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Rätsel in iOS 12: Ist das ein Hinweis auf neue Blutzuckermessgeräte?

21.06.2018 | 16:23 Uhr |

Eine Systemmeldung in einer Entwickler-Präsentation macht auf neue Medizinprodukte aufmerksam.

Bei der Präsentation des neuen Nachrichtensystems von iOS 12 fiel es kaum auf: Thema der WWDC-Präsentation war eine neue Art von Meldungen, die sich selbst bei stumm geschaltetem Gerät bemerkbar machen dürfen: Als Beispiel diente die Warnmeldung eines Glukose-Sensors, der einen Abfall des Blutzuckerspiegels meldet. Ein gefährliches Ereignis, das natürlich die Stummschaltung deaktivieren muss.

Das Beispiel aus dem Bereich Medizin ist aber kein Zufall: Apple investiert in den letzten Jahren große Ressourcen in den Bereich Gesundheit und Medizin. Vor allem die Apple Watch hat sich hier einen festen Platz erobert, ist doch die permanente Verbindung mit dem Körper bereits die wichtigste Grundvoraussetzung. Das Beispiel zeigt aber auch beispielhaft, wo die Grenzen der Apple Watch liegen.

Was für ein Sensor?

Ein Sensor wie in der Präsentation erwähnt, ist keine Erfindung und wird etwa von Dexcom oder Senseonics angeboten. Bei der Lösung von Dexcom handelt es sich um einen unter der Haut platzierten Glucose-Sensor, der in den USA bereit zugelassen ist. Fachname: System zur kontinuierlichen Gewebeglukosemessung in Echtzeit oder auch rtCGM.

Unter Umständen könnte es sich aber auch um eine Testversion des bekannten System Eversense handeln. In den USA steht das Gerät offenbar kurz vor der Zulassung durch die FDA, in Deutschland ist es bereits auf dem Markt und wird von Roche Diabetes Care vertrieben.

Hyper- und Hypoglykämien zeigt es übrigens auch ohne Smartphone an, mittels simplen Vibrationsalarm. Ganz auf Smartphones und Wearables will sich der Hersteller dann offenbar doch nicht verlassen, auch das Gerät von Dexcom bietet eine eigenständige Alarmfunktion bei Unterzuckerung.

Das Gerät von Dexcom ist auch in Deutschland erhältlich.
Vergrößern Das Gerät von Dexcom ist auch in Deutschland erhältlich.
© Dexcom

Fazit: Trotz bester Software: Für weitergehende Messungen kommt man offenbar auch mit einer Apple Watch nicht um Zusatzgeräte herum, sind doch auch Messungen von Blutdruck oder Blutzuckerspiegeln per Apple Watch wenig exakt. Bei den erwähnten Glucose-Sensoren handelt es sich sogar um Sensoren, die direkt unter der Haut eingepflanzt werden müssen – dafür aber laufend Daten liefern und auf Wunsch sogar mit der Apple Watch kommunizieren. Auch bei der oft hervorgehobenen Messung der Herzfrequenz stößt die Apple Watch an Grenzen: So konnte sie in einigen Fällen auf Herzprobleme aufmerksam machen, die Tauglichkeit ist aber nicht umstritten, wie vor einiger Zeit unser Interview mit einer Ärztin zeigte . Stärke von Watch und iPhone liegt offensichtlich in der Sammlung und Auswertung der Daten.

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