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Shadow: "Assassin's Creed" auf einem Mac zocken

06.09.2018 | 09:46 Uhr | Thomas Hartmann

Ein Spiel wie "Assassin's Creed Origins" läuft natürlich nicht ”real” auf einem Mac Mini, doch mit dem Games-Streamingdienst Shadow klappt das in unserem Versuch auf Anhieb.

Seit dem 4. September 2018 kann man auch hierzulande auf den Spiele-Streamingdienst Shadow aus Frankreich zugreifen. Dieser simuliert einen kompletten Windows-PC inklusive Windows 10-Lizenz, sodass man ähnlich wie mit Angeboten von Parallels Desktop oder VMware auch auf dem Mac ein vollwertiges Windows laufen hat. Wobei Shadow den Wert nicht auf die Mac-Integrierung legt, sondern auf die Spiele-Performance. Gleiches gilt unter Windows.

Allerdings kann man Shadow von Blade mit dem dort integrierten Windows auf Mac und PC entweder im Fenster oder im Vollbildmodus laufen lassen, auf das native Betriebssystem des Computers lässt sich im Betrieb jederzeit zugreifen. Auf dem PC ergeben sich sogar direkte Verbindungen, wenn beispielsweise Meldungen aus der Nachrichtenzentrale des ursprünglich installierten Windows auch unter Shadow-Windows erscheinen.

Shadow unter Windows.
Vergrößern Shadow unter Windows.

"Assassin's Creed Origins": Gute Performance auf Mac und PC

Nachdem wir Shadow inklusive Windows mit dem Client des Entwicklers und diversen Einstellungsmöglichkeiten auf Mac und PC installiert haben, geht es an den eigentlichen Versuch.

Zunächst probieren wir Shadow auf dem Windows-PC aus und nutzen zum Vergleich das uns dort schon vertraute Spiel " Assassin's Creed Origins " von Ubisoft. Dieses bietet nicht nur eine beeindruckende, detaillierte Altes-Ägypten-Kulisse, sondern auch einige herausfordernde Kampfszenen, was insgesamt einen PC schon beanspruchen kann.

In der Zentrale werden wichtige Einstellungen getroffen.
Vergrößern In der Zentrale werden wichtige Einstellungen getroffen.

Während unser HP-Windows-Desktop mit i5-Prozessor immerhin eine nachträglich eingebaute Grafikkarte von Nvidia mit 6 GB VRAM (Geforce GTX 1060) und 12 GB RAM Arbeitsspeicher bietet, womit wir "Assassin's Creed Origins" ohne große Einschränkungen mit sehr hohen Details laufen lassen können, bringt Shadow einen virtuellen PC mit, der über beeindruckende Spezifikationen verfügt, die der Anbieter folgendermaßen angibt: Grafikkarte äquivalent zur Nvidia Geforce GTX 1080 (Consumer), bei uns ist angegeben eine Nvidia P5000 mit 16 GB VRAM, 12 GB DDR4-Speicher und ein Xeon-E5-Prozessor mit 8 dedizierten Threads. Dazu eine virtuelle Festplatte mit 256 GB, auf der auch unsere beispielsweise bei Steam oder Ubisoft gekauften Spiele über deren Client zunächst installiert werden müssen. Vorausgesetzt wird eine Internetverbindung von mindestens 15 MB/s, mit unserem Provider können wir immerhin 40 MB/s einstellen.

Hier wird die notwendige Verbindungsgeschwindigkeit ermittelt und eingestellt.
Vergrößern Hier wird die notwendige Verbindungsgeschwindigkeit ermittelt und eingestellt.

Um es kurz zu machen, denn ein ausführlicher Bericht soll erst noch folgen: Sowohl auf unserem Windows-PC als auch vor allem auf dem (wenn auch ”aufgerüsteten”) Mac Mini, auf dem man normalerweise ein ressourcenhungriges Spiel wie "Assassin's Creed Origins" nicht einmal installieren könnte, läuft dieses hervorragend. Am Anfang gibt es auf dem PC noch leichte Probleme mit der Latenz von Maus und Xbox-Controller in den Menüs. Doch später ist davon nichts mehr zu merken, dies mag an Schwankungen bei der Bandbreite gelegen haben.

Auch der Mac Mini sagt: Danke!

Es ist schon beeindruckend, dass man prinzipiell Spiele dieser Güte, die es normalerweise gar nicht für den Mac gibt oder die für den eigenen Mac (Mini!) respektive Windows-PC längst zu anspruchsvoll geworden sind, darauf doch über die Cloud gestreamt laufen lassen kann. In unserem ausführlicheren Testbericht wird dann auch die Rede sein von Unterstützung für Xbox-Controller auf dem Mac, von FPS und Benchmarks und anderen interessanten technischen Details. Aber grundsätzlich lässt sich sagen: Es funktioniert! Und das sogar auf den ersten Blick ziemlich gut. Zumal der Anbieter die technischen Voraussetzungen wie CPU oder Grafikkarte immer jeweils auf den neuesten Stand aktualisieren will.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Um den Shadow-Client auf dem Mac installieren zu können, haben wir macOS 10.13 laufen, mindestens macOS 10.10 ist erforderlich. Voraussetzung auf einem PC ist Windows 10. Auch unter Android, Linux und später iOS soll der Betrieb von Shadow möglich sein.

Ganz günstig ist ein solches Angebot freilich nicht. So zahlt man für einmonatliches Abo 45 Euro, legt man sich auf drei Monate fest, sinkt der Preis auf 35 Euro, und ab einem zwölfmonatigen Abo reduziert sich die Gebühr auf 30 Euro, jeweils monatlich. Nimmt man Letzteres, sind dieses knapp 360 Euro im Jahr oder etwas über 1000 Euro in drei Jahren. Wenn man bedenkt, was ein hochkarätiger Spiele-PC kostet und dass Gamer sich sicherlich alle paar Jahre ein neues Gerät kaufen oder mit teuren Grafikkarten upgraden, könnte die Rechnung dafür schnell aufgehen. Eine Probeversion gibt es leider bisher nicht.

Fazit und Empfehlung

Prinzipiell ist gesagt, dass es klappt. Natürlich wollen wir zunächst ausführlicher testen, bevor ein endgültiges Urteil abzugeben ist. Schade, dass bisher kein Angebot gemacht wird zu einem Probezeitraum wie bei Netflix & Co. mit einem kostenlosen Monat oder auch gern kürzer, um selber ausprobieren zu können, ob es sich für einen lohnt. Das merkt man schließlich schnell. Also wird man mindestens 45 Euro für einen Monat ausgeben müssen, um Shadow versuchsweise in Betrieb zu nehmen. Wir jedenfalls freuen uns auf den weiteren Test damit.

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