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Qualcomm: Apple-Zulieferer halten Lizenzgebühren zurück

20.04.2017 | 10:27 Uhr |

Der Chip-Hersteller Qualcomm hat in seiner Bilanz für das März-Quartal dargelegt, dass Apples Zulieferer eine Milliarde US-Dollar an Lizenzgebühren zurückhalten. Grund ist ein Rechtsstreit.

Der Rechtsstreit mit Apple um Lizenzgebühren für Funkchips schlägt sich bereits in der Bilanz des Chip-Herstellers Qualcomm nieder. Apples Zulieferer hätten rund eine Milliarde US-Dollar an fälligen Lizenzgebühren zurück gehalten, heißt es in der Pressemitteilung zu den Zahlen für das zweite Quartal des Fiskaljahres. Auch für das bereits angelaufene dritte Quartal rechne man mit Zahlungsausfällen in der Größenordnung von einer Milliarde US-Dollar, kein Szenario sehe aber vor, dass Apple und seine Auftragsfertiger gar keine Lizenzen mehr an Qualcomm überweisen würden. Im zweiten Quartal 2016/17 hatte Qualcomm einen Umsatz von 5 Milliarden US-Dollar erzielt und dabei einen Gewinn von 700 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz um zehn Prozent und der Gewinn um 36 Prozent.

Im Januar hatte die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) in einer Kartellklage gegen Qualcomm schwere Vorwürfe erhoben. So habe der Chip-Hersteller etwa Apple dazu gezwungen, exklusiv seine Produkte in iPhones und iPads zu verwenden und im Gegenzug dabei Apple günstigere Lizenzgebühren eingeräumt. Das habe laut der Klageschrift die Absicht gehabt, Konkurrenten schwach zu halten. Konkret habe Qualcomm damit verhindert, dass Apple den konkurrierenden 4G-Standard WiMax nutze, hinter dem Intel steckte. Apple wirft in einer eigenen Klage dem Zulieferer vor , überhöhte Lizenzgebühren verlangt  und den iPhone-Hersteller mit veralteter Technik versorgt zu haben. Apple will daher einen Schadensersatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar erstreiten, Qualcomm hat daraufhin eine Gegenklage gegen Apple eingereicht .

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