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Professor lehrt Italienisch mit "Assassin's Creed 2"

25.04.2018 | 11:59 Uhr |

Mit "Assassin's Creed" und "Lara Croft" zu fremdsprachlichen Lernerfolgen – das ist das Erfolgskonzept von Italienisch-Professor Simone Bregni.

Bregni unterrichtet an der St. Louis-University im US-Bundesstaat Missouri das Studienfach Italienisch. Anstatt auf alte Schmöker, anstrengende Literatur und das langweilige Pauken von Grammatik und Vokabeln setzt der Gelehrte zumindest auch auf Computerspiele, um seinen Studierenden die Fremdsprache beizubringen. Bereits seit 1997 nutzte er einem Bericht von " Der Standard" zufolge Videospiele, um seine Lehrinhalte zu vermitteln. Als besonders erfolgreich habe sich dabei das Lernen mit dem historisch aufgepeppten Attentäterspiel " Assassin's Creed 2 " erwiesen, das in Florenz unter der Familie der Medici im 15. Jahrhundert spielt und geschichtliche Vorgaben möglichst genau nachbildet, wie auch die anderen Games aus der Reihe, zuletzt "Assassin's Creed Origins", das im alten Ägypten angesiedelt ist. Aber auch andere populäre Games wie " Final Fantasy ", "Trivial Pursuit", "Wer wird Millionär", "Heavy Rain" und "Tomb Raider" setzt der Professor ein.

Dabei wird 30 Minuten lang eher klassisch unterrichtet, um anschließend 20 Minuten lang am Computer zu spielen. Angeblich habe sein Kurs "Intensives Italienisch für Gamer" in einem Semester so viel Fortschritt wie vergleichsweise sonst zwei Semester gebracht, und auch bei den Prüfungen haben die Studierenden demnach besser abgeschnitten. Vor allem Vokabeln und Grammatik sollen sich durch die intensive Erfahrung der Spielwelten verbessern lassen.

Ob objektive Untersuchungen zum Erfolg dieses Lehrverfahrens vorliegen, ist uns nicht bekannt – vielleicht liegt es ja auch einfach an der Begeisterungsfähigkeit des Professors, der selbst seit früher Jugend an gern am Computer spielt. Jedenfalls ist die Uni überzeugt von der Methode ihres italienischen Gelehrten – der Workshop soll auch an europäischen Unis vorgestellt werden, an der Hochschule selbst hat man die Sprachkurse mit Computergames bereits auf andere Sprachen wie Französisch, Spanisch, Russisch und Chinesisch ausgeweitet. Wie effektiv das auch unabhängig von Professor Bregni ist, wird sich noch zeigen – dass es Spaß macht so zu lernen, dürfte dagegen jetzt schon sicher feststehen.

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