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Qualcomm behauptet: iPhone 7 könnte leistungsfähiger sein

11.04.2017 | 11:26 Uhr |

Im Rahmen seines aktuellen Prozesses mit Apple behauptet Qualcomm, Apple würde die Leistung seiner Mobilfunkchips absichtlich vermindern.

Prozesse mit anderen Firmen sind für die US-Firma Apple Alltag, so hat Apple im Januar Qualcomm auf die Rückzahlung von einer Milliarde an Lizenzgebühren verklagt . In einer Antwort an das Gericht (Answer und Counterclaims) wirft Qualcomm nun Apple den Bruch von Vereinbarungen, Lizenzvereinbarungen und Verfälschung von Fakten vor. Interessant finden wir in der Veröffentlichung aber den Vorwurf, Apple würde die Leistung von Qualcomms Mobilfunkchips nicht ausschöpfen: Im iPhone 7 sorgen neben Modems von Qualcomm nämlich erstmals auch Modems von Intel für Mobilfunkunterstützung. Zwischen 2011 und 2016 hatte Apple in seinen iPhones dagegen exklusiv Qualcomm-Chips verbaut. Laut Qualcomm sind die Chips von Intel weniger leistungsfähig , was auch unabhängige Tests, etwa von Cellular Insight bewiesen hätten. Qualcomms X12 Modem erreiche nach Nutzung von spezieller Qualcomm-Software Download-Raten von bis zu 600 Mbit/s, das Intel-Modem maximal 450 Mbit/s. Damit aber für den Anwender keine Unterschiede zwischen iPhone mit Intel- oder Qualcomm-Chip erkennbar werden, würde Apple absichtlich diese Software nicht nutzen und die Leistung der Qualcomm-Modems nicht ausnutzen.

Ein weiterer Vorwurf: Ein Apple-Manager hätte außerdem von Qualcomm verlangt, diese Leistungsunterschiede nicht zu veröffentlichen. Dass es Unterschiede zwischen der Leistung von Intel- und Qualcomm-Versionen gibt, hätten nach dem iPhone 7-Launch auch LTE-Tests von Forbes und Cellular Insights bestätigt. Apple nehme dabei sogar in Kauf, dass das iPhone 7 langsamer als das Galaxy S7 und die Intel-Version sogar langsamer als das iPhone 6S wäre. Apple stünde  dagegen auf dem Standpunkt, in der Praxis wären für einen Anwender keine Unterschiede feststellbar.

Unsere Meinung: Die Lizenzansprüche zwischen Qualcomm und Apple sind für Außenstehende wohl kaum durchschaubar. Offensichtlich ist die Qualcomm-Version des Modems leistungsfähiger als die Intel-Version. Ob dies allerdings im Alltag relevant ist, wäre eine ganz andere Frage. Dass sich Apple von Qualcomm weniger abhängig machen will, erscheint uns aber nachvollziehbar.

Update: In einer früheren Version des Artikels hatten wir behauptet, die Intel-Version würde in Deutschland nicht angeboten, leider war diese Information falsch. Qualcomm-Modems werden in den Version mit der Modellnummer A1660 und A1661 verbaut, Intel-Modems in den Versionen A1778 und A1784.

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