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Presseschau iPad Pro 10.5: Tolle Leistung, aber auch Kritik

16.06.2017 | 09:10 Uhr | Stephan Wiesend

Die ersten Testberichte zum iPad Pro 10,5 sind erschienen, vor allem die hohe Leistung wird gelobt.

Die ersten Testberichte zum neuen iPad Pro 10,5 sind in den USA bereits erschienen, dabei gibt es bereits einige interessante Übereinstimmungen bei den Ergebnissen.

Leistung

Bei der Leistung kann das GerĂ€t mit neuem A10X-Chip alle Tester ĂŒberzeugen. So stellt der "Canadian Reviewer" fest, dass das Rendern eines 1080p HD-Videos sogar schneller als auf einem 12-Zoll-Macbook erfolgt. Das liegt nach unserer EinschĂ€tzung wohl an spezialisierter Hardware des iPad, aber der Unterschied ist trotzdem beeindrucken: Das iPad Pro benötigte 40 Sekunden, das Macbook mit m3-CPU dagegen 90 Sekunden. Auch das Bearbeiten von 4K-Video war sehr flĂŒssig möglich.

Das gilt nicht nur fĂŒr Apple-Software. Bei einem Vergleichstest mit Adobe Premiere Clip auf dem iPad und Adobe Premiere auf einem 15-Zoll-Macbook Pro dauern Rendern und Export eines bearbeiteten Videos ebenfalls auf dem Mac lĂ€nger: 22 Sekunden auf dem iPad, 2,5 Minuten auf dem Macbook.

"Buzzfeed" bestĂ€tigt eine ausgezeichnete Performance in der Praxis, sogar bei der Nutzung von mehreren Apps zugleich, etwa Slack und Google Docs nebeneinander. Auch die Leistung bei Spielen wie "Samorost 3" kann ĂŒberzeugen.

Als Benchmark-Programm hat sich bei den meisten iPad-Tests die App "Geekbench" durchgesetzt, wenn auch die Ergebnisse bei jedem Durchlauf um einige Prozent abweichen können. Hier kann das neue Tablet ebenfalls ĂŒberzeugen. Beim Test von "Buzzfeed" schafft es im Single-Core Test 3933 Punkte, im Multicore-Test 9292 Punkte, das stimmt mit den anderen Testergebnissen in etwa ĂŒberein. Damit liegt es sogar vor Microsoft Surface Book und Macbook Pro. Das alte 9,7-Zoll-iPad Pro kann mit 2955 und 4847 Punkten dagegen nicht mehr mithalten. Schneller ist ebenso die Grafik, beim Bench 3DMark Ice Store Unlimited schafft das neue iPad mit 52353 Punkten ein deutlich besseres Ergebnis als das iPad Pro 9,7 mit 32 494 Punken – nebenbei deutlich besser als das Samsung Galaxy Tab S, das nur 20891 Punkten erzielt.

Akku

In den meisten dieser ersten Tests wurde auf lĂ€ngere Akku-Tests verzichtet, alle Tester bestĂ€tigen aber Apples Angaben. Etwa neun oder zehn Stunden sollte der Akku halten – bei ĂŒblicher Nutzung. Er ist etwas grĂ¶ĂŸer als beim Vormodell, was sich in den Testergebnissen positiv auswirkt. Nach Messungen von " Laptopmag " hĂ€lt der Akku mit 13:55 Stunden sogar etwa drei Stunden lĂ€nger als das Vormodell. Im Test von "Ars Technica" ĂŒberzeugt die Akku-Leistung ebenfalls und steigt gegenĂŒber dem Vormodell von 657 Minuten auf 772 Minuten. Das gĂŒnstige iPad der fĂŒnften Generation liegt mit 710 Minuten ĂŒbrigens zwischen den beiden Pro-Modellen. 9:40 Stunden schafft das iPad Pro bei "Engadget" , 19 Minuten lĂ€nger als das Vormodell. Allerdings kritisiert die Seite, dass Galaxy Tab S3 und Lenovo Yoga Book noch lĂ€nger laufen wĂŒrden (11:50 bzw 11:09 Stunden)

Bildschirm

Begeistern kann das neue Display. Es ist um 20 Prozent heller und spiegelt etwas weniger als die Vorversion. Bei mehreren Messungen erreicht es 477 Nit, das Vormodell etwas 433 Nits. HDR-Video wird unterstĂŒtzt, allerdings weist "iMore" darauf hin, dass es hier eigentlich noch kaum Inhalte gibt. Wichtigste Neuerung ist wohl ProMotion, die UnterstĂŒtzung einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Diese passt sich automatisch an, da dieser 120Hz-Modus viel Energie verbraucht. Die Bildwiederholrate lĂ€uft adaptiv. So lĂ€uft der Bildschirm bei einem Video mit 24fps mit 24Hz, was laut "iMore" zu einer besonders guten Videodarstellung fĂŒhrt. Laut Messungen soll aber auch die Farbgenauigkeit etwas besser sein. "Cnet" findet den 120 Mhz-Modus dagegen eigentlich unnötig.

Apple Pencil

Dank verringerter Latenz soll auch der Pencil noch besser funktionieren, das können aber nicht alle Nutzer bestĂ€tigen. Der Tester von "Buzzfeed" kann aber auch beim schnellen Wechsel vom Vormodell auf das neue iPad kaum einen Unterschied merken. Anders die Tester von " iMore ", die ein Beispielvideo veröffentlicht haben, das den Unterschied recht deutlich zeigt. So ist die Grafikerin Serena Caldwell von "iMore" den Verbesserungen begeistert, ebenso die Kollegen von "Tech Crunch " und " Wired" . Der Tester von "Mashable" hĂ€lt außerdem die neue BildschirmgrĂ¶ĂŸe beim Zeichnen fĂŒr einen guten Kompromiss an GrĂ¶ĂŸe und Gewicht.

Kamera

Das neue iPad hat die lichtstĂ€rkere Kamera des iPhone 7 erhalten, inklusive Bildstabilisierung. Die Fotos sollen klarer und natĂŒrlicher als beim Vormodell wirken, vor allem der Bildstabilisator sorge fĂŒr bessere BildqualitĂ€t. Hier profitiert das iPad offenbar vom neuen Spezialprozessor des A10X, der Aufgaben wie Autofokus, Tonemapping und Weißbalance ĂŒbernimmt. Einer der Tester bemĂ€ngelt allerdings die TonqualitĂ€t bei Videoaufnahmen, hier gĂ€be es anscheinend Probleme mit den empfindlichen Mikros.

Upgrade vom Vormodell

Die meisten Tester bezweifeln allerdings, dass ein Wechsel von der Vorversion nötig ist, fĂŒr die meisten wĂŒrden wohl auch 32 und 64 GB Speicher ausreichen. Außer man benötigt die neuen Speicher-Ausstattungen von 256 oder 512 GB.

Kritik

Vor allem das Fehlen von iOS 11 als Testsystem wird allerdings bemĂ€ngelt, wird das neue System doch sehr viele Neuerungen bringen. "Ars Technica " und "Cnet" bemĂ€ngeln außerdem, dass trotz 10,5-Zoll-Display noch immer nicht zwei Apps gleichzeitig genutzt werden können, im Unterschied zum 12,9-Zoll-Modell. Wenig begeistert sind mehrere Tester von der schicken neuen SchutzhĂŒlle, auch die Tastatur ist anscheinend nicht jedermanns Geschmack. Vor allem die Logitech-Tastatur wird oft als gute Alternative genannt. Einer der Tester vermisst außerdem schmerzlich eine RosĂ©-Version, ist damit aber nach unserer Meinung ziemlich allein. (Update: Vermutlich meint der Tester damit das iPad Pro 12,9-Zoll, das 10,5-Zoll-Modell ist in allen vier Farben verfĂŒgbar). Von mehreren Testern kommt die Frage, warum Apple nicht einfach eine Tastatur mit Trackpad anbietet. Insgesamt macht das iPad Pro auf die Tester einen guten Eindruck, es ist eine echte Verbesserung des 9,7-Pro-Modells. Auf einen Laptop wollen viele Tester aber anscheinend trotzdem nicht verzichten. StĂ€rkste Kritik erhĂ€lt Apple von "Engadget" , hier findet der Tester, dass es fĂŒr ein Tablet wie das iPad Pro einfach zu wenig Nutzungsanwendungen gĂ€be. FĂŒr das Couchsurfen wĂ€re es beispielsweise einfach „overkill“. Auch "The Verge" nutzt das Wort "Overkill" im Titel. Der Test kommt zu dem Schluss, das iPad Pro sei ein eindrucksvolles GerĂ€t, das die meisten Leute aber „noch nicht“ kaufen sollten. Sie sollten lieber erst warten, bis ein iPad wirklich als HauptgerĂ€t einsetzbar wĂ€re.

(Update: Vermutlich meint der Verfasser damit das iPad Pro 12,9-Zoll, das 10,5-Zoll-Modell ist in allen vier Farben verfĂŒgbar).

(Update: Vermutlich meint der Verfasser damit das iPad Pro 12,9-Zoll, das 10,5-Zoll-Modell ist in allen vier Farben verfĂŒgbar).

Auch unsere US-Kollegen der Macworld sind skeptisch: Sie kommen zum Schluss, dass man im tĂ€glichen Gebrauch kaum einen Unterschied zum iPad Pro 9,7 Zoll bemerke, trotz der neuen Technologie ProMotion, die den Inhalt des Bildschirms bis zu 120mal in der Sekunde erneuert und sich dabei an den jeweiligen Einsatzzweck anpasst - bei eher statischen TĂ€tigkeiten reduziert das System die Refresh-Rate und schont damit den Akku. Bei zusĂ€tzlich fĂŒr 159 US-Dollar erhĂ€ltlichen TastaturhĂŒlle sei es ein wenig enttĂ€uschend, dass diese keine Halterung fĂŒr den Apple Pencil mitliefere. Mit iOS 11 werde der Eingabestift weitere Verbesserungen erhalten, es sei also vor allem die Software, die den Unterschied mache und das iPad Pro zu einem möglichen Notebookersatz reifen lasse.

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