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Qualcomm muss in der EU eine Mrd. Euro Strafe zahlen

25.01.2018 | 11:28 Uhr | Peter Müller

Wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht in der EU muss Qualcomm fast eine Milliarde Euro Strafe zahlen.

Strafe: Die EU-Kommission hat nun die Höhe der Strafe gegen den Chip-Hersteller Qualcomm festgelegt und fordert 997 Millionen Euro oder 1,2 Milliarden US-Dollar wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht von dem Konzern. Dabei bleibt die EU deutlich unter der Höchststrafe, die doppelt so hoch hätte ausfallen können. Wie die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager
begründet, habe Qualcomm Milliarden von US-Dollar an Apple bezahlt, damit der iPhone-Hersteller exklusiv seine Chips für LTE-Funk bei Qualcomm kaufe und nicht bei der Konkurrenz von Intel. Diese Zahlungen seien nicht in Form von Preisnachlässen geflossen, sondern direkt.

Die Vereinbarung ist nun nicht mehr in Kraft und schon spürt Qualcomm die Auswirkungen der Konkurrenz. Das Unternehmen hat Berufung gegen das Urteil angekündigt.

In den USA ist eine Klage Apples anhängig , die Qualcomm vorwirft, Chips nur dann zu liefern, wenn eine Exklusivvereinbarung abgeschlossen ist. Qualcomm habe zudem seine Lizenzgebühren am Verkaufspreis des iPhones ausgerichtet und für Modelle mit mehr Speicher entsprechend mehr verlangt – bei identischen angelieferten Komponenten. Apple will von Qualcomm daher eine Milliarde US-Dollar zurück, der Prozess dauert an. Auch die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat Untersuchungen gegen Qualcomm angestrengt, das sich ebenso in Asien vor den Behörden verantworten muss.

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