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Fernzugriff: Die besten Remote Lösungen für Mac und iOS

08.03.2017 | 08:41 Uhr |

Eine Fernsteuerungssoftware ermöglicht per iPhone auf den Mac zuzugreifen oder den Rechner der Eltern zu reparieren. Wir zeigen, welche Lösungen es neben ARD und Teamviewer für Mac und iPhone gibt.

Will man bei seinem am TV-Geräte hängenden Mac Mini ein Udpate starten oder muss das Software-Problem eines Kollegen lösen, ist eine Fernwartungssoftware hilfreich. Beim eigenen Mac erspart man sich das Anstöpseln von Tastatur und Maus, beim Lösen des Mac-Störfalls die Anfahrt durch die halbe Stadt. Für den Mac gibt es einige integrierte Lösungen, für den plattformübergreifenden Zugriff aber interessante Lösungen wie Teamvierwer und Any Desk. Wir zeigen einige der Lösungen für Mac und iOS. Unter iOS ermöglichen die Apps außerdem die Nutzung von Desktop-Programmen oder die Nutzung von Mediendateien.

Apple Screensharing

Unter der Systemeinstellung „Freigaben“ gibt es den nützlichen Eintrag „Bildschirmfreigabe“. Ist diese Option bei einem Rechner im gleichen Netz aktiv, kann man sich sehr einfach mit dem Mac verbinden. Über den Eintrag „Netzwerk“ findet man den anzusteuernden Rechner in der Seitenleiste aufgeführt. Klick man einmal auf den Mac, sieht man im Finder die Taste „Bildschirmfreigabe“. Das gleichnamige Dienstprogramm kann den Rechner alternativ per Eingabe von Hostname oder Apple-ID aufrufen, die Bedienung ist einfach und selbsterklärend. Bei guter Netzanbindung kann man den Rechner bequem bedienen, per Drag-and-drop oder Zwischenablage tauscht man Daten mit dem entfernten Rechner aus.

Über die iCloud-Funktion "Zugang zu meinem Mac", die man über die Systemeinstellung iCloud aktiviert, kann man außerdem per Internet auf eigene Rechner zugreifen.

Hat ein Kollege oder Familienmitglied gerade ein Mac-Problem, kann man auch über das Chat-Programm Nachrichten den entfernten Zugriff starten. So kann man wahlweise per Kontextmenü oder die Menüleistenfunktion Kontakte/Um Bildschirmzugriff einen Chat-Partner um Zugriff auf den Mac bitten. Eine Verbindung mit einem Windows-Rechner ist allerdings nicht möglich und die Fernsteuerung eines Macs per iPad oder iPhone ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Für den Zugriff per Internet sind nach unserer Erfahrung Lösungen wie Team Viewer zuverlässiger und einfacher zu konfigurieren.

Über die Messaging-App kann man auf einen entfernten Mac zugreifen.
Vergrößern Über die Messaging-App kann man auf einen entfernten Mac zugreifen.

Apple Remote Desktop

Nach einer längeren Pause hat Apple seine Firmenlösung Apple Remote Desktop (ARD) gerade wieder aktualisiert. ARD wirkt auf den ersten Blick wie eine simple Fernsteuerungslösung, kann man damit doch bequem den Bildschirm eines entfernten Macs aufrufen. Gedacht ist das Programm aber vor allem für Admins, die Dutzende an Firmen-Macs verwalten. Die Stärke sind die vielen integrierten Verwaltungsfunktionen: Man kann mit ARD Programme auf dutzenden Mac installieren, nicht erreichbare Rechner werden auf Wunsch später aktualisiert. Um bei sensiblen Aktionen dem Anwender nicht zu viel zu zeigen, gibt es sogar einen „Vorhang-Modus“. Für die Verwaltung des Mac-Bestandes bietet ARD Asset-Management-Funktionen, die neben der Hardware- und Software-Ausstattung sogar die Software-Nutzung auswerten können. Automatisierung von Aufgaben ist mit Automator möglich, Unix-Skripte lassen sich ebenfalls einsetzen. Zugriff auf PCs ist allerdings nicht damit möglich und es gibt keine iOS-Version.

Die neueste Fassung 3.9 kann nun verschlüsselte Listen von Computern und Anmeldedaten exportieren und wiederherstellen. Neu ist außerdem Touchbar-Unterstützung, verbesserte Sicherheit bei Macs ab OS X 10.10 sowie eine Kompatibilitätsmodus für Clients ab OS X 10.8 bis OS X 10.10. Ebenfalls neu ist ein Hilfszeiger, mit dem ein Administrator auf einem entfernten Bildschirm auf Objekte zeigen kann. ARD ist für 80 Euro im App Store zu haben, eine Demoversion gibt es nicht.

Update vom 22.6.17: Ein Update auf Version 3.9.3 ist über eine Support-Webseite verfügbar, es korrigiert einige Probleme in den  Bereichen Kompatibilität, Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit.

Apple Remote Desktop bietet einzigartige Verwaltungsfunktionen.
Vergrößern Apple Remote Desktop bietet einzigartige Verwaltungsfunktionen.

Team Viewer

Aus dem deutschen IT-Alltag ist Team Viewer kaum noch wegzudenken, die meisten Support-Mitarbeiter nutzen die komfortable Lösung. Vor allem für den Telefon-Support ist die einfache Installation und Bedienung der Client-Software ideal: Der Anwender mit Problemen muss nur das Client-Programm laden und starten, im Startfenster erhält er ID-Nummer und Kennwort angezeigt. Gibt er die ID und Kennwort weiter, kann sich der Support-Mitarbeiter sofort verbinden. Unter OS X kann man die Client-Software sogar vom Diskimage aus nutzen. Zusatzfunktionen wie Chat und Video-Chat sind ebenfalls auf diese Aufgabe abgestellt, Privatanwender können die Software kostenlos nutzen. Weitere Stärken: Ab Version 12 sind Sitzungen noch besser geschützt, auf Wunsch gar per Zweifaktor-Authentifizierung. Teuer ist allerdings die Firmen-Version, für die kommerzielle Nutzung beginnt die Gebühr bei 579 Euro. Auch eine iOS und Android-App sind verfügbar. Wie bei den anderen Lösungen von Drittherstellern kommt bei Team Viewer statt dem Protokoll VNC ein eigenes Protokoll zum Einsatz, dass die übertragenen Daten komprimiert.

Stärke von Teamviewer ist die einfache Konfiguration.
Vergrößern Stärke von Teamviewer ist die einfache Konfiguration.

Splashtop

Splashtop Personal ist für Privatanwender ebenfalls kostenlos nutzbar, allerdings ist dann die Verwendung auf das Heimnetz begrenzt. Der so genannte Streamer, der auf dem entfernten Mac laufen muss, ist für Macs ab OS  10.7 verfügbar, die Nutzung setzt ein kostenloses Online-Kontor voraus. Für 2 Euro App-Gebühr kann man auch per iPhone auf seinen iMac zugreifen, nicht jedoch auf einen Rechner in einem anderen Netz. Das ist erst nach Zahlung einer zusätzlichen Gebühr in Höhe von 16 US-Dollar möglich. Aber auch hier ist man auf private Nutzung begrenzt, die Firmenlizenz ist deutlich teurer. Die reine Fernsteuerungsfunktion kostet beispielsweise für 50 Rechner 200 US-Dollar pro Jahr, Funktionen wie Dateiübertragung, Chat und Support erhält man für 25 Rechner für 300 Dollar pro Jahr. Stärke der ausgereiften und weit verbreiteten Lösung ist die erstklassige Performance. Ein in einem lokalen WLAN-Netz abgespieltes HD-Video läuft ein wenig ruckelig, ist aber relativ gut nutzbar. Eher an professionelle Anwender richtet sich die Lösung Mirroring 360 von der gleichen Firma. Diese Lösung ist speziell für Präsentationen und Unterricht in Schulen und Firmen gedacht.

Per Remotesoftware kann man sogar HD-Videos abspielen, dabei steigt aber die CPU-Last auf dem Client stark.
Vergrößern Per Remotesoftware kann man sogar HD-Videos abspielen, dabei steigt aber die CPU-Last auf dem Client stark.

AnyDesk

Noch relativ neu ist die deutsche Lösung AnyDesk . Die Besonderheit von Any Desk der Philandro Software GmbH ist laut Hersteller eine besonders gute Performance, die das flüssige Bedienen von Programmen ermöglichen soll – eine Aufgabe, an der die meisten Fernsteuerungslösungen dann doch scheitern. Die Remote-Lösung verwendet dazu unter anderem eine besonders schnelle Videokompression mit dem eigenen Video-Codec DeskRT. Nach eigenen Messungen erreicht die Lösung bis zu dreimal höhere Frameraten als der Konkurrent Teamviewer und sei auch RDP oder Splashtop deutlich überlegen. In unseren Tests macht die Lösung einen sehr performanten Eindruck. Beim Abspielen unseres HD-Testvideos sehen wir aber subjektiv kaum einen Unterschied zu Splashtop oder Team Viewer, haben aber Probleme mit dem Ton. Bei der Einstellung „best Audio/Video Quality ist allerdings die CPU unseres älteren Mac Mini von 2009 überfordert und AnyDesk beansprucht die CPU mit 140 Prozent.  Beim Scrollen durch einen Spiegel-Online-Artikel macht Any Desk dafür den performantesten Eindruck. Etwas ungewohnt: Über einen kleinen Button am Rand hat man als „Steuernder“ Zugriff auf die wichtigsten Optionen. Die iOS-App ist kostenlos. Für eine Verbindungsaufnahme muss man den Gerätenamen des entfernten Macs eingeben, die anderen Lösungen bieten da elegantere Lösungen wie einen zentralen Webdienst.

Dateiübertragungen sind seit kurzem möglich, Probleme mit der Speicherverwaltung wurden behoben. Eine iOS-Version ist verfügbar, kommerzielle Nutzung kostet mit der Lite-Version 290 Euro bzw. 60 Euro im Jahr. Die Pro-Version kostet das Dreifache, dafür gibt es aber auch Funktionen für Fortgeschrittene wie REST-Schnittstelle, eigenen Namensraum und Adressbuch.

Any Desktop bietet viele Optionen, mit der Tonübertragung hatten wir aber Probleme.
Vergrößern Any Desktop bietet viele Optionen, mit der Tonübertragung hatten wir aber Probleme.

Microsoft Remote Desktop

Sowohl für iOS und Mac gibt es Microsofts Fernzugriffs-Lösung Microsoft Remote Desktop . Die Lösung ist unscheinbar, aber stabil und zuverlässig. Man kann damit allerdings nur auf Windows-Rechner zugreifen, nicht auf Mac-Clients. Bei den meisten Home-Versionen von Windows steht Remote Desktop außerdem nicht zur Verfügung, nur bei den Firmenversionen. Es gibt allerdings Tools , mit denen man die nützlichen Fernwartungsfunktion auch hier aktivieren kann.

Remote Desktop ist auch als iOS-Version zu haben.
Vergrößern Remote Desktop ist auch als iOS-Version zu haben.

Parallels Access

Für die gemeinsame Lösung eines IT-Problem ist das Parallels Access nicht gedacht, so fehlt etwa eine Chat-Funktion. Die Aufgabe ist eine andere: Verwendet man sein iPad beruflich, stößt man öfter an die Grenzen des iOS-Systems. In solchen Fällen hilft eine Fernsteuerungssoftware wie Parallels Access weiter, die vom iPad oder iPhone auch den Zugriff auf Mac und PC  ermöglicht. Im App Store gibt es dutzende Lösungen dafür, auch die bereits vorgestellten Lösungen eignen sich hervorragend. Besonderheit von Parallels Access ist ein Webdienst, der die Verbindungsaufnahme erleichtert und der gute Funktionsumfang. Die komfortable und zuverlässige Lösung von Parallels eignet sich auch für Firmenanwender, pro Jahr Nutzung kostet der webbasierte Dienst 20 Euro. Parallels Access gehört zu den schnellsten Lösungen, die wir kennen. In unseren Tests greifen wir problemlos von einem iPad Pro auf einen entfernen Mac zu und können fast wie an einem Desktop Excel, Photoshop und Word verwenden. Das Abspielen von HD-Videos ist in einem WLAN-Netz ebenfalls möglich, die Bildqualität leidet jedoch spürbar. Eine eigene Programmübersicht und eine ausgereifte Dateiverwaltung hat die iOS-App ebenfalls zu bieten. Das Freigeben von Dateien ist außerdem möglich, ebenso das Einbinden von Cloud-Diensten. Ein Übertragen der Zwischenablage zwischen Mac und iPad wird dagegen nicht unterstützt.

Der Fernzugriff ist von PC und Mac gleichermaßen über einen beliebigen HTML5-Browser möglich – beispielsweise um an einem fremden Rechner seine Daten zu nutzen. Man meldet sich dazu über seinen Parallels-Account an und kommt ohne Software-Installation auf seinen Rechner. Das funktioniert sehr gut, beim Zugriff per iOS-App stehen aber weit mehr Funktionen zur Verfügung.

Parallels Access ist vor allem für den Zugriff auf einen Mac per iPad oder iPhone interessant.
Vergrößern Parallels Access ist vor allem für den Zugriff auf einen Mac per iPad oder iPhone interessant.

NoMachine

Die kostenlos nutzbare Lösung NoMachine war früher nur in Linux-Kreisen bekannt und nutzt ebenfalls ein proprietäres eigenes Protokoll. Längst gibt es aber auch Clients für Windows, Mac, iOS und Android. Geboten werden guter Funktionsumfang und hohes Tempo, Konfiguration und Bedienung sind aber nicht ganz einfach. Für Unternehmens-Kunden gibt es Support und einen optionalen H.264-Codec.

NoMachine bietet gute Performance.
Vergrößern NoMachine bietet gute Performance.

Jump Desktop

Jump Desktop ist weniger eine Komplettlösung als ein erstklassiger und ausgereifter Remote-Client. Unterstützt werden die beiden Standardprotokolle VNC und RDP, mit dem neuen eigenen Protokoll "Fluid" erzielt die Software aber bessere Bildqualität und Performance als Apples Screensharing-Funktionen. Es gibt keinen Windows-Client, der Zugriff ist aber über VNC oder RDP möglich. Zu bieten hat die App gute Verschlüsselung und guten Funktionsumfang. So kann man automatisch bei Steuerung eines Windows-Rechners Mac-Tastenbefehle nutzen und bei einem anderen Mac Spotlight verwenden. Die Mac-App kostet 30 Euro, Versionen für iOS und Android sind verfügbar.

Jump Desktop ist eine ausgereifte Mac-Lösung.
Vergrößern Jump Desktop ist eine ausgereifte Mac-Lösung.
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