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Qualcomm will auch neue iPhones verbieten lassen

17.12.2018 | 13:00 Uhr | Stephan Wiesend

Qualcomm legt nach und klagt auch gegen die iPhones des Jahrgangs 2018. Apple warnt vor schwerwiegenden Folgen ÔÇô auch f├╝r andere Hersteller.

Update 17. Dezember 2018: Apple k├╝ndigt ein Softwareupdate an, durch das die Qualcomm-Patente umgangen werden sollen. Ger├Ąte mit iOS 12 waren bereits vorher vom Verkaufsverbot ausgenommen. Jetzt m├Âchte der Konzern aus Cupertino offenbar auf Nummer sicher gehen. Das Update soll die Problem der Nutzung von Qualcomm-Patenten "adressieren".┬á Wie genau das passieren soll geht aus dem Statement von Apple nicht hervor. ┬áDie japanische Zeitung Nikkei berichtet au├čerdem , dass der Taiwanesische Konzern Pegatron zuk├╝nftig gr├Â├čere Anteile der Produktion ├╝bernehmen sollen. Pegatron ist einer von drei gro├čen Zulieferern f├╝r iPhones zusammen mit Foxconn und Wistron. Pegatron ist aber der einzige der dreien mit einem Lizenzvertrag mit Qualcomm, durch den die fraglichen Patente abgedeckt sind.┬á

Update 14. Dezember 2018:┬á Qualcomm geht in seinem Rechtsstreit mit Apple einen Schritt weiter und fordert vor Gericht nun auch ein Verkaufsverbot f├╝r die aktuellen Modell iPhone XS, XS Max und XR . Bisher war es dem Chiphersteller nur gelungen, Verkaufsverbote f├╝r ├Ąltere Modelle zu erwirken, die mit iOS 11 ausgeliefert worden waren. Welche Folgen eine Entscheidung f├╝r Qualcomm haben k├Ânnte, hat Apple am Montag in einem an das Gericht eingereichten Dokument erkl├Ąrt , welches Bloomberg in verifizierter englischer ├ťbersetzung vorliegt . Demnach w├╝rde das Verkaufsverbot eine Einigung auf neue Lizenzen beschleunigen, die aber nicht nur Apples Ger├Ąte teurer machen w├╝rde, sondern auch die der Konkurrenz die ebenfalls auf von Qualcomm-Patenten gedeckte Techniken einsetzt. Apple m├╝sse zudem f├╝r die iPhone-Nutzer in China ein Update herausbringen, das diverse Funktionen deaktiviert und f├╝r die Smartphones einen technischen R├╝ckschritt bedeute .

Update 13. Dezember 2018: Das von Qualcomm erwirkte Verkaufsverbot von iPhones in China ist recht wirkungslos, da es sich auf Smartphones mit iOS 11 beziehe, berichtet Paul Thurrott . Die aktuell gehandelten Modelle iPhone XS, XS Max, XR, 7 / 7 Plus und 8 / 8 Plus kommen aber seit September mit iOS 12 zur Auslieferung. Apple hatte auch bereits vermeldet, dass das Urteil keine Auswirkungen auf das China-Gesch├Ąft habe und alle Ger├Ąte weiterhin im Handel verf├╝gbar blieben. Laut Qualcomm handelt es sich hier aber um einen Rechtsbruch, da Apple trotz der gerichtlichen Anordnung seine Telefone weiter verkaufe. Apple hingegen h├Ąlt nicht nur das Urteil mit einem bequemen Ausweg ausgestattet, sondern Qualcomms Vorgehen insgesamt f├╝r l├Ącherlich: "Qualcomms Versuch, unsere Produkte verbieten zu lassen, ist ein weiterer verzweifelter Versuch einer Firma, deren illegale Praktiken weltweit von Regulierungsbeh├Ârden untersucht werden." Ein m├Âglicher g├╝tlicher Vergleich der beiden Firmen, den j├╝ngst der Qualcom-CEO herbeireden wollte, scheint wieder in weite Ferne ger├╝ckt.

Urspr├╝ngliche Nachricht vom 10. Dezember 2018: Schon seit Jahren sind Apple und der Chip-Hersteller Qualcomm in juristische Konflikten verstrickt, immer wieder versucht Qualcomm auch Importverbote f├╝r Apple durchzusetzen. Diesen Montag hat Qualcomm bei einem Gericht in Fuzhou nun erfolgreich ein Import- und Verkaufsverbot von iPhones gegen Apple erwirkt. Grund sind Patentverletzungen in den Bereichen Foto-Skalierung und App-Verwaltung, die Klage stammt von 2017. Betroffen sind laut einem Bericht von Reuters die Modelle iPhone 6S, iPhone 7, iPhone 8 und iPhone X. Laut Apple bleiben allerdings in China alle iPhones weiter im Handel. Ger├Ąte mit aktuellem System iOS 12 w├Ąren von der Patentverletzung n├Ąmlich nicht betroffen, anscheinend nur Ger├Ąte mit iOS 11.

Laut einem Bericht von Reuters kann Apple durch Änderungen an der Software die Patente umgehen und sie im immens wichtigen Markt China weiter verkaufen. Trotzdem fiel der Aktienkurs von Apple bis Redaktionsschluss um 3,66 Prozent.

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