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Safari 11: Wie macOS High Sierra User-Tracking blockiert

04.07.2017 | 14:08 Uhr |

Unter macOS High Sierra wird es für Dritte deutlich schwieriger, über Safari an Tracking-Informationen der Nutzer zu gelangen. Neue Features scheinen das Potential zu haben, unbekannte Seiten daran zu hindern, die Nutzer im Internet weiterhin zu verfolgen. Allerdings sind manche Experten der Meinung, dass es sich dabei zwar um ein hilfreiches Feature handelt, Apple dadurch jedoch auf einem anderen Gebiet mit Problemen zu kämpfen hat.

Im Gegensatz zu anderen großen Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon, vertritt Apple seit langer Zeit den Standpunkt, dass es die privaten Daten und das Online-Verhalten der Nutzer nicht als Eigentum betrachtet und somit auch nicht an andere weiterleitet. In der Vergangenheit hat sich Apple regelmäßig für die Sicherheit seiner Kunden eingesetzt – und hat sich selbst von Bundesbehörden nicht von seinen Prinzipien abbringen lassen.

 

Mit iOS 9 führte Apple die sogenannten „Content-Blocking Safari Extensions“ ein, sodass unter anderem Werbe-Banner ausgeblendet werden konnten, und brachte diese Technologie ein Jahr später auch mit macOS Sierra auf den Mac.

 

Während der diesjährigen WWDC erklärte Apple, dass unter macOS High Sierra nicht nur die automatische Videowiedergabe unterbunden und ungewünschte Werbung blockiert werden soll, sondern das OS außerdem versucht, ungewollte Verbindungen zwischen dem Nutzerverhalten und Tracking zu verhindern, die für nutzerbezogene Werbung missbraucht werden könnten. Diese Verbindungen erlauben es Tracking Systemen, bestimmte Informationen im Browser zu speichern, die wiederum dann abgerufen werden, wenn der Nutzer andere Seiten besucht.

 

Intelligent Tracking Prevention (ITP) – so bezeichnet Apple die neue Technologie, die im WebKit eingeführt werden soll. Zum jetzigen Zeitpunkt hat Apple noch nicht geäußert, ob ITP auch für iOS-Geräte erscheinen soll.

 

Die Tracker arbeiten, indem sie einzigartige Hinweise generieren und im Browser platzieren. Typischerweise erfolgt dies über Cookies oder sogar über sogenannte Evercookies, die nur über das private Browser-Fenster umgangen werden können.

 

ITP versucht diese Hinweise aufzuspüren und soll somit die Tracking-Anbieter identifizieren. Dabei ist das System so intelligent, dass es zwischen Erstanbieter- und Drittanbieter-Visits unterscheiden kann. Ein Erstanbieter-Visit tritt beispielsweise dann auf, wenn Sie eine Seite direkt besuchen, ein Drittanbieter-Visit entsteht dann, wenn irgendwelche Bilder, Videos oder andere Quellen auf einer Webseite laden, diese aber nicht von der eigentlich besuchten Webseite stammen.

 

ITP erlaubt limitiertes Cross-Site Tracking für die ersten 24 Stunden, nachdem Sie eine Erstanbieter-Seite besucht haben. Nach Ablauf dieser 24 Stunden gestatten die Apple-Systeme jedoch kein weiteres Laden von Dritt-Anbieter-Cookies. Wenn innerhalb von 30 Tagen keine weitere Interaktion mit dieser Seite erfolgt, löscht Apple die Cookies automatisch.

 

Wie bereits weiter oben erwähnt, kann dies jedoch zu anderen Problemen führen. Denn durch das Löschen der Cookies werden gespeicherte Webseiten-Daten gelöscht, wie beispielsweise Account-Daten einer Seite. Seltene genutzte Seiten würden somit wichtige gespeicherte Daten verlieren.

 

Es bleibt daher abzuwarten, ob Apple für diese Problematik noch vor dem offiziellen Release von macOS High Sierra eine zufriedenstellende Lösung finden wird.

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