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SD-Karten: Schnelle Speicher für Fotografen

02.05.2017 | 17:10 Uhr |

SDHC, SDXC, UHS – viele Abkürzungen, aber als Fotograf möchte man eigentlich nur schnell und sicher seine Bilder unterbringen. Auf was es dabei ankommt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Zwar hat die Speicherkarte als Speichermedium den Film nahezu ersetzt, aber Hand aufs Herz: Über den Film haben wir uns früher wesentlich mehr Gedanken gemacht als heute beim Kauf einer Speicherkarte. Wer weiß schon, ob er sein im Supermarkt erstandenes Exemplar überhaupt mit in den Skiurlaub nehmen kann? In den technischen Daten steht nämlich – wie bei nahezu allen elektronischen Geräten – der Temperaturbereich für den Betrieb und die Lagerung.

Los geht es beim Kauf mit der Auswahl des richtigen Kartentyps. Die heutigen Kameras haben mehrheitlich einen Slot für die Secure Digital Memory Card – auch SD-Card genannt. Bei den Profikameras sind auch die größeren Compact Flash und auch schon deren Nachfolger, die CFast-Karten, zu finden.

Die SD-Karten sind im Vergleich zur CF-Karte relativ einfach aufgebaut und bestehen nur aus einem Speicher und dem Controller, der diesen Speicher verwaltet. Der Controller für die Ansteuerung der Karte steckt in der Kamera, bei der CF-Karte ist er jedoch in der Karte selbst untergebracht.

Das bringt Kompatibilitätsprobleme mit sich, da die Karte von der Kamera unterstützt werden muss. Zur Wahl stehen die einfache SD mit einer Speicherkapazität bis 2 GB (wobei diese Variante fast ausgestorben ist), die SDHC (SD High Capacity) bis 32 GB und die SDXC (SD eXtended Capacity). Eine SDHC-Karte ist somit nicht mehr in älteren Kameras verwendbar, wenn diese nur für das SD-Format ausgelegt waren.

Die Geschwindigkeit

Neben der Spezifizierung bezüglich der Speichergröße in SD, SDHC und SDXC gibt es auch noch eine Klassifizierung der Speicherkarten nach Geschwindigkeit. So steht jede Zahl in den Angaben für die mindestens erreichbare Datenrate beim Speichern. Also steht beispielsweise die „10“ bei Class 10 für mindestens 10 MB/s.

2010 kam dann die Weiterentwicklung zum Ultra High Speed – abgekürzt UHS – hinzu, der wesentlich schnellere Datenraten erlaubt. Das sind als UHS-I bis zu 104 MB/s und als UHS-II bis 321 MB/s. Das Schöne an SDHC- und SDXC-Karten ist, dass es hinsichtlich der Kompatibilität egal ist, ob man eine Class 2 bis 10 oder UHS-Karte kauft. Sie passen immer in SDHC-kompatible Kameras.

Mindestgeschwindigkeit beim Schreiben

Class 2

2 MB/s

Class 4

4 MB/s

Class 6

6 MB/s

Class 10

10 MB/s

UHS Class U1

10 MB/s

UHS Class U3

30 MB/s

Da solche Angaben nur von Profis verstanden werden, geben die Hersteller zusätzlich die maximalen Datenraten für das Schreiben und Lesen auf den Karten als Wert in MB/s an.

Neben dieser klaren Angabe findet sich oft auch noch eine antiquierte Angabe mit einem Faktor - Beispielsweise 600x. Dieser Faktor bezieht sich auf die Basis 150 kByte/s – der einfachen CD-Lesegeschwindigkeit. Im Fall von 600x also 90 MB/s.

Umrechnung von Faktor in Datenrate

133x

20 MB/s

300x

45 MB/s

400x

60 MB/s

600x

90 MB/s

1000x

150 MB/s

2000x

300 MB/s

Praxistest mit der Kamera

Hat man den entscheidenden Moment, bei dem der Fischadler den Fisch aus dem Wasser zieht, getroffen oder knapp verpasst? Wenn die Speicherkarte nicht mit der Kamera hinterherkommt, gerät die Bildrate ins Stocken und die Kamera wird langsamer. Beim Fotografieren schreibt die Kamera zuerst ihren internen Pufferspeicher voll und verschiebt danach die Fotos auf die Speicherkarte. Im Idealfall reduziert sich die Bildrate nur um wenige Bilder pro Sekunde, im schlimmsten Fall muss man eine Pause einlegen.

Daher haben schnelle Kameras auch eine schnelle Anbindung an Speicherkarten. Im Falle unserer Testkameras ist das bei der Canon EOS 7D II UHS-I und bei der Fujifilm X-T2 der Standard UHS-II.

Im ersten Teil des Praxistestes haben wir die Schreibgeschwindigkeit auf die Speicherkarte gemessen. Die Kamera wurde hierbei auf die maximale Bildrate von zehn Bildern pro Sekunde bei der Canon EOS 7D II und elf Bildern pro Sekunde bei der Fujifilm X-T2 eingestellt. Als Bildformat wählten wir RAW und eine 1000stel Sekunde als Belichtungszeit. Der Auslöser wurde durchgedrückt bis die Bildrate langsamer wurde, also der Pufferspeicher voll war. Gestoppt wurde von Hand.

Unsere Testkandiaten spiegeln die Auswahl für anspruchsvolle Fotografen wider. Wir haben bei den Markenhersteller Hama, Lexar, Samsung, Sandisk, Toshiba, Transcend und Verbatim je eine Mittelklasse und das Topmodell getestet.
Vergrößern Unsere Testkandiaten spiegeln die Auswahl für anspruchsvolle Fotografen wider. Wir haben bei den Markenhersteller Hama, Lexar, Samsung, Sandisk, Toshiba, Transcend und Verbatim je eine Mittelklasse und das Topmodell getestet.
© Thomas Bergbold

UHS-I

Anschluss/Gerät

Hama SDHC Professional Line 123933

Lexar® Professional 633x 

Transcend TS32GSDHC10U1

Transcend TS64GSDU3X

Samsung EVO+

Lesen Praxistest

Lexar Workflow SR2 UHS-II

91,35

84,50

88,95

84,50

86,67

Apple Macbook Pro Retina 2015

88,95

86,67

88,95

86,67

86,67

Lesen MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

92

90

90

89

92

Lexar SD-Reader USB 3.0

92

90

90

90

40

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

87

87

87

87

87

Schreiben MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

69

43

34

61

62

Lexar SD-Reader USB 3.0

72

42

34

64

35

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

76

46

35

70

70

Schreibgeschwindigkeit Kamera

Canon EOS 7D Mk II

66,61

41,15

37,19

71,71

42,20

Fujifilm X-T2

70,82

41,21

34,97

66,89

63,36

Lesegeschwindigkeit MB/s (angegben)

90

95

90

95

95

Schreibgeschwindigkeit MB/s (angegeben)

80

20

-

85

90

Geschwindigkeitsklasse

U3

U1

U1

U3

U3

Speichergröße

32

64

32

64

256

Betriebstemperatur

Haltbarkeit

Garantie

10

10

30

30

10

Recovery-Software

Image Rescue

RecoveRx

RecoveRx

Preis

49

25

17

53

160

Preis pro GB

1,53

0,39

0,53

0,83

0,63

UHS-I

Anschluss/Gerät

Samsung EVO Pro

Sandisc Ultra

Sandisk Extreme Pro UHS-I

Verbatim Premium U1

Verbatim Pro+ U3

Lesen Praxistest

Lexar Workflow SR2 UHS-II

84,50

84,50

91,35

86,67

84,50

Apple Macbook Pro Retina 2015

84,50

86,67

88,95

86,67

86,67

Lesen MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

88

88

93

85

92

Lexar SD-Reader USB 3.0

88

88

93

92

92

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

84

86

88

87

87

Schreiben MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

67

15

73

60

72

Lexar SD-Reader USB 3.0

68

14

72

63

72

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

73

16

76

65

76

Schreibgeschwindigkeit Kamera

Canon EOS 7D Mk II

63,13

36,35

69,68

66,45

67,34

Fujifilm X-T2

69,61

32,46

70,83

61,32

67,88

Lesegeschwindigkeit MB/s (angegben)

95

80

95

45

90

Schreibgeschwindigkeit MB/s (angegeben)

90

90

80

Geschwindigkeitsklasse

U3

C10

U3

U1

U3

Speichergröße

128

32

32

256

64

Betriebstemperatur

Haltbarkeit

Garantie

10

10

30

2

2

Recovery-Software

Rescue Pro Deluxe

Preis

85

13

26

95

33

Preis pro GB

0,66

0,41

0,81

0,37

0,52

UHS-II

Anschluss/Gerät

Lexar Professional 2000x 

Toshiba Exceria Pro N101

Sandisk Extreme Pro UHS-II

Lesen Praxistest

Lexar Workflow SR2 UHS-II

211,25

198,82

198,82

Apple Macbook Pro Retina 2015

86,67

88,95

88,95

Lesen MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

265

240

245

Lexar SD-Reader USB 3.0

265

240

242

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

86

87

87

Schreiben MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

164

132

165

Lexar SD-Reader USB 3.0

165

134

143

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

74

69

72

Schreibgeschwindigkeit Kamera

Canon EOS 7D Mk II

69,36

71,77

71,67

Fujifilm X-T2

140,49

123,16

135,45

Lesegeschwindigkeit MB/s (angegben)

300

260

300

Schreibgeschwindigkeit MB/s (angegeben)

260

240

260

Geschwindigkeitsklasse

U3

U3

U3

Speichergröße

64

32

32

Betriebstemperatur

Haltbarkeit

Garantie

10

5

30

Recovery-Software

Image Rescue

Rescue Pro Deluxe

Preis

90

68

67

Preis pro GB

1,41

2,13

2,09

Anschluss/Gerät

Lexar Professional 133x

Sandisk Extreme 45MB/s

Lesen Praxistest

Lexar Workflow SR2 UHS-II

23,45

46,06

Apple Macbook Pro Retina 2015

23,19

45,38

Lesen MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

22

45

Lexar SD-Reader USB 3.0

22

45

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

22

43

Schreiben MB/s AJA System Test

Lexar Workflow SR2 UHS-II

19

37

Lexar SD-Reader USB 3.0

19

38

Apple Macbook Air 2012

Apple Macbook Pro Retina 2015

19

38

Schreibgeschwindigkeit Kamera

Canon EOS 7D Mk II

20,65

39,14

Fujifilm X-T2

21,23

39,79

Lesegeschwindigkeit MB/s (angegben)

20

45

Schreibgeschwindigkeit MB/s (angegeben)

Geschwindigkeitsklasse

C6

U1

Speichergröße

Betriebstemperatur

Haltbarkeit

Garantie

Recovery-Software

Preis

Preis pro GB

Die Messwerte spiegeln sich auch recht gut in der Praxis bei der „gefühlten Geschwindigkeit“ wider, das heißt, wie lange es dauert, bis man wieder fotografieren kann, was mit der Bildrate passiert, wenn der Pufferspeicher voll ist und zuletzt bei der Anzeige der Bilder im Wiedergabemodus.

Natürlich fühlen sich die nominell schnellsten Karten auch in der Kamera flott an. So verwundert es kaum, dass die UHS-II Karten von Lexar, Toshiba und Sandisk sich hier keine Blöße in der Fujifilm X-T2 geben. Die Bildrate von elf Bildern pro Sekunde lässt zwar etwas nach, wenn der Pufferspeicher nach etwa 23 RAW-Bildern voll ist, sie ist aber mit etwa vier bis fünf Bildern pro Sekunde immer noch respektabel.

Bei JPEG sieht die Sache ganz anders aus, hier kann man fast ungehindert weiter fotografieren. Das wird Motorsport- und Tierfotografen sehr freuen.

Nicht jeder benötigt hohe Bildraten und tendiert eher zu den langsameren UHS-I-U3-Karten mit einer angegebenen Schreibgeschwindigkeit von 80 MB/s. Gefühlt ist man hier nicht untermotorisiert. Wenn der Pufferspeicher voll ist, bricht die maximale Bildrate zwar merklich ein und entspricht in etwa noch einem Bild pro Sekunde. Das klingt aber dramatischer als es ist. Wer kein Dauerfeuer-Fotograf ist, weil sein Genre Personen oder Landschaften sind, den wird das nicht stören. Auch hier sind fast alle UHS-I- U3-Karten auf einem gleichen Niveau, nur die Samsung EVO+ fällt merklich zurück.

Spannend ist die Frage, wie weit sich Sparfüchse mit den einfachen UHS-I-U1-Karten gedulden müssen. Ein Blick in die Tabelle mit den Messwerten zeigt recht deutlich, was man von diesen erwarten kann. Die Bildrate wird so langsam, dass man nicht mehr von Geschwindigkeit sprechen kann. Nur die Verbatim Premium ist hier ein Ausreißer im positiven Sinn und spielt eigentlich schon in der nächst höheren Geschwindigkeitsklasse.

Bei den langsamen Karten macht sich auch bemerkbar, dass es länger dauert, bis man seine Bilder anschauen kann. Das ist zwar nicht viel, aber durchaus feststellbar. Noch deutlicher wird es bei unseren zwei alten Karten; gerade die Lexar Professional 133x ist für die Fujifilm X-T2 eine Bremse.

Bei der Canon EOS 7D II zeigt sich ein ähnliches Bild: Alle Karten mit einer gemessenen Schreibgeschwindigkeit über 65 MB/s überzeugen in der Praxis voll und ganz. Unterschiede sind kaum auszumachen. Rund 28 RAWs fasst der Pufferspeicher, bevor die Kamera auf die Speicherkarte auslagern muss. Die Schreibraten brechen dann nicht so stark ein wie bei der Fujifilm, was auch an der geringeren Dateigröße von 22 MB liegen dürfte. Die Datengröße der X-T2 liegt immerhin bei 50 MB. Höhere Schreibraten erreicht man in der Canon EOS 7D II erst mit CF-Karten wie der Lexar Professional 1000x.

Professionelle Digitalkameras wie die Canon EOS 7D II und Fujifilm X-T2 haben in der Regel zwei Kartenslots. Im Fall der Fujifilm sind es zwei für den schnellen UHS-II Standard.
Vergrößern Professionelle Digitalkameras wie die Canon EOS 7D II und Fujifilm X-T2 haben in der Regel zwei Kartenslots. Im Fall der Fujifilm sind es zwei für den schnellen UHS-II Standard.
© Thomas Bergbold

Auslesen von Speicherkarten

Die Bilder sind auf der Karte, und jetzt müssen sie auf dem schnellsten Wege auf den Computer gebracht werden, womit wir beim Übertragungsweg wären. Zwar verfügt jede Digitalkamera über eine Schnittstelle zur Übertragung – meist handelt es sich um USB 2.0 – doch zwei Gründe sprechen dagegen. Erstens benötigt die Digitalkamera Strom für die Zeit, in der sie am Computer angeschlossen ist und zweitens gibt es einen schnelleren Weg: über einen Speicherkartenleser. Billige Universal-Speicherkartenleser für bis zu 35 Speicherkartentypen aus dem Onlinehandel verfügen oft nur über einen USB-2.0-Anschluss und somit die langsamste Übertragungsmöglichkeit. Mit Preisen um die fünf Euro sind sie aber auch die günstigste Möglichkeit. Für nur wenig mehr gibt es auch schon Speicherkartenleser für den USB 3.0 Anschluss; diese unterstützen nur ein oder zwei Speicherkartenformate, nämlich SDHC/SDXC UHS-I und CF. Zwei solcher sehr guter Speicherkartenleser sind zum Beispiel der Lexar Professional UDMA und der Sonnet Dio.

Sehr praktisch sind Speicherkartenleser wie der Lexar Professional UDMA. Sie bieten zwei Speicherkartenslots, für SDHC/SDXC UHS-I und CF. Wichtig, der Anschluss erfolgt über USB 3.0, das sollte es schon sein damit die Datenübertragung nicht zu lange dauert.
Vergrößern Sehr praktisch sind Speicherkartenleser wie der Lexar Professional UDMA. Sie bieten zwei Speicherkartenslots, für SDHC/SDXC UHS-I und CF. Wichtig, der Anschluss erfolgt über USB 3.0, das sollte es schon sein damit die Datenübertragung nicht zu lange dauert.
© Lexar

Doch was nützt eigentlich die hohe Geschwindigkeit der UHS-II-Speicherkarten, wenn der Flaschenhals der Speicherkartenleser ist? Vorbildlich zeigen sich Lexar, die ihrem SD-Karten-Top-Modell einen UHS-II-Leser beilegen. Wir haben ihn daher für unsere Messungen zusätzlich eingesetzt. Zusätzlich, weil er nicht mit allen Speicherkarten harmoniert. Unser Referenzgerät ist der Lexar Workflow SR2, ein Speicherkartenleser für UHS-II-Karten mit USB-3.0-Anschluss. Eigentlich ist er für den Professional Workflow Hub gedacht, einem Tower mit Anschluss für vier Speicherkartenleser oder den Portable SSD mit bis zu 512 GB Speicher. Den Professional Workflow Hub gibt es mit USB 3.0 oder Thunderbolt 2 und USB 3.0 Anschluss. Von SanDisk gibt es auch einen reinen SD UHS-II Leser mit USB 3.0, den Extreme Pro SD UHS-II Reader/Writer.

Wer einen mobilen Computer benutzt, findet immer häufiger einen SD-Speicherkartenslot vor, in der Regel kompatibel zum SDXC-Format. Jetzt könnte man meinen, dass dies die maximale Leistung der Karte ausnutzt. Leider weit gefehlt, denn die Hersteller nutzen hierfür nicht selten den USB-2.0-Anschluss der Hauptplatine. So zum Beispiel beim alten Macbook Air Modell 2012. Beim Macbook Pro Retina erreichen wir fast die Werte des externen Speicherkartenlesers unter USB 3.0. Wobei das Macbook Pro UHS-II nicht unterstützt und die Geschwindigkeit auf UHS-I Niveau drosselt.

Wirklich langsam ist keines unserer aktuellen Testmuster. So liegen die UHS-I Karten bei rund 90 MB/s, ein Wert, mit dem man sehr zufrieden sein kann. Vor allem, wenn man sich die 22 MB/s beziehungsweise 45 MB/s der alten Karten vor Augen führt. So richtig die Post geht bei den UHS-II-Karten ab. Über 240 MB/s ist schon fast SSD-Niveau, da macht es richtig Spaß, Adobe Lightroom beim Import zuzuschauen.

Der Professional Workflow Hub ist ein Tower mit Anschluss für vier Speicherkartenleser oder der Portable SSD mit bis zu 512 GB Speicher. Mit USB 3.0 oder Thunderbolt 2 ein Profigerät das man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.
Vergrößern Der Professional Workflow Hub ist ein Tower mit Anschluss für vier Speicherkartenleser oder der Portable SSD mit bis zu 512 GB Speicher. Mit USB 3.0 oder Thunderbolt 2 ein Profigerät das man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.
© Thomas Bergbold
Damit man die Geschwindigkeit des schnellen UHS-II Standard auch ausnutzen kann, sollte das Lesegerät entsprechend dafür ausgelegt sein. Zum Beispiel von Lexar den Workflow SR2 oder das kompakte Lesegerät, das bei der Professional 2000x dabei liegt und dem Sandisk Extreme Pro SD UHS-II Reader/Writer.
Vergrößern Damit man die Geschwindigkeit des schnellen UHS-II Standard auch ausnutzen kann, sollte das Lesegerät entsprechend dafür ausgelegt sein. Zum Beispiel von Lexar den Workflow SR2 oder das kompakte Lesegerät, das bei der Professional 2000x dabei liegt und dem Sandisk Extreme Pro SD UHS-II Reader/Writer.
© Thomas Bergbold

Datensicherheit: So lange halten Speichermedien

Haben Sie auch schon den Tipp bekommen, Speicherkarten wie Filme im analogen Zeitalter einzusetzen? Also nur einmal benutzen und dann als Archivierungsmedium zu behandeln? Im Prinzip klingt das logisch und gerade bei den langsamen Einsteigerkarten erscheint es darüber hinaus auch verlockend günstig. Doch wie lange halten eigentlich Speichermedien?

Bei SD-Karten gibt es verschiedene Faktoren, die einen Einfluss auf die Haltbarkeit haben – angefangen bei Kontakten bis zu den Speicherchips. Die Kontakte unterliegen einem mechanischen Verschleiß. Hierzu macht beispielsweise Transcend eine Aussage und gibt eine garantierte Haltbarkeit von 10.000 Einschüben in die Kamera an.

Die Nutzungsdauer der Speicherchips bemisst sich in Zyklen für Schreiben und Löschen. Wie oft der Speicherchip das aushält, bevor ein Fehler auftritt, ist von der Art des Chips abhängig. Hochwertige SLC-Chips können je rund 100.000-mal beschrieben und wieder gelöscht werden. Sie finden sich aber eher im Industrie- und Militärbereich. Bei Speicherkarten für den Fotobereich und SSDs werden MLC- oder TLC-Chips eingesetzt.

MLC-Chips haben eine Haltbarkeit von rund 10.000 Zyklen und TLC nur 300 bis 500 Zyklen. Transcend ist einer der wenigen Hersteller, der eine Angabe zu den verwendeten Chips macht. In ihrem Top-Modell UHS-II U3 sind die hochwertigeren MLC-Chips ebenso verbaut wie in unserem getesteten Modell 600x Ultimate.

Einen Einfluss hat aber auch der eingesetzte Kontroller auf der Speicherkarte. Dieser ist zum Beispiel für die Verteilung der Daten zuständig und sorgt dafür, dass die einzelnen Speicherzellen gleichmäßig ausgelastet werden. So wird vermieden, dass einzelne Speicherzellen häufiger und andere gar nicht zum Einsatz kommen. Ebenso erkennt der Kontroller defekte Zellen und nutzt diese in Zukunft nicht mehr.

Ein weiterer Punkt ist die Haltbarkeit der Daten auf dem Speicherchip. Die Daten sind vergleichbar mit der elektrischen Ladung in einer Batterie und gehen daher irgendwann verloren. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig von der Nutzungsdauer, also den schon erfolgten Schreib/Lösch-Zyklen und der Art der Speicherchips. Ein hochwertiger SLC-Chip, der nur einmal beschrieben wurde, kann die Daten rund 20 Jahre halten. Eine Speicherkarte, die oft benutzt wurde – zum Beispiel im professionellen Einsatz über viele Jahre hinweg – hält die Daten vielleicht nur noch drei Monate.

Eine andere Einflussgröße, die Temperatur, wirkt sich auf die Funktionsfähigkeit aus. Verträgt die Speicherkarte auch -20 Grad Celsius auf der Suche nach Polarlichtern oder +50 Grad im Sommer im Auto? Darüber haben sich wahrscheinlich die wenigsten Gedanken gemacht. Die technischen Daten der Hersteller verraten uns die Spezifikationen, für die die Speicherkarte ausgelegt ist. Markenhersteller geben meist eine Betriebstemperatur von - 25 bis 85 Grad Celsius an. Damit ist man auf der sicheren Seite. Das kann bei preisgünstigen Karten vielleicht anders aussehen.

Vor Wasser schützt man die Kamera in der Regel. Bei modernen Speicherkarten der gehobenen Klasse und der Profiliga muss man sich dank interner Abdichtung hierzu auch keine Sorgen machen. Es macht ihnen wenig aus. Bei einer Verunreinigung mit Lösungsmitteln oder Meerwasser sollte aber auch hier Vorsicht geboten sein. Es versteht sich natürlich von selbst, dass man die nass gewordene Speicherkarte vor dem Einstecken in die Kamera reinigt und trocknen lässt, denn die Kontakte in der Kamera sind nicht wasserfest. Ein Kurzschluss könnte die Folge sein. Die offenen Kontakte der SD-Karten sind hier auch etwas empfindlicher als die verdeckten der Compact Flash.

Eine Schutzbox gehört eigentlich zu jeder Speicherkarte. Auch wenn die Karten sehr robust sind, sind sie doch so vor feinen Schmutz wie Sand geschützt. Das könnte immerhin die Kontakte der Kamera schädigen. Leider sind die Hersteller hier etwas geizig geworden und liefern nur zu ihren Topmodellen die Schutzboxen mit.
Vergrößern Eine Schutzbox gehört eigentlich zu jeder Speicherkarte. Auch wenn die Karten sehr robust sind, sind sie doch so vor feinen Schmutz wie Sand geschützt. Das könnte immerhin die Kontakte der Kamera schädigen. Leider sind die Hersteller hier etwas geizig geworden und liefern nur zu ihren Topmodellen die Schutzboxen mit.

Haltbarkeit in der Praxis

An der oft gehörten pauschalen Aussage einer maximalen Haltbarkeit von zehn Jahren ist also durchaus etwas dran. Zumindest so lange man nicht weiß, was drinsteckt. Eine Hausnummer kann auch die Garantiedauer sein, diese geht in Deutschland nicht über 30 Jahre hinaus.

Wir haben die engagierten Fotografen eines Arbeitskreises gefragt, wie ihre Erfahrungen mit Speicherkarten sind. Die Fotografinnen und Fotografen nutzen teilweise schon seit Ende der 90iger Digitalkameras und haben schon so einige Speicherkarten gekauft.

Wirklichen Ärger gab es dabei nicht. In den Anfangstagen treten eher mechanische Probleme auf, zum Beispiel bei den SmartMedia-Karten. Hier lösten sich die Kontakte schon mal auf. Ansonsten kennen einige Fehler in der Handhabung, zum Beispiel, wenn verschmutzte Karten in die Kamera eingeschoben wurden, oder die Karten zu früh herausgezogen wurden, bevor  die Kamera mit Speichern fertig war.

Von den 32 Mitgliedern des Arbeitskreises erlitten nur drei Fehler mit Speicherkarten. Dabei werden die Speicherkarten nicht geschont und selbst Exempalre mit mehr als 13 Jahren auf dem Buckel verrichten noch klaglos ihren Dienst.

Aktuell setzen die meisten Fotografen im Arbeitskreise auf Professional-Karten, zum Beispiel von Sandisk und Lexar. Das hat zum einen mit der Geschwindigkeit zu tun, zum anderen aber auch mit der Garantie und der beiliegenden Zusatzsoftware. Nach teilweise negativen Erfahrungen mit billigen Noname- oder Einsteigerkarten möchten die Fotografen keine Risiken mehr eingehen. Wer nach Afrika oder Südamerika fährt, möchte sichergehen, dass seine kostbaren Bilder auch zu Hause noch vorhanden sind.

Damit stellt sich aber auch die Frage der Datensicherung, wenn man zu Hause ist? Eine Speicherkarte ist kein Langzeit-Archivierungsmedium, also müssen Alternativen her. Ist es die Festplatte oder optische Medien. Speziell für diesen Fall hat Verbatim die MDISC entwickelt und verspricht eine Haltbarkeit von 1000 Jahren. In einem späteren Artikel werden wir uns die MDISC genauer anschauen.

Die Verbatim MDISC verspricht mit einer Haltbarkeit von 1000 Jahren das ideale Archivierungsmedium zu sein.
Vergrößern Die Verbatim MDISC verspricht mit einer Haltbarkeit von 1000 Jahren das ideale Archivierungsmedium zu sein.
© Verbatim

Daten wiederherstellen

Der einfachste Fehler, der einer Speicherkarte zuteil werden kann, ist das versehentliche Löschen der Inhalte durch den Anwender, etwa wenn dieser die Karte zu früh entfernt, also wenn die Zugriffslampe an der Kamera noch blinkt. Hier können Rettungsprogramme helfen, die nach noch lesbaren Daten auf der Speicherkarte suchen. Beim Löschen einer Speicherkarte werden die Bilder nämlich nicht direkt gelöscht, sondern nur zum Löschen markiert. Gelöscht werden sie dann erst, wenn neue Bilder auf die Karte gespeichert werden. Das heißt, die alten Bilder werden eigentlich überschrieben. Diese Datenrettungsprogramme gibt es von kostenlos bis kostenpflichtig auf dem freien Markt oder sie sind im Lieferumfang der Speicherkarte bereits enthalten. So liegt jeder Lexar Professional-Karte eine Lizenz für Image Rescue 5 bei, RescuePRO liegt jeder Sandisk Extreme und Extreme Pro Karte bei und RecoverRX stellt Transcend zur Verfügung und. Am besten, man lädt sich das Programm direkt nach dem Kauf der Speicherkarte und installiert es, denn Sandisk lässt das nach einem Jahr nicht mehr zu.

Die übersichtliche deutsche Benutzeroberfläche gibt bei Image Rescue von Lexar keine Fragen auf.
Vergrößern Die übersichtliche deutsche Benutzeroberfläche gibt bei Image Rescue von Lexar keine Fragen auf.

Auffällig an Image Rescue ist die aufgeräumte und deutsche Benutzeroberfläche – ein Plus für alle Einsteiger. Neben Formatieren und Sichere Formatierung (hier wird die Speicherkarte mit Nullen überschrieben, damit die Daten nicht mehr wiederhergestellt werden können), gibt es noch einen Button für den Start des Scans der Speicherkarte.

RecoverRX verzichtet auf das Formatieren von Speicherkarten und beschränkt sich nur auf die Wiederherstellung. Der Startbildschirm zeigt daher auch alle angeschlossenen Laufwerke. Nachdem man die Speicherkarte ausgewählt hat, startet der Scan nach einem Klick auf Next. Neben Dateien von Digitalkameras, also Bildern und Videos, kann RecoverRX auch Audiodateien, Textdateien und Präsentation „zurückholen“.

RecoverRX von Transcend kommt gleich zur Sache und möchte als erstes das zu überprüfende Laufwerk wissen.
Vergrößern RecoverRX von Transcend kommt gleich zur Sache und möchte als erstes das zu überprüfende Laufwerk wissen.

Das beherrscht auch RescuePRO von Sandisk, mit dem Unterschied, dass der Anwender die Wahl hat, welche Dateien gefunden werden sollen. Eine weitere Funktion ist das Backup von Speicherkarten. Während Wipe bei RescuePRO die Speicherkarte nur löscht, wird bei Image Rescue nach dem Löschen die Speicherkarte auch gleich wieder formatiert und ist somit direkt wieder einsatzbereit. Bei der RescuePRO-Methode muss man die Speicherkarte vor der Benutzung in der Kamera formatieren.

SanDisk´s RescuePro glänzt mit dem größten Funktionsumfang.
Vergrößern SanDisk´s RescuePro glänzt mit dem größten Funktionsumfang.

Nachdem die Rettungstools die Speicherkarte analysiert haben, sind die Daten bereit zur Sicherung. Bei RecoverRX erfolgt das direkt in einen Ordner auf einem beliebigen Laufwerk des Nutzers. Image Rescue und RescuePRO bieten zuerst eine Voransicht, allerdings nur von den Bildern und hier am zuverlässigsten bei JPEG´s. Bei RAW-Dateien kann die Vorschau schon mal falsche Farben anzeigen, Videos sind ohne Vorschau. Ebenso kann man die Dateien auswählen, für den Fall, dass nicht alle Dateien gesichert werden sollen.

Nach der Überprüfung zeigt RescuePro die erfolgreich gefundenen Dateien an. Jetzt hat man als Nutzer die Möglichkeit eine Auswahl zu treffen.
Vergrößern Nach der Überprüfung zeigt RescuePro die erfolgreich gefundenen Dateien an. Jetzt hat man als Nutzer die Möglichkeit eine Auswahl zu treffen.

In unserem Test haben wir auf eine Speicherkarte eine Auswahl an Bildern in JPEG, Canon-RAW, Fujifilm-RAW und PNG kopiert. Zusätzlich noch Videos in MP4 und MOV. An Dokumenten haben wir dann noch Pages, Excel, Word, Powerpoint und PDF-Dateien auf die Speicherkarte abgelegt. Bei den Bildformaten haben alle Programme ihre Aufgabe erfüllt, bis auf eine Bilddatei waren alle Bilder komplett und fehlerfrei. Sehr schön, dass die Original-Metadaten enthalten sind. IPTC-Metadaten von RAW-Dateien, die in extra XMP-Dateien liegen, gehen bei Image Rescue und RescuePro verloren. Nicht so bei RecoverRX, es sicher auch die XMP-Dateien. Dadurch, dass alle Dateien, wie auch bei den anderen zwei Programmen, einen neuen Namen erhalten, können die XMP-Dateien nicht mehr sofort den Bildern zugeordnet werden. Es gibt aber einen kleinen Workaround. Die XMP-Dateien liegen direkt auf den RAW-Bildern folgend im Ordner. Mit Handarbeit ändert man den Namen der XMP-Dateien in die der entsprechenden RAW-Bilder um und schon zeigen Bildbearbeitungsprogramme die IPTC-Metadaten wieder an.

Handarbeit ist auch bei den Dokumenten von Pages nötig, RecoverRX und RescuePro machen eine ZIP-Datei daraus. Wenn man die Endung in „pages“ ändert, sind auch diese Dateien wieder zu gebrauchen. Bei den Microsoft-Dateien war das ebenso wie bei PDF nicht nötig.

Image Rescue überzeugte im Test mit der besten Benutzeroberfläche. Hinzu kommt, dass es die Dateinamen nach Datum benennt. Das sorgt für eine sehr gute Übersicht der geretteten Bilder. Das MP4-Video ließ sich ebenso wenig wie die XMP-Dateien leider nicht retten. Das schafft als einziges RecoverRX, dafür ist der Funktionsumfang auf das Wiederherstellen beschränkt. RescuePro punktet mit dem größten Funktionsumfang, kann aber leider keine XMP-Dateien wiederherstellen.

Somit ist eine eindeutige Empfehlung schwer.

Empfehlung

Nicht jeder Fotograf mit einer X-T2 benötigt die maximale Performance einer UHS-II-Karte. Die nominell langsameren U3-Karten mit einer Schreibgeschwindigkeit von 80 MB/s lassen zwar deutlich nach, wenn der Pufferspeicher gelehrt werden muss, wer aber nicht regelmäßig Dauerfeuer im RAW-Modus fotografiert, ist auch mit den langsameren Karten sehr gut bedient.

Wer sich für die EVO+ von Samsung interessiert, sollte beim Kauf aufpassen. Die Geschwindigkeit der Karte ändert sich nämlich mit ihrer Größe. So spielt unsere getestete MicroSD-Karte mit 256 GB in der gleichen Klasse wie die PRO Plus, nämlich mit einer angegebenen Schreibgeschwindigkeit von 90 MB/s und einer Lesegeschwindigkeit von 95 MB/s. Die kleineren Größen mit 32 GB, 64 GB und 128 GB sind mit angegebenen 80 MB/s Lesen und 20 MB/s Schreiben deutlich langsamer. Wir haben eine 32 GB EVO+ einer kurzen Überprüfung unterzogen und konnten mit 86 MB/s Lesen und 23 MB/s Schreiben die Angaben von Samsung bestätigen.

Der Preisleistungssieger unter den UHS-II Karten kommt von Lexar. Sie ist nicht nur aktuell die günstigste, sondern auch die schnellste Karte. On Top liegt der Professional 2000x auch noch ein Speicherkartenleser bei.

Der Preisleistungssieger bei den UHS-I Karten müsste eigentlich die Verbatim Pro+ sein, wäre da nicht die geringe Garantie von nur zwei Jahren. Das gilt auch für die Überraschung im Vergleich, die Verbatim Premium. Sie ist die günstigste Karte und ist wesentlich schneller als vom Hersteller angeben. Davon abgesehen, kann man mit der Transcend TS64GSDU3X und der Sandisk Extreme Pro UHS-I nichts falsch machen. Auf der Haben-Seite können sie überzeugende Datenraten, eine lange Garantie und die Rettungsprogramme für sich verbuchen.

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