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Provider verkaufen Ortsdaten an Inkasso-Firmen

10.01.2019 | 15:09 Uhr | Thomas Hartmann

Amerikanische Mobilfunkbetreiber wie AT&T oder T-Mobile verkaufen die Kundendaten an beispielsweise Kreditauskunftsunternehmen.

√úber einen Umweg kann dann fast jeder den Standort des Nutzers ermitteln, wie der Blog Cult of Mac berichtet . Demnach hat Motherboard √ľber sogenannte Kopfgeldj√§ger (bounty hunter, eigentlich bail bondsmen), das sind Kautionsb√ľrden oder Kautionsvermittler), die daf√ľr mehrere hunderte US-Dollar erhielten, den Standort einer in den Versuch eingeweihten Zielperson recht genau ermitteln k√∂nnen ‚Äď auf Google Maps war der ungef√§hre Aufenthaltsort blau eingekreist, nur wenige Blocks vom tats√§chlichen Ziel entfernt.

Dazu waren keine Hacking-Tools erforderlich, Motherboard spricht lediglich von Tracking-Tools, die auch Privatpersonen leicht zur Verf√ľgung stehen. Vor allem das Kreditauskunftsunternehmen Microbilt verkauft offenbar relativ beliebig seine Telefonlokalisierungsdienste an Dritte wie Immobilienmanager, Autoverk√§ufer und eben B√ľrgschaftsschuldner. Dar√ľber ist die Geo-Lokalisierung dann offenbar leicht m√∂glich. Urspr√ľnglich basiert diese Option aber auf dem Verkauf der entsprechenden Kundendaten durch die namentlich genannten US-amerikanischen Mobilfunkbetreiber AT&T, T-Mobile und Sprint. Lediglich Verizon scheint sich hier zur√ľckzuhalten, obwohl, wie Motherboard berichtet, auch die anderen Anbieter inzwischen mit Verlautbarungen zur√ľckgerudert sind. Doch waren solche Erkl√§rungen in der Vergangenheit offenbar nur wenig wert.

Letztlich basiert das Tracking-Verfahren darauf, dass die Mobilfunkanbieter permanent die √ľber Mobilfunkmaste mit ihnen verbundenen Ger√§te anpeilen, damit die Kontakte und Dienste unterwegs √ľberhaupt funktionieren. Davon sind auch iPhones betroffen, wie Cult of Mac betont. Die einzige M√∂glichkeit, dies zu verhindern, w√§re, den Mobildienst abzuschalten, aber dann w√§re nat√ľrlich auch das Handy relativ nutzlos. So k√∂nnten Privatleute anderen Nutzern hinterherschn√ľffeln ‚Äď zwar kommt man nicht so leicht und direkt an die n√∂tigen Daten, aber √ľber die Kopfgeldj√§ger sei dies kein Problem. Laut einer Preisliste von Microbilt, die Motherboard einsehen konnte, ist eine Echtzeit-Lokalisierung eines Smartphones schon f√ľr knapp 13 US-Dollar zu haben. Ob es solche Praktiken auch hierzulande gibt, ist bislang nicht bekannt.

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