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Radikalkur für macos Server: Funktionen werden zurechtgestutzt

05.02.2018 | 11:35 Uhr | Stephan Wiesend

Im Frühling erscheint eine neue Version von macOS Server ohne Kalender, Mail, Messages und viele andere Serverfunktionen.

In einem Support-Artikel weist jetzt Apple auf viele gestrichene Funktionen der kommenden Server-Version von macOS hin. Neuer Schwerpunkt von Apples Server ist laut Eintrag die Verwaltung von Rechnern, Geräten und Speichermedien. Altvertraute Funktionen wie E-Mail-Server und Kalender werden ab Frühling 2018 dagegen nicht mehr unterstützt. Sie bleiben nach dem Update auf die kommende Server-Version weiter benutzbar, bei einer Neuinstallation stehen sie laut Apple nicht mehr zur Verfügung – man kann also dann vermutlich keinen E-Mail-Server mehr aktivieren. Die Liste der Funktionen ist überraschend lang, Apple nennt Kalender, Kontakte, DHCP, DNS, Mail, Nachrichten, Netinstall, VPN, Webseiten und Wiki.

Offensichtlich will sich Apple stärker auf iCloud konzentrieren, nutzen doch bereits viele Anwender Cloud-Dienste statt einem eigenen Server. Die vielen gestrichenen Funktionen sind trotzdem überraschend, da es sich bei Funktionen wie E-Mail und Terminverwaltung eigentlich um zentrale Funktionen für einen Server handelt.

Nutzern dieser Funktionen empfiehlt Apple, zu einer alternativen Lösung zu wechseln, und nennt für jede gestrichene Funktion mehrere Lösungen. Für Kalender und Kontakte empfiehlt Apple beispielsweise die Open-Source-Projekte Calendar und Contacs Server, Davmail, Radicale und Citadel. Als E-Mail-Server verweist Apple auf KerioConnect, dovecot und Courier, für Messaging auf ejabberd, Openfire und Prosody.

Schon in den letzten Versionen von macOS Server hatte Apple den Funktionsumfang reduziert, viele Nutzer hatten sich zudem über mangelnde Pflege der Server-Version von macOS beschwert. Ein Umstieg auf alternative Lösungen ist aber wohl für die meisten Anwender der beste Weg: Alte Versionen von macOS-Server sind zwar weiterhin nutzbar, langfristig ist dies aber keine gute Idee. Man kann zwar sogar alte Serverversionen installieren (einfach die aktuelle Version kaufen) aber bei sensiblen Aufgaben wie VPN, Mail, Gruppenkalender und Messaging sind schließlich regelmäßige Updates oder zumindest Sicherheitsupdates unerlässlich.

Die Radikalkur für den macOS-Server kommt überraschend und ist schade, meint unser Macworld-Kollege Dan Moren . Historisch ist der Server sogar älter als das Client-System, die erste Fassung von Mac-OS X Server hat Apple im Sommer 1999 herausgebracht, fast zwei Jahre, bevor das neue System für den Mac fertig war. Immerhin gibt es ein wenig Trost: In bestehenden Fassungen des Systems funktionieren die Serverdienste weiter, der Unix-Unterbau sollte das auch in Zukunft erlauben, eventuell mit Tools von Drittherstellern. Viele Funktionen von Mac-OS X Server sind auch bereits in die Clientversion gewandert.

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