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Report: Russische Hacker sind die schnellsten

19.02.2019 | 14:15 Uhr | René Resch

Laut einer Rangliste einer angesehenen IT-Sicherheitsfirma schaffen es russische Hacker am schnellsten, Netzwerke zu infiltrieren.

18 Minuten. Diese Zeit reicht fähigen Hackern aus Russland aus, um ein Netzwerk zu infiltrieren; das hat das in den USA ansässige IT-Sicherheitsunternehmen Crowdstrike berechnet, die mit dem Global-Threat-Report erstmals eine Rangliste herausgebracht haben.

„Zum ersten Mal bringen wir eine Rangliste heraus, in der wir unsere Gegner nach Fähigkeiten und Raffinesse sortieren“, sagt Dmitri Alperovitch, Mitgründer und Technikchef der US-Firma im Gespräch mit dem Spiegel. Crowdstrike ist auch das Unternehmen, das den Angriff auf Hillary Clintons Wahlkampfleiter und den Hack des Democratic National Committees russischen Hackern zugeschrieben hatte.

„Wir haben in der Rangliste nicht berücksichtigt, wie ausgefeilt ihre Malware ist oder wie viele bisher unbekannte Sicherheitslücken sie nutzen“, sagt Alperovitch, „denn das wäre irreführend. Solche Dinge kann man kaufen. Stattdessen haben wir ihre operativen Fähigkeiten untersucht - wie gut sie sind, wenn sie einmal in ein Netzwerk eingedrungen sind.“

Wichtigster Messwert in der Rangliste ist dabei die „Breakout Time“, was die Zeit zwischen der Erstinfektion eines Computers bis zur Ausbreitung auf das gesamte Netzwerk beschreibt.

Nordkorea auf Platz 2

Russland bringt nach der Rangliste somit die fähigsten Hacker hervor, aber auch Platz 2 ist beachtenswert. Denn nicht etwa China landete dort, sondern Nordkorea. Mit zwei Stunden und zwanzig Minuten brauchen nordkoreanische Hacker zwar deutlich länger als russische Hackergruppen, Platz 2 ist hier trotzdem beachtlich: „Ich glaube, dass von allen Ländern im Cyberspace, die USA und Deutschland eingeschlossen, Nordkorea das innovativste ist“, sagt Alperovitch. „Sie mögen nicht die komplexesten Werkzeuge haben, aber was das Erreichen der Ziele ihrer Regierung mithilfe des Internets angeht, sind sie führend“.

Platz 3 und 4 gehen an China („Breakout Time“: vier Stunden) und Iran (fünf Stunden, neun Minuten).

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