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Privatfreigabe vs. Familienfreigabe in iTunes: Das sind die Unterschiede

15.04.2017 | 08:22 Uhr |

Will man Musik und Apps teilen, wird es beliebig schwierig. Wir klären die Unterschiede zwischen der Privat- und Familienfreigabe in iTunes.

iTunes ist und bleibt das Tool der Wahl auf Mac und PC, um Daten mit dem iPhone/iPad zu synchronisieren   und vor allem zur Verwaltung von Musik und Filmen. Es gibt zwar Alternativen , jedoch werden die meisten Anwender weiter auf iTunes setzen, da auch die Programm der anderen alles andere als perfekt, und in den meisten Fällen auch noch schwerer zu bedienen sind. Mit diesen Tipps haben Sie mehr von iTunes.

Apple ID für Kinder in iTunes einrichten

Wollen Sie die Käufe Ihrer Kinder in iTunes besser steuern, können Sie die eine oder andere Optimierung vornehmen, um sicherzustellen, dass die Kinder zu viel oder die falschen Inhalte kaufen. Damit der Nachwuchs nicht mit ungeeigneten Medien konfrontiert wird, gibt es einige Möglichkeiten für Eltern, den Zugriff und die Einkaufs- oder Download-Möglichkeiten zu konfigurieren.

Für den Kinderschutz kann es sinnvoll sein, für Kinder eine eigene Apple-ID anzulegen.
Vergrößern Für den Kinderschutz kann es sinnvoll sein, für Kinder eine eigene Apple-ID anzulegen.

Das Passwort zum iTunes-Konto sollte man zunächst besser für sich behalten. Dass man kein triviales Passwort wählt, versteht sich von selbst. Werden die Kinder älter, kann man Ihnen dann eine eigene Apple-ID einrichten, zum Beispiel mit einem Gutschein als Startguthaben. Das Prepaid-Prinzip verhindert böse Überraschungen. Sind die Kinder mit dem Store und dem Einkaufsprinzip vertraut, lässt sich als Steigerung automatisch ein regelmäßiger Betrag vom elterlichen Account auf das iTunes-Konto des Nachwuchses buchen. Damit wächst der finanzielle Spielraum.

So funktioniert Freigabe in iTunes 10

Solange man mit den Kindern zusammen am Rechner sitzt, kommt man auch mit einem gemeinsamen Konto für alle aus. Früher oder später wird man aber die Benutzer-Accounts des Systems und auch die Mediatheken von Eltern und Kindern trennen. Sollen Inhalte gemeinsam genutzt werden, kann man das immer noch über Freigaben regeln. Die Grundlage dafür ist eine eigene Apple-ID für die Kinder. Wann Sie ihnen das Passwort für Einkäufe mitteilen, steht auf einem anderen Blatt.

Ein iTunes-Konto ohne hinterlegte Kreditkarte ist nur über den App Store möglich. Optional kann man nach dem Anlegen die Kreditkartendaten wieder löschen.

Es empfiehlt sich, zunächst ein iTunes-Konto ohne direkte Bankverbindung wie eine Kreditkarte einzurichten. Der einfachste Weg hierfür ist, in iTunes den Store zu öffnen und in dessen Navigation auf „App Store“ zu klicken. Wird in der Navigationsleiste eine Apple-ID angezeigt, klicken Sie darauf, um sich abzumelden. Danach wählen Sie eine kostenlose App zum Download aus. Fordert der Store dann zur Eingabe der Zugangsdaten auf, wählen Sie „Neue Apple-ID erstellen“. Folgen Sie den Anweisungen, und geben Sie die persönlichen Daten ein.

Damit sich mit dem neuen Konto nicht nur kostenlose Apps und E-Books laden lassen, muss man es mit einem Prepaid-Guthaben aufladen. Die iTunes-Karten gibt es nicht nur im Fachhandel, sondern mittlerweile auch in den meisten Supermärkten und vielen anderen Geschäften. Man kann auch direkt aus iTunes Geschenkgutscheine drucken oder per E-Mail verschicken. Hierfür finden Sie auf der Startseite in „Alles auf einen Klick“ den Eintrag „iTunes-Geschenk senden“.

Mit Gutscheinkarten behalten Sie den Überblick über die Käufe der Kinder.
Vergrößern Mit Gutscheinkarten behalten Sie den Überblick über die Käufe der Kinder.

iTunes-Karten und Gutscheine enthalten eine Nummer, die den eigentlichen Wert repräsentiert. Zum Eingeben der Nummer meldet sich der Empfänger mit seinem Account im Store an und klickt in „Alles auf einen Klick“ auf „Einlösen“. Das verfügbare Guthaben wird in der Navigationsleiste angezeigt. Man kann über die iTunes-Geschenke auch eine Art Dauerauftrag einrichten (klicken Sie auf „Weitere Informationen …“). Dabei wird einer Apple-ID jeden Monat ein fester Betrag gutgeschrieben.

Neue Tipps für iTunes in macOS Sierra

'Gefällt mir nicht' für Songs verwenden

Songs und Alben lassen sich in iTunes flott zu Favoriten erklären. Ab macOS Sierra ist auch die gegenteilige Wertung möglich. Sie haben in der aktuellen Fassung des Mac-Betriebssystems die Möglichkeit, einzelne Tracks mit "Gefällt mir nicht" zu kennzeichnen, analog der Kennzeichnung als Favoriten. Die Option dazu finden Sie über das Kontextmenü. Durch den weiteren Parameter werden die Algorithmen zur Empfehlung von Musik präziser, auch lassen sich so Tracks mit Störungen, die vom Import herrühren könnten, einfach markieren.

Playlist-Änderungen überall verfügbar durch iTunes-Aktualisierung

Ändert man in iTunes eine Abspielliste auf einem Mac oder Mobilgerät, werden die Änderungen auch auf allen anderen Rechnern angezeigt. In alten iTunes-Versionen vor 12.4 war diese Synchronisierung noch fehlerhaft. Durch die Aktualisierungsfunktion des App-Stores können Sie dieses Problem beheben. Ab iTunes 12.6 lassen sich außerdem ausgeliehene Titel, auch Filme, auf allen Geräten anzeigen, die mit dem Apple-Konto verknüpft sind. Voraussetzung sind iOS 10.3 und neuer sowie das Apple TV der zweiten Generation und neuer.

Mini-Player im Vordergrund halten

Aktivieren Sie die Option „Mini-Player immer im Vordergrund halten“, können Sie während der Arbeit mit dem Mac die Musiksteuerung jederzeit erreichen. Die Option befinden sich bei iTunes/Einstellungen/Erweitert.

Kindersicherung aktivieren

Als weitere Maßnahme zum Schutz von Kindern unterstützt der iTunes Store Zugriffsbeschränkungen nach Altersvorgaben. Hierzu öffnen Sie in iTunes die Einstellungen und dort den Bereich „Einschränkungen“. Hier können Sie den Zugriff auf Podcasts, Radio, den iTunes Store und Freigaben komplett sperren. Darunter folgen Beschränkungen nach Alter. Zum Schluss sollten Sie auf das Schloss klicken. Dann wird ein Administrator-Passwort benötigt, um die Alterseinstellungen zu ändern.

 

In den Einstellungen von iTunes aktivieren Sie die Kindersicherung
Vergrößern In den Einstellungen von iTunes aktivieren Sie die Kindersicherung

Haben Sie über die Kindersicherung Inhalte gesperrt, werden deren Beschreibungen und Cover­bilder zwar noch im iTunes Store angezeigt, aber die Knöpfe zum Kaufen beziehungsweise Leihen sind nicht mehr aktiv. Außerdem lassen sich weder die übliche Vorschau starten noch Trailer­-Videos für Filme und TV-Sendungen aufrufen. Nutzen die Kinder iOS-Geräte, sollten Sie auch dort die Kindersicherung aktivieren. Diese finden Sie unter „Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen“.

Privatfreigabe vs. Familienfreigabe in iTunes

Die Privatfreigabe geht nicht ganz so weit wie die Familienfreigabe und ist dadurch eventuell die bessere Wahl. Die Familienfreigabe macht Einkäufe in den iOS-Stores und deren gemeinsame Nutzung ausgesprochen einfach. Paradoxerweise gehört eine ihrer Stärken auch gleichzeitig zu den wichtigsten Argumenten gegen die Nutzung: die Bezahlung aller Einkäufe über ein gemeinsames Konto. Auch wenn man sich gut kennt und gekaufte Musik, Apps und andere Medien gemeinsam nutzen will, ist das Teilen eines Bankkontos nicht unbedingt erwünscht. In solchen Fällen bietet sich die Privatfreigabe als Alternative an.

Sowohl Privat- als auch Familienfreigabe erlauben die gemeinsame Nutzung von Einkäufen. Die Familienfreigabe ist eine Art Einkaufsgemeinschaft. Jedes Mitglied kann zwar selbst entscheiden, ob es seine Einkäufe für andere freigibt, aber der Grundgedanke ist, dass ein Pool entsteht, in dem jeder auf alle Einkäufe zugreifen und diese dann wie seine eigenen nutzen kann. Lässt man sich als Mitglied einer Familienfreigabe in einem der Stores die Einkäufe anzeigen, wird dort ein zusätzliches Menü mit allen Mitgliedern angezeigt, über das man zwischen den eigenen Käufen und denen eines anderen wählen kann. Das iPhone muss nicht extra für die fremden Konten aktiviert werden. Man kann die Einkäufe sehen und laden. Darüber installierte Apps lassen sich später wie die eigenen aktualisieren. Die Mitgliedschaft in der Familienfreigabe ist nicht an ein bestimmtes Gerät, sondern an die verwendete iCloud-ID gebunden. Eine Familienfreigabe kann maximal sechs Mitglieder haben.

 

iTunes bietet verschiedene Möglichkeiten zur Freigabe.
Vergrößern iTunes bietet verschiedene Möglichkeiten zur Freigabe.

Entscheiden Sie sich gegen die Familienfreigabe, haben sie aber bereits eingerichtet oder sind Mitglied in einer, so gibt es beim Auflösen ein paar Dinge zu beachten. Als radikalsten Schritt kann nur der Organisator der Familienfreigabe deren Ende beschließen. Dazu öffnet er auf dem iPhone die iCloud-Einstellungen, tippt auf „Familie“ und anschließend auf seinen Namen. Hier findet er unten die Taste „Familienfreigabe stoppen“. Damit entfällt für alle Mitglieder sofort die gegenseitige Nutzung von Einkäufen und die Zahlung mit der Familienkreditkarte. Um die Mitgliedschaft für ein einzelnes Mitglied zu beenden, gibt es zwei Wege. Einerseits kann der Verwalter in den Familieneinstellungen die entsprechende Person auswählen und dann auf „Entfernen“ tippen.

Will ein Mitglied selbst seinen Austritt erklären, wählt es in den Einstellungen die Option zum Verlassen der Familienfreigabe. Dabei nimmt jeder Nutzer seine Einkäufe nach dem Ende der Mitgliedschaft mit. Was er gekauft hat, ist seinem persönlichen Konto zugebucht worden. Es spielt keine Rolle, ob die Einkäufe über ein eigenes Guthaben oder das Familienkonto bezahlt wurden, der Zugriff für andere entfällt. Das ist vor allem ein Problem, wenn die Familienfreigabe länger bestand und man kaum noch weiß, wer was gekauft hat. Das zweite Problem sind Kinder unter 13 Jahre. Da sie kein eigenständiges Konto ohne die Familie haben dürfen, müssen sie auf eine andere Familienfreigabe übertragen werden, damit ihre Einkäufe nicht verfallen.

Passend zur Idee der Einkaufsgemeinschaft stellt der Organisator der Familienfreigabe eine Bankverbindung bereit, über die alle Mitglieder einkaufen können. Bei Minderjährigen kann man einstellen, dass alle Einkäufe erst durch einen Erwachsenen bestätigt werden müssen. Wer dazu berechtigt ist, entscheidet der Verwalter. So können Eltern die Kontrolle über das Einkaufsverhalten ihrer Kinder behalten. Wird ein Mitglied volljährig, schaltet sich der Schutz jedoch automatisch ab. Gibt es danach Differenzen über die Kontonutzung, kann der Verwalter es nur aus der Familienfreigabe rauswerfen. Das hat dann allerdings für alle Konsequenzen, da das ehemalige Mitglied seine Einkäufe mit nimmt.

Die Bezahlung ist auch der Knackpunkt, wenn man überlegt, die Familienfreigabe mit guten Freunden oder in einer WG einzusetzen. Der Verwalter muss eine Kreditkarte stellen, die dann von allen Mitgliedern als Standardzahlungsmittel genutzt wird. Die einzige Ausnahme von dieser Regel bilden Prepaid-Guthaben der einzelnen Mitglieder, die jeweils vorrangig für Einkäufe verwendet werden. Wollen Mitglieder der Familienfreigabe etwas selbst zahlen, ist dies der einzige, etwas umständliche Weg. Eine eigene Bankverbindung oder Kreditkarte lässt sich nicht nutzen, solange man Mitglied der Familienfreigabe ist. Umgekehrt kann der Organisator volljährige Mitglieder, was ja in einer WG der Normalfall sein dürfte, nicht in ihren Einkaufsmöglichkeiten beschränken.

Privatfreigabe als Alternative zur Familienfreigabe

Die Privatfreigabe bietet zwar auf den ersten Blick ähnliche Funktionen zur gemeinsamen Nutzung von Medien, verfolgt aber einen ganz anderen Ansatz. Der wichtigste Unterschied ist, dass bei der Privatfreigabe iTunes im Mittelpunkt steht. Man meldet sich zwar ebenfalls über eine Apple-ID an, aber es handelt sich nicht um eine iCloud-Funktion. Die Basis der gemeinsamen Nutzung bildet die iTunes-Mediathek auf dem PC oder Mac. Man braucht also auf jeden Fall einen Rechner, während sich die Familienfreigabe auch nur mit iOS-Geräten nutzen lässt. Der große Vorteil der Privatfreigabe ist, dass sich das Problem der Bezahlung beziehungsweise eines möglichen Kontomissbrauchs gar nicht erst stellt, da jeder eine eigene Mediathek hat und für seine Einkäufe selbst aufkommt.

Um eine Mediathek für Familie oder WG freizugeben, aktiviert man in iTunes die Privatfreigabe. Das kann im Prinzip auf einem beliebigen Rechner geschehen, ideal ist für Familien oder WGs allerdings ein „iTunes-Server“, der im lokalen Netz ständig verfügbar ist und auf dem man alle Medien bereithält. Das kann zum Beispiel ein alter Rechner mit großer Festplatte sein.

Ist die Privatfreigabe auf einem Rechner aktiv, kann man dieser mit iOS-Geräten oder weiteren Rechnern mit iTunes beitreten. Apple erlaubt maximal fünf Rechner in der Privatfreigabe, dazu können Sie Inhalte auf iPhones und anderen iOS-Geräten sowie auf Apple TVs nutzen. Dabei lassen sich Musik und Filme im lokalen Netzwerk vom Rechner auf Ihr iPhone oder ein anderes Gerät streamen. Der Zugriff erfolgt direkt über die iOS-Apps Musik oder Videos. Mit diesen wählt man eine per Privatfreigabe zur Verfügung gestellte Media­thek anstelle der lokalen Daten aus und kann dann deren Inhalte wiedergeben. Dabei ist keine Autorisierung des iPhone für den iTunes-Account des Käufers nötig. Die Anmeldung an der Privatfreigabe reicht. Im Gegensatz zur Familienfreigabe ist jedoch kein dauerhafter lokaler Download der Daten vorgesehen.

Um Apps zu übertragen und Musik oder Filme dauerhaft zu laden, muss man den Umweg über iTunes auf dem Rechner gehen. Zwischen zwei iTunes-Mediatheken in der Privatfreigabe kann man nämlich Medien kopieren. Das ist auch einer der Gründe, warum deren Anzahl auf fünf beschränkt ist. Anschließend lassen sich die Inhalte bei der Synchronisierung des iPhone mit iTunes überspielen. Für geschützte Daten wie Apps und Filme muss das iPhone für die beim Kauf genutzte iTunes-ID autorisiert werden. Das ist mit insgesamt zehn Geräten möglich (davon fünf Rechner). Ein iPhone kann seinerseits für die Nutzung von Einkäufen von fünf Accounts autorisiert werden. Wirklich praktisch ist das allerdings auf Dauer nicht, da man zum Beispiel für die Updates von Apps eines Zweit-Accounts erneut dessen Passwort eingeben muss. Wer solche Konstruktionen anstrebt, sollte auf jeden Fall eigene Apple-IDs für iCloud und die Store-Einkäufe nutzen. Gibt man das Store-Passwort weiter, steht man jedoch wie bei der Familienfreigabe mit Erwachsenen wieder vor dem Problem, dass die Einkäufe Dritter nicht mehr kontrolliert werden können. Bücher aus dem iBooks Store werden von der Privatfreigabe nicht unterstützt.

Auf dem Rechner, der seine Mediathek zur Verfügung stellen soll, starten Sie iTunes. Dann benutzen Sie den Befehl „Privatfreigabe > Privatfreigabe aktivieren“ im Ablage- (Mac) oder Dateimenü (Win). Geben Sie im Fenster die Apple-ID und deren Passwort ein, über die Sie die Medien freigeben wollen. Das muss eine ID sein, mit der Sie sich bereits im iTunes Store angemeldet haben, aber nicht zwangsweise die, mit der die Titel gekauft wurden. Klicken Sie auf die Taste zum Aktivieren, danach können Sie über die gleiche ID vom iPhone zugreifen.

Erst aktivieren Sie die Privatfreigabe in iTunes, dann tragen Sie die gleiche Apple-ID in den Musikeinstellungen auf dem iPhone ein.

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