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Schnellste externe SSD? Samsung X5 im Macwelt-Test

28.08.2018 | 16:16 Uhr | Stephan Wiesend

Mit der winzigen Samsung X5 Portable erreicht man spektakuläre Transferraten von knapp 2000 MB/s.

Als internes Speichermedium von Macbook und iMac sind herkömmliche Festplatten am Verschwinden, aber auch als externes Medium werden SSDs immer beliebter. Dabei handelt es sich aber meist um Geräte mit USB-3.0 oder USB-C-Schnittstelle. Mit seiner Samsung Portable T5 hat Samsung eine der beliebtesten externe SSDs im Angebot, mit der neuen Samsung X5 kommt nun die erste Version mit Thunderbolt-3-Schnittstelle und NVMe-SSD dazu. Zwischen den Kapazitäten 500 GB, 1TB und 2 GB kann man wählen, für unseren Test stand uns die Version mit 1 TB Kapazität zur Verfügung. Der UVP beginnt bei 420 Euro für das Modell mit 500 GB, die Version mit 1 TB kostet 730 GB und die Version mit 2 TB 1440 Euro .

Die externe SSD von Samsung macht einen hochwertigen Eindruck.
Vergrößern Die externe SSD von Samsung macht einen hochwertigen Eindruck.

Vorteile Thunderbolt 3

Äußerlich sind Thunderbolt- und ein USB-C-Kabel identisch, Thunderbolt erreicht aber deutlich höhere Transferraten. Weitere Vorteile sind für den Anschluss von Speichermedien aber weniger von Belang, etwa der Anschluss von 5K-Monitoren. Der größte Nachteil, der auch schon Thunderbolt-1- und Thunderbolt-2-Medien betraf, ist dagegen ein deutlich höherer Preis. Der Thunderbolt-3-Markt ist klein, beliebt ist die Schnittstellen vor allem im Profi-Bereich etwa beim Videoschnitt. Zu den seltenen Anbietern externer Thunderbolt-3-SSDs gehören etwa OWC, Sonnet, Lacie und G-Drive. Aber selbst Apple hat noch viele Geräte mit älteren Thunderbolt-Versionen im Angebot, so bieten Mac Mini, Macbook Air und Mac Pro nur Thunderbolt 2. Das Macbook 12-Zoll bietet ja sogar nur USB-C.

Hardware

Optisch macht die neue SSD einen hochwertigen Eindruck, ein kurzes absteckbares Thunderboltkabel gehört zum Lieferumfang. Die Oberseite besteht aus einem grauglänzenden Kunststoff, die Unterseite aus einem weicheren roten Material. Stürze aus zwei Metern Höhe soll sie ohne Problem überstehen.

Dank gummiartiger Unterseite ist sie "rutschfest"
Vergrößern Dank gummiartiger Unterseite ist sie "rutschfest"

Mit den Abmessungen 11,9 x 6,2 x 1,97 cm (B/H/T) und einem Gewicht von 150 Gramm ist die neue SSD kompakt aber deutlich schwerer und größer als eine T5 mit USB-C-Schnittstelle.

Leistung

Transferraten von bis zu 2300 MB/s beim Schreiben von Daten und 2600 MB/s beim Lesen verspricht Samsung (gemessen mit einem i7 Alienware 17 R5), in unseren Messungen sind wir recht nahe dran: Mit dem bekannten Benchmark Aja Systemtest (als Dateigröße wählen wir 1 GB) messen wir an einem Macbook Pro von 2016 immer noch hervorragende 1972 MB/s beim Schreiben und 2469 MB/s beim Lesen. Bei einem zweiten Test mit Disk Speed Test erhöhen wir die Anforderungen und erhöhen die Größe der Testdatei auf 5 GB. Auch hier schafft die kleine SSD immerhin 1550 MB/s beim Schreiben und 2455 MB/s beim Lesen. Als dritten Test duplizieren wir auf der SSD einen Ordner mit 43 GB an Videodateien – was nur 37 Sekunden dauert. Zur Erinnerung: Bei einer externen Festplatte liegen die Transferraten eher bei knapp 100 MB/s!

Die Transferleistungen sind ausgezeichnet.
Vergrößern Die Transferleistungen sind ausgezeichnet.

Ausgeliefert wird die SSD in dem Format exFAT, was sich laut Hersteller besonders gut für externe SSDs eignen soll. Wir stellten aber nach einer Umformatierung in HFS Plus keine Änderungen der Performance fest. Um den Datentausch mit der Windows-Plattform zu ermöglichen ist das Format exFAT aber sicher eine gute Wahl.

Überhitzung

Ein Schwachpunkt kompakter SSDs ist die Erwärmung nach längerer Nutzung, worauf die SSDs mit sinkender Leistung oder gar Ausfall reagieren. Davor soll die X5 ein integriertes Hitzeschild und die Technologie Dynamic Thermals Guard schützen und die Temperatur konstant unter 45 Grad halten. Um das Verhalten bei Erhitzung zu testen, lassen wir die SSD deshalb etwa eine Viertelstunde Daten kopieren und Ordner duplizieren. Nach dieser Zeitspanne unter Volllast können wir bald deutliche Leistungseinbrüche feststellen. Bei einzelnen Messungen sinkt die Transferrate dann auf ein Zehntel der Maximalleistung. Sie steigt dann aber schnell wieder an, wenn auch nicht ganz auf das maximale Niveau. Auch das Duplizieren eines Ordners dauert statt einer halben Minute plötzlich mehrere Minuten. Laut ihren SMART-Daten erhitzte sie sich nach intensiver Nutzung kurzzeitig auf knapp 54 Grad, auch das Gehäuse wird unangenehm warm.  Ausfälle stellten wir aber nicht fest und auch die Temperatur stieg unter Last nicht weiter.

Ein Streitfall ist aber die Relevanz für die Praxis: Bei einer Nutzung als Systemfestplatte oder als externes Speichermedium ist die Belastung deutlich niedriger als bei einem Intensiv-Benchmark und es sollten nur begrenzt Probleme auftreten. Das ist aber keine Überraschung, von diesem Problem sind so gut wie alle passiv gekühlten externen SSDs betroffen. Externe SSDs mit integriertem Lüfter sind sehr teuer und machen die Gehäuse deutlich größer und schwerer wie die Bolt von Lacie.

Software

Auch eine eigene Mac-Software liegt bei, die eine Verschlüsselung der SSD erlaubt. Für Mobilanwender eine interessante Option. Allerdings kann man bereits mit macOS externe Medien per Passwort schützen. Interessanter finden wir eine zweite Option der Samsung-Software: Sie kann beim Hersteller nach Updates suche und die Firmware der SSD aktualisieren.

Kompatibilität

Als Mindestsystemanforderung nennt Samsung für Macs macOS 10.12, Windows-Anwender müssen eine 64-Bit-Version von Windows 10 verwenden, von einer Thunderbolt-3-Schnittstelle abgesehen. An einem Rechner mit USB-C funktioniert sie nicht.

Auch als Systemfestplatte eignet sich die externe Festplatte. Bietet sich die externe SSD doch geradezu dazu an, bei einem iMac mit lahmer oder zu kleiner Festplatte als neue Boot-Festplatte zu dienen. Dazu installierten wir testweise High Sierra auf der Samsung-SSD – was nur knapp 15 Minuten dauerte. Bei kurzer Nutzung stellten wir keine Probleme bei Booten und Bedienung fest.

Ein Hindernis gibt es allenfalls bei einer Rückformatierung in das Format exFAT: Wegen des anderen Partitionsformats muss man im Festplattendienstprogramm dann die Darstellungsart auf „Alle Geräte einblenden“ ändern. Nur so kann man die Festplatte wieder löschen.

Fazit:

Die Thunderbolt-SSD von Samsung liefert eine beeindruckene Leistung und ist eine starke Konkurrenz für Anbieter wie Sonnet und G-Drive. Für das Gebotene ist der Preis allerdings hoch und viele Anwender ist vermutlich das Schwestermodell T5 völlig ausreichend. Es gibt ja nur wenige Anwendungsfälle, in denen derart hohe Transferleistungen erforderlich sind.

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