Bereich zu geben scheint. Würde Apple ein iPhone für 2.000 Euro anbieten, wird es Kunden geben, die auch ein iPhone in dieser Preiskategorie kaufen werden – nicht die Mehrheit, aber einige. 

Wenn Apple sich nicht dazu entscheiden sollte, im nächsten Jahr auf eine neue Generation zu verzichten und stattdessen eine SE-Version auf den Markt zu bringen, sollte man mit einem Startpreis von rund 1.300 Euro rechnen. Das derzeitige iPhone XS mit der geringsten Speicherkapazität von 64 GB liegt aktuell bei 1.249 Euro. 

Ob der steigende Preis gerechtfertigt ist, hängt ganz von der Technik ab. Können wir mit großen Änderungen rechnen? 

Hardware und Technik 

Das Kernstück eines jeden Smartphones ist die verbaute Technik. Nur mit einer leistungsstarken und effizienten Hardware ist es möglich, eine flüssige und angenehme User-Erfahrung zu bieten. Apple ist seit jeher stolz darauf, Hard- und Software im selben Haus zu entwickeln und so aufeinander abstimmen zu können. Die Prozessorchips der A-Reihe, die in iPhones und iPads verbaut sind, erreichen fast jedes Jahr die Topwerte unter den mobilen CPUs.  

Mit dem A12 Bionic Chip hat Apple wieder neue Maßstäbe gesetzt.
Vergrößern Mit dem A12 Bionic Chip hat Apple wieder neue Maßstäbe gesetzt.
© Apple

Mit dem A12 Bionic Chip hat Apple in diesem Jahr einen riesigen Schritt gemacht und die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Unter den Smartphones ist das iPhone XS bzw. XR mit Abstand das performanteste. Und die größere Version des Prozessors, der im iPad Pro verbaute A12X, ist sogar leistungsstärker als die meisten Laptops. Daher stellt sich die Frage: Kann Apple das im nächsten Jahr nochmal erheblich steigern? 

Fertigungsverfahren bleibt wahrscheinlich gleich

Der A12 war der erste Chip von Apple, der im 7-nm-Verfahren gefertigt wurde. Der Vorgänger A11 wurde noch im 10-nm-Verfahren hergestellt. Die in Nanometer angegebene Strukturgröße ist ein Maßstab aus der Halbleitertechnik. Im 7-nm-Verfahren können auf dem gleichen Raum mehr Recheneinheiten verbaut werden als im 10-nm-Verfahren. Damit steigt nicht nur die Leistung bei einem Chip der gleichen Größe, sondern meist auch die Energieeffizienz. Da der verfügbare Platz in einem Smartphone begrenzt ist, gehört die Strukturgröße zu den wichtigsten Faktoren für die Leistungsfähigkeit des Geräts.

Aktuell gehen wir aber nicht davon aus, dass Apple schon 2019 auf das 5-nm-Verfahren umstellen wird. Es wird zunehmend schwieriger, die Strukturgröße zu verkleinern, am 7-nm-Verfahren forschte Apple viele Jahre, bis es marktreif war. Auch die Konkurrenz hat bisher wenig dagegen zu setzen. Es gibt zurzeit nur einen weiteren Chip, der im gleichen Verfahren gefertigt wurde, und selbst dieser kann von der Leistung nicht mit dem A12 mithalten. Die Rede ist vom Kirin 980 von Huawei.

Da das Fertigungsverfahren höchstwahrscheinlich gleich bleibt, wird auch der Leistungssprung nicht so groß sein wie zwischen dem A11 und dem A12. Dennoch: Apple hat es bisher mit jedem neuen iPhone geschafft, die Leistung auf die eine oder andere Art zu steigern, und das wird wohl auch im nächsten Jahr der Fall sein.

Kommt die Triple-Kamera?

Viele Android-Handys setzen inzwischen auf drei Kameras auf der Geräterückseite. Das Samsung Galaxy A9 sogar auf vier. Das iPhone ist bisher der Dual-Kamera treu geblieben und schafft es dank hervorragender Software auch so, mit den besten Smartphone-Kameras mitzuhalten. 

Ob das nächste iPhone um eine weitere Kamera ergänzt werden wird, ist umstritten. Das Hauptargument für eine weitere Hauptkamera wäre die verstärkte Einbindung von AR-Elementen. AR ist ein Thema, mit dem Apple sich schon länger beschäftigt, auf der letzten Keynote wurde eine AR-Anwendung zur Demonstration der Fähigkeiten des iPhone XS/XR präsentiert. 

Mithilfe einer dritten Hauptkamera könnten noch bessere 3D-Bilder der Umgebung gemacht und für diese Anwendungen genutzt werden. Der Trend geht eindeutig in diese Richtung, deshalb ist die Frage nicht, ob eine dritte Kamera kommt, sondern wann. Während einige Experten sich bereits ziemlich sicher sind, dass es nächstes Jahr soweit sein wird, gehen andere davon aus, dass frühestens 2020 die Umstellung erfolgt. Dann soll auch die AR-Brille präsentiert werden, an der Apple wohl schon seit geraumer Zeit hinter den Kulissen arbeitet.

Neue Schnelllade-Technologie dank Umstieg auf USB-C

Als so gut wie gesichert gilt der Umstieg von Lightning auf USB-C. Ein erster Indikator dafür ist das iPad Pro aus diesem Jahr, das bereits auf den neuen Stecker setzt. USB-C hat einfach zu viele Vorteile gegenüber Lightning, als dass Apple sich weiterhin erlauben könnte, auf den Umstieg zu verzichten. Neben einer besseren Übertragungsrate für Daten ermöglicht der Stecker auch mehr Kompatibilität mit anderen Geräten und macht ein schnelleres Laden des iPhone möglich. USB-C hat aber auch Nachteile, wenn auch nicht viele. Der bedeutendste dürfte die Größe des Steckers sein. Der USB-C Stecker ist etwas größer als der von Lightning. Apple legt bekanntlich viel Wert auf Design, die iPhones werden von Jahr zu Jahr dünner. Bei einem Wechsel müsste Apple den Aufbau der Hardware im Gerät überdenken, um den Trend zum dünneren iPhone trotzdem weiterführen zu können. Denkbar ist aber auch, dass Apple keinen Zwischenschritt einlegt und in zwei bis drei Jahren komplett auf drahtloses Laden setzt und somit direkt von Lightning auf Qi umsteigt.

Support für Apple Pencil 

Der neue Apple Pencil kostet 135,00 Euro.
Vergrößern Der neue Apple Pencil kostet 135,00 Euro.
© Apple

Bisher wird der Apple Pencil nur auf dem iPad unterstützt. Das könnte sich mit dem nächsten iPhone durchaus ändern. Technisch ist es nicht sonderlich schwer umzusetzen und der Pencil würde damit eine wesentlich größere Zielgruppe ansprechen. Es stellt sich nur die Frage ob der Apple Pencil für Nutzer eines iPhones überhaupt einen Mehrwert bringt. Dem ist wohl nur so, wenn das iPhone entsprechend groß ist, wie zum Beispiel die Max-Variante des XS. Das Smartphone ist nur schwer mit einer Hand zu bedienen und ein Pencil könnte durchaus von Nutzen sein. 

5G kommt erst 2020

Das 5G-Netz in Deutschland ist ein heiß diskutiertes Thema. Den einen geht der Ausbau zu langsam voran, andere (Politiker) sehen nicht die Notwendigkeit, auch in ländlichen Gebieten auf das neue, schnellere Mobilfunknetz umzustellen. 

Dabei geht es bei 5G um mehr als nur Handyempfang. Es ist auch die Basis für die Technik der Zukunft. Da wäre das Internet der Dinge, aber auch autonomes Fahren, um nur zwei Beispiele zu nennen. Für Smartphones heißt 5G konkret bessere Datenraten, weniger Energieverbrauch für Verbindungen zum Netz und mehr verfügbare Frequenzen. 

Viele Hersteller haben schon angekündigt, im nächsten Jahr die ersten Smartphones mit 5G-Modems auf den Markt zu bringen. Für das neue iPhone gehen wir aber nicht davon aus, dass die neue Technik schon verbaut sein wird. Beim Thema Funknetze zeigte sich Apple bisher eher konservativ. Der Konzern wartet gerne, bis die Technologie verbreitet und auch technisch ausgereift ist, bevor sie den Weg ins iPhone findet. LTE wurde erst 2012 mit dem iPhone 5 unterstützt, obwohl die ersten US-Amerikanischen Provider das Netz bereits 2009 anboten. Wir rechnen frühestens 2020 mit 5G-fähigen iPhones.

Fazit

Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich nur um Spekulationen, mit Sicherheit kann derzeit noch niemand sagen, wie das neue iPhone aussehen wird und mit welchen Specs es auf den Markt kommt. Aber wie bereits erwähnt: Es dauert nicht mehr lange, bis wir Näheres wissen. Patente und Insider-Leaks haben auch schon in diesem Jahr dazu geführt, dass wir lange vor der Keynote die Eigenschaften des iPhone XS und XS Max recht gut kannten – und das wird sich auch nicht im nächsten Jahr ändern.

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2396961